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Archive für 8.9.2010
Welterschöpfungstag: Menschen leben auf Pump
8.9.2010 von zaro.
Natürliche Ressourcen werden jedes Jahr schneller verbraucht
Berlin/Frankfurt am Main - Seit dem Wochenende lebt die Menschheit, was den Verbrauch an ökologischen Ressourcen angeht, wieder auf Pump. Dies ergeben Berechnungen des Ökologischen Fußabdrucks vom Global Footprint Networks, an dem auch der WWF http://wwf.de beteiligt ist. Der diesjährige “Welterschöpfungstag” war der 21. August. Damit rückt er im Kalender weiterhin stetig nach vorn. 2009 fiel er noch auf den 25. September.
“Den Rest des Jahres leben wir auf Kredit und verbrauchen die Reserven der Erde”, so Christoph Heinrich, Geschäftsleiter Naturschutz des WWF Deutschland. Die vorhandenen Ressourcen der Erde verbrauche die wachsende Weltbevölkerung immer schneller. “Bis Ende 2010 werden wir voraussichtlich 150 Prozent unserer Ressourcen aufgebraucht haben”, so Heinrich weiter. “Die Erde würde eineinhalb Jahre brauchen, um sich von diesem Raubbau zu erholen.”
CO2-Fußabdruck hat sich verdoppelt
Der Ökologische Fußabdruck berechnet, wie viel produktive Fläche benötigt wird, um alle Ressourcenbedürfnisse inklusive der Energieversorgung und Müllentsorgung der Menschheit zu gewährleisten. Auch die CO2-Emissionen werden dabei einbezogen. Sie machen den größten und am schnellsten wachsenden Teil dieses Fußabdrucks aus. Allein der CO2-Fußabdruck der Menschheit habe sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Bereits seit 30 Jahren können sich die natürlichen Ressourcen der Erde nicht mehr so schnell erneuern, wie die Menschheit sie verbraucht.
“Klimawandel, Artensterben, Wassermangel sowie der Kollaps der Fischbestände sind klare Anzeichen dafür, dass der Planet unter der menschlichen Übernutzung leidet. Die Folgen sind heute schon sichtbar. Wir können nicht nur auf Kredit konsumieren, irgendwann müssen wir auch unsere Schulden bei der Natur zurückzahlen”, so Christoph Heinrich. Regierungen, Unternehmen und Konsumenten hätten bereits heute Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben, sei es durch Energieeffizienz, den Einsatz Erneuerbarer Energien, bewussteren Fleischkonsum oder umweltfreundliche Mobilität.
Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit
Unternehmen wie Edeka, Krombacher, Samsung oder die Allianz unterstützen den WWF und führen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen im eigenen Unternehmen ein. Allianz Global Investors http://allianzglobalinvestors.de beispielsweise setzt sooft wie möglich auf Telefon- und Videokonferenzen statt Flüge.
“Im Bereich der Nachhaltigkeit verfolgen wir in Frankfurt noch weitere Ansätze wie Wassereinsparungen und die Rückgewinnung von Regenwasser. Wir haben umgestellt auf Recyclingpapier, verzichten wo es geht auf Farbausdrucke. Dokumente drucken wir für Meetings im verkleinerten Format, sodass wir zwei Seiten auf eine Din A4-Seite bekommen”, erklärt Heinrich Durstewitz, Sprecher der Allianz-Tochter, im pressetext-Interview. (Ende)
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Männer im Wechsel: Unerkannt und unbehandelt
8.9.2010 von zaro.
Niedrige Testosteron-Werte machen müde, schlecht gelaunt und fett
Chicago/Linz - Was bei Frauen in aller Stärke auftritt und als Krankheitsbild anerkannt ist, sorgt beim männlichen Geschlecht für Verwirrung und Unklarheit, die zumeist auf Unwissenheit basiert. Die Rede ist vom männlichen Wechsel. Ein US-Urologenteam der Northwestern University http://www.northwestern.edu hat in einer aktuellen Studie festgestellt, dass 95 Prozent der Fälle unerkannt und daher auch unbehandelt bleiben. Auch der Linzer Sexualmediziner Georg Pfau http://www.sexualmedizin-linz.at kommt gegenüber der Presse zum gleichen Schluss.
“In den meisten Fällen werden die Symptome als Midlife-Crisis abgetan”, meint Pfau. “Die Betroffenen berichten nicht über das Nachlassen der sexuellen Leistungsfähigkeit, sondern über depressive Stimmungen, Energiedefizit, Müdigkeit, Schlafstörungen sowie Muskelab- und Fettaufbau”, so der Mediziner. Gesellschaftlich würden diese Zustände sehr häufig mitleidig belächelt. Dass der Hormonabbau ab dem 20. Lebensjahr beginnt, sei eine Tatsache. Kritische Werte würden dann zumeist ab dem 45. oder 50. Lebensjahr auftreten.
Mindestens fünf Mio. US-Bürger betroffen
“Der Hypogonadismus des alternden Mannes, auch Klimakterium virile genannt, zeigt sich durch niedrige Testosteronwerte und die damit in Verbindung stehenden Störungen”, berichtet Robert Brannigan, Urologe am Northwestern Memorial Hospital. Die männlichen Hoden erzeugen deutlich weniger Testosteron. “Trotz der hohen Prävalenz der Störungen bleiben bis zu 95 Prozent nicht diagnostiziert. Die Folge davon ist eine Einbuße der Lebensqualität”, so der Mediziner. Betroffen davon sind laut Experten mindestens fünf Mio. Männer. Die Zahlen könnten jedoch bedeutend höher sein.
Auch Pfau weiß aus eigenen Erfahrungen, dass viele Betroffene Anti-Depressiva schlucken, die nicht immer Hilfe bringen. “Damit ist das Problem keineswegs gelöst”, meint der Mediziner, der auch in Österreich große Wissensdefizite ortet. Gründe dafür sind das Negieren der Krankheitsbilder, aber auch eine allgemeine Stigmatisierung des Themas. “Außerdem gibt es Männer, die zwar ihre Schwächen erkennen, aber nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen.” Ähnlich berichtet auch Brannigan: “Männer leiden oft still vor sich hin”, so der Forscher.
Lebensqualität ganz einfach erhöhen
“Gerade weil die Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen, muss man reagieren”, schreibt Brannigan. Die Verabreichung von Testosteron ist heute kein großes Problem mehr, erklärt der Experte. Doch dies sei nicht bei jedem Patienten möglich. Abgeklärt werden sollte vorher dringend, ob ein Prostatakrebs ausgeschlossen werden kann.
Vor der Verabreichung des Hormons wird der aktuelle Hormonstatus über das Blutbild erhoben. “Doch ebenso wichtig ist ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Mediziner”, betont Pfau. “Denn nur dieser kann auch klar erkennen, ob tatsächlich eine solche Behandlung sinnvoll ist.” Der Hormonstatus alleine sei nicht aussagekräftig, da es auch junge Menschen mit niedrigeren Testosteronwerten gibt. (Ende)
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