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Archive für 5.7.2010

Lebenszufriedenheit für Gelingen der Partnerschaft entscheidend

Abweichende Werte von Mann und Frau führen oft zur Trennung

Mannheim/Wien - Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Paar sich trennt, ist umso größer, je stärker die Lebenszufriedenheit beider Partner voneinander abweicht. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Zentrums Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) http://www.zew.de in Mannheim. “Die Langzeitstudie, die in Deutschland, Großbritannien und Australien durchgeführt wurde, hat auch gezeigt, dass das Trennungsrisiko vor allem dann zunimmt, wenn die Frau unzufriedener ist als der Mann”, so Studien Coautor Holger Stichnoth im Interview.

“Über einen Zeitraum von fast 25 Jahren hinweg, haben die Befragten jedes Jahr ihre Lebenszufriedenheit auf einer Punkteskala eingetragen. Beurteilt wurden dabei sowohl die allgemeine Zufriedenheit als auch jene der Partnerschaft”, erklärt Stichnoth. Allein für Deutschland wurden mehr als 253.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahre befragt, die mit ihrem Partner in einem gemeinsamen Haushalt leben. Berücksichtigt wurden sowohl verheiratete Paare als auch als Paare ohne Trauschein. In einer zehnteiligen Skala mussten die Befragten ihren Zufriedenheitsgrad angeben. Zehn Punkte standen für vollste Zufriedenheit, null Punkte für absolute Unzufriedenheit.

Überraschendes Teilergebnis

“Für alle drei Länder hat sich gezeigt, dass das Trennungsrisiko, gemessen an der Summe der Zufriedenheit des Paares, für Unzufriedenere höher ist als für Zufriedene. Die Zufriedenheit des Paares wurde aus der Summe der beiden Zufriedenheitspunkte ermittelt”, erklärt der Ökonom. Die Trennungswahrscheinlichkeit steige, je stärker sich die Partner in ihrer Zufriedenheit unterscheiden. “Das ist kein wirklich überraschendes Ergebnis”, führt der Wissenschaftler aus.

Wenn die Zufriedenheit des Mannes bei drei und die der Frau bei fünf Punkten auf der Skala liegt, so erreicht das Paar eine Zufriedenheit von insgesamt acht Punkten. Die Zufriedenheitsdifferenz beider Partner beträgt zwei Punkte. Liegt bei einem zweiten Paar die Zufriedenheit des Mannes bei zwei, die der Frau bei sechs Punkten, erreicht auch das zweite Paar eine Zufriedenheit von insgesamt acht Punkten. “Dennoch liegt beim zweiten Paar die Trennungswahrscheinlichkeit höher als beim ersten Paar, weil die Differenz der Zufriedenheit beider Partner größer ausfällt”, kommentiert Stichnoth das überraschende Teilergebnis.

Glückliche Beziehung besteht aus glücklichen Partnern

“Eine glückliche Beziehung ist eine Beziehung, die aus zwei glücklichen Menschen besteht”, meint die Trainerin Christiane Deutsch http://www.christianedeutsch.com im Interview. Wenn die Unterschiede in der Zufriedenheit in einer Partnerschaft besonders groß sind, bedeute das auch, dass beide Partner ihr eigenes Leben und die Beziehung unterschiedlich wahrnehmen. Das führe eventuell zu einer Entfremdung. “Andererseits nehme ich mein Unglück stärker wahr, wenn neben mir mein Partner strahlt und das Leben genießt. Das erhöht den Frust noch weiter.”

“Oft lebt der Partner auch Teile von uns aus, die wir selbst unterdrücken. Da wäre es hilfreich, die Spiegelgesetzmethode zu Rate zu ziehen und zu hinterfragen, was das mit mir selbst zu tun hat”, meint Deutsch. Letztendlich bleibe es einem nicht erspart, selbst Verantwortung für das eigene Glück zu übernehmen. “Nur wenn ich selbst glücklich und zufrieden bin, habe ich auch etwas zu geben und kann damit zu einer gelungenen Beziehung beitragen”, meint die Trainerin abschließend gegenüber pressetext.

Die vollständige Studie in englischer Sprache kann unter http://www.zew.de/publikation5720 heruntergeladen werden. (Ende)

Sommerliche Bräune ist Überlebensvorteil

Forscher: Evolution der Hautfarbe von Vitamin D und Folsäure bestimmt

University Park/Innsbruck - Dass manche Menschen in der Sonne braun werden, andere nicht, geht auf lange evolutionäre Prozesse zurück. Das behaupten Anthropologen um Nina Jablonski von der Penn State University http://www.psu.edu in der Zeitschrift “Proceedings of the National Academy of Sciences”. Anstatt von Hautkrebs und Sonnenbrand sehen sie den Schutz der Folsäure des Körpers vor UV-Strahlen als treibende Kraft, die hinter der Entwicklung dunkler Haut und der Bräunung im Sommer steckte.

Dass für die Entstehung der verschiedenen Hautfarben - dunkle durch starke, helle durch leichte Pigmentierung - Sonne und Evolution zusammenspielten, weiß man schon länger. Als der Mensch allmählich seinen Pelz verlor, um sich durch die Verdunstung von Schweiß zu kühlen, setzte er seine nackte Haut direkt der Sonne aus. “Die dunkle Pigmentierung entwickelte sich bei unseren afrikanischen Urahnen als Schutz vor einer Überbelastung durch die Sonne”, bestätigt der Innsbrucker Stoffwechselexperte Rudolf Gasser http://www.i-med.ac.at gegenüber uns.

Afrikaner dunkelhäutig zum Erhalt der Folsäure

Warum dieser Schritt geschah, erklärte man bisher durch die Schutzfunktion von Melanin vor Sonnenbrand, Hautkrebs und zuviel Vitamin D-Erzeugung. Die US-Forscher kommen zu einem anderen Ergebnis. Sie verglichen dazu den Einfallswinkel und die Stärke der beiden Varianten von ultraviolettem Licht (UVA und UVB) der Sonne in verschiedenen Regionen. UVB-Strahlung ist für die Vitamin D-Bildung in der Haut verantwortlich. UV-Licht zerstört jedoch auch Folsäure, ein besonders in der Schwangerschaft bedeutendes Zellwachstums-Vitamin.

“Sowohl Sonnenbrand als auch die meisten Hautkrebs-Arten beeinflussen die Fruchtbarkeit nicht, zudem schützt sich der Körper auch selbst vor zuviel Vitamin D-Produktion. Die Logik, dass sich Melanin aufgrund dieser Krankheiten entwickelte, stimmt deshalb nicht”, so die US-Wissenschaftler. Vielmehr habe die dunkle Pigmentierung in den Tropen lebende Menschen vor der Zerstörung von Folsäure durch UV-Licht geschützt. Da es in diesen Breiten ohnehin das ganze Jahr über viel Sonne gibt, ist die Produktion von ausreichend viel Vitamin D garantiert.

Jahreszeitliche Bräunung erhöht Überlebenschance

Für den Verlust der Pigmentierung beim urzeitlichen Auszug des Menschen aus Afrika machen die Forscher die Sorge des Körpers um genügend Vitamin D verantwortlich. Besonders ab dem 46. Breitengrad - auf dem Österreich und die Schweiz liegen - sehen die Wissenschaftler zu wenig UVB-Strahlung über das Jahr, als dass dunkle Haut genug von der für die Gesundheit wichtigen Substanz erzeugen könnte. “Es scheint schlüssig, dass hellere Haut bei gleicher Sonneneinstrahlung mehr Vitamin D bilden kann”, so Gasser.

Um sich im Sommer vor Sonnenschäden wie etwa der Folsäure-Zerstörung zu schützen, entwickelte der damals meist nackt herumlaufende Mensch in den Nordregionen die Bräunung. Im Frühling und Sommer verdunkelte sich somit die Haut bei steigender UVB-Strahlung, bei deren Ausbleiben im Winter verschwand auch die Bräunung, was die Vitamin D-Erzeugung optimierte. Die Bräunungsfähigkeit dürfte laut den Forschern an mehreren Orten der Welt gleichzeitig entstanden sein, jedoch mit unterschiedlichen genetischen Mechanismen.

Südländern fehlt im Norden Vitamin D

Die Globalisierung der vergangenen 500 Jahre hat einiges dazu beigetragen, dass viele Menschen an den Folgen dieses Prozesses leiden. Dazu gehören Bewohner von Tropen und Subtropen ohne Pigmentierung, die aufgrund ihrer hellen Haut viel leichter Sonnenbrand bekommen und den Verlust von Folsäure riskieren. Ebenso leiden laut Aussage der Forscher Menschen dunkler Hautfarbe, die in gemäßigten Zonen leben, viel eher an Vitamin D-Mangel. “Dazu kommt noch, dass wir mehr denn je in Innenräumen leben und arbeiten”, erklärt Studienleiterin Nina Jablonski. (Ende)
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Angst frei sein: www.angstfreisein.de

Britisches Gesundheitssystem ist am effektivsten

USA schneidet am schlechtesten ab

New York - Das britische Gesundheitssystem ist das effektivste. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Commonwealth Fund http://www.commonwealthfund.org gekommen, die sieben Industrienationen miteinander verglichen hat. Untersucht wurden fünf Bereiche der Performance: Qualität, Effizienz, Zugang, Gleichheit und gesundes Leben. Die USA schnitten bei dieser Bewertung allgemein am schlechtesten ab. Zusätzlich wurden auch Daten aus Australien, Kanada, Deutschland, den Niederlanden und Neuseeland ausgewertet. Es gibt laut Studie jedoch in jedem Land noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Hohe Qualität, kurze Wartezeit

Die aktuelle Untersuchung ist eine Aktualisierung von drei bereits erschienenen Veröffentlichungen. Enthalten sind die Erfahrungen von Ärzten und Patienten mit ihrem eigenen Gesundheitssystem. Mehr als 27.000 Patienten und in der medizinischen Grundversorgung tätige Ärzte wurden befragt. Damit wurde bereits 2007 begonnen. An erster Stelle standen die Niederlande, knapp gefolgt von Großbritannien und Australien.

Das britische Gesundheitssystem schnitt vor allem bei der Qualität und dem Zugang zur Pflege gut ab. Hervorgehoben werden die relativ kurzen Wartezeiten bei der Grundversorgung und der Zugang außerhalb der Kernzeiten. Länger warten müssen die Patienten laut BBC jedoch bei der Behandlung durch Fachärzte und wahlfreien chirurgischen Eingriffen ohne Notfall. Die Niederlande schnitten bei allen Wartezeiten sehr gut ab.

Prozentsatz des BIP entscheidend

Bei der Effizienz waren Großbritannien und Australien an erster Stelle. Entscheidend für die Bewertung war der Prozentsatz des Bruttoinlandprodukts, der in einem Land für die Gesundheit der Bürger ausgegeben wird. Zusätzlich wurden die Ausgaben für Verwaltung und Versicherungen berücksichtigt.

Die USA lagen in den meisten Bereichen im Vergleich zu anderen Ländern am unteren Ende der Liste. Dazu gehörten der Zugang und die Qualität der Versorgung, die unabhängig von dem Einkommen des Patienten zur Verfügung stehen. Dazu kommt, dass das US-amerikanische Gesundheitssystem weltweit am kostenintensivsten ist. Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass Bürger in den USA nicht durch allgemeine Krankenversicherung versorgt sind.

Gesundheitsreform soll helfen

Die Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass die im Februar 2009 gestartete Gesundheitsreform dieses Problem in Angriff nehmen wird. Bis 2014 sollte der Zugang zu medizinischer Versorgung verbessert und auch leichter finanzierbar werden. Davis weist darauf hin, dass die von Ärzten und Patienten zur Verfügung gestellten Daten auch Einschränkungen unterliegen. Wichtige Daten aus den Krankenakten oder aus der Verwaltung konnten nicht berücksichtigt werden. Die Einschätzungen der Befragten könnten durch ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Erwartungen beeinflusst sein. (Ende)

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