Infos

Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs ZARO news für Juli, 2010.

Calendar
Juli 2010
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031  
Kategorien

Archive für Juli 2010

“HIV ist ein harmloses Virus”

Provokante Aussagen: Ärzte leugnen Aids

Wien - “Die Krankheit Aids ist ein Dogma und hält nur Pharmafirmen, Wissenschaftler, NGOs und Hilfsorganisationen am Leben.” Diese strittige Behauptung liefern Forscher bei einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag. Anlass ist die internationale AIDS-Konferenz http://www.aids2010.org in Wien, in dessen Vorfeld auch ein Gegenkongress http://www.science-and-aids.org stattfindet. Bei den meisten Medizinern und auch selbst Betroffenen lösen solche Aussagen allerdings Entsetzen und Unverständnis aus.

“HIV ist ein harmloses Virus, das keinesfalls jene Krankheiten verursachen kann, die unter Aids definiert werden”, so der prominenteste Zweifler, der aus Deutschland stammende Krebsforscher Peter Duesberg von der Universität Berkeley. “Auslöser der Erkrankung ist in Europa nicht der HI-Virus, sondern Drogenmissbrauch oder Homosexualität. Die Todesfälle bei Aids sind auf die hochgiftigen Medikamente in der Therapie zurückzuführen.”

Zweifel beeinflusst Leben Betroffener

Scharfe Kritik kommt von Wiltrut Stefanek, selbst von Aids betroffene und Koordinatorin des Netzwerkes Frauen und Aids http://www.frauenundaids.at. “Viele Aidspatienten sind verzweifelt und stoßen auf ihrer Suche nach Heilungsmöglichkeiten auf derartige Ansichten. Manche klammern sich daran und setzen laufende Therapien eigenmächtig ab. Das hat schlimme Folgen. Die Lebensqualität verschlechtert sich drastisch, viele sterben daran - und zwar an einer eingebildeten Krankheit aus Sicht der Aids-Zweifler”, so Stefanek abseits der Veranstaltung auf Presse-Anfrage.

Nachdem Stefanek 1996 erfuhr, dass sie Trägerin des HI-Virus war, lebte sie mehrere Jahre ohne Medikamente. “Es ging mir sehr schlecht, bis ich in die Therapie einwilligte. Ohne ihr wäre ich nicht mehr am Leben.” Mit medizinischer und psychologischer Unterstützung können Menschen auch mit positivem HIV-Test weiter mitten im Leben stehen und die Zügel in der Hand behalten, versichert die Expertin.

“Aids sind viele Krankheiten”

Die Aids-Zweifler wehren sich dagegen. “In Einzelfällen hilft die heutige Therapie, da sie auf zugrunde liegende Probleme wie etwa Pilzerkrankungen wirkt. Die willkürliche Gleichschaltung aller HIV-Träger ist aber nicht angebracht”, so etwa der Kieler Arzt Claus Köhnlein gegenüber pressetext. Die heutige allgemeine Auffassung von Aids ist laut seiner Sichtweise ein Konglomerat vieler unterschiedlicher Krankheiten, denen man durch die eine Diagnose nicht gerecht werde.

Immer wieder kommen die Zweifler auf Afrika zu sprechen, in dem Aids ungleich größere Ausmaße angenommen hat als am restlichen Planeten. Hier sei die Krankheit eher Folge der Armut und werde - sobald das HI-Virus im Spiel sei - mit 29 Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose oder Zervixkarzinom gleichgesetzt. “Die in den 80er- und 90er-Jahren prognostizierte Aids-Epidemie hat weder im Westen noch in Afrika stattgefunden. In Afrika wachsen die Bevölkerungen weiter und in Europa gibt es nur wenige Fälle”, so Duesberg.

Diskussion steckt fest

Die Diskussion ist festgefahren. Die Aids-Zweifler wittern Profitgier der Pharmafirmen und Ärzte als Ursache der wissenschaftlichen Anerkennung von Aids und fordern den Paradigmenwechsel in der Aidsforschung. Stefanek wirft ihnen vor, dass sie sich in erster Linie wichtig machen wollen und stets gleiche Argumente wiederholen. “Kritik und Diskussion ist in der Wissenschaft gut. In diesem Fall hat es jedoch fatale Folgen für die Betroffenen, zumal jemand Behauptungen aufstellt und dabei in keine wirkliche Diskussion eingeht”, so die Expertin der Aids-Selbsthilfe.

China trocknet aus

Grundwasserkrise bedroht Bevölkerung

Peking/Berlin - In China wird das Wasser immer knapper. Drastische Maßnahmen der Wasserwirtschaft sind notwendig, um das Milliardenvolk auch in Zukunft mit Trinkwasser versorgen zu können. Das wurde diese Woche beim diesjährigen internationalen Grundwasser-Forum http://hydro.pku.edu.cn/BIGF2010/ in Peking deutlich.

Boom macht durstig

Jedes Jahr steigt die Grundwasserentnahme Chinas um 2,5 Kubikkilometer. In manchen Regionen sinkt in Folge der Grundwasserspiegel schon seit Jahrzehnten um einen Meter pro Jahr, und teilweise müssen Brunnen hunderte Meter und tiefer gebohrt werden. In zwei Drittel der 660 chinesischen Städte wird laut Regierungsangaben das Wasser bereits knapp. Zudem steigt die Verunreinigung des Wassers durch Schwermetalle und landwirtschaftliche Chemikalien besonders im Süden des Landes ständig.

“Der Boom der Bevölkerung und Wirtschaft macht China immer durstiger”, erklärt Stefan Girod, Geschäftsführer von German Water Partnership e.V. http://germanwaterpartnership.de, gegenüber ZAROnews. Rund 20 Prozent des Wassers benötigt die Industrie, zehn Prozent die Menschen selbst und bis zu 70 Prozent die Landwirtschaft. “Da China immer mehr Lebensmittel zur Eigenversorgung braucht, geht es mittlerweile schon sehr extreme Wege. Landwirtschaftsflächen werden etwa in Afrika aufgekauft, was global gesehen ein Unsinn ist. Für einen Staat mit 1,4 Mrd. Menschen gibt es aber wenig Alternativen”, sagt der Experte.

Größter Kanal der Welt in Planung

Speziell in Nordchina ist das Wasser knapp, während der Süden genug des kühlen Nasses besitzt. “Gibt es auch auf der Welt sehr große Wasserressourcen, sind diese regional sehr ungleich verteilt. Deshalb braucht man für einzelne Regionen spezielle Lösungen”, betont Girod. Das Phänomen gibt es auch in Europa. Deutschland verfügt über sechsmal mehr Wasser als es braucht. “Dennoch ist etwa die Region Spreewald südlich von Berlin viel trockener als man denkt. Der Wasserverbrauch liegt hier deutlich über dem Angebot.”

Eine Lösung erhofft sich China vom Bau eines gigantischen Kanalsystems, das in vierzig Jahren 45 Mrd. Kubikmeter von Süd nach Nord schaffen soll. Derzeit ist man in Planung. “Erst im Frühjahr besuchte eine chinesische Delegation Deutschland, um hier bei den Betreibern Erfahrungen von ähnlichen Systemen einzuholen”, berichtet Girod. Darüber hinaus sind nachhaltige Nutzung und Rückführung in den Kreislauf Gebot der Stunde. “Dezentrale Lösungen sind für ein lange Zeit zentralistisch geprägtes Land eine Herausforderung. Es ist schwierig, den Kurs eines großen Schiffes während der Fahrt zu korrigieren.” (Ende)
_____________________________________________________________________________________________________________
www.zaronews.com - Suchmaschinenoptimierung vom feinsten …

“Abnehmen ist leichter als zunehmen”

Esssucht: Emotionale Bedeutung der Speisen ist großes Problem

Wien - Beim unkontrollierten Essen fehlt eine Bremse im Gehirn. Nun beleuchten drei Experten, die Frage, ob das große Fressen tatsächlich programmiert ist. In Anbetracht der Tatsache, dass die Menschen in Industrieländern und auch zunehmend auch in anderen Staaten immer dicker werden, ist das eine berechtigte Frage.

Abnehmen geht leichter als zunehmen, meint der Buchautor und Psychocoach Andreas Winter http://www.derpsychocoach.de im Interview. Der Grund, warum Menschen immer dicker werden, liegt am angelernten Verhalten, mit dem Essen Gefühle zu verbinden. Diese werden dann über die Speisen erzeugt, meint der Psycho-Coach.

“Meines Erachtens ist das kein Wunder, dass so viele Menschen zunehmen, weil es beim Essen nicht um die Speisen, sondern um deren Bedeutung geht”, meint Winter. “So ist der Grund Kartoffelchips zu essen, nicht die Aufnahme von Kartoffeln und Salz, sondern das Signal für einen verdienten Feierabend”, erklärt Winter. Chips sind keine Vollmahlzeit, sondern Partysnacks. Mit den Chips wird aber das Gefühl verknüpft “ich habe frei”.

Schokolade steht für Belohnung

Symbolwirkung erzeugt nicht das Essen, sondern die damit verbundene emotionale Verknüpfung. “Das gilt beispielsweise auch für Schokolade”, sagt Winter. “Auch hierbei geht es nicht um die Aufnahme von Zucker, sondern um die Botschaft ‘ich habe dich lieb’. Schokolade steht immer für Belohnung. Das haben wir als Kinder gelernt und darauf sind wir programmiert.” Im Prinzip könne man essen was man will, wenn das Gefühl, weswegen man isst, verspürt wird, verschwindet der Appetit augenblicklich, meint Winter.

“Übergewicht macht wirklich keine guten Gefühle”, meint der Mediziner, Buchautor und Ernährungsexperte Stefan Frädrich http://www.stefan-fraedrich.de gegenüber UNS. “Wer im Sommer unbedingt im Bikinifigur oder Waschbrettbauch vorweisen will, muss langfristig planen. Dabei gilt das Motto, den Brunnen vor dem Durst zu graben”, so Frädrich. “Diäten bringen nichts, weil wir uns einen Teil unserer gewohnten Ernährung versagen.” Das bedeutet, dass man einen Verzicht empfindet und zwar so lange, bis man nach der Diät wieder wie zuvor isst.

Schau mal, was du isst

“Neben den psychologischen Faktoren spielt natürlich auch die Frage eine Rolle, was man zu sich nimmt”, erklärt Frädrich. “Viele Menschen haben keine Ahnung davon, was die Dickmacher Zucker und Fett im Körper bewirken.” Mit relativ einfachen Mitteln kann man die Ernährung umstellen und gesünder machen und dabei Kalorien sparen. Das erklärt Frädrich in seinem Buch “Die einfachste Diät der Welt”.

“Falls man aber weniger Lust hat, für eine bessere Figur die Ernährung umzustellen, kann man auch an der ‘Sport-Schraube’ drehen”, sagt Frädrich. “Das geht einfach, in dem man Muskeln aufbaut, denn dort wird Fett verbrannt.” Die natürlichste Lösung dafür, ist mindestens zweimal pro Woche in einen Fitnessclub zu gehen und dort ein Krafttraining zu machen.

Exercising macht glücklich

Eine Möglichkeit körperlich fit zu werden und abzunehmen, bietet auch der regelmäßige Besuch eines Fitness-Studios. “Holmes Place ist mit seinem Programm Personal Trainings-Angebot Marktführer in Europa und sehr erfolgreich. Hier steht ein persönlicher Trainer zur Verfügung, der mit dem Kunden gemeinsam Ziele erarbeitet. Meist ist das eine Kombination von Abnehmen, Muskelaufbau und verbesserter Fitness”, sagt PR-Managerin Yasmin Markert von Holmes Place Health Clubs Europe http://www.holmesplace.de gegenüber pressetext.

“Ein neues Angebot, mit dem wir zunächst in der Schweiz begonnen haben und das demnächst auch auf Österreich und Deutschland ausgeweitet wird, ist ein Ernährungprogramm und heißt ‘Eat Well’”, erklärt Markert. Dabei gibt ein persönlicher Ernährungsberater Ratschläge für eine individuell abgestimmte Ernährung.” (Ende)
_____________________________________________________________________________________________________________
www.zaronews.com - Die Image-Macher!

Fettsüchtigen fehlt die Fress-Bremse

Gerüche und Geschmack sind stärker als Sättigungssignal des Gehirns

Pittsburgh - Wer ohne Ende isst, dem fehlt eine Bremse im Gehirn. Übergewichts-Wissenschaftler fanden heraus: Einer der wichtigsten Faktoren der Fettsucht ist die fehlende Stopp-Taste bei Sättigung.

Derzeit tagen in Pittsburgh die Übergewichts-Wissenschaftler der “Society for the Study of Ingestive Behaviour” http://www.ssib.org. Psychiaterin Diana Small von der Yale University http://www.jbpierce.org scannte bei stark übergewichtigen und normalgewichtigen Menschen die Mandelkern-Region des Gehirns, die für das unkontrollierte Weiteressen eine Rolle spielt. “Für manche Menschen ist Sättigungsgefühl ein gute Bremse beim Essen”, sagt die Forscherin. “Bei anderen funktioniert dieser Schutz weniger, weshalb sie mehr ohne Hunger essen und auch entsprechend zunehmen.”

Bratenduft lockt Dicke auch ohne Hunger

Schon bisher wusste man, dass bei Starkbeleibten die Reaktion des Gehirns auf Gerüche und Geschmack von Essen weit größer ist als bei schlanken Menschen. Ein wichtiger Aspekt war dabei stets die Frage, warum viele Übergewichtige anscheinend nicht mit dem Essen aufhören können, wenn anderen bereits der Hunger vergangen ist. Leckerer Bratenduft beispielsweise ist für Fettsüchtige auch dann noch attraktiv, wenn sie satt sind. Das Gehirn sagt dem Esser: Friss weiter. Die Bremse fehlt.

Insgesamt beeinflussen Gefühle von Sättigung und Hunger bei dicken Menschen viel weniger die Gehirnreaktion als bei Normalgewichtigen, erklärt Small. Anhand der Mandelkern-Aktivierung ließ sich zudem sehr zuverlässig voraussagen, ob die Untersuchten ein Jahr später an Gewicht zunahmen oder nicht.

Fett verändert die Hormone

Zudem verändert häufiger Fettkonsum die Hormonproduktion. Die Forschergruppe um Mitchell Roitman von der University of Illinois http://illinois.edu zeigte - vorerst nur bei Mäusen - dass nach mehreren Wochen besonders fettreicher Ernährung der Ausstoß des Hormons Dopamin kleiner wird. Dieses auch durch Rauschmittel hervorgerufene Hormon macht kalorienreiche Nahrungsmittel zum Genuss - bei Fettleibigen allerdings in geringerem Ausmaß, wodurch sie noch mehr essen. (Ende)

Konsumenten kaufen nichts von Umweltzerstörern

Investitionen in Artenvielfalt zahlen sich für Unternehmen aus

London/Berlin - Etwa die Hälfte aller europäischen und US-amerikanischen Konsumenten lehnt Produkte von Unternehmen ab, die den Artenschutz ignorieren. Nach dem aktuellen Report “The Economics of Ecosystems and Biodiversity” (TEEB)http://www.teebweb.org können Unternehmen daher eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt spielen.

Doch auch seitens der führenden Wirtschaftsbosse gibt es klare Ansagen. Einer Umfrage des weltweit agierenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) http://www.pwc.de zufolge ist in manchen Regionen mehr als die Hälfte der CEOs der Meinung, dass der Artenverlust große Nachteile für die Wachstumschancen der Unternehmen darstellt. “Mit der Veröffentlichung des Reports heute, Dienstag, in London, wird sich die Prozentzahl noch weiter erhöhen”, so Kristina Jahn, PwC-Expertin für das Thema Biodiversität, gegenüber pressetext.

Biodiversitätsverlust tut sofort weh

“Bei einer Umfrage unter CEOs im Vorfeld des Wirtschaftsgipfels in Davos im Jänner 2010 schätzten 27 Prozent der 1.200 befragten Unternehmenslenker den Rückgang der Artenvielfalt als Risiko für das Wachstum ihres Unternehmens ein”, erklärt Jahn. “Doch seither hat sich ersten Schätzungen zufolge vieles geändert und die Zahl ist weiter angestiegen.” Im TEEB-Bericht wird beispielsweise deutlich, dass die Nachfrage nach zertifizierten Waren stark angestiegen ist.

Jahn sieht darin positive Signale. “Die Ölkatastrophe im Golf ist in dieser Bilanz noch nicht miteinbezogen. Diese wird nochmals zu einem Umdenken führen”, zeigt sich Jahn überzeugt. “Vielen Entscheidungsträgern in Unternehmen ist sehr schnell klar geworden, dass der Verlust der Artenvielfalt sehr rasch vor sich geht - wesentlich schneller als etwa die Auswirkungen der Klimaerwärmung.”

Zwei Billionen Dollar Schäden erwartet

“Die volkswirtschaftlichen Verluste aus dem Verlust Rückgang der Artenvielfalt liegen nach Schätzungen der TEEB-Studie zwischen zwei und viereinhalb Billionen US-Dollar jährlich”, erklärt Jahn. “Kluge Unternehmer verstehen, dass Biodiversität und Ökosystem-Dienstleistungen, wenn sie in der Wertschöpfung integriert sind, einerseits Kosten einsparen und andererseits neue Einnahmen generieren”, meint Joshua Bishop, Chef-Ökonom der Artenschutzkonvention IUCN und Koordinator des aktuellen TEEB-Reports.

Ehemalige Umweltsünder wie etwa das Bergbauunternehmen Rio Tinto, das in der Vergangenheit für zahlreiche Umweltschäden einen schlechten Ruf genoss, hat mit einem “Net Positive Impact”-Programm ein Bekenntnis zur Artenvielfalt abgelegt. In diesem Programm wird in einigen Gebieten der Abbau von Bodenschätzen ausgesetzt. Zudem gibt es ein Renaturierungsprogramme für Regionen, in denen der Bergbau Schäden verursacht hat.

Kalkulierter Wert von Ökosystemen

Forscher stehen Berechnungen zum ökonomischen Wert der Biodiversität häufig kritisch gegenüber, da sie eine solche Hochrechnung als problematisch erachten. “Solche Berechnungen des ökonomischen Wertes von komplexen Ökosystemen sind wohl aus der Schwierigkeit entstanden, Entscheidungsträgern in der Politik den ökologischen Wert eines Ökosystems zu vermitteln”, meint der Korallenexperte Christian Wild, Leiter der Coral Reef Ecology Arbeitsgruppe am GeoBio-Center München http://www.palmuc.de/core gegenüber der Presse. (Ende)

Qwitter: Bittere Wahrheit über Twitter-Entfolger

Service listet täglich neu davongelaufene Verfolger auf

Houston - Twitter-Nutzer sind stets darum bemüht, ihre Follower-Zahlen zu steigern und mehr Aufmerksamkeit zu erlangen. Immer wieder laufen aber auch wieder Verfolger davon - die Gründe dafür sind so zahlreich wie jene, einen Account in die eigene Timeline zu holen. Kaum ein Entfolger verabschiedet sich mit großen Worten, die Entscheidung fällt zumeist im Verborgenen. Mit neuen Services wie Qwitter http://useqwitter.com oder Goodbye, Buddy! http://www.goodbyebuddy.com erhalten Twitter-Nutzer nun mehr Einblick.

Die Dienste zeigen täglich aktualisiert an, wer sich als Follower verabschiedet hat. Zur bitteren Wahrheit werden den mutigen Usern, die sich selbst diesen Einblick zutrauen, auch zusätzliche Infos geliefert - etwa für wie lange jemand gefolgt ist.

E-Mail-Benachrichtigung

Qwitter schickt den Usern täglich eine E-Mail mit dem Betreff “Your latest Twitter Qwitters!”. Darin steht dann geschrieben, wie viele und welche Follower sich innerhalb der vergangenen 24 Stunden verabschiedet haben. Die Entfolgerlisten rufen natürlich auch neue Fragen hervor. So wundern sich Nutzer darüber, wieso bestimmte Accounts ihnen überhaupt gefolgt sind. Noch brennender erscheint aber die Frage, was man denn gesagt haben könnte, dass das Entfolgen verursacht hat. Dazu geben die Dienste keinen Aufschluss.

Obwohl das Entfolgen in den seltensten Fällen auf persönlicher Ebene begründet ist, versetzt das digitale Verlassenwerden den meisten Nutzern dennoch immer wieder einen kleinen Stich. Niemand verliert gerne an Aufmerksamkeit. Zurückweisung schmerzt auch in der Onlinewelt. (Ende)
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::www.angstfreisein.de::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Romantische Liebe ist eine Sucht

Trauer des Verlassenen ist wie Entzug von Drogen

New York - Liebeskummer zeigt ähnliche Auswirkungen wie die Nikotin- und Kokainsucht. Zu diesem Schluss kommt die Liebesexpertin und Anthropologin Helen E. Fisher von der New Yorker Rutgers University http://anthro.rutgers.edu. Sie hat mit hilfe von Hirnscans auch nachweisen können, dass Menschen, die gerade von ihrem Partner verlassen wurden, ähnliche Entzugserscheinungen aufweisen wie Drogenabhängige, denen die Droge verwehrt wird.

“Wir haben zehn Jahre an diesem Thema geforscht”, so Fisher im ZARO-Interview. “Was bisher nur von Literaten und Musikern beschrieben wurde, haben wir erstmals in Studien nachweisen können”, erklärt die Expertin. “Gebrochene Herzen sind schlimm. Betroffene reagieren, wenn sie ein Foto des Ex-Partners zu Gesicht bekommen, äußerst heftig”, bestätigt die Forscherin, die mehrere Bücher zum Thema Beziehungen geschrieben hat http://helenfisher.com . “Die Reaktionen reichen von heftigem Verlangen, emotionalen Ausbrüchen, Bedürfnis nach Nähe bis hin zu physischen Schmerzen und tiefer Verzweiflung.”

Liebe ist Sucht

“Die Resultate der Untersuchung geben auch Rückschlüsse darauf, warum für manche Menschen die Trennung so schwer ist, dass sie daran zu Grunde gehen oder nach Trennungen Extremverhalten wie Stalking oder Gewaltausbrüche an den Tag legen”, erklärt Fisher. “Romantische Liebe ist eine Sucht, eine sehr starke und wunderbare Sucht, wenn alles in einer Beziehung gut geht. Läuft es hingegen schief, dann wird es zu einem Horrortrip.” Untersuchungen im Gehirnscanner haben gezeigt, dass bei Frischverliebten allerdings andere Hirnregionen aktiv sind als bei Verlassenen.

“Der Hirn-Schaltkreis für romantische Liebe hat sich vor Jahrmillionen entwickelt, damit unsere Vorfahren ihre Paarungsenergie auf nur eine einzelne Person richten konnten”, so Fisher. Wird man von seinem Partner verlassen, hat man dann den größten Gewinn verloren. Möglicherweise werden gewisse Hirnregionen wahrscheinlich darum aktiviert, um den Verflossenen wieder für sich zurück zu gewinnen. “Die Hirnregion, die bei einem Verlassenen aktiv ist, befindet sich unter dem Cortex - und das ist eine der ältesten Hirnareale.”

Zeit heilt Liebeskummer-Wunden

“Jeder von uns muss durch dieses Tal der Tränen einmal durch”, meint Fisher. Die gute Nachricht dabei ist, dass Zeit diese Wunden heilt. “Das haben die Hirnscans auch sehr deutlich gezeigt. Dieses tiefe Nähegefühl lässt mit der Zeit nach.” Als Therapie für Verlassene empfiehlt Fisher ähnliche Behandlungen wie man sie auch bei Drogensüchtigen anwendet. Briefe, Fotos und andere Erinnerungsstücke müssen weg. Die Kontaktaufnahme mit dem Ex-Partner sollte dringend vermieden werden.

“Eine Freundschaft zum Verflossenen ist frühestens nach zwei oder drei Jahren möglich”, meint die Expertin, die dazu rät, sich selbst mit Massagen oder Sport zu verwöhnen. “Das unendliche Grübeln über die gescheiterte Beziehung bringt nichts. Es ist besser darüber nachzudenken, was man aus der Begegnung lernen konnte”, rät Fisher.

“Am besten ist es, wieder aktiv zu werden, sich mit Freunden zu treffen und auszugehen”, so die Wissenschaftlerin. Eine Psycho- oder Gesprächstherapie käme auch in Frage, wenn man das will. (Ende)

Jasminduft wirkt so gut wie Valium

Forscher bestätigen unerwartete Wirkung von Düften auf Zellebene

Bochum - Ein in bestimmten Pflanzenblüten enthaltener Duft hat gleich starke beruhigende und angstlösende Wirkung wie viele der häufigsten Psychopharmaka. Das haben Forscher der Universitäten Bochum http://www.ruhr-uni-bochum.de und Düsseldorf http://www.uni-duesseldorf.de nun erforscht, patentiert und im “Journal of Biological Chemistry” publiziert. Ihre Entdeckung ist ein Wissenschaftsnachweis für Grundlagen der Aromatherapie - und könnte bald zu neuen Therapieformen mit weniger Nebenwirkungen führen.

Schlafmittel aus der Blüte

Es handelt sich dabei um den Duftstoff Veracetal und dessen chemisches Pendant. Er stammt aus der Gardenie (Gardenia Jasminoides), einer ostasiatischen Strauchpflanze mit jasmin-ähnlichem Duft. “Wir zeigten, dass einzelne Moleküle dieses Blütendufts gleich wirken wie viele Beruhigungsmittel. Diese Natursubstanzen werden Tabletten nicht ersetzen. Doch ist es realistisch, dass in Zukunft Menschen, die etwa wegen Schlafstörungen unnötig Valium oder andere Benzodiazepine einnehmen, auf solche Stoffe wechseln können”, erklärt Studienleiter Hanns Hatt im Interview.

Gleicher Wirkungsgrad

Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine, Barbiturate und Narkosemittel wie Propofol entfalten ihre Wirkung an Haftstellen von Rezeptoren im Gehirn. In geringer Dosierung verstärken sie den Effekt des Botenstoffs GABA, der diese Rezeptoren hemmt, um das drei- bis fünffache. Die Forscher testeten nun bei 100 verschiedenen Duftstoffen, ob diese dieselbe Reaktion auslösen. Bei den zwei genannten Düften war dies der Fall. Bei ihnen war die Wirkung auf die Rezeptoren sogar fünf- bis zehnmal höher wie zuvor.

Geruch nicht wesentlich

“Diese Wirkung bestätigte sich in Mäuse-Verhaltenstests sowie auch auf Molekülebene für die Nervenzellen, die für den Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig sind”, berichtet der Bochumer Zellphysiologe. Dabei war nicht das Geruchsempfinden über die Nase, sondern die Aufnahme im Gehirn über Atmung und Blutkreislauf entscheidend. Testeten die Forscher transgene Mäuse, die nicht auf Propofol reagieren, war auch die Wirkung der Duftstoffe auf die Rezeptoren blockiert. Das beweist ebenfalls den Wirkmechanismus. Als nächstes will man Tests an Menschen durchführen.

Nachweise für Düfte bisher rar

Interessant ist die Forschung auch, da sie eine Grundlage der Aromatherapie wissenschaftlich beweist. Zuvor ist das bisher nur beim Aromastoff Linalool gelungen. “Die Aromatherapie sagt schon lange, dass Jasmin-ähnliche Dufteindrücke schlaffördernd sind. Wir konnten das nun bestätigen”, so Hatt. Um weitere Details der Aromatherapie zu bestätigen, sei die klare Distanzierung von Esoterik und Exotik nötig, betont der Experte.

Abstract zur Forschung unter: http://www.jbc.org/content/early/2010/05/28/jbc.M110.103309.abstract (Ende)
_____________________________________________________________________________________________________________
www.angstfreisein.de - Betroffene bringt Hilfe

Borderline selbst von Therapeuten missverstanden

Ex-Betroffene: “Behandlungserfolg braucht Offenheit der Fachleute”

Berlin/Wien - Nicht nur Angehörige und Freunde, sondern auch Fachleute können sich teils kaum in die Situation von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) einfühlen. Missverständnisse sind somit vorprogrammiert, sagt Irene Apfalter, ehemals BPS-Betroffene und nun Psychotherapeutin in Ausbildung http://praxis-apfalter.at, im Interview am Rande des ersten Borderline-Weltkongresses in Berlin.

Vorurteile und Ängste der Helfer

Viele der gängigen Vorurteile und Ängste gegenüber BPS, die Patienten stigmatisieren, plagen auch Therapeuten. Manche lehnen es sogar ab, Betroffene zu behandeln. “Borderliner sind eine sehr spezielle Patientengruppe. Ihre starken Emotionen wie Wut, Aggression, Angst, Ärger oder Ohnmacht übertragen sich häufig auch auf denjenigen, der behandelt. Um die Situation zu verstehen, muss man sich mit der Krankheit eingehend auseinander gesetzt haben und das Verhalten reflektieren, sonst läuft schnell etwas schief”, so Apfalter.

Zu den Vorurteilen gehört die Meinung vieler Therapeuten, dass BPS-Patienten Behandlungsteams spalten können. Apfalters Erfahrung nach braucht es hier Differenzierung. “Ein Borderliner weckt in verschiedenen Menschen ganz unterschiedliche Gefühle. Der eine sieht ihn als arm und hilfsbedürftig, ein anderer denkt jedoch, dass der Patient mit den Therapeuten spielen und sie manipulieren will. Diese Unterschiede können gefährlich sein”, so die Expertin. Wichtiger als das Beherrschen aller Therapieformen sei daher ein Therapeut, dem Betroffene Sympathie und Vertrauen schenken und dasselbe auch von ihm erfahren.

Hilfe ist möglich

Ob BPS heilbar ist, wird ebenfalls oft in Frage gestellt, obwohl es erfolgreiche Therapieansätze gibt (siehe: http://pressetext.com/news/091210016/ ). “Der Begriff ‘heilen’ suggeriert, dass der Zustand vor der Krankheit wiederhergestellt wird. Das ist nicht der Fall”, so Apfalter. Die Erlebnisse der Krankheit würden Patienten derart prägen, dass große Sensibilität und Gefühlsempfindlichkeit bleibt. Leichter verletzbar bleibe man somit trotz erfolgreicher Therapie, jedoch weniger als während der Krankheit. “Man kann lernen, trotz BPS ein zufriedenes und ausgeglichenes Leben zu führen und mit eigenen Ressourcen individuelle Ziele erreichen.” Bei Experten heißt dieser Ansatz “Recovery”, also Wiedergesundung.

Ähnlich auch Apfalters Einstellung zur Beziehungsfähigkeit, die manche Menschen den Borderline-Patienten absprechen. “Wenn die Krankheit ein akutes Stadium erreicht, leidet darunter das Beziehungsverhalten und das Aushalten wird für Betroffene und ihre Partner schwierig. Doch auch hier hilft eine gute Therapie, Verhaltensmuster und Erlebnisweisen zu ändern und sich weiter zu entwickeln. Patienten können somit sehr wohl eine gelungene Beziehung führen.”

Austausch lässt besser verstehen

Am besten gelingt Fachleuten der Umgang mit BPS, wenn sie gerne mit den Betroffenen arbeiten und mit der Problematik vertraut sind. Das erleichtert das Projekt Trialog http://www.borderlinetrialog.de , das es in zehn deutschen Städten, im schweizerischen Winterthur und seit März auch in Wien gibt (Infos unter: borderlinetrialog@promente-wien.at). Alle drei Ebenen - Patienten, Angehörige und Fachleute treffen sich dabei zum Austausch. “Betroffene berichten hier sehr reflektiert und werden gehört. Davon profitieren auch teilnehmende Experten wie Therapeuten, Psychiater, Krankenpfleger, Sozialarbeiter oder Psychologen”, berichtet Apfalter. (Ende)
____________________________PRESSE: www.zaronews.com_____________________

Atem der Erde gemessen

Veränderte Niederschläge machen Klimawandel besser einschätzbar

Jena - Forschern des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie http://www.bgc-jena.mpg.de in Jena ist ein wesentlicher Schritt zu genaueren und zuverlässigeren Klima-Prognosen gelungen. In einer Studie konnten die Wissenschaftler die globale Fotosyntheserate, mit der Pflanzen CO2 aus der Atmosphäre binden, und den Einfluss des Klimas quantifizieren.

In vielen Ökosystemen spielt dabei der Niederschlag eine wichtigere Rolle als die Temperatur. “40 Prozent der bewachsenen Erdoberfläche reagiert deutlich, wenn mehr oder weniger Regen fällt”, so Studienleiter Markus Reichstein gegenüber pressetext. “Auch die Atmung der Ökosysteme, in der Flora und Fauna wieder CO2 freisetzen, verstärkt sich in geringerem Maß als häufig angenommen, wenn die Temperatur steigt.”

250 Messstationen weltweit

„Wir wollten versuchen, die Unsicherheiten von bisherigen Modellen deutlich zu verringern”, schildert Reichstein. Zwischen den vielen bisher existierenden Modellen gebe es große Unterschiede. Daher habe man versucht, in über 250 weltweit verschiedene Messstationen entlang der Breitengrade Wasser- und CO2-Austausch zwischen Ökosystemen und Atmosphäre über einen langen Zeitraum hinweg zu dokumentieren. “Das gibt wiederum Aufschluss darüber, welche Mengen an CO2 bestimmte Ökosysteme aufnehmen und abgeben“, so Reichstein.

“Unsere Ergebnisse legen nahe, dass insbesondere die Verfügbarkeit von Wasser eine entscheidende Rolle für den Kohlenstoffkreislauf in Ökosystemen spielt. Sie ist oft wichtiger als die Temperatur”, erklärt Reichstein. “Demnach wandeln Pflanzen und Mikroorganismen Zucker nicht einmal mit doppelter Geschwindigkeit in CO2 um, wenn die Temperatur, etwa von einer Woche zur nächsten um zehn Grad steigt”, meint der Biogeochemiker. “Mit geeigneten Modellen lässt sich berechnen, wie sich der Klimawandel auf die Atmung der Ökosysteme und den globalen Kohlenstoffkreislauf auswirken könnte.”

Gleiche Atmung aller Ökosysteme

„Wir konnten in unseren Untersuchungen zeigen, dass die Atmung in verschiedenen Ökosystemen relativ ähnlich von der Temperatur abhängt”, so Reichstein. “Es stimmt also nicht, dass die Atmung der in den Tropen und mittleren Breiten weniger stark von der Temperatur beeinflusst wird als in höheren Breiten.” Also intensiviere sich die Atmung auch sehr unterschiedlicher Ökosysteme in gleichem Maß, wenn es wärmer wird. Das kann man als funktionelle Konvergenz beschreiben.

Die terrestrischen Ökosysteme speichern jährlich 123 Mrd. Tonnen Kohlenstoff als CO2. 60 Prozent des CO2, das Pflanzen weltweit aus der Atmosphäre aufnehmen, schlucken die tropischen Regenwälder und die Savannen. Die Savannen verdanken ihre wichtige Rolle der riesigen Fläche, über die sie sich ausbreiten. Dagegen nehmen die Regenwälder auf relativ kleinen Flächen besonders viel CO2 auf, um daraus Biomasse zu produzieren.

Empfindliche Reaktion auf Wassermangel

In der weltweiten Analyse hat das Forscherteam festgestellt, dass die Menge des CO2, das durch die Fotosynthese in Blättern gebunden wird, in verschiedenen Vegetationszonen von unterschiedlichen Klimafaktoren beeinflusst wird. “Einmal spielt die Temperatur eine größere Rolle, ein anderes Mal die Intensität des eingestrahlten Lichts und ein weiteres Mal die Wassermenge, die Pflanzen aus dem Boden saugen können”, erklärt Reichstein.

Global wirkt sich allerdings der Faktor Wasser am stärksten aus. Auf 40 Prozent der bewachsenen Erdoberfläche betreiben Pflanzen mehr Fotosynthese, wenn das Wasserangebot wächst, und weniger, wenn eine Dürre um sich greift. In gemäßigten Gras- und Buschlandschaften hängt die Menge an CO2, die Pflanzen als Zucker binden, zu 69 Prozent von ihrer Wasserversorgung ab, im tropischen Regenwald nur zu 29 Prozent.

Weitere Informationen:
Max-Planck Forschungsgruppe “Biogeochemische Modell-Daten Integration”, Max-Planck Institut für Biogeochemie, http://www.bgc-jena.mpg.de/bgc-mdi/ und Datenbank Fluxnet: http://www.fluxdata.org/default.aspx
(Ende)

Gene verraten erwartbares Lebensalter

Gesundes Leben und Sport dennoch notwenig für hohes Alter

Boston - Paola Sebastiani und Thomas Perls von der Boston University http://www.bu.edu haben ein Verfahren entwickelt, das die Wahrscheinlichkeit vorhersagt, ob ein Mensch mehr als hundert Jahre alt wird. Grundlage sind 150 genetische “Wegweiser”, die bei besonders alten Menschen nachgewiesen wurden. Die Wissenschaftler entwickelten ein mathematisches Modell, das die genetischen Marker auswertet und so eine Vorhersage treffen kann. Details der Studie wurden in Science http://www.sciencemag.org veröffentlicht.

Grundlage für die aktuelle Forschungsarbeit war die weltweit bisher größte Studie mit Hundertjährigen. Nur einer von 6.000 Menschen in den Industrieländern erreicht dieses Alter. 90 Prozent von ihnen sind mit 93 Jahren noch immer frei von Behinderungen und Einschränkungen. Das Team geht davon aus, dass es gelungen ist, das genetische Geheimnis dieser Langlebigkeit zu lösen. Erste Schritte für die Studie wurden bereits 1995 unternommen. Seit damals haben sie das Genom von 1.000 Hundertjährigen untersucht.

Eindeutige genetische Hinweise

Es gelang den Forschern, genetische Marker zu identifizieren, in denen sich Hundertjährige am meisten von zufällig ausgewählten anderen Menschen unterscheiden. Vergleichende Tests des Modells ergaben eine Genauigkeit von 77 Prozent. Sebastiani argumentiert, dass so bei 77 von 100 Menschen vorhergesagt werden kann, ob sie mehr als hundert Jahre alt werden.

Jene 23 Prozent, in denen die Vorhersage nicht stimmte, weisen darauf hin, dass die Gene zwar eine entscheidende Rolle spielen, jedoch nicht die einzige Erklärung für ein langes Leben sind. Faktoren wie Umwelt oder Lebensstil helfen dabei zu erklären, warum manche Menschen länger und gesünder leben.

Gesundes Leben und Sport wichtig

Perls wies darauf hin, dass eine frühere Studie zur Langlebigkeit eine Gruppe von “Adventisten vom Siebenten Tage” untersucht hatte. Sie haben mit 88 Jahren wahrscheinlich die höchste durchschnittliche Lebenserwartung in Amerika. Ihre Religion verlangt von ihnen, vegetarisch zu leben, regelmäßig Sport zu betreiben, keinen Alkohol zu trinken und nicht zu rauchen. Ihren Stress bauen sie sehr gut über die Religion und die Familie ab.

Sehr überraschend war laut Sebastiani, dass nicht das Fehlen einer genetischen Prädisposition für Krankheiten entscheidend ist, sondern eher eine Anreicherung der Langlebigkeit. Perls hält es für durchaus möglich, einen einfachen Test zu entwickeln, der eine überdurchschnittliche Lebenserwartung vorhersagen kann. Mit diesen Informationen muss man jedoch sehr vorsichtig umgehen. Dennoch arbeitet einer der Mitautoren bereits an einer frei zugänglichen Internetseite mit dem mathematischen Modell. (Ende)
_____________________________________________________________________________________________________________
www.angstfreisein.de - Ein Ausweg aus der Krise

Facebook, “Wer-kennt-wen”, Netlog & Co. schützen nicht vor Einsamkeit

Oberflächlichkeit als Falle für Menschen mit Kontaktschwierigkeiten

Tucson/Wien - Social Networks helfen nicht dabei, enge Freundschaften zu schließen. Im Gegenteil, sie können Menschen in Einsamkeit, Schlaflosigkeit oder Stress treiben, sagen Forscher der University of Arizona http://www.arizona.edu. Schuld daran sei die häufig zu beobachtende Oberflächlichkeit des Kontakts mit der Vielzahl an gesammelten “Freunden”. Diese rufe bei manchen Menschen Distanzgefühlen hervor, ermittelten die Forscher in einer Studie.

Abgewertete Freundschaft

Dass Facebook und Twitter den Begriff der Freundschaft verändert haben, sieht auch der Wiener Psychotherapeut Raphael Bonelli http://www.bonelli.info . “War sie ursprünglich ein ‘dem anderen Gutes wollen’, so bedeutet sie im Internet oft, dass man andere über die aktuelle Befindlichkeit informiert, Nachrichten eines anderen abonniert und Teilnahme zeigt.” Seien Social-Networks-Kontakte Freundschaften, so höchstens deren oberflächlichste Form. Die weit verbreitete Mitteilung von Belanglosem senke zudem die Aufmerksamkeit erheblich.

Im Widerspruch dazu steht freilich die durchschlagende Beliebtheit der Netzwerke. Für Bonelli ist diese ein Zeichen der Sehnsucht vieler, wahrgenommen zu werden, sowie auch des Narzissmus. “Jeder will gerne viele Freunde haben und sich anderen mitteilen.” Gerade das Freundschaft-Schließen per Mausklick könne aber zum Problem werden, sobald die Jagd nach möglichst vielen Kontakten Überhand nimmt. “Technisch ist es möglich, 500 oder mehr Facebook-Freunde zu besitzen. Über eine gute soziale Vernetzung sagt das aber wenig aus.”

Gelingen des realen Lebens wichtig
Grundsätzlich sind soziale Netzwerke neutral zu bewerten, betont der Experte. “Sie helfen, einen bestehenden Kontakt aufrecht zu erhalten. Wer eine Freundschaft über Facebook schließt, bleibt aber oft auf dieser Ebene, ohne jemals in realen Kontakt zu treten.” Speziell Menschen mit Sozialphobien können oft nur anonym über Facebook kommunizieren, während es außerhalb nicht klappt. “Wer sonst ein gelungenes Leben führt, wird auch mit dem Internet gut zurecht kommen. Wird das Medium als Kriterium für gelungenes Leben, gibt es ein Problem.”

Um die Vorteile der sozialen Netzwerke bestmöglich zu nutzen, rät der Psychotherapeut, sie mit Maß einzusetzen. “Zielführend ist sicher die Überlegung, wofür man sie nutzen will und was das Ziel ist. Online-Medien taugen nur sehr bedingt dazu, gemeinsam ein Bier zu trinken.”

Einsamkeit beruht auf Wahrnehmung

Die US-Studie liefert einen Hinweis dafür, warum manche Menschen trotz vieler Kontakte einsam sind. “Einsamkeit beruht auf sehr subjektiver Wahrnehmung. Die gleiche Situation kann von einsamen Menschen als Problem wahrgenommen werden, von anderen jedoch nicht”, berichten die Forscher in der Zeitschrift “Health Communications”. Einsamkeit ist laut ihrer Definition der Unterschied zwischen dem Niveau an Sozialkontakten, das ein Mensch erreicht hat und dem, das er ersehnt.

Single im Sommer: Zeit zur Selbstfindung nutzen

Expertin: Langsamkeit als Qualitätszeit kommt viel zu kurz

Wien - Für viele Singles bedeutet die Ferienzeit im Sommer die Erinnerung an das Alleinsein. Doch das Alleinsein kann auch als Chance gesehen werden, wie Psychotherapeutin Sabine Fischer http://www.fischer-psychotherapie.at im ZARO-Interview betont. “Zweifelsohne ist der Mensch ein soziales Lebewesen, das zwischenmenschliche Beziehungen braucht. Doch man sollte die Zeit ohne Partner dazu nutzen, herauszufinden wer man ist, was einem wichtig ist, wohin man im Leben will und was einem geprägt hat”, so Fischer.

“In der heutigen Zeit wird alles unter immensen Zeitdruck gebracht. Jeder, der sich einsam fühlt, wird praktisch dazu gedrängt, sich möglichst schnell wieder zu binden, denn Single zu sein gehört nicht zu einem gelungenem Leben”, meint die Paartherapeutin. “Doch allein leben zu können, bringt Unabhängigkeit und man kann daher jeden Tag sagen ‘Ich kann mich frei entscheiden, meinen Partner zu wählen’.”

Alleinsein als positive Ressource

Auf dem Weg Erfüllung zu finden, ist ein wichtiger Schritt die eigene Persönlichkeit kennenzulernen und auf die Reise in sich selbst gehen. “Ebenso ist Geduld nötig, denn ein heute gesetzter Baum trägt nicht sofort Früchte”, erklärt die Therapeutin. In einer schnelllebigen Zeit wie heute, ist alles nur auf möglichst rasche Erfüllung der Bedürfnisse abgestimmt. Verliebtheit passt da gut dazu. “Echte tiefe Liebe braucht jedoch Zeit zum Wachsen. Zum Unterschied dazu, könne Verliebtheit innerhalb von Sekunden entstehen. “Was schnell entsteht, kann jedoch auch schnell verschwinden”, gibt Fischer zu Bedenken.

Damit eine neue Beziehung entstehen kann, hilft es auch darüber nachdenken, warum vorhergehende Beziehungen gescheitert sind und welchen Anteil man selbst daran getragen hat. “Die Aufarbeitung des bisherigen Lebens ist wichtig, um nicht in die gleichen Verwicklungs- und Beziehungsfallen zu tappen, die damals schon nicht funktioniert haben”, so Fischer.

Volle Hingabe erfordert Reife

“Echte Liebe beginnt in der Liebe zu sich selbst. Erfüllung ist nur dann möglich, wenn man bereit ist, sich für Neues zu öffnen”, erklärt Fischer. Man sollte auch hier damit rechnen, dass es möglicherweise Enttäuschungen gibt und dass man diese auch aushält. “Dabei ist es wichtig, von seinem Partner akzeptiert zu werden wie man ist. Umgekehrt nimmt man das, was geboten wird an und drängt nicht ständig.”

“Da der Partner ein Spiegel ist, werden einem oft die eigenen Seiten an sich gezeigt, die man so gar nicht sehen mag”, erklärt Fischer. “Eigentlich muss man dafür dankbar sein, denn gerade dort liegt das Weiterentwicklungspotenzial. Wenn man einmal erkannt hat, dass es nicht der andere ist, der schuld ist, dann steht die Beziehung auf stabilerem Grund.” Dann kann eine neue Phase beginnen.

Expertenrat kann nützlich sein

“Experten können helfen aufzuzeigen, wo die eigenen Anteile und wo es Anteile des Partners sind, die Konflikte verursachen. Man trifft sich nämlich immer mit den gleichen Grundkonflikten, weil einem diese unbewusst bekannt sind. Da die Psyche auf Weiterentwicklung ausgelegt ist, sucht man sich unbewusst den Partner, der einem am besten weiterbringt”, erklärt Fischer. Doch Weiterentwicklung brauche Zeit. “Zeiten allein zu verbringen, macht es möglich sich selbst zu finden und besser nachzudenken, wo man selbst und wo der andere steht.”

“Oft zeigen erst Krisen die tiefen Seiten der Persönlichkeit und bringen durch gemeinsam Erlebtes eine bessere langanhaltende Basis, die nicht so leicht erschüttert werden kann”, erklärt die Paartherapeutin. “Wer an sich selbst arbeitet, kann eine Entscheidung aus vollem Herzen treffen und so seinen Seelenpartner treffen.” (Ende)
_____________________________________________________________________________________________________________
Angst-Expertin berichtet: www.angstfreisein.de

Biolandbau: Artenvielfalt ersetzt Insektizide

Erhalt des Lebensraums als Grundansatz

Washington DC/Wien - Forscher der Washington State University und der University of Georgia haben festgestellt, dass ökologischer Landbau die Artenvielfalt von natürlichen Nutztieren erhöht. In Kartoffelfeldern hatte das den Effekt, dass es weniger Insektenfraß und zudem größere Kartoffel gab. Die Studie wurde vom National Institute of Food and Agriculture (NIFA) http://www.csrees.usda.gov durchgeführt und im Fachmagazin Nature veröffentlicht.

“Es war bis jetzt immer ein Rätsel, wie Ökobauern hohe Erträge ohne synthetische Insektizide erzielen konnten”, meint Studien-Koautor Bill Snyder, Professor für Entomologie an der Washington State University http://www.wsu.edu. “Unsere Studie kommt zum Schluss, dass der Erhalt der Artenvielfalt ein Schlüssel zum Erfolg ist.” Ökosysteme mit einer größeren Anzahl von Arten halten die Schädlinge fern bzw. sorgen dafür, dass sie nicht überhand nehmen.

Anderes Denkschema im Biolandbau

“Der Grundansatz des Ökolandbaus ist der Erhalt der Vielfalt der Lebensräume”, so Reinhard Geßl, vom Forschungsinstitut für ökologischen Landbau (FIBL) http://www.fibl.org im Interview. Das bedeutet, dass man so schonend vorgeht wie nur möglich. “Mit der Schaffung eines möglichst stabilen ökologischen Gleichgewichts werden Schädlinge von Nützlingen unter Kontrolle gehalten.”

Der Ansatz im Ökolandbau sei völlig anders, denn hier stellt sich der Bauer nicht die Frage “Wie bekomme ich den Schädling weg”, sondern “Warum ist der Schädling da”. Eine gewisse Anzahl von Schädlingen in einem Feld sei nicht problematisch. Feldversuche haben beispielsweise gezeigt, dass Kartoffelkäfer im Biolandbau nicht über Hand nehmen. Aus welchem Grund die Kartoffel größer wachsen, sei nicht ganz klar, meint der Experte.

Nützlinge als gute Schädlingsbekämpfer

Auch die US-Studie kommt zum Schluss, dass Ökosysteme mit einer höheren Anzahl verschiedener Lebewesen die gesündesten sind. Die Verwendung von Insektiziden verringert die Biodiversität, weil sie die Vielzahl der Spezies verändert und dadurch zu einer Ungleichgewichtung führt. In der konventionellen Landwirtschaft fallen auch Nützlinge den Insektiziden zum Opfer. Versuche haben gezeigt, dass Nützlinge die besseren Schädlingsvertilger waren.
_____________________________________________________________________________________________________________
www.zaronews.com

Borderline betrifft sechs Prozent der Jugend

Erster Weltkongress zur bekanntesten Persönlichkeitsstörung

Berlin - Einer von 16 Jugendlichen leidet an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Zum ersten Mal widmet sich ab heute, Donnerstag, in Berlin ein Weltkongress http://www.borderline-congress.org dieser Krankheit und bespricht ihre Ursachen und Therapien. “Die BPS als Krankheit ist erst vor zehn Jahren in der Wissenschaft angekommen. Dass sich ein Weltkongress ausschließlich mit dem Thema beschäftigt, ist jedoch überfällig”, betont Frank Schneider, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde http://www.dgppn.de, im Interview.

Borderline ist eine schwere psychische Störung, die in der Jugendzeit beginnt. Sechs Prozent aller 15-Jährigen verletzten sich selbst, denken an Selbstmord oder beruhigen sich mit Drogen. Professionelle Hilfe suchen die wenigsten und bei vielen entsteht in Folge das Vollbild der Störung mit intensiven Gefühlsschwankungen, schweren Störungen des Selbstwerts und Hass gegen sich und den eigenen Körper. Das Eingehen von Beziehungen wie auch das Alleinesein fällt sehr schwer. Viele verletzen sich wiederholt selbst, versuchen den Selbstmord, nehmen Drogen oder entwickeln Essstörungen.

Nicht immer Folge traumatischer Kindheit
Der Rückstand im Wissen über BPS hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gebessert. Man vermutet heute, dass bei einem großen Teil der Betroffenen schwerer sexueller Missbrauch oder schwere Vernachlässigung in der Kindheit die Hauptursachen sind. Entsprechend zeigen auch veränderte Gehirnstrukturen Spuren früher Gewalterfahrung. Allerdings haben über 40 Prozent der Patienten keine derartigen Erfahrungen hinter sich, was auf ein Mitspielen der Genetik deutet. “Wie die Neurobiologie des Patienten und sein Erleben genau zusammenwirken, muss erst erforscht werden”, erklärt Schneider.

Heute weiß man auch besser, was bei BPS vor sich geht. Gestört ist die Regulation der Emotionen, wodurch Betroffene alle Gefühle intensiver, stürmischer und anhaltender erleben als gesunde Menschen. Teilweise sind die Emotionen so stark, dass das Körpergefühl völlig verschwindet, die Realität nicht mehr wahrgenommen wird und die Welt als Nebel erscheint. Die Selbstschädigung soll hier eine kurzfristige Beruhigung herbeizuführen, während jedoch die Mitteilung des Leidens nach Außen extrem schwer fällt.

Verhaltenstherapie zeigt Erfolg

Ein Schwerpunkt für die Zukunft wird das Verhalten der Patienten und die Therapie bleiben. “Man muss weiter erforschen, welche Therapieformen in Frage kommen. Bisher sind die psychotherapeutischen Zugänge am vielversprechendsten”, so Schneider. Als erste störungsspezifische Verhaltenstherapie hat sich die dialektisch-behaviorale Therapie etabliert und konnte sich auch in Studien als wirksam erweisen. Die stationäre Versorgung von BPS spezialisiert sich zunehmend an den Fachkliniken, arge Rückstände gibt es hingegen noch in der ambulanten Behandlung. (Ende)
_____________________________________________________________________________________________________________
eBook zum Thema Angst: www.angstfreisein.de