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Archive für August 2011
Fettrezeptor auf menschlicher Zunge entdeckt
26.8.2011 von zaro.
Kategorisierung der Geschmacksqualität möglich
München - Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) http://www.dife.de hat in Kooperation mit der TU München und der Charité Berlin einen Fettrezeptor auf der menschlichen Zunge entdeckt. “Es gibt beim Menschen einen Geschmacksrezeptor für Fett”, sagt Maik Behrens vom DIfE gegenüber der Presse. Der Rezeptor wird durch langkettige Fettsäuren aktiviert, die hauptsächlich für den typischen Fettgeschmack verantwortlich sind. Möglicherweise könnte er für die Fettgeschmackswahrnehmung und das Ernährungsverhalten eine Rolle spielen.
Weitere Studien erforderlich
Die Geschmackswahrnehmung spielt evolutionsbiologisch eine wichtige Rolle. Die Natur hat es dabei so eingerichtet, dass wir Geschmacksvorlieben für Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette entwickelt haben. Man weiß von Rezeptoren, die auf der menschlichen Zunge auf süß, sauer und bitter reagieren. Ein Rezeptor für fettig hat man nicht auf der Zunge vermutet. “Dies als Beweis für die Existenz einer sechsten Grundgeschmacksqualität ‘fettig’ zu sehen, wäre aber sicher vorschnell”, schränkt Wolfgang Meyerhof vom DIfE ein.
“Hierfür müsste man nachweisen, dass das durch den Fettrezeptor ausgelöste Signal über spezialisierte Geschmackszellen und nachgeschaltete Nervenbahnen als Geschmackssignal an das Gehirn weitergeleitet wird”, erklärt Behrens. Dennoch seien die Ergebnisse sehr interessant, da sie erstmalig zeigten, dass auch der Mensch in seinen Geschmacksknospen über einen Fettrezeptor verfügt.
Bislang sind die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die menschliche Geschmacksvorliebe für Fett hauptsächlich auf die Beschaffenheit fetthaltiger Nahrung und im Fett gelöste Aromastoffe zurückzuführen ist. Studien an Nagern sowie sensorische Tests erhärteten in jüngster Zeit aber den Verdacht, dass auch Geschmacksrezeptoren an der sensorischen Wahrnehmung von Fett beteiligt sind und damit indirekt die Fettaufnahme beeinflussen können.
Das Forscherteam untersuchte, ob die in den Nagerstudien identifizierten Rezeptorkandidaten auch beim Menschen eine Rolle als Fettgeschmackssensor spielen. Ein Rezeptor erwies sich dabei als besonders vielversprechend, denn die Wissenschaftler konnten ihn in menschlichen Geschmacksknospen nachweisen - also dort, wo ein Geschmacksrezeptor erwartet Wird. Zukünftig wollen die Forscher ihre Ergebnisse als Basis für weitere Forschungsarbeiten nutzen. So soll geklärt werden, ob es eine sechste Grundgeschmacksqualität gibt. (Ende)
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Lange Anreise erscheint am Rückweg kürzer
26.8.2011 von zaro.
Erwartung und Vorfreude steuern den Rückreise-Effekt
Tilburg/Freiburg - Die Rückreise aus dem Urlaub ist oft viel kürzer als die Anreise - zumindest in unserer Wahrnehmung. Warum das trotz gleicher Reisezeit und -distanz so ist, erklären holländische Forscher im Springer-Journal “Psychonomic Bulletin & Review”. Nicht die Vertrautheit des Weges, sondern die Erwartungshaltung führt demnach zum Rückreise-Effekt. “Das betrifft die Erwartung an die Reisedauer, jedoch auch jene an den Zielort”, ergänzt der Freiburger Psychologe Marc Wittmann im Presse-Interview.
Gefühlte Zeit ist manipulierbar
“Die Zeit, die wir für die Anreise benötigen, unterschätzen wir oft und empfinden sie deshalb als lang. Auf der Rückreise ist dann das Gegenteil der Fall”, sagt Niels van de Ven von der Universität Tilburg http://www.tilburguniversity.edu . Allzu großer Optimismus bei der Hinfahrt verkürzt somit die gefühlte Dauer der Rückfahrt, wie ein Experiment mit 350 Touristen zeigte. Eine Gruppe machte eine Busreise, die zweite fuhr mit dem Rad und die dritte sah bloß das Video einer Radtour. Kürzer empfanden besonders jene die Rückreise, die die Anreise als unerwartet lange erlebt hatten.
Auch Manipulationen sind möglich. Der Rückreise-Effekt verschwindet etwa bei Menschen, denen man sagt, dass ihnen die Anreise lange vorkommen wird. Warnt man jemanden, dass die Anreise sehr lange dauern wird, so erscheint die Reise insgesamt kürzer. Die bisher häufigste Erklärung - dass Reisende bei der Hinreise mit der Route vertraut werden und sie später besser abschätzen können - dürfte hingegen falsch sein. “Der Effekt hält auch bei einer neuen, doch gleich langen Rückreiseroute an”, so Studienleiter van de Ven.
Vorfreude bremst die Zeit
Wie Wittmann darlegt, dehnt jedoch auch die Sehnsucht nach dem Ankommen die Zeit. “Wer auf den Telefonanruf seiner Liebsten wartet, ist auf die Zeit fixiert und empfindet sie als lange. Ähnliches trifft zu für den, der seinem langweiligen Alltag entkommen und endlich den Urlaubsort sehen will. War hingegen der Urlaub scheußlich und man freut mich schon, endlich wieder zuhause zu sein und die Freunde zu sehen, dauert vielleicht sogar die Rückreise länger”, so der Psychologe.
Wen das lange Zeitempfinden stört, sollte sich ablenken, rät Wittmann. “Das gilt besonders dann, wenn etwa die Kinder auf der Rückbank im Auto ständig danach fragen, wie lange es denn noch dauert. Das beste was Eltern dann tun können ist, die Kinder zu unterhalten und sie von der Zeit abzulenken, die dann plötzlich wieder schnell vergeht.” (Ende)
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Einweghandschuhe: Kein Schutz vor Putzmitteln
24.8.2011 von zaro.
Erhebliche Gefahren für die Haut durch aggressive Chemikalien
Dresden - Haushaltshandschuhe können Hauterkrankungen auslösen. “Die Problematik ergibt sich im Wesentlichen bei Latexeinmalhandschuhen”, sagt Andrea Bauer, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie in Dresden http://uniklinikum-dresden.de, gegenüber uns. Eine Untersuchung von mehr als 800 Reinigungskräften mit Hauterkrankungen belegt, dass besonders der Gummi-Zusatz Thiuram die Ursache für schwere Hautreizungen ist.
Worst Case Berufsunfähigkeit
Vor den in Desinfektionsmitteln enthaltenen Chemikalien wie Formaldehyd, Glyoxal, Glutaraldehyd und Benzalkoniumchlorid schützen die Handschuhe nicht. Die dünne Gummischicht hält zwar Viren, Pilze und Bakterien zurück, doch die in Reinigungsmitteln enthaltenen Chemikalien können oft die Einmalhandschuhe durchdringen. “Kontaktekzeme sehen anfänglich oft harmlos aus und werden nicht ernst genommen. Zunächst entstehen Irritationen der Haut, die sich nur durch Rötungen und Schuppungen bemerkbar machen. Wenn sich aber auf der Basis der gestörten Hautbarriere Allergien gegen Berufsstoffe entwickeln, kann das im schlimmsten Fall zur Berufsunfähigkeit führen”, sagt Bauer.
Der Hautkontakt zu Thiuramen, ebenso wie zu Chemikalien in Desinfektionsmitteln, lässt sich mit dem richtigen Schutzhandschuh leicht vermeiden. Wer mit aggressiven Reinigern oder Chemikalien arbeitet, sollte zudem auf chemikalienundurchlässige dickere Mehrweg-Handschuhe zurückgreifen. “Die in der Studie ermittelte Häufigkeit der Ursachen für die Hauterkrankungen der Reinigungskräfte deutet darauf hin, dass viele Firmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter durch falsche Arbeitshandschuhe aufs Spiel setzen”, sagt Bauer.
Auch im Haushalt Mehrweghandschuhe nutzen
Doch auch bei Arbeiten im Haushalt sind medizinische Einweghandschuhe fehl am Platz. Nicht nur viele Allergien auslösende Stoffe und Chemikalien greifen die Haut an. Auch häufiges Händewaschen oder übermäßiges Schwitzen senken deren Widerstandskraft. Eine durch Feuchtigkeit gequollene oder durch Hautreizungen geschädigte Oberhaut ist ein ideales Einfallstor für Keime. “Am besten ist es, wenn unter dem Schutzhandschuh noch ein dünner Baumwollhandschuh getragen wird, der die Schwitzneigung der Haut verringert und sich heiß waschen lässt”, rät die Hautärztin im Presse-Gespräch. (Ende)
Idee dazu einfach mit Cleanergizer putzen, reinigen waschen, ohne Chemie: http://www.cleanergizer.com
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Fettleibigkeit hat mit geringer Bildung zu tun
22.8.2011 von zaro.
Nicht Armut, sondern Unwissen macht Menschen dick
Hamburg - Um dem Problem der Fettleibigkeit beizukommen, denken Ärzte und Politiker immer wieder auch über finanzielle Anreize zum Abnehmen oder zur gesünderen Ernährung nach. Der Gesundheitsökonom Hans-Helmut König vom Institut für Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf http://uke.de steht Ideen wie Fettsteuer und Zahlungen für verlorene Pfunde kritisch gegenüber. “Ich stelle eine Fettsteuer als Steuerungsinstrument nicht grundsätzlich in Frage”, sagt König gegenüber pressetext.
Laut dem Fachmann gestaltet sich im Gegensatz zu Tabak und Alkohol die Besteuerung von Fetten jedoch ungleich komplexer, da Fett ein Bestandteil vieler Nahrungsmittel ist. “Die verfügbare Evidenz zu den Effekten fiskalischer Maßnahmen auf den Konsum, das Körpergewicht oder die Gesundheit im Allgemeinen ist nicht sehr reichhaltig”, so der Experte. Letztlich sei es weniger das Geld, sondern vielmehr Bildung, die schlank mache.
Fettes Essen ist billig
In den Industriestaaten kommen Übergewicht und Adipositas bei Personen mit niedrigem Einkommen deutlich häufiger vor. Daraus schließen Experten, dass Geld schlank macht. Eine denkbare Begründung wäre, dass hochkalorische, fettreiche Lebensmittel vergleichsweise billig sind und die Haushaltskasse weniger belasten als etwa Obst und Gemüse.
“Wichtiger ist jedoch in diesem Zusammenhang, dass höhere Einkommen in der Regel eine Folge des erworbenen Bildungsgrades sind. Bildung beeinflusst auch relevante Einstellungen wie das Gesundheitsbewusstsein oder das Ernährungs- und Bewegungsverhalten”, sagt König. Es sei denkbar, dass im Allgemeinen das Gesundheitsbewusstsein und damit verbundene gesunde Verhaltensweisen in höheren Bildungsschichten stärker ausgeprägt sind.
Schulen sollen aufklären
Schulen bieten sich für die Primärprävention an. Kinder und Jugendliche sollten jedoch in der Lage sein, die Informationen zu verarbeiten. “Insbesondere aufgrund der Schulpflicht sind Schulen geeignet, junge Menschen möglichst früh hinsichtlich eines gesunden Lebenswandels und der Konsequenzen von Risikoverhalten in Bezug auf Rauchen, Alkohol, ungesunde Ernährung oder zu wenig Sport aufzuklären”, sagt König im pressetext-Gespräch.
Außerdem könnten diese Informationen relativ einfach in bestehende Lehrpläne eingearbeitet und von Lehrern vermittelt werden - und das ohne gravierende zusätzliche Kosten. Allerdings erreicht man laut König somit primär Kinder; indirekt vielleicht auch deren Eltern und Geschwister. Hinsichtlich vieler Volkskrankheiten bestehe jedoch Bedarf, auch in anderen Bevölkerungsgruppen Prävention zu betreiben, indem Hausärzte übergewichtige Patienten auf gesundheitliche Folgen hinweisen. (Ende)
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Partner: Vorbilder für ungesunde Gewohnheiten
22.8.2011 von zaro.
Rauchen, Trinken und fettes Essen in Beziehungen keine Seltenheit
Cincinnati - Dass sich Partner in langjährigen Beziehungen gegenseitig motivieren, schlechte Gewohnheiten abzulegen, ist in der Wissenschaft bereits bekannt. Eine neue Studie der University of Cincinnati http://www.uc.edu/ hat nun ergeben, dass sich Pärchen auch zu schlechten und ungesunden Gewohnheiten anstiften. Befragt wurden die Teilnehmer nach ihrem Zigaretten- und Alkoholkonsum, nach ihrer Ernährung und den Schlafgewohnheiten. Studienautorin Corinne Reczek identifiziert dabei drei Modelle, wie es zur Beeinflussung kommt; durch direkten schlechten Einfluss, die Synchronisierung des Lebensstils und durch das Konzept der Eigenverantwortlichkeit.
Vorbildwirkung ist bekannt
“Fälle der Vorbildwirkung sind bekannt. Es kommt vor, dass ein Partner Alkohol trinkt und das dann übernommen wird”, erklärt Luigi Trenkler, Paartherapeut und Lektor an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien http://www.sfu.ac.at/ , im Gespräch mit pressetext. In heterosexuellen Beziehungen wurde überwiegend der Mann als direkter schlechter Einfluss beschrieben, so die Studie.
Die Synchronisierung von schlechten Angewohnheiten ist fast ausschließlich in homosexuellen Beziehungen zu finden. Damit ist gemeint, dass sich Partner alleine nicht ungesund verhalten. Haben aber beide das selbe Laster, kämpfen sie nicht dagegen an. Das dritte Modell wurde hingegen nur in heterosexuellen Partnerschaften genannt. Unter dem Stichwort der Eigenverantwortlichkeit, wird nicht versucht den Partner im Kampf gegen ungesunde Gewohnheiten zu unterstützen.
Gemeinsamkeiten sind nicht das Problem
In der Paartherapie lassen sich diese neuen Erkenntnisse allerdings kaum umsetzen. “Es gibt eine Maxime: Das Paar kommt in die Praxis, weil es selbst ein Problem sieht”, so Trenkler. “Von außen Probleme aufzeigen, ist sehr heikel und würde den Patienten entmündigen.” Allerdings sieht der Paartherapeut die gemeinsamen Angewohnheiten, ob gesunde oder ungesunde, selten als Schwierigkeit in einer Beziehung. “Es ist eher ersichtlich, dass Unterschiede ein Problem werden können. Dies führt zu Konflikten. Gemeinsamkeiten sind zumindest für die Beziehungen förderlich”, erklärt Trenkler. (Ende)
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Gesunde Ernährung schützt vor Altersblindheit
22.8.2011 von zaro.
Sonnenlicht fördert irreversible Makula-Degeneration
München - Eine neue Untersuchung zeigt, dass Sonnenlicht Krankheitsprozesse auf der Netzhaut fördert. Diese können im schlimmsten Fall zur einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) führen. AMD ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in den Industrienationen. Mit seinen Kollegen von der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München http://www.uni-muenchen.de untersucht Marcus Kernt den Einfluss von Sonnenlicht auf die Netzhaut unter Laborbedingungen. “Die durch Licht induzierten Veränderungen sind mit denen, die nach der Behandlung mit Wasserstoffperoxid auftreten, vergleichbar”, erläutert der Forscher. Wasserstoffperoxid kann die Zellen irreparabel schädigen.
Vorbeugen wichtig
Ob und wie sich diese Prozesse medikamentös stoppen lassen, wird derzeit noch eingehend erforscht. Doch auch ohne Medikamente gibt es Möglichkeiten, einer AMD gezielt vorzubeugen. Rauchen und Bluthochdruck sind wichtige Risikofaktoren, die es zu vermeiden gilt. Hilfreich ist gesunde Ernährung. Schon durch die Ernährung können Menschen etwas für Ihre Augen tun.
Denn bestimmte gelb-orange Pflanzenfarbstoffe schützen unser Sehorgan, erläutert Gabriele Lang, Augenärztin aus Ulm: “Über die Nahrung aufgenommen, lagern sich die Pigmente Lutein und Xeaxanthin im Auge an, filtern kurzwelliges UV-und Blaulicht heraus und schützen dadurch die Fotorezeptoren der Netzhaut”, so die Expertin der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) http://dog.org .
Richtige Sonnenbrille aufsetzen
Neueste Studien bieten laut Lang Grund zur Annahme, dass vor allem eine Kombination an Mikronährstoffen dem Auge zu dieser “inneren Sonnebrille” verhilft. Neben Lutein und Xeaxanthin aus Brokkoli, Feldsalat, Mais oder Spinat sind es vor allem Omega-3-Fettsäuren aus fettem Seefisch, aber auch Weitraubenextrakt und Substanzen aus Olivenöl, die dem Auge zugute kommen.
Die DOG empfiehlt, an hellen Tagen eine Sonnenbrille zu tragen. Besonders wichtig sei, so Ohrloff, dass die Brillengläser einen UV-Schutz bieten. Brillen ohne UV-Schutz dagegen schadeten mehr als sie nützen. Denn die Pupille stellt sich weit, wenn die Gläser verdunkeln. Ohne UV-Schutz im Glas dringe auf diese Weise noch mehr schädliche Strahlung in das Auge als ohne Sonnenbrille. Sonnenbrillen sollten über einen Breitband-UV-400-Schutz verfügen. (Ende)
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Jungen immer früher geschlechtsreif
22.8.2011 von zaro.
18-Jährige körperlich gleichauf mit 22-Jährigen von früher
Rostock - Rein körperlich werden Jungen immer früher erwachsen, während sich die soziale Reife nach hinten verschiebt. Dass dieser Trend, der bisher nur bei Mädchen bekannt war, auch bei Burschen seit über 200 Jahren beinahe konstant anhält, zeigt Joshua R. Goldstein vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) http://www.demogr.mpg.de in der Zeitschrift “PLoS ONE”. “Ein heute 18-Jähriger ist körperlich so weit entwickelt wie ein 22-Jähriger im Jahr 1800″, so der Wissenschaftler im pressetext-Interview.
Frühe Liebe zum Risiko
Um 2,5 Monate pro Jahrzehnt hat sich die körperliche Reife junger Männer seit Mitte des 18. Jahrhunderts verschoben, so Goldsteins Ergebnis. Während der immer frühere Pubertätseintritt bei Mädchen biologisch belegt werden kann, ist man bei Jungen auf indirekte Methoden angewiesen. So konnten etwa Historiker bei Chorknaben belegen, dass sich der Stimmbruch von damals 18 Jahren auf heute fast 13 Jahre vorverlegt hat.
Einen neuen Ansatz liefert nun die Demografie mit Sterblichkeitsdaten. “Am Höhepunkt der Pubertät nimmt aufgrund der Hormonentwicklung das Risikoverhalten von Jungen und somit auch die Zahl der Unfälle durch Imponiergehabe, Unachtsamkeit und Gewaltbereitschaft sprunghaft zu. Diese Entwicklung lässt sich auch in der Mortalität feststellen, die mit 18 Jahren sechsmal höher ist als mit 13″, erklärt Goldstein. Dass sich dieser Höhepunkt ständig nach vorne geschoben hat, zeigen Daten aus Schweden, Dänemark, Norwegen, England und Italien.
Übergang dauert länger
Technischer Fortschritt oder soziale Verhaltensänderungen dürften nicht zu dieser Entwicklung beigetragen haben, zeigten doch das Aufkommen von Schusswaffen oder Autos keine Auswirkungen auf das Alter des Sterblichkeits-Maximums. “Wahrscheinlicher sind konstante Faktoren wie die bessere Ernährung oder die höhere Widerstandskraft gegen Krankheiten. Als bremsender Schutzfaktor dürfte sich aber die längere Aufsicht der Eltern auswirken, beginnen doch Jugendliche heute später zu arbeiten als früher”, so der Demograph.
Während also die Zeugungsfähigkeit und Stimmbruch der Jungen immer früher einsetzen, beginnt die soziale Reife - gemessen an Heirat, Kinderkriegen, Karriereeinstieg und finanzieller Unabhängigkeit - immer später. Wichtige Entscheidungen im Leben werden mit immer größerem Abstand zur Sorglosigkeit der Jugend gefällt, betont Goldstein. “Die Gesellschaft sollte sich somit mehr um die verlängerte Übergangsphase zum Erwachsenwerden kümmern. Für die Medizin und Biologie zeigt das Ergebnis, dass sich Jungen und Mädchen in ihrer Entwicklung mehr ähneln als bisher vermutet.”
Originalstudie unter http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0014826
(Ende)
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Gemeinsame Mahlzeiten immer seltener
18.8.2011 von zaro.
Abendessen ist wichtigste Familienmahlzeit des Tages
Heidelberg - Das Idealbild der gemeinsamen Mahlzeit zu Hause hat ausgedient. Eine starke Umbruchsphase bestimmt heute die soziale Konstellation des Essens, zeigt das im VS Verlag erschienene Buch “Mahlzeiten. Alte Last oder neue Lust?” der Rainer Wild-Stiftung für gesunde Ernährung http://gesunde-ernaehrung.org . Neue Arbeitswelten und Familienstrukturen haben das Essverhalten verändert, so Gesa Schönberger, eine der beiden Herausgeberinnen des Buches, im Presse-Interview.
Essenszeiten ade
Den deutlichsten Wandel gibt es beim Familientisch, stellt Schönberger fest. “Das Abendessen hat hier das Mittagessen als Hauptmahlzeit verdrängt. Dazu haben die langen Wege zwischen Arbeit und Wohnung, die steigenden Arbeitszeiten und Verpflichtungen und auch die Zunahme der Ein- und Zweipersonenhaushalte beigetragen.”Flexible, wechselnde Essgemeinschaften ersetzen die feste Platzverteilung am Esstisch, verschiedene Speisen am selben Tisch sind längst normal und fixe Essenszeiten die Ausnahme.”
Beim Kochen beobachten die Autorinnen, dass Frauen häufig nicht mehr fähig oder bereit dazu sind, die Familie alleine zu versorgen. Man setzt daher auf Zeitsparendes mit wenig Aufwand, wodurch die Küchen teils bis auf die Größe einer Kochnische schrumpfen. Mahlzeiten werden ausgelagert, etwa an Dienstleister außer Haus oder an die gemeinschaftliche Verpflegung im Beruf an Kantinen. Denn: Stets alleine essen will niemand. “Der Mensch isst lieber in Gemeinschaft”, bestätigt die Ernährungswissenschaftlerin.
Versöhnendes Wochenende
Zufrieden sind die Menschen damit nicht, denn viele würden laut Umfragen gerne anders essen als dies ihr Alltag zulässt. Am Wochenende wird deshalb einiges nachgeholt. “Einkauf, Kochen und auch Essen fallen dann meist intensiver aus. Oft gibt es auch ein zweigängiges Menü”, so Schönberger. Drei Gänge sind jedoch selbst am Sonntag zur Ausnahme geworden, es sei denn, es gibt einen speziellen Anlass, einen Besuch oder das Essen findet im Restaurant statt.
Die Küche betont in Nordeuropa die Freiheit des Einzelnen und im Süden die Familie, so der Befund des Pariser Soziologen Jean-Claude Kaufmann. Trotz des Rückgangs gemeinsamer Mahlzeiten beobachtet er aktuell sogar ein Wachsen der Küchenflächen. “Kochen ist zum beliebten Hobby geworden, dem man seltener, jedoch dann ausgiebig nachgeht. Das gilt auch für Männer - allerdings nur vor einem applaudierenden Publikum”, so der Experte gegenüber uns. (Ende)
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Altersarmut: Soziale Schere klafft weiter auf
18.8.2011 von zaro.
Demografischer Wandel bringt große Herausforderung für Politik
Gelsenkirchen - Die Einkommensentwicklung bei 55- bis 65-Jährigen ist alamierend, warnt das Institut Arbeit und Technik (IAT) http://iatge.de . Besonders in dieser Altersgruppe wird die Spanne zwischen Arm und Reich immer größer. Hier gibt es den höchsten Anteil von Personen mit Niedrigeinkommen unter 900 Euro, aber auch den höchsten Anteil von Spitzenverdienern. “Dort, wo die Einkommen so dramatisch gefallen sind, sind vermutlich sogenannte Hartz-IV-Opfer zu finden”, sagt IAT-Wissenschaftler Peter Ernste gegenüber pressetext. Viele der Älteren waren lange Zeit arbeitslos und bekamen Arbeitslosenhilfe. Inzwischen sind sie auf Hartz IV gestuft und in die Sparte Geringverdiener gerutscht.
Rentensystem unter Druck
“Das sind die Leute, wo das Thema Altersarmut eine Rolle spielen wird”, sagt Ernste. Alleinstehende ältere Frauen seien eine weitere Risikogruppe. “Lückenhafte Erwerbsbiografien, Einschnitte in den Versorgungssystemen und zunehmende Eigenverantwortung in Gesundheitsversorgung und Altersvorsorge lassen die Prognosen für zukünftige ältere Generationen weniger günstig ausfallen”, warnt Enste im pressetext-Gespräch. Die Zahlen der Altersklasse 55 bis 65 würden darauf erste Hinweise geben. “Diesen Herausforderungen werden sich die Seniorenwirtschaft und auch die Sozialpolitik in Zukunft stellen müssen.”
Aufzuhalten ist der demografische Wandel mit seinen Auswirkungen nicht mehr, sagt Ernste. “Im Prinzip könnte man den demografischen Wandel in zwei Wegen in Grenzen halten: Erhöhung der Geburtenziffer und Migration”, sagt der Forscher. Im Falle der Geburtenrate sei es unrealistisch, den Wandel in der Alterspyramide aufzuhalten. So müsste jede Frau in Deutschland mindestens zwei Kinder bekommen. Bei der Migration tut sich Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten schwer. Dementsprechend wird es eine volkswirtschaftliche Herausforderung für die Politik, genügend Rentenzahler im Land zu haben, damit die Renten der über 55-Jährigen gezahlt werden können.
(Ende)
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Jede TV-Stunde verkürzt Leben um 22 Minuten
18.8.2011 von zaro.
Studie: Exzessives Fernsehen so ungesund wie Rauchen
Brisbane/Taipeh/Hannover - Wer tagtäglich zu lange vor dem Fernseher sitzt, verkürzt damit sein Leben ähnlich wie durch Rauchen oder körperliche Inaktivität. Das berichten Forscher der University of Queensland http://www.uq.edu.au im “British Journal of Sports Medicine”. Sie werteten repräsentative Lebensstil-Daten von 11.000 Australiern zu Bevölkerungstrends und Todesraten aus. Gefährlich ist das Fernsehen, da es zum Sitzen verführt, so die Forscher.
Zu viel ist immer gefährlich
Menschen nach dem 25. Lebensjahr, die über sechs Stunden pro Tag vor der Glotze verbringen, leben demnach um fast fünf Jahre kürzer als Menschen ohne Fernseher. Rechnet man das TV-Schauen in seiner übermäßigen Form auf Lebenszeit um, so kostet jede Fernsehstunde 22 Lebensminuten. Schuld daran ist vor allem eine Zunahme bei Herzinfarkten und Schlaganfällen. Lebenslange Raucher sterben um vier Jahre früher, wobei eine Zigarette elf Minuten Lebenszeit kostet - was im Vergleich so viel ist wie eine halbe Stunde Fernsehen.
“Jeder exzessive Medienkonsum schadet der Gesundheit, wenn er zu Bewegungsarmut führt”, so der Gesundheitsökonom Volker Amelung von der Medizinischen Hochschule Hannover http://www.mh-hannover.de gegenüber pressetext. Die Minutenangaben und der Vergleich mit dem Rauchen seien allerdings kaum nachvollziehbar. “Die Realität ist derart hochkomplex, dass sie sich nicht in einzelne Faktoren isolieren lässt.”
Sport verlängert das Leben
Zuflucht können TV-Süchtige im Sport suchen, zeigen taiwanesische Forscher in der Zeitschrift “The Lancet”. Wer sich täglich 15 Minuten aktiv bewegt, reduziert das Risiko vieler Krankheiten und verlängert sein Leben um drei Jahre, so das Ergebnis ihrer Langzeitstudie unter 400.000 Menschen. Die Vorteile von Sport sind weder alter- noch geschlechtsgebunden und die Regel lautet “Je mehr, desto besser”. Erst ab 100 Minuten Sport pro Tag gibt es darüber hinaus keine positive Folgen für die Gesundheit mehr.
(Ende)
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Narzissten sind schlechte Chefs
13.8.2011 von zaro.
Ego-Veranlagung macht Teamarbeit unmöglich
Amsterdam/Hünenberg - Narzissten führen Arbeitsteams zu objektiv schlechten Ergebnissen. Das beweisen holländische Forscher in der Zeitschrift “Psychological Science”. “Menschen glauben, dass Narzissten aufgrund ihres Selbstwertes, Selbstvertrauens und Dominanz gute Führungskräfte sind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall”, so Studienleiterin Barbora Nevicka von der Universität Amsterdam http://www.uva.nl .
Gutes Feedback, miese Ergebnisse
Die Forscher stellten 150 Versuchspersonen die Aufgabe, jeweils in Dreiergruppen über die Anstellung fiktiver Bewerber zu entscheiden. Jeder sollte mitbestimmen, wobei einer nach dem Zufallsprinzip zum Gruppenleiter ernannt wurde und die Verantwortung für den Entscheidungsprozess trug. Einige der insgesamt 45 Informationen zu jedem Kandidaten wurden teils allen in der Gruppe mitgeteilt, einige nur jeweils einem Mitglied. Um den optimalen Kandidaten zu finden, war die gesamte Information nötig.
Nachdem man den Gruppenleiter per Fragebogen hinsichtlich seiner narzisstischen Veranlagung getestet und auch die anderen Gruppenmitglieder über ihn befragt hatte, zeigte sich ein interessantes Bild: Narzisstische Gruppenleiter wurden als besonders erfolgreich bewertet, lieferten aber gleichzeitig die schlechtesten Lösungen der Bewerbungs-Aufgabe. “Narzissten wirken sich schlecht auf die Leistung eines Teams aus. Durch ihre Ego-Zentriertheit und Dominanz verhindern sie die Kommunikation”, so die Forscher.
Geblendete Entscheider
Eine Erkenntnis, die bei Personaltrainern kaum für Verwunderung sogt. “Typische Narzissten sprechen lange, predigen gerne und meiden es, Fragen zu stellen oder gar anderen zuzuhören. Sie reagieren allergisch auf Kritik und Vorbehalte und gehen kaum auf alternative Vorschläge ein. Lässt man ihrem Größenwahn freien Lauf, kann das zu Katastrophen führen, wie das Beispiel der Hypo Real Estate zeigt”, berichtet der Therapeut und Unternehmenscoach Werner Berschneider, Autor des Buches “Wenn Macht krank macht”, gegenüber der Presse.
Viele Führungsetagen sind von Narzissten besetzt, betont der Experte. Und das, obwohl sich Personaler in der Regel vor grandiosen, skrupellosen Narzissten hüten. Weit häufiger sei jedoch der Typ des sozial gut angepassten Narzissten, der anfangs sehr angenehm wirkt, später aber - Studien zufolge bei der siebten Begegnung - seine rein egoistische Veranlagung durchgehen lässt. “Er punktet oft, da er mit Eloquenz und Perfektionismus überzeugt und sich gut verkauft. Insgesamt schadet seine Haltung jedoch dem Unternehmen”, so Berschneider.
Rechtzeitig Bremse ziehen
Ist es nicht gelungen, präventiv bei der Personaleinstellung auf die Persönlichkeit zu achten, sind Schutzmechanismen nötig. “In großen Unternehmen ist es Aufgabe des Aufsichtsrates, Narzissten in Top-Positionen zu zügeln und notfalls abzusetzen. Ein Warnhinweis kann sein, dass die Kommunikation der Vorstandsmitglieder miteinander oder mit der nächsten Ebene falsch läuft”, so der Experte. Der Einsatz von Mediatoren oder Moderatoren, die Konferenzen begleiten und das Kommunikationsverhalten strukturieren, sei ein gängiges Mittel.
“Manche Psychotherapeuten bezeichnen Narzissmus als die schwierigste Störung. Aufgeben sollte man Betroffene jedoch nie”, betont Berschneider. Die beste Chance für Narzissten zur eigenen Kehrtwende bringe oft der Leidensdruck bei Problemen mit Partner oder Kindern. Auch die eigene Alterung ist ihnen unerträglich, da die Grandiosität am Spiel steht, wenn Potenz und Schönheit ihren Zenit überschritten haben. “Narzissten sollten vorbeugen, damit das Leben nicht mit totalem Rückzug, Realitätsverlust oder Selbstmord endet. Wichtig ist dabei es rechtzeitig zu sehen, wenn nur noch Claqueure und beruflicher Erfolg Selbstwert einbringen.” (Ende)
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57 Risikofaktoren für Multiple Sklerose entdeckt
13.8.2011 von zaro.
80 Prozent der Gene stehen mit Immunsystem in Verbindung
Cambridge/Oxford - Rund 30 genetische Risikofaktoren für Multiple Sklerose hat ein internationales Wissenschaftsteam unter der Leitung der University of Cambridge http://cam.ac.uk und der University of Oxford http://ox.ac.uk identifiziert. Damit sind jetzt insgesamt mehr als 50 genetische Hinweise auf die Entstehung dieser Krankheit bekannt. Die aktuell in Nature veröffentlichte Studie soll laut Simon Gillespie von der MS Society http://nationalmssociety.org helfen, Risikofaktoren zu erkennen und vielleicht eines Tages einen neuen Behandlungsansatz oder sogar eine Heilungsmöglichkeit zu finden.
Viele genetische Variationen
Die meisten der identifizierten Gene stehen in Zusammenhang mit der Immunität und bestätigen damit die Annahme, dass sich die Krankheit bildet, wenn sich das Immunsystem gegen sich selbst wendet. Gene sind jedoch nur zum Teil verantwortlich. Auch andere Faktoren wie Vitamin D oder eine virale Infektion scheinen eine wichtige Rolle zu spielen. Die aktuelle Erhebung ist die größte, die sich bisher mit Genen und Multipler Sklerose auseinandergesetzt hat. Die Wissenschaftler analysierten die Gene von fast 10.000 MS-Patienten und mehr als 15.000 Personen in der Kontrollgruppe.
23 bereits bekannte genetische Variationen, die häufig in der Bevölkerung vorkommen und das Erkrankungsrisiko leicht erhöhen, wurden bestätigt und 29 neue identifiziert. Weitere fünf stehen im starken Verdacht eine Rolle zu spielen. Damit werden im Augenblick 57 genetische Variationen mit Multipler Sklerose in Zusammenhang gebracht.
Verdacht auf Immunerkrankung
Alistair Compston von der University of Cambridge erklärt, dass plötzlich eine große Anzahl neuer Gene, die erforscht werden müssen, zur Verfügung steht, berichtet die BBC. “80 Prozent der Gene, die bei diesen 57 Treffern eine Rolle spielen, haben einen immunologischen Hintergrund. Das schreit geradezu danach, dass es sich um eine Immunerkrankung handelt. Diese Bestätigung ist von großer Bedeutung.”
Weltweit leiden rund 2,5 Mio. Menschen an Multipler Sklerose. Allein 100.000 davon leben in Großbritannien. Die Kranklheit wird nicht direkt vererbt und nicht durch ein einzelnes Gen hervorgerufen. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination von häufig in der Bevölkerung vorkommenden Genen die Anfälligkeit für die Krankheit erhöht. Weitere Umweltfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Dazu gehören Viren und Bakterien oder das durch den Kontakt mit Sonnenlicht entstehende Vitamin D.
Einige der Gene, die bei Multipler Sklerose eine Rolle spielen, sind auch an der Entstehung anderer Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn oder Typ-1-Diabetes beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt eine weitere in PLoS Genetics http://plosgenetics.org veröffentlichte Studie. (Ende)
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Diabetischer Fuß: Bessere Wundheilung in Sicht
13.8.2011 von zaro.
Wirkstoff stärkt Bildung neuer Zellen und Blutgefäße
Krems - Das Diabetische Fußsyndrom betrifft jeden Sechsten der derzeit weltweit 350 Mio. Patienten mit Typ-2-Diabetes. Ein neuer Wundheilungs-Ansatz der österreichischen Biotech-Firma Tissue Med Biosciences TMB http://www.tmbiosciences.com gibt Hoffnung auf eine schnellere und vollständigere Behandlung des Leidens, das für zwei Drittel aller Amputationen verantwortlich ist.
Gefährliche Wunde
Die schlechtere Durchblutung der äußeren Extremitäten ist Auslöser des Diabetischen Fußes, erklärt TMB-Geschäftsführer Rudolf Berger gegenüber uns. “Da damit auch vermehrt Nervenzellen absterben, spüren Diabetiker Verletzungen im Schuh häufig erst nicht und reagieren erst spät darauf. Zudem verlaufen auch Wundverschluss und Wundheilung langsamer, da die Zellvermehrung verzögert ist und der Fuß schlechter mit Nährstoffen versorgt wird”, so der Zellbiologe.
Infektionen und falsche Schuhe tragen dazu bei, dass das Problem manchmal bis zur Amputation führt - allein in Deutschland 40.000 Mal pro Jahr. Offene, chronische Wunden können sehr tief sein, bis auf den Knochen gehen und dort Löcher verursachen. Um dies zu verhindern, muss das Wundbett gereinigt und abgestorbenes Gewebe vom Arzt entfernt werden, während Antibiotika gegen die Entzündung nötig sind. Doch selbst falls die Heilung glückt, kann sich die Situation schnell wiederholen, etwa wenn sich zurückbleibende Narben aufreiben.
Stütze der Selbstheilung
Eine verbesserte Heilung chronischer Wunden stellt TMB mit einem neuen Produktkandidaten in Aussicht. Der in einem Wundgel integrierte Wirkstoff TMBP-3 aus einer gentechnisch hergestellten, unsterblich gemachten humanen Zelllinie fördert die Teilung der Hautzellen sowie die Bildung neuer Blutgefäße. Er regt zudem das Immunsystem an und verbleibt lange im Wundareal. “Die Nebenwirkungen sind geringer als bei bisherigen Ansätzen und es gibt bisher keinen Hinweis auf systemische Wirkung”, so Berger.
Nach deutlichen und schnellen Erfolgen in Tierversuchen soll 2012 nach dem derzeitigen Ausbau der Kapitalrunde die klinische Phase starten. Läuft sie erfolgreich, wird es bis zum Markteintritt noch etwa fünf Jahre dauern, kündigt der Biotech-Experte an. Der Bedarf sei groß: “Der Diabetische Fuß schränkt soziale Kontakte und das Berufsleben enorm ein und ist für das Gesundheitssystem auch ohne Amputation sehr teuer.” Profitieren könnte vom Wirkstoff auch die Therapie anderer chronischer Wunden wie etwa beim Wundliegen, beim offenen Bein sowie nach Verbrennungen oder OPs. Ende
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Englische Randalierer haben nichts zu verlieren
11.8.2011 von zaro.
Protestforscher: Überwachungskameras und Wasserwerfer zwecklos
Bielefeld/St. Pölten - Die aktuellen schweren Krawalle in mehreren englischen Städten legen Missstände offen, die nicht mit David Camerons Strategie eines noch härteren Polizeieinsatzes aus der Welt zu schaffen sind. “Die beteiligten Jugendlichen haben nichts mehr zu verlieren. Für sie steht keine bürgerliche Normalbiografie auf dem Spiel”, warnt der Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer http://ekvv.uni-bielefeld.de im Interview mit uns.
Falsche Politik
Statt nur die Ausschreitungen zu sehen, sollten Politik und Medien nach den tieferen Ursachen fragen, betont der Experte. Viele latente Konflikte seien mit einem emotional auswertbaren Signalereignis - der Tod eines Farbigen - eskaliert. “Englands Wirtschafts- und Industriepolitik konzentriert sich nur auf finanzielles Wachstum, wobei sie großen Teilen einer Generation die Zukunft verwehrt. Zudem segregiert die Stadtentwicklung stark, indem sie mit Bezirken für Ausländer und Arbeitslose Konfliktherde schürt.”
Die Perspektiven- und Hoffnungslosigkeit der Jugend habe eine lange Vorgeschichte, die nicht mit einem Hebel aus der Welt zu räumen sei. Als ein Symptom dafür sieht Heitmeyer die extrem hohe Zahl von Teenager-Schwangerschaften. “Sehr junge Mädchen wollen die ganze persönliche Hoffnungslosigkeit durch ein eigenes Kind kompensieren. Damit spitzt sich ihr Ausschluss der Gesellschaft jedoch nur noch zu, da Bildung und Aufstieg unmöglich werden”, so der Pädagoge.
Hochschaukeln der Gewalt
Verschlimmert wird die Situation durch die Sicherheitspolitik Englands. In den vergangenen Jahren wurden massiv Überwachungskameras eingesetzt, die jedoch der Gewalt nichts entgegenstellen können, wie sich nun zeigt. Das harte Vorgehen der Polizei habe bloß klare und wutgetränkte Feindbilder geschaffen und der Vorwurf des institutionellen Rassismus werde laut, da Farbige häufiger kontrolliert werden. “Abbau sozialer Sicherung lässt sich nicht durch Aufbau von Sicherheit ausgleichen”, betont Heitmeyer.
So sinnlos die Gewalt in den Medien auch dargestellt wird, so macht sie für die beteiligten Jugendlichen durchaus Sinn. “Über Gewalt können sie sich erstmals sichtbar als Kollektiv darstellen. Sie gibt das Gefühl, die alltägliche Ohnmacht überwinden zu können und ist zudem attraktiv, da sie in bestimmten Situationen hohe Anerkennung bringt - nicht in der Gesellschaft, jedoch in der Binnengruppe der Subkultur. Dieses Element ist entscheidend - sucht doch jeder Mensch nach Anerkennung.”
Mehr Anerkennung schaffen
Just bei Anerkennung müssen Sozialpolitiker ansetzen, um in England eine langfristige Besserung zu erreichen und auch anderswo Eskalationen zu verhindern, rät auch die St. Pöltner Jugendforscherin Manuela Brandstetter http://inclusion.fhstp.ac.at gegenüber pressetext. “Damit Jugendliche keine Gewalt zur Situationsbewältigung brauchen, müssen sie sich fernab von Leistung und Arbeit definieren können - gerade in Zeiten eines Lehrstellenmangels.” Jugendpolitik brauche mehr Spielraum und Mitentscheidung der Betroffenen, zudem sollten Schulen mehr sozialer Lernraum statt Selektionsinstanz für die Arbeitswelt sein.
Die Gefahr von vergleichbaren Ausschreitungen in deutschsprachigen Ländern sieht Heitmeyer jedoch im Moment nicht. “Auch bei uns gibt es speziell in Großstädten viele Jugendliche ohne Perspektiven und kriminelle Gangs. Im Unterschied zu England oder etwa den französischen Banlieues haben wir jedoch keine derart ausgeprägte Klassengesellschaft. Zudem zielt die Polizeistrategie bei uns nicht auf Niederknüppeln und Wasserwerfer, sondern auf Deeskalation im Vorfeld ab.” (Ende) Robert Zach, ZAROnews
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Freiraum lässt Schüler besser lernen
11.8.2011 von zaro.
Selbständiges Arbeiten funktioniert auch bei Schwächeren
München - Auch schwache Schüler können selbständig Lösungsstrategien erarbeiten, sofern man sie eigenständig lernen lässt. Das haben Bildungswissenschaftler der TU München http://portal.mytum.de ermittelt. “Ich glaube, dass sich Lehrer trauen müssen, ihre Schüler zu Eigenständigkeit zu motivieren”, erklärt Studienleiterin Kristina Reiss im pressetext-Gespräch. Selbstständiges Lernen gilt seit Jahren als Zauberformel für erfolgreichen Unterricht. Erforscht wurde diese Annahme bislang jedoch wenig.
Nachhaltiger Lerneffekt
Etwa 1.600 Gymnasiasten der Jahrgangsstufe acht wurden in verschiedenen Bundesländern unter die Lupe genommen. Die Schüler bekamen ein Arbeitspaket mit geometrischen Aufgaben, die sie auf dem Papier und am Computer während vier Schulstunden lösen sollten. Sie arbeiteten paarweise zusammen, die Lehrer hielten sich in dieser Zeit zurück, standen aber für Nachfragen bereit. Die Achtklässler haben einen deutlichen Lernfortschritt erreicht, berichten die Forscher. “Sie haben gelernt, Mathematik besser zu nutzen”, so Reiss. Das Wissen konnten sie auch in einem weiteren Test drei Monate später noch abrufen. Die Bildungsforscher wollten wissen, welcher Grad an Selbstregulierung sinnvoll ist.
Zauberformel selbstreguliertes Lernen
Eine Gruppe der Achtklässler bearbeitete die Aufgaben in einer festgelegten Reihenfolge, die Schwierigkeit erhöhte sich von Schritt zu Schritt. Die andere Gruppe konnte aus dem Material frei wählen. Dieser größere Freiraum steigerte den Lernerfolg aber nicht weiter. Was die Wissenschaftler dabei am meisten überraschte: “Wir hatten erwartet, dass die in Mathematik schwächeren Schüler mehr profitieren, wenn sie stärker durch die Einheit geführt werden”, unterstreicht Reiss gegenüber pressetext.
“Einen signifikanten Unterschied zwischen ihnen und den stärkeren haben wir aber nicht festgestellt.” Auch schnitten Jungen und Mädchen gleich gut ab. Die Forscher wissen nun, dass sich Schüler auch sehr komplexe Themen mit ihrem individuellen Tempo eigenständig aneignen können. “Obwohl sie oft propagiert werden, sind solche längeren Phasen selbstregulierten Lernens in den Schulen noch nicht alltäglich. Sie sind aber eine wichtige Option für die Lehrer, denn wechselnde Unterrichtsformen halten den Unterricht lebendig.” (Ende)
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