Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs ZARO news für Juli, 2010.

Calendar
Juli 2010
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  
Kategorien

Archive für Juli 2010

Freundschaft schützt vor Depression

Psychiater ortet Defizite in der Sozialisation

Wien - Freundschaften und enge soziale Kontakte schützen vor Depressionen. Zu diesem Schluss kommt der Peter Fischer, Leiter der Psychiatrischen Abteilung am Wiener SMZ Ost - Donauspital http://www.wienkav.at/kav/dsp im Presse-Interview. Depressionen in verschiedenen Stärken nehmen in der industrialisierten Welt stark zu. “Interessanterweise ist das Land mit der geringsten Depressionsrate das arme Bangladesch. Dort spielen soziale Kontakte in der Großfamilie eine wichtigere Rolle. Und das wirkt sich offensichtlich positiv aus”, so der Experte.

Entscheidend seien nicht nur Freunde, sondern der gesamte Freundeskreis, der unterstützend wirkt. “Die Frage lautet daher: Wie viel Stunden am Tag spreche ich mit anderen Menschen? Eigentlich sollten Soziologen in der Frage mitforschen, warum und wie Depressionen zu einer Volkskrankheit geworden sind”, meint Fischer.

Viele Ursachen für Depressionen

Für Depressionen gibt es genetische Dispositionen, doch auch psychische Altlasten aus der Kindheit spielen eine Rolle. “Jeder kann Depressionen bekommen”, so Fischer. Ein wichtiger Auslöser ist chronische Stressbelastung. “Das Burnout-Syndrom ist als eine Sonderform der Depression ein gutes Beispiel. Dabei kommt es nicht notwendigerweise auf die Menge an Arbeit an, sondern auf die Belastung. Man fühlt sich als Einzelkämpfer, der sich durch immer mehr Verantwortung Respekt verschaffen muss.” Das Problem kann bereits im Schulalter auftreten.

In der heutigen Zeit wird der Terminus “Burnout” jedoch inflationär verwendet und die Gesellschaft bringt daran Leidenden sogar Anerkennung entgegen. Hingegen ist die Diagnose “Depression” immer noch stark stigmatisiert. “Unsere Kultur sieht es offensichtlich als nicht wichtig an, wie wir mit uns selbst umgehen”, meint der Psychiater. Viele Depressionen haben ihre Ursachen im Beziehungsleben. Das Defizit an sozialen Beziehungen ist ein wesentlicher Negativfaktor und Verstärker.

Verschiedene Berufsgruppen begleiten Depressive

Um die immer größere Zahl an Depressiven medizinisch zu versorgen, arbeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen. Die Palette der Behandlung reicht von der Gesprächspsychotherapie zur psychiatrischen Behandlung. In schweren Fällen ist sogar stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig. Der Mediziner rät dazu, jedenfalls einen Experten aufzusuchen, wenn man sich seelisch für eine gewisse Zeit nicht wohlfühlt. “Wir müssen endlich begreifen, dass zum Gesundsein auch das psychische Wohlfühlen dazugehört”, erklärt Fischer abschließend.

Am Freitag, den 3. September findet in Wien der Tag der Seelischen Gesundheit statt. Die Veranstaltung soll Transparenz schaffen und einen offenen, modernen Umgang mit Krankheiten fördern, von denen viele Menschen betroffen sind. Fischer referiert bei dieser Veranstaltung über Burnout, www.angstfreisein.de. (Ende)

Babys: Mutterliebe stärkt spätere Selbstsicherheit

Liebevoll behandelte Kinder gehen als Erwachsene besser mit Angst um

Durham - Bekommt ein Kleinkind von seiner Mutter viel Liebe, ist es später besser in der Lage, mit den Belastungen und Anstrengungen des Erwachsenenlebens zurechtzukommen. Umarmungen, Küsse und ein deutliches Zeigen der Zuneigung scheinen laut Wissenschaftlern der Duke University http://www.duke.edu emotionale Belastungen leichter ertragbar zu machen.

Das Team um Joanna Maselko wertete die Daten von fast 500 Personen aus dem Bundesstaat Rhode Island aus. Sie wurden als Kinder und später als Erwachsene begleitet. Eine sichere Bindung zwischen Mutter und Kind scheint laut dem Journal of Epidemiology and Community Health http://jech.bmj.com von entscheidender Bedeutung zu sein.

Übertriebenes Bemuttern
Experten betonen aber auch, dass Eltern wissen müssen, wann man mit dieser Art der Mutterliebe aufhören muss. Übertriebenes Bemuttern kann von den Kindern als zudringlich und peinlich empfunden werden. Das gilt vor allem dann, wenn sie älter werden.

Viel Mutterliebe fördert laut der aktuellen Studie sichere Bindungen und Verbindungen. Maselko argumentiert, dass so nicht nur Leid verringert wird, sondern dass ein Kind damit auch bei einem erfolgreichen Lebensentwurf geholfen wird. Dazu gehören neben sozialen Fähigkeiten auch Strategien zur Bewältigung schwieriger Situationen.

Bewertung der Mutterliebe

Für die Studie bewertete ein Psychologe während einer Routineuntersuchung die Qualität der Interaktionen zwischen Müttern und ihren acht Monate alten Kindern. Beurteilt wurde, wie gut die Mutter auf die Gefühle und Bedürfnisse ihres Kindes reagierte. Basierend auf der Wärme dieser Interaktionen erhielt die Mutter eine entsprechende Punktezahl.

30 Jahre später wurden diese Kinder kontaktiert und ersucht, an einer Umfrage über ihre Gesundheit und ihre Gefühle teilzunehmen. Sie wurden unter anderem gefragt, ob ihre Mütter ihrer Einschätzung nach liebevoll mit ihnen umgegangen waren.

Besser mit Angst umgehen

Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die von ihren Müttern sehr geliebt worden waren, mit allen Arten von Leid deutlich besser umgehen konnten. Kinder liebevoller Mütter kamen vor allem mit Angstgefühlen besser zurecht. Laut den Wissenschaftlern ist es auffällig, wie eine kurze Beobachtung Hinweise auf den Zustand der Kinder zu einem viel späteren Zeitpunkt liefern kann.

Diese Ergebnisse deuteten wie viele andere darauf hin, dass die frühe Kindheit für die Erfahrungen im späteren Leben von entscheidender Bedeutung ist. Der Einfluss anderer Faktoren wie Persönlichkeit, Erziehung und Ausbildung sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. (Ende) www.angstfreisein.de

Golf von Mexiko wird unfreiwillig zum Labor

Öl und Lösungsmittel sorgen für Super-Gau

Washington DC - 700 Mio. Liter Öl und sieben Mio. Liter Lösungsmittel bedrohen die einzigartige Umwelt im Golf von Mexiko. Nachdem das Leck vorerst gestopft wurde, ist eine Armee von Ökologen darum bemüht, die Schäden zu erfassen. Zudem wird erhoben, ob und wie sich die Umwelt davon erholt. “Der Golf ist damit zum größten Wissenschaftsexperiment geworden”, meint Kim Withers, Umweltforscher der Texas A&M University http://www.tamu.edu. “Unglücklicherweise ist es ein komplett unkontrolliertes Experiment.”

Die Forschungsansätze im Golf sind vielseitig. Neben den Auswirkungen der Ölkatastrophe auf die Marsch- und Küstenregionen, stehen auch die Auswirkungen auf bodenlebende Meerestiere im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses. Öl im Meer ist verheerend - vor allem in diesen Mengen.

Katastrophal sind aber auch nährstoffreiche Abwässer, die über Flüsse dorthin gelangen und regelmäßig für die Bildung so genannter Todeszonen sorgen. Für die Forscher um Michael Roman vom Horn Point Laboratory der University of Maryland http://hpl.umces.edu stellt sich nun die Frage, was geschieht, wenn die Todeszone im Golf von Mexiko und die Ölkatastrophe zusammentreffen.

Riesige Todeszone im Golf

Roman wird den Golf im September mit einem speziellen Messgerät namens ScanFish erforschen. Dabei können in der Wassersäule in verschiedenen Tiefen Temperatur, Sauerstoffgehalt sowie die Mengen an organischem Material und Zooplankton gemessen werden. Noch vor der Ölkatastrophe hatten Forscher prophezeit, dass die Todeszone im Golf in diesem Jahr die fünftgrößte seit 1985 sein wird.

Unklar ist auch, welche Auswirkung die Ölkatastrophe auf die Tiefseekorallen im Golf von Mexiko hat. Seit Mai haben Wissenschaftler des US-Geological Survey drei Mal dieses Habitat besucht. Nun soll der erste Tauchgang nach der Katastrophe zeigen, was mit den Korallen geschehen ist. Ein Forscherteam der University of South Florida untersucht, wie sich die Ölkatastrophe auf jene Fische ausgewirkt hat, die in den mittleren Tiefen des Golfs leben. Sie sind Nahrung für große Räuber wie Tunfische, aber auch für Delfine.

Bedrohte Krustentiere

Weibliche Blau-Krabben, die in den Südstaaten auch kommerziell gefischt werden, wandern von den Küstenzonen ins Meer, um dort ihre Eier abzulegen. Nach rund vier Wochen kommen die Larven von der offenen See wieder in die Küstenregionen zurück. Bereits jetzt wiesen einige Larven dunkle Flecken auf, die wahrscheinlich vom Öl stammen. Neben der Krabbenfischerei sind die Jungtiere selbst auch Nahrung für zahlreiche Lebewesen.

Joe Griffiths und sein Forscherteam von der University of Mississippi in Hattiesburg http://www.usm.edu untersuchen Meerestiere nach dem Gen CYP1A. Dieses wird aktiviert, wenn die Lebewesen mit Öl in Kontakt kommen. CYP1A ist in der Lage, die meisten giftigen Kohlenwasserstoffe in harmlose Bestandteile aufzulösen. Griffiths vergleicht die CPY1A-Werte von Austern, Fischen und Krabben, die vor der Ölkatastrophe gefangen wurden, mit jenen, die die Tiere nun in sich tragen. (Ende)
_____________________________________________________________________________________________________________
BP: die mit dem netten “Grünen Blumen-LOGO” sind das, die Chefetage könnte man auch mal in Öl einlegen, als Forschungsprojekt sozusagen, Hmm Ratt-ellen in Öl. Wir tanken da jetzt nicht mehr ….. (Red.)

Wer kauft eigentlich seinen Sprit noch bei BP?

Wir von ZAROnews tanken da nicht mehr, eher gehen wir zu Fuß, wer die Welt bewusst zerstört, hat nach unserer Auffassung sein Existenzrecht verwirkt. Vielleicht sollten eben wir, das “VOLK”, den Herren Zerstörern den Geldhahn zudrehen, selbst wenn dadurch Tankstellenpächter in Schwierigkeiten kommen, aber die müssen sich eben dann bei den Verantwortlichen beschweren.

Die Redaktion

Zum Lachen braucht man keinen Sinn für Humor

Erstaunlich wenig Differenzen zwischen Frauen und Männern

Washington DC - Die Art des Humors variiert unter Menschen sehr stark. Vieles davon ist erlernt oder kulturell beeinflusst. Nun hat ein US-Forscherteam entdeckt, dass es erstaunlich wenig Differenzen darüber gibt, worüber Frauen und Männer lachen. Die jüngste Studie im Wissenschaftsmagazin Journal of Pragmatics widerlegt auch die Annahme, dass Frauen mehr lachen als Männer.

Einen Unterschied in der Art und Weise des Humors gibt es zwischen den Geschlechtern jedoch schon. In der Interaktion miteinander sind es schon am Schulhof die Jungen, die die Mädchen mit ihren Scherzen zum Lachen bringen. Studienleiter Robert Provine, Professor für Psychologie an der University of Maryland http://www.umbc.edu hat beim Studium von Kontaktanzeigen ähnliche Verhaltensweisen festgestellt. Männer werben mit ihrem “guten Sinn für Humor” und Frauen wünschen sich einen lustigen Mann zum Partner. Provine geht davon aus, dass dieses Verhalten durch sexuelle Selektion entstanden ist. Frauen, die vor Männern lachen, erweisen ihnen damit ihre Ehre.

Männliche Witze als Machtdemonstration

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Differenz beim Humor eher kulturell als biologisch determiniert ist. Viele Studien haben gezeigt, dass dominante Individuen - von Häuptlingen bis hin zu Wirtschaftsbossen - dazu neigen Humor zu instrumentieren. Untergebene machen das in der Regel seltener. Damit wird das Lachen zu einer Demonstration der Macht. Exzessives weibliches Gelächter in einer gemischten Runde könnte ein Hinweis darauf sein, dass Männer immer noch mehr Macht haben als Frauen, meint der Forscher.

Michael Titze, psychologischer Psychotherapeut und Lachforscher http://www.michael-titze.de bestätigt im Presse-Gespräch die Befunde des anerkannten Humorforschers Provine. “Im männlichen Humor drückt sich eine Einstellung zum Wettbewerb und zur Status bezogenen Selbstdarstellung aus. Das Erzählen von Witzen läuft typischer Weise auf das Ziel hinaus, sich auf Kosten anderer zu profilieren - oftmals im Konkurrenzkampf mit männlichen Mitstreitern”, erklärt Titze. Der maskuline Stil ist somit auf die Anerkennung des Publikums angewiesen, um durch positive Resonanz die Bestätigung zu erhalten, dass seine Selbstdarstellung erfolgreich war.

“Der feminine Humor hingegen zielt auf die Schaffung von Nähe und Vertrautheit im sozialen Kontext ab und dient primär der Befriedigung von Gruppenbedürfnissen”, so Titze. Konkurrenzdenken werde dabei eher vernachlässigt. “Von Frauen verwendete Witze beinhalten häufig selbstironische Elemente, die den eigenen Status reduzieren können, was sich sozial verbindend auswirkt.” (Ende)

Politiker zu feige für Aktionen gegen Klimafolgen

Bevölkerungsbefragung: Umwelt wichtiger als Wirtschaft

Duisburg - Das Thema Klimawandel und seine unmittelbaren Folgen dominieren die Medien seit einigen Jahren. Eine aktuelle Befragung der Universität Duisburg-Essen http://www.uni-duisburg-essen.de hat deutlich gezeigt, dass die Bevölkerung des Ruhrgebiets den Klimawandel einen hohen Stellenwert einräumt. Allerdings geben nur 18,9 Prozent der Befragten Politik und Verwaltung gute oder sehr gute Noten für ihr Informationsmanagement zum Thema.

“In der Politik wird Klimawandel an sehr prominenter Stelle behandelt”, so Armin Keivandarian vom Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung (RISP), der an der Studie mitgearbeitet hat, gegenüber uns. Allerdings mangelt es nach einer Wahl an der tatsächlichen Durchsetzung. “Das bedeutet, dass die vorher getroffenen Aussagen unverbindlich bleiben und der Raubbau an der Umweltverwaltung weiter fortgesetzt wird.” Die Politik nimmt auf, realisiert aber nicht.

Realistische Einschätzung und keine Hysterie

“Umweltpolitik wird von den Befragten noch vor der Wirtschaftspolitik gereiht”, so Keivandarian. Als Ursachen für den Klimawandel sehen die Befragten vor allem den Verkehr (83,2 Prozent), die Industrie (79,7 Prozent) und die Energieerzeugung (72,9 Prozent). “Fast 59 Prozent machen auch das Konsumverhalten der Bevölkerung mitverantwortlich”, erklärt der Forscher.

“Die Einschätzung des Themas ist sehr ernsthaft und kaum hysterisch”, meint Keivandarian. Es herrsche eine Betroffenheit, allerdings mit einem realistischen Hintergrund. “Das legt nahe, dass es eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema gibt. 87,6 Prozent rechnen mit einem Temperaturanstieg, 81,6 Prozent mit Starkregenereignissen und 71,2 Prozent mit wachsenden gesundheitlichen Risiken für ältere Menschen, Schwangere und Kleinkinder. Der Forscher geht davon aus, dass auch in anderen Regionen Deutschlands und in Österreich ähnliche Trends vorherrschen.

Eigener Einsatz gefragt

“Um den Klimawandel aufzuhalten und die Folgen zu beherrschen, wollen die befragten Bürger auch selbst etwas beitragen”, meint Projektleiter Joachim Liesenfeld. Zu den bevorzugten Ansatzpunkten für eine Verbesserung gehören Energiesparen, erneuerbare Energien und öffentlicher Nahverkehr. Zur Förderung erneuerbarer Energien würden Bürger sogar höhere Stromkosten akzeptieren.

Mehr als 1.000 Bürger haben an der Umfrage im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojektes “Dynamische Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in der Emscher-Lippe Region teilgenommen. (Ende)

1,2 Millionen Demenzkranke auf Irrweg durch die Instanzen

Werner Tigges fordert flächendeckende Versorgung von Familienministerin Schröder

Paderborn - Auf dem Kongress “Lebensqualität bei Demenz” des Forschungsprojekts H.I.L.DE, der soeben in Berlin zu Ende gegangen ist, wünschte man sich klare Worte von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), zur gesicherten Versorgung der 1,2 Millionen Menschen, die in Deutschland aktuell an Demenz und Alzheimer erkrankt sind. Schröder betonte die Wichtigkeit der Pflege von Demenzkranken, spielte den Ball aber an Ehrenamtliche und an die Familien weiter. Für Pflegefachmann Werner Tigges http://www.weti.de eine billige Taktik, um den Staat aus der teuren Verantwortung für seine kranken Bürger zu stehlen.

In Deutschland leben gegenwärtig etwa 1,2 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Allein zwei Drittel dieser Personen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Hinzu kommen jährlich 250.000 Neuerkrankungen. Nach vorsichtigen Schätzungen wird sich die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2020 auf 1,4 Millionen und bis zum Jahr 2050 auf mehr als 2 Millionen erhöhen. Heute werden zwei Drittel der Demenzerkrankten in der Familie betreut und versorgt. Eine wichtige Aufgabe ist daher, die entstehenden psychischen, physischen, finanziellen und sozialen Belastungen der Pflegenden aufzufangen und offen mit den Problemen umzugehen.

Werner Tigges spricht die Probleme konkret an: “Aufgrund der politischen Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte müssen die althergebrachten Lösungen rigoros auf den Prüfstand und alte Zöpfe abgeschnitten werden. Lobbyisten, die mehr ihre eigenen Interessen als die der ihnen anvertrauten Pflegebedürftigen im Kopf haben, dürfen nicht länger gesponsert werden - eine Anerkennung der bereits aus der Not heraus entstandenen Lösungen des Einsatzes osteuropäischer Personenbetreuer/innen. Nur dadurch ist die gesellschaftliche Fehlentwicklung zumindest temporär erträglich.”

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat beim Kongress in Berlin zwar die Bedeutung von Ehrenamtlichen und vor allem der Familien bei der Pflege und Betreuung Demenzkranker betont. Tigges sieht darin aber nur eine gekonnte Finte der Ministerin, um ihr Budget nicht weiter zu belasten. “Wenn der Staat alles auf seine Bürger abschiebt - kann man sich leicht sanieren. Die betroffenen Familien stehen aber seelisch und finanziell am Abgrund.”

Für Tigges klingt das nach Flickschusterei ohne Plan und Konzept. Werner Tigges: “Natürlich sind einzelne Ansätze wichtig und gehören in das Netzwerk verzahnt. Jedoch angesichts des tatsächlichen und des noch zu erwartenden Bedarfs erscheint mir eine flächendeckende und ausreichende Versorgung durch diese halbherzigen Ansätze nicht erreichbar.” Tigges fordert intelligente und unbürokratische Lösungen, wie sie in vielen europäischen Ländern bereits eingeführt wurden. Breit angelegte familienunterstützende Dienste, Beratungszentren auch für den Notfall, schnelle Lösungsmöglichkeiten für betroffene Familien und Angehörige.

Werner Tigges http://www.weti.de, Autor von “Pflege wohin?”, ist Fachmann für Kranken- und Altenpflege und ein wortstarker Fürsprecher für die Anliegen aller Alten und Kranken, die auf Gedeih und Verderb vom Wohlwollen ihrer pflegenden Mitmenschen abhängig sind. Tigges ist in ganz Deutschland unterwegs, um über das Thema Altenbetreuung und Pflege im Alter zu referieren. Vor allem, um Aufklärung über den bevorstehenden Supergau in der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen in Deutschland zu geben.

Babys: Essensumstellung beeinflusst Darmflora

Grundlage für die Gesundheit im weiteren Leben

Ithaca - Die ersten Erbsen, die ein Baby isst, verändern sein ganzes Leben. Das gilt zumindest für die Mikroben im Darm. Ruth Ley von der Cornell University http://www.cornell.edu hat gemeinsam mit Kollegen die Bakterien im Stuhl eines kleinen Jungen analysiert. Er wurde vom Zeitpunkt der Geburt bis im Alter von zweieinhalb Jahren begleitet.

Starke Reaktion durch Erbsen

Wie vorauszusehen, vermehrten sich die Mikroben im Darm und auch die Artenvielfalt nahm zu. Zu grundlegenden Veränderungen kam es laut NewScientist jedoch immer dann, wenn er neue Arten von Lebensmitteln zu sich nahm. Neben der Behandlung einer Ohrenentzündung mit Antibiotika führten Erbsen und Säuglingsnahrung auf Milchbasis zu den stärksten Reaktionen.

Solange das Kind gestillt wurde, enthielten die Bakterien in seinem Magen zahlreiche Gene, die für den Abbau von Milchzucker hilfreiche waren. Als auf eine feste Ernährung umgestellt wurde, vermehrten sich die Bakterien mit Genen, die die Verarbeitung von Stärke beeinflussten.

Steuerung der Darmbakterien

Ley geht davon aus, dass die frühe Kindheit ein idealer Zeitpunkt für die Steuerung der Darmbakterien sein könnte. Damit könnte auch die Grundlage für die Gesundheit im weiteren Leben gelegt werden. Entscheidend dabei sei, dass die Bakterien in diesem Alter noch so bereitwillig auf Veränderungen reagieren.

Derartige Untersuchungen führten die Wissenschaftler erstmals in Kombination mit Aufzeichnungen über die Ernährung des Kindes durch. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht. (Ende)

Von Körpersprache und Körperglück

Kommunikation ist nicht nur reden

Lindau - Zur Partnerschaft gehören immer zwei. Und die Kommunikation zwischen beiden bestimmt entscheidend das geistig-psychische Verhältnis dieser Partnerschaft - und das körperliche Befinden des jeweiligen Partners. Denn Kommunikation ist ja nicht nur reden.

So ist auch der bewusste und unbewusste Einsatz von Gesten, Mimik und Körperhaltungen - also die sogenannte Körpersprache - Bestandteil jeder menschlichen Kommunikation. Die Gestik wird durch Arme, Hände und Oberkörper ausgedrückt. Die Mimik spielt sich im Gesicht, besonders in Augen- und Mundpartie ab. Hier erleben wir nuancenreiche Ausdrucksformen, die über das innere Erleben oft mehr sagen als viele Worte. Doch die Fähigkeit, Mimik zu deuten, hängt davon ab, ob uns die Kultur einer Person bekannt ist oder nicht.

Denn ähnliche Gesten haben in unterschiedlichen Regionen manchmal eine vollkommen gegenteilige Bedeutung. So nicken beispielsweise die Griechen mit dem Kopf, wenn sie eine Sache verneinen.

Oder das berühmte “Lächeln der Chinesen” verrät uns Mitteleuropäern längst nicht dasselbe, wie unser Lächeln, das zur Kontaktaufnahme dient oder gar als Einladung zum Flirt. Wir lächeln im wahrsten Sinn des Wortes verbindlich.

Überhaupt ist das Lachen oder Lächeln ein besonders wichtiges Beispiel in diesem Zusammenhang: Vor allem Frauen haben es auch immer schon als “Waffe” eingesetzt, und zwar als Gegengewicht zu sozialen Spannungen in der Gruppe und in der Familie.

Und bereits Säuglinge reagieren sechs bis acht Wochen nach der Geburt mit der Körpersprache mit einem Lächeln auf ihre Umgebung, um mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen und so aktiv eine Beziehung aufzubauen. In der Entwicklungspsychologie wird es als “soziales Lächeln” bezeichnet.

Sehen, fühlen, riechen…
Zur Körpersprache gehört auch das “Pokerface” des Kartenspielers oder das “Schönmachen” - beispielsweise die gezielte Verwendung von Parfum und Lippenstift oder die bewusst ausgewählte Kleidung, wie Talar oder Robe. Sie signalisieren eine gepflegte und attraktive Erscheinung, oder auch Autorität und Würde. Wir kennen diesen Effekt von der Redewendung “Kleider machen Leute” oder aus der Geschichte vom “Hauptmann von Köpenick”.

Neben den visuell aufgenommenen Informationen haben auch die übrigen Sinne eine große Bedeutung für das Verstehen der Körpersprache. So liefern die Rezeptoren der Haut Empfindungen wie Kitzel, Streicheln, Vibration oder Druck, entfachen Schmerz oder Lust. Und der Geruchssinn bestimmt, ob man “jemanden riechen kann”.

Aber auch die geistig-seelischen Reaktionen der Menschen, die nicht sofort sichtbar oder bemerkbar werden, spielen in der zwischenmenschlichen Beziehung eine wichtige Rolle. Schon 1895 erkannte Sigmund Freud in seinen Studien über Hysterie: “Psychische Erregung, die nicht adäquat verarbeitet oder abgeführt werden kann, ’springt’ in einen Körperteil, wird also umgewandelt”.

So löst beispielsweise Stress die Ausschüttung des Nebennierenhormons Adrenalin aus. Dadurch werden Blutdruck und Blutzuckerwerte erhöht. Das wiederum drängt im Gehirn die relativ langsamen Reaktionen des Großhirns zurück und die einfachen Entscheidungsmuster des Stammhirns werden mit Vorrang genutzt. Man kann dann rascher, wenn auch mit größerer Fehlerquote, reagieren. Die meist präzisere Einschätzung der Situation durch das Großhirn käme in der Gefahr oft lebensgefährlich langsam zustande. Das Schädliche daran ist, dass diese Körperreaktionen nicht ihre natürliche Abarbeitung finden. Angst und Stress erhöhen die Gerinnungsneigung, das Blut wird zäher.

Zuneigung heilt
Diese Wechselwirkung von physischen und psychischen Zuständen wird heute nicht mehr bestritten. Der Neuroforscher Michael Meaney konnte nachweisen, dass Ratten mehr Rezeptoren für Stressmoleküle ausbilden und Belastungen besser ertragen, wenn sie als Junge viel geleckt werden - Psychosomatiker wissen längst, dass eine enge Bindung in der ersten Lebensphase körperlich robuster macht. Der Arzt und Wissenschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung, Dr. med. Werner Bartens, zeigt jetzt in seinem neuen Buch “Wie gute Gefühle gesund machen” anhand einer Fülle von verblüffenden Beispielen, was uns anfällig und was uns widerstandsfähig gegen Belastungen werden lässt.

Bartens’ Kernbotschaft heißt: Gute Gefühle machen gesund, schlechte Gefühle machen krank. Negative Gedanken können immense Kräfte entfalten - sie können gesunde Menschen sogar umbringen - mindestens anfälliger für Krankheiten machen. Dagegen sind Gefühle wie Freude und Hoffnung, Gelassenheit und Begeisterung gesundheitsfördernd. Noch stärker als die eigene Imaginationskraft wirkt aber die Energie, die zwei Menschen sich gegenseitig geben können. Zuneigung und Optimismus lindern Schmerzen und helfen bei der Heilung. Zum Beispiel wurden Patienten mit Bluthochdruck darauf untersucht, wie sich liebevolle Unterstützung durch den Partner auf Herz und Gefäße auswirkte. Wer abends freundlich begrüßt wurde, einen Kuss bekam und sich aussprechen konnte, hatte einen um 2,5 Punkte verminderten Blutdruck.

Glücklich, verliebt, gesund
Und noch einmal Dr. Bartens: “Zeigt Ihnen Ihre Frau, dass sie Sie liebt?” - diese Frage richteten Mediziner an ihre männlichen Patienten. Von denen, die mit »Ja« antworteten, bekamen nur halb so viele Infarkte im Vergleich zu jenen, die nicht das Gefühl hatten, geliebt zu werden. Dazu passt, dass unter Geschiedenen und Verwitweten Herzleiden, Diabetes und Krebs häufiger sind als unter Eheleuten. Auch wenn Cholesterin und Blutdruck erhöht sind, scheinen Männer allein durch das Gefühl, geliebt zu werden, geschützt zu sein. Wer sich nicht von einer Frau geliebt fühlte, entwickelte häufiger Beschwerden im Bauchraum. Bei Frauen mit Brustkrebs sind die Überlebenschancen höher, wenn sie Rückhalt durch ihren Partner spüren. In harmonischen Beziehungen werden beide Partner seltener krank.”

Wer um all diese Zusammenhänge weiß, der kann lernen, gute Gefühle zu stärken - und damit sehr viel mehr für seine Gesundheit und seine Freude am Leben tun, als er sich je hätte träumen lassen. Dr. Bartens braucht dafür ein schönes Bild: “Sind die Nervenbahnen, auf denen Zufriedenheit und Freude weitergeleitet werden, oft in Gebrauch, rasen Moleküle und Glückshormone häufig ihrem Bestimmungsort entgegen, verbreitern sich die »positiven« Nervenbahnen und Zentren für Lustgewinn und Überschwang im Gehirn werden größer. Anfangs sind die Straßen, auf denen frohe Botschaften verkündet werden, womöglich noch schmal. Je öfter sie befahren - das heißt übertragen auf Nervenbahnen: benutzt - werden, desto stattlicher werden sie. Man kann die Wege der guten Gefühle bahnen und ihnen so auf die Sprünge helfen, dass sie zu prachtvollen Alleen werden. Es dauert eine Weile, aber es lohnt sich. Glücklich, verliebt, gesund - das ist einfach so. Manche haben dieses Gefühl beim Erklimmen eines Berges oder beim Liebesspiel auf der Wiese, im Bett, im Café, bei gutem Essen. Es ist ein Zustand allgemeinen Wohlseins und Sich-Wonnig-Fühlens.”

Erstes medizinisches Fachbuch über Granatapfel-Polyphenole und Prostatakrebs

Chemopräventive und ernährungstherapeutische Wirkung von Polyphenolen

Tauberbischofsheim - Prostatakrebs-Patienten haben häufig den starken Willen, ihren Gesundheitszustand aktiv durch Veränderungen ihrer Lebens- und Ernährungsweise zu verbessern. Darin liegt eine große Chance, nicht nur das Prostatakrebs-spezifische Leben zu verlängern, sondern auch die Lebensdauer und Lebensqualität insgesamt zu erhöhen. Allerdings ist es für Patienten und Ärzte gleichermaßen schwierig, einen Weg durch den Dschungel der vielfältigen Ernährungsratschläge zu finden. Das 216-seitige Fachbuch “Chemopräventive und ernährungstherapeutische Wirkung von Polyphenolen bei Prostatakarzinom mit Schwerpunkt: Granatapfel-Polyphenole” (ISBN 978-3000304040) soll hierbei als eine wissenschaftlich fundierte Hilfe dienen.

Der 1. Teil des Buches behandelt die komplexe Kanzerogenese des Prostatakarzinoms, um die wissenschaftlichen Grundlagen für eine evidenzbasierte alimentäre Intervention zu legen. Die tägliche Ernährung und Lebensweise sind essentiell für die Chemoprävention von Krebserkrankungen - ganz im Sinne von Hippokrates, der den Grundsatz prägte: “Eure Lebensmittel sollen Eure Heilmittel sein und Eure Heilmittel sollen Eure Lebensmittel sein”.

In der Ernährung weist insbesondere die pflanzliche Stoffgruppe der Polyphenole bemerkenswerte zellregulatorische Eigenschaften auf. Der Granatapfel, eine der ältesten Kultur- und Heilfrüchte der Menschheit, ist reich an besonderen Polyphenolen. Granatapfel-Polyphenole und deren Effekte in der Chemoprävention sowie adjuvanten Ernährungstherapie des Prostatakarzinoms bilden den Schwerpunkt des 2. Teiles. In über 250 in vitro, in vivo und in klinischen Studien wurden der Frucht dabei überzeugende antioxidative, antiinflammatorische, antiarteriosklerotische und antikanzerogene Wirkungen nachgewiesen.

Darüber hinaus werden Möglichkeiten der gezielten Ernährungstherapie (z. B. Soja, Grüntee, Tomaten-Lykopin, Resveratrol, Tocopherole, Selen, Supplemente, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D), der allgemeinen Ernährung sowie der Lebensweise behandelt. Ein besonderes Augenmerk gilt der Bedeutung von Krebsstammstellen, des Tumormilieus (Nische), der Vorbeugung von Knochenmetastasen (Ernährung, Säure-Basen-Haushalt, Bor, Silizium und Vitamin K2) und der “Calcium-Problematik” bei Prostatakrebs.

Beim langsam voranschreitenden Prostatakarzinom ist die alimentäre Chemoprävention und adjuvante Ernährungstherapie vielversprechend, insbesondere auch für Patienten unter “active surveillance” oder mit einem Rezidiv nach erfolgter Primärtherapie. Durch eine gezielte adjuvante Ernährungstherapie lassen sich möglicherweise in der Tumorprogression entscheidende Jahre gewinnen und die Hormontherapie und damit das Stadium des hormonrefraktären Karzinoms hinauszögern.

Das Fachbuch beruht auf der Dissertation von Dr. med. L.M. Jacob, die er bei Prof. K.F.Klippel an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz abschloss. Prof. Klippel ist Präsident der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr (http://www.biokrebs.de). Dr. med. L.M. Jacob (1971) forscht seit 7 Jahren auf dem Gebiet der Granatapfel-Polyphenole. In seiner Dissertation veröffentlichte er 2008 erstmals neue bedeutsame antikanzerogene Effekte fermentierter Granatapfel-Polyphenole sowie mögliche Synergie-Effekte von Granatapfel-Polyphenolen in der Hormonablation, Chemotherapie und Radiotherapie. Auf die Fermentation von Granatapfel-Polyphenolen durch probiotische Mikroorganismen wie Saccharomyces boulardii und ausgesuchte Lactobacillen hat er ein EU-Patent. Seine Forschungsarbeiten erscheinen in medizinischen Fachzeitschriften und http://www.drjacobsinstitut.de.

Das Fachbuch “Chemopräventive und ernährungstherapeutische Wirkung von Polyphenolen bei Prostatakarzinom mit Schwerpunkt: Granatapfel-Polyphenole” (ISBN 978-3000304040) ist z. B. bei http://www.amazon.de bestellbar.

Rezensionsexemplare für Journalisten können unter info@drjacobsinstitut.de angefordert werden.

Weitere Informationen unter: http://www.drjacobsinstitut.de (Ende)

Klimawandel: Schuldige sollen zahlen

Philosophen suchen Weg zur gerechten Emissionsverteilung

Graz - Grazer Philosophen http://www.uni-graz.at/praktphil/ versuchen zu klären, wie die verbleibenden erlaubten Emissionen über den Erdball fair verteilt werden können und wer für Schäden durch veränderte Klimabedingungen zur Verantwortung gezogen werden kann. Auf die Frage, wie sich Länder wie Österreich dabei verhalten sollen, kommen Lukas Meyer und Alexa Zellentin im Presse-Interview zum Schluss, dass sie als reiches OECD-Land Vorreiter beim Klimaschutz sein sollten, zumal sie dadurch Wettbewerbsvorteile haben.

“Es kann aber nicht ausreichen, wenn jeder Staat nur sein eigenes Projekt in Sachen Klimaschutz durchzieht”, meint Zellentin. “Um schlimme Konsequenzen des Klimawandels zu vermeiden, ist internationale Kooperation notwendig.” Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch eine Erwärmung um global zwei Grad für einige Regionen dramatische Konsequenzen hat.

“Ein Knackpunkt bei den derzeitigen Verhandlungen ist die Frage, wie der frühere CO2-Ausstoß bei der Verteilung der neuen Emissionsrechte berücksichtigt wird”, meint Meyer. Die ärmeren Länder des Südens sind Hauptleidtragende des Klimawandels. Sie fordern das Recht auf Emissionen, die ihre industrielle Entwicklung erfordert, denn die reichen Länder verdanken ihren Reichtum zum Großteil der Industrialisierung. Bisher jedenfalls gingen hohe Emissionen mit hoher Wohlfahrt einher. “Unser Forschungsprojekt soll zur Klärung und damit zur Lösung dieses Konflikts beitragen”, so Zellentin.

Die Frage, wer zahlt

“Frühere und heutige Emissionen werden größtenteils von Menschen in den OECD Ländern verursacht, schädigen aber vor allem künftig lebende Menschen in den Entwicklungsländern. Ein offensichtliches Gerechtigkeitsproblem”, meint Meyer. Wer nun für die Kosten der Schäden aufzukommen hat, ist aber durchaus strittig. “Hierbei ist unter anderem zu klären, ab wann wir oder unsere Vorfahren um die schädlichen Auswirkungen der Emissionen wissen konnten”, erklärt der Philosoph.

Meyer geht davon aus, dass nur für einen Teil der Konsequenzen “Schuldige” zur Verantwortung gezogen werden können. “Für den Umgang mit den übrigen Folgen werden wir alle nach unseren Möglichkeiten einstehen müssen, wenn wir die Rechte zukünftiger Generationen respektieren wollen”, schildert der Wissenschaftler einen Lösungsansatz.

Grazer als Leitautor des IPCC-Berichts

Meyer und sein Oxforder Kollege John Broome sind als erste Philosophen zu “Lead Authors” des nächsten Berichts des Weltklimarats IPCC ernannt worden. “Erstmals soll diese internationale Publikation, die der Politik als Entscheidungsgrundlage dient, auch ethische Aspekte berücksichtigen”, erklärt der Forscher, der das Kapitel zur Klimagerechtigkeit verantworten wird. Das Forschungsprojekt wird vom Forschungsförderungsfond FWF gefördert. (Ende)

Schutz vor Allergien steckt im Heu

Zuckermolekül aus Gräsern macht Mäuse lebenslang immun

Bochum/Bonn - Bauernkinder haben nie Asthma oder Allergien. Warum das so ist, zeigen nun erstmals Bochumer Forscher http://expneu.softimpulse.de im “Journal of Allergy and Clinical Immunology”. Sie verabreichten Mäusen einen Zucker aus dem Heustaub von Kuhställen, und siehe da: Die Mäuse waren ihr Leben lang vor Allergien geschützt. “Sprays oder Nasentropfen werden auch Babys in einigen Jahren immun machen - vorausgesetzt, die Tests beim Menschen zeigen Erfolg”, berichtet Marion Kauth, Co-Autorin der Studie, im presse-Interview.

Heu gegen Heuschnupfen

Der Wunderstoff, den die Forscher im Heu fanden, heißt “Arabinogalaktan”. “Das pflanzliche Zuckermolekül kommt in Gräsern vor, vor allem beim Futtermittel Wiesenfuchsschwanz”, so Kauth. Im Körper dämpft das Molekül das Verhalten der dendritischen Zellen, die schädliche Eindringlinge sonst weiterleiten und eine Immunreaktion des Körpers auslösen. “Das verhindert, dass das Immunsystem übertrieben wachsam vor ungefährlichen Stoffen ist.” Welche Rezeptoren dabei beteiligt sind, muss noch geklärt werden.

Die Suche nach dem Zucker war für die Forscher sprichwörtlich wie jene nach der “Nadel im Heuhaufen”. Sie ließen sich dazu Stallstaub aus Bauernhöfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bringen und analysierten ihn. “Der Vorteil von Bauernkindern ist, dass sie diesen Staub von Geburt an einatmen. Bei vielen Bauernhöfen wird ja das Heu oberhalb des Stalles gelagert, wobei sein Staub bei einer Umschichtung die Luft anreichert. Diese hohe, schützende Dosis wird bei bloß einem Spaziergang durch ein Feld nicht erreicht”, sagt Kauth.

Prophylaxe für Babys denkbar
Die Mäuse, denen die Forscher nach der Geburt Arabinogalaktan verabreichten, waren später tatsächlich immun vor einer hohen Dosis verschiedener Allergene. Die Forscher hoffen nun, dass dieser Mechanismus auch dem Menschen hilft. “Mäuse und Menschen ähneln sich sehr in ihrer Immunreaktion. Der Stoff muss jedoch noch toxikologisch überprüft werden, bevor Tests beim Menschen starten”, so Kauth. Das Endprodukt sei allerdings nicht eine Hilfe für Allergiker, sondern eine Allergieprophylaxe für Kinder im ersten Lebensjahr.

Warum die ersten Lebensmonate über die spätere Entwicklung von Allergien entscheiden, erklärt Heike Behrbohn von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. http://www.dha-allergien-vorbeugen.de gegenüber uns: “Das Immunsystem ist in dieser Zeit noch unreif und kann noch nicht zwischen schädlichen und unschädlichen Stoffen unterscheiden. Zudem ist die Darmschleimhaut noch durchlässig für große Moleküle.” Kinderärzte empfehlen in den ersten Monaten das Stillen, da Muttermilch frei von Fremdeiweißen ist.

Bauernhof trainiert das Immunsystem

Dass die meisten Bauernkinder kaum Probleme mit Allergien haben, bestätigt auch Behrbohn. “Die Hypothese ist, dass Babys, die in steriler Umgebung leben, eher gefährdet sind. Das Immunsystem muss trainieren und richtet sich dabei gegen harmlose Stoffe, die es in einem sauberen Umfeld vorfindet”, so die Expertin. Das Immunsystem von Bauernkindern wird hingegen schon früh gefordert. “Es gibt Hinweise, dass auch Kinderkrippen die Allergiegefahr senken. Besser ist es, Babys nicht absichtlich und massiv Fremdstoffen auszusetzen.” (Ende)

Paradigmenwechsel in der AIDS-Forschung gefordert

Aktuelle Aids-Forschung weist zahlreiche Widersprüche auf

- Epidemie unter Heterosexuellen in Industrieländern ausgeblieben
- Massensterben in Südafrika ist fiktive Computersimulation - Hohe Sterblichkeitsrate nicht evidenz-basiert
- Nicht HIV, sondern Armut ist die Todesursache Nr.1 in Afrika

Die aktuelle Aids-Forschung weist zahlreiche Widersprüche auf, deren Thematisierung jedoch als politisch unkorrekt gilt. Ernstzunehmende WissenschaftlerInnen, die herrschende HIV-Paradigmen infrage stellen, werden diffamiert und von der science community ausgeschlossen. Kritische Reflexion, die wesentlichste Voraussetzung für wissenschaftlichen Fortschritt, hat in der Aids-Forschung wenig Platz. Währenddessen macht die Pharmaindustrie Milliarden-Geschäfte mit AIDS-Medikamenten. Doch auch österreichische SpezialistInnen revidieren nun ihre Sichtweise von Aids. Beispielsweise Prim. Norbert Vetter, Leiter der Aids-Station auf der Wiener Pulmologie, Baumgartner Höhe. Er gehörte in den 80er Jahren noch zu den prononciertesten Warnern vor Aids, heute sagt er: “In den Industrieländern hat es nie eine HIV-Epidemie gegeben. Die Folgen der Zuckerkrankheit sind schwerwiegender. Diabetes hat eine höhere Mortalität als eine HIV-Infektion.”

Milliarden für Pillen wirken nicht gegen Armut
Die Aids-Hysterie der letzten 20 Jahre verhinderte die Umsetzung weit dringlicherer gesundheitspolitischer Maßnahmen in Afrika. Die Menschen dort sterben nicht vorrangig an Aids, sondern an den Folgen der Armut: Erkrankungen infolge von verunreinigtem Trinkwasser (45% der Bevölkerung Afrikas haben kein sauberes Trinkwasser), Malaria und TBC. Sie benötigen eine ausgeglichene Ernährungsweise, sauberes Trinkwasser und Schutzmaßnahmen gegen Malaria, z.B. Moskitonetze. Stattdessen erhalten sie HIV-Tests und Aids-Medikamente. Anstatt in die hygienische Infrastruktur Afrikas zu investieren und die Ernährungssituation zu verbessern, wird Armut mit teuren Pillen behandelt. Von den Aids-Bekämpfungs-Maßnahmen in Afrika profitieren vor allem Pharmafirmen, HIV-Wissenschaftler, NGOs und internationale Hilfsinstitutionen. Die Menschen vor Ort werden kaum in gesundheitspolitische Maßnahmen eingebunden. Das große Sterben ist jedenfalls ausgeblieben in Afrika: In einer aktuellen Studie der Bevölkerungsstatistiken Südafrikas und Ugandas finden sich keinerlei Anzeichen einer tödlichen Epidemie, die die Bevölkerung dezimiert. Die Geburtenrate ist in den letzten 20 Jahren konstant gestiegen, die Bevölkerung ist - trotz angeblicher tödlicher Epidemie - stark gewachsen. Die Geschichte Europas zeigt, dass Armut und die damit verbundenen epidemischen Erkrankungen durch die Verbesserung der Hygiene und der Ernährungssituation bekämpft werden muss, nicht durch Medikamente. So wurde beispielsweise das Kindbettfieber durch simple hygienische Maßnahmen überwunden.

Die Forderungen der Wissenschafter:
1. Wissenschaftliche, Placebo-kontrollierte Studien, wie sie in der Medikamentenforschung normalerweise Standard sind, um den Nutzen oder Schaden von Aids-Medikamenten objektiv beurteilen zu können,
2. Investition in Hygiene und Ernährung in Entwicklungsländern,
3. Paradigmenwechsel in der Aids Forschung, Verlagerung des Forschungsschwerpunktes: Hilfe zur Selbsthilfe statt Profite für westliche Pharmafirmen und Organisationen. Im Vordergrund muss die Versorgung mit Trinkwasser und Nahrung stehen, sowie insektenfreie Wohnungen (um Malariainfektionen vorzubeugen) statt unsicherer HIV-Tests und teurer Medikamente aus dem Westen.
4. Veröffentlichung der bisher nicht publizierten Ergebnisse von Tierversuchen zur Verträglichkeit von AIDS-Medikamenten.

Kritikpunkte:
Fiktive Statistiken:
Die in den 80er und 90er Jahren prognostizierte Aids-Epidemie hat nie stattgefunden, weder im Westen noch in Afrika. Beispiele:

Die WHO verkündete 1997 eine Zunahme der HIV-Fälle in Afrika um 4,5 Millionen verglichen mit dem Vorjahr. In diesem Zeitraum waren jedoch nur 120.000 Aids-Kranke tatsächlich gemeldet worden. Das heißt 97% der angeblichen Neuinfektionen sind in der WHO Zentrale in Genf entstanden (Quelle: UNAIDS).

Der deutsche Aids Experte Dr. Hans Jäger prognostizierte für 1988 in seinem HIV-Standardwerk »Aids und HIV-Infektion« 26.000 Aids-Fälle Tatsächlich waren es dann in Deutschland 8.024 Fälle. (Quelle: Robert Koch Institut, Berlin).

Unsichere Aids-Tests:
Die Test-Kriterien sind in jedem Land anders. Eine in Frankreich getestete positive HIV-Blutprobe fällt in den USA womöglich negativ aus. In Afrika wiederum werden meist nur unsichere Schnelltests verwendet. Und bei den sonst üblichen Tests (ELISA) werden teilweise die Test-Kriterien willkürlich verändert, um eine Zunahme der positiven Tests zu erreichen. (Z.B. “A standard national protocol was developed … and has been phased-in over a three year period. … Implementation of this protocol has been monitored closely and gradual phasing-in was adopted so as to ensure that expected prevalence trends are not disrupted.” Summary Report: National HIV Sero-Prevalence Survey of women attending Public Antenatal Clinics in South Africa 1999, Department of Health)

Dazu Dr. Eleni Papadopulos-Eleopulos und Dr. Val Turner: “Die HIV Tests sind grundsätzlich unzuverlässig.” http://www.theperthgroup.com/SCIPAPERS/biotek8.html http://www.virusmyth.com/aids/hiv/vttests.htm

Firma Abbott, einer der größten Hersteller von HIV-Tests: “Derzeit gibt es keinen anerkannten Standard, um das Vorhandensein von HIV-Antikörpern in menschlichem Blut nachzuweisen.” http://www.fda.gov/downloads/BiologicsBloodVaccines/SafetyAvailability/TissueSafety/ucm095983.pdf

Löst HIV tatsächlich tödliche Krankheitsverläufe aus? Selbst Nobelpreisträger zweifeln.
Der Nobelpreisträger und HIV-Entdecker Prof. Luc Montagnier stellt in einem aktuellen Interview klar: “Wer über ein gutes Immunsystem verfügt, kann das HIV innerhalb weniger Wochen überwinden. Das Immunsystem von Afrikanern ist aufgrund von Stress und schlechter Ernährung geschwächt. Zur Bekämpfung von Aids ist nicht unbedingt eine Impfung nötig, sondern die Gabe von Antioxidantien, eine ausgeglichene Ernährung, Hygienemaßnahmen und die Bekämpfung anderer vorhandener Infektionen, die das Immunsystem schwächen. http://www.youtube.com/watch?v=WQoNW7lOnT4.

Nobelpreisträger Dr. Karry Mullis, Entdecker der bahnbrechenden PCR-Methode, die auch zum Nachweis der Viruslast bei HIV-Positiven eingesetzt wird: “Niemand hat jemals den Beweis geliefert, dass HIV tatsächlich Aids verursacht. Ich habe nie verstanden, warum die meisten Menschen auf der Welt glauben, dass Aids durch eine Virus namens HIV ausgelöst wird.” http://www.virusmyth.com/aids/hiv/kmforeword.htm

Tierversuche: 1985 wurden Schimpansen mit dem HI-Virus im Laborversuch infiziert, und blieben gesund: keine Immunschwäche war infolge festzustellen. Schimpansen und Menschen weisen zu 99 % das gleiche genetische Material auf. (Quelle: Amerikanisches Gesundheitsministerium, NIH, 1985)

Statements:
Prof. Peter Duesberg, Professor für Molekular- und Zellbiologie, Universität von Kalifornien, Berkeley, weltweit anerkannter Experte für Retroviren wie z.B. HIV (er hat als erster deren Gencode beschrieben), Mitglied der Academy of Sciences, Krebsforscher und wohl der bekannteste Kritiker der herrschenden Aids-Theorie: “HIV ist ein harmloses Virus, welches keinesfalls jene Krankheiten verursachen kann, die unter AIDS definiert werden.” http://www.duesberg.com

Dr. Claus Köhnlein, Facharzt für Innere Medizin, Kiel. Forschte an der Abteilung für Innere Medizin der Universität Kiel. Behandelt seit vielen Jahren erfolgreich HIV-positive Patienten, die der Aids Medikation kritisch gegenüber stehen. U.a Mitautor des Buches ‘Virus-Wahn - Wie die Medizin-Industrie ständig Seuchen erfindet und auf Kosten der Allgemeinheit Milliarden-Profite macht.’ Er sagt: “Die Aids-Medikamente sind hochtoxisch und müssen mit großer Vorsicht eingesetzt werden. In der Anfangszeit war die Dosierung (von AZT) viel zu hoch und viele Menschen sind daran verstorben. Damals wurde allerdings das HIV dafür verantwortlich gemacht. Jene meiner Patienten, die die AZT-Therapie ablehnten, überlebten größtenteils. Jene mit AZT-Therapie starben zum größten Teil nach wenigen Jahren.” http://www.science-and-aids.org/d/abstracts.html#Koehnlein

Joan Shenton, preisgekrönte Wissenschafts-Journalistin, Großbritannien, hat zahlreiche kritische Dokumentar-Filme und TV-Beiträge zu HIV veröffentlicht, u.a. auf Channel 4. Sie hat einen caritativen Fonds für alternative Aids-Forschung gegründet. Sie sagt: “Seit 25 Jahren wird kritische Berichterstattung über HIV/Aids zensuriert. Unter dem Vorwand der politischen Korrektheit wird die eigentliche Arbeit der Journalisten, nämlich kritisches Hinterfragen, verhindert. Die Wahrheit hat bisher kaum eine Chance und vermutlich wird erst die Geschichte einen der größten Skandale der Wissenschaft offenlegen. Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte der Medizin, dass eine Infektion als Vorwand für eine eigentlich durch Gifte verursachte Erkrankung dient. Man kann einfach ungleich mehr Geld mit der Angst vor einer Ansteckung verdienen.” http://www.nrc.nl/international/opinion/article1984104.ece/Aids_are_we_being_deceived

DDr. Christian Fiala, Facharzt für Frauenheilkunde, Wien. Hat lange Zeit in Thailand und Afrika gearbeitet, beteiligt sich seit mehr als 20 Jahren an der wissenschaftlichen und politischen Diskussion zu den epidemiologischen Aspekten von Aids. Mitglied des Aids-Beratergremiums des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten. Autor von “Lieben wir gefährlich? - Ein Arzt auf der Suche nach den Fakten und Hintergründen von AIDS”, Deuticke Verlag 1997. Er sagt: “Die Aids-Epidemie findet nicht statt. Das war bereits vor 20 Jahren eindeutig, wird aber erst jetzt allmählich zur Kenntnis genommen. In Afrika werden teure Aids-Labors aufgebaut, daneben muss die Dorfbevölkerung sich ihr Trinkwasser aus einem verschmutzen Wasserloch holen. Für den Bau eines Brunnens stehen nicht einmal 100 Euro zur Verfügung, während die Aids-Forscher in klimatisierten Autos durchs Land fahren, von komfortablen Büros aus die Welt retten oder auf Kongressen über die neuesten Medikamentenversuche an AfrikanerInnen referieren.” http://www.nrc.nl/international/opinion/article1984104.ece/Aids_are_we_being_deceived

Mehr Infos und wissenschaftliche Erkenntnisse namhafter Forscher am
Unabhängigen Wiener Aids Kongress
“Aids zwischen Wissenschaft und Dogma”
16. bis 17. Juli in Wien
Beginn: 9h
Hofstallungen
im MQ | MuseumsQuartier Wien
Museumsplatz 1, 1070 Wien
http://www.science-and-aids.org

Ergänzende Veranstaltung:
Zwei aufwühlende Dokumentarfilme in österr. Uraufführung

House of Numbers - Brent W.Leung (2009)
Die Geschichte von Aids neu schreiben, das unternimmt der 5fach ausgezeichnete US-Film “House of Numbers”. Brent W. Leung hat in seiner aufwühlenden und kontroversiellen Dokumentation die major players der Aids Forschung befragt: 18 der anerkanntesten WissenschaftlerInnen und KritikerInnen der gängigen Aids-Theorie kommen unzensiert zu Wort.

Schikaneder Kino, Do 15.7 20.00 Uhr, Eintritt frei, MO, 19.7, 20.00 Uhr, Eintritt frei

Aids: Die großen Zweifel - Djamel Tahi (1996)
Die bewegende Dokumentation des franko-algerischen Filmemachers Tahi wirft unbequeme Fragen auf: Wie sicher ist der Aids-Test? Die Test-Kriterien sind in jedem Land anders. Djamel Tahis präzise recherchiertes Werk lässt den Zuseher voller Zweifel zurück.

Schikaneder Kino, Do 15.7 22.00 Uhr, Eintritt frei, MO, 19.7, 22.00 Uhr, Eintritt frei

Video zur PK: http://www.o-ton.at/
O-Töne: http://www.o-ton.at/
Fotos: http://www.fotodienst.at/browse.mc?album_id=3211

Rückfragen: DDr. Christian Fiala, +43-699-15973190, christian.fiala@aon.at (Ende)

Aussender: F.J. PURKARTHOFER PR
Ansprechpartner: DDr. Christian Fiala
email: christian.fiala@aon.at
Tel. +43-699-15973190

Kinder, die Probleme machen, haben auch Probleme

Schicksale von Heimkindern erzählt das neue Buch “Die ungeliebten Kinder”

Wien - Weshalb viele Heimkinder von Anfang an keine Chance im Leben haben, schildert Dagmar Wortham im neuen Sachbuch “Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?”

Unbemerkt von der Gesellschaft führen zahlreiche Kinder einen regelrechten Überlebenskampf. Sie stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen und leiden unter Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Trauer und Wut. Gleichzeitig kämpfen sie mit verschiedenen Mitteln um Aufmerksamkeit, Liebe, Verständnis - und um ihre eigene Zukunft. Viel zu viele von ihnen landen schließlich im Heim; wie es ihnen dort ergeht, schildert die Autorin Dagmar Wortham, Erzieherin, die mit schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen arbeitet, in ihrem soeben erschienen Buch “Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?” (Goldegg Verlag). Das Geleitwort stammt von der renommierten Psychoanalytikerin und Sozialtherapeutin Univ.-Prof. Dr. Rotraud A. Perner.

Von Anfang an im Abseits
“In meiner Arbeit mit Kindern aus desolaten Familien und mit Heimkindern habe ich erfahren, dass vieles schiefläuft und viele Kinder darunter leiden”, so die Autorin Wortham. “Im Untertitel meines Buches wird es angedeutet: Manche Kinderheime sind tatsächlich so etwas wie eine Endstation, die sich bei vielen Kindern bereits am Beginn ihres Lebens befindet.” Oft genug kommt es vor, dass es diesen Kindern nach unglücklichen Jahren in der Familie und einer langen “Heimkarriere” nicht mehr gelingt, im Alltag zurechtzukommen, Lebensdisziplin zu lernen, Anschluss an die Gesellschaft und ihr Lebensglück zu finden. In ihrer Kindheit hat es ihnen einfach am Grundlegendsten gefehlt, auf das eigentlich jedes Kind Anspruch haben sollte: eine kindgerechte, liebevolle Betreuung.

Die Autorin war fassungslos, welche Zustände in manchen Heimen herrschen: “Da gibt es Aggression, leidvolle Erfahrungen, grausame Machtspiele, unzureichende Betreuung, Interesselosigkeit, fehlende Ausbildung, es stehen wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund statt das Wohl der Kinder und es regiert oft Ignoranz.” Dagmar Wortham beschloss, einen anderen Weg zu gehen und führte neue Methoden und Arbeitsweisen ein; dabei erkannte sie, wie schwierig es ist, gegen jahrelang gepflegte Strukturen, Machtstreben, Eifersucht und Gleichgültigkeit anzukämpfen.

Das Leben kann schön sein
Dennoch entschied sich die Autorin, bei “ihren Kindern” zu bleiben, ihnen Hoffnung zu geben und ihnen zu zeigen, dass das Leben schön sein kann. Viele der zum Teil schwer traumatisierten Kinder und Jugendlichen erstarren mit den Jahren regelrecht in ihren Gefühlen, können nicht mehr weinen und lachen, halten sich für dumm und resignieren. Mit hohem Engagement und Einfühlungsvermögen setzte sich Dagmar Wortham für sie ein. Trotz widriger Umstände gelang es ihr, eine familienähnliche Situation zu schaffen, klare Regeln aufzustellen und den Kindern Anerkennung und Geborgenheit zu geben.

In ihrem Buch schildert sie deren Schicksale: Sie erzählt von Tobias, dem im Krisenzentrum seine Geschwister entrissen werden, um die er sich liebevoll gekümmert hatte, weil die Eltern dazu nicht in der Lage gewesen waren, von Mario und dem Drama, das sich hinter einer gutbürgerlichen Fassade abspielen kann und berichtet von Kindern, die als hoffnungslose Fälle abgestempelt werden, weil sie sich nur mehr durch Aggression bemerkbar machen können. Sie erlebt Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, als ein Kind zu ihr sagt: “Könntest Du nur einen Tag in meinem Körper leben und mir dann sagen, das ist schön?” Langsam erringt sie das Vertrauen dieser ungeliebten Kinder und zeigt ihnen ein Stückchen einer heilen Welt. Gemeinsam weinen sie bei “Bambi” und feiern Feste. “Ich habe nicht gewusst, dass Weihnachten so schön sein kann”, staunt ein kleiner Junge, als er zum ersten Mal im Leben ein Geschenk bekommt und einen harmonischen Feiertag im Heim verbringt. Dagmar Wortham schafft mit diesen Kindern Dinge, die vorher als nicht möglich bezeichnet wurden: Sie ziehen Hausschuhe an, fangen an, andere zu respektieren, schnuppern an Blumen, die sie vorher nur kaputt gemacht haben, verwenden keine Schimpfwörter mehr, blühen auf, verhalten sich wie “ganz normale” Kinder und fangen endlich an zu glauben, dass sie etwas wert sind und dass sie jemand lieb haben kann.

Univ.-Prof. Dr. Rotraud Perner unterstützt das Engagement der Autorin: “Ich wünsche den Bemühungen von Dagmar Wortham, mehr Liebe auch für die noch ungeliebten Kinder zu erwecken, damit diese die Chance erhalten, lieben zu lernen, viel Erfolg. Erfahrene Lieblosigkeit kann nur durch verlässliche Liebesgeduld geheilt werden.”

Neue Chancen für die ungeliebten Kinder
Die Autorin kritisiert, dass in vielen Heimen in der Sorge, Erziehung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen nur mehr Quantität und nicht die Qualität zählt. Viele SozialpädagogInnen, Fachkräfte, aber auch die Jugendämter scheinen ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein und selbst unter dem System zu leiden. Die gesamte Konzeption der sogenannten “Fremdunterbringung” und der zuständigen Kontrollorganisation scheint viel zu oberflächlich und es fehlen ausgefeilte Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten für die Kinder. Wortham wünscht sich eine Verbesserung der Zustände, etwa kleine, familiär geführte Gruppen, mehr Unterstützung und Ausbildung des pädagogischen Personals sowie die verstärkte Betreuung der Familien.

Mit ihrem Buch “Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?” verfolgt die Autorin Dagmar Wortham ein klares Ziel: Sie will die Gesellschaft wachrütteln, um eine Veränderung für diese Kinder zu ermöglichen. Für die tragischen Lebensgeschichten der Kinder tragen wir alle Verantwortung, ist sie überzeugt: “Aus den vielerorts so ungeliebten ‘Heimkindern’ können später unsere Nachbarn werden, daher sind wir letztendlich alle dafür verantwortlich, was aus ihnen wird. Denn Achtung und Respekt, die wir anderen erweisen, kommen immer wieder zurück - ebenso wie Missachtung und Respektlosigkeit, die sich in den Kinderseelen für alle Zeit einbrennen.”

Glücksbringer bringen wirklich Glück

Placebo-Effekt: Wer an den Erfolg glaubt, hat ihn auch eher

Köln/Wien - Gedanken sind mächtig. Sie können die Leistung eines Menschen wesentlich verbessern, berichten Forscher der Uni Köln http://uni-koeln.de in der Zeitschrift “Psychological Science”. Testpersonen, die bei Erinnerungs- und Geschicklichkeitstests Glücksbringer bei sich trugen, schnitten messbar besser ab als andere, denen man diese zuvor abgenommen hatte. “Menschen entwickeln mit einem Amulett mehr Selbstvertrauen und setzen sich höhere Ziele”, erklärt Studienleiterin Lysann Damisch das Ergebnis.

Glaube versetzt Berge

“Hufeisen und Plüschtiere bringen keinen Lotto-Sechser”, erklärt die Wiener Psychologin Helga Schachinger http://www.helga-schachinger.com im Interview. Sehr wohl können sie jedoch zusätzliche, bereits vorhandene Ressourcen in einem Menschen freisetzen. “Wer für eine schwierige Aufgabe gut vorbereitet ist und sich anstrengt, kann so zusätzlich mental erstarken und sich auf Sieg polen. Das bringt zwar keinen Leistungsruck, doch statistisch sichtbare Steigerungen”, so die Expertin. Viele Fußballer wissen, wovon die Psychologin spricht.

Nicht bei jedem funktioniert der Trick allerdings gleich gut. “Ob ein Glücksbringer wirkt, hängt davon ab, ob man an ihn glaubt oder ihn für Humbug hält”, so Schachinger. Manchen hilft eher der Glaube an sich selbst oder die gedankliche Unterstützung durch den Partner. Die Psychologin vergleicht es mit dem Placebo-Effekt. “Menschen können sich sogar durch ein alkoholfreies Bier betrinken, wenn sie glauben, es enthalte Alkohol. Der Glaube versetzt somit sprichwörtlich Berge.”

“Ich schaffe es selbst!”

Das Ziel dieser Hilfen ist die Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, selbst etwas aus eigener Kraft bewirken zu können. Im Alltag hat sie hohe Bedeutung. “Ist sie etwa bei Schulkindern nicht vorhanden, können Psychologen durch Angstabbau und Entspannung zu mehr Selbstwirksamkeit verhelfen. Auch in der Arbeitswelt ist es bei anspruchsvollen Aufgaben ganz entscheidend zu wissen: Ich bin gut, ich schaffe es und kann das Problem selbst lösen.” Ob man diese Kraftreserven aus einer Beziehung, aus professioneller Begleitung, aus Psychotechniken oder aus dem Aberglauben schöpft, rät Schachinger jedem selbst zu entscheiden.
(Ende)