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Archive für Februar 2012
Alzheimer: Behandlungsansatz mit Insulin denkbar
23.2.2012 von zaro.
Blutzucker relevant - Gemeinsamkeiten mit Diabetes-Typ II aufgedeckt
Palermo - Mitarbeiter des Istituto di Biomedicina ed Immunologia Molecolare http://www.ibim.cnr.it und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biofisica http://www.ibf.cnr.it haben die Gemeinsamkeiten von Diabetes II mit der Alzheimer-Krankheit aufgedeckt. Demnach kann die Altersdemenz möglicherweise durch eine gezielte Insulin-Behandlung bekämpft werden.
Glucosespiegel relevant
Ausgangspunkt der Untersuchung waren die Ergebnisse einer Studie amerikanischer Wissenschaftler, wonach Patienten mit hohem Glucosespiegel nicht nur an Blutzucker und den damit verbundenen Pathologien, sondern mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch an Altersdemenz erkranken.
Bei der Überprüfung von Alzheimer-Patienten wurde festgestellt, dass der Krankheitsverlauf stets mit einem Sinken des Insulinspiegels einhergeht und man deshalb von einer Erscheinungsform als “Diabetes III” sprechen kann. “Mit dem Krankheitsbeginn regelmäßig verbunden ist eine Überproduktion von Beta-Amyloid, das sich in den Hirnzellen ausbreitet und schließlich zu der für die Zelldegeneration verantwortlichen Plaque-Bildung führt”, so Projektleiterin und Ibim-Mitarbeiterin Marta di Carlo.
Therapieentwicklung als Ziel
Dem Forscher nach werden bei einer Verabreichung von Insulin eine Reihe biochemischer Reaktionen unter maßgebender Mitwirkung des Proteins Kinase (Akt) ausgelöst, was bis zu dessen Verlagerung aus dem Zytoplasma in das Mitochondrium zu einer Ausschaltung der Beta-Amyloid-Wirkungen führt. Es scheint, als ob die geschädigten Neuronen nach der Insulin-Behandlung ihre ursprüngliche Morphologie und Funktionsfähigkeit wiederfinden.
“Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, Pharmaka zur Prävention und Therapie von Alzheimer zu entwickeln”, so die italienische Wissenschaftlerin. Von der dem Diabetis II nahestehenden neurodegenerativen Form, die vor allem im Alter zwischen 60 und 75 Jahren auftritt, sind allein in Italien über eine Mio. und weltweit rund 30 Mio. Menschen betroffen.
Einzelheiten der Untersuchung der italienischen Forscherinnen sind in der Fachzeitschrift “Aging Cell” http://www.anatsoc.org.uk/Journals/AgingCell.aspx veröffentlicht.
(Ende)
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Herzanfälle: Symptome bei Frauen anders
23.2.2012 von zaro.
Schmerzen im Brustbereich nicht immer vorhanden
Lakeland - Frauen, die einen Herzanfall erleiden, scheinen seltener als Männer Schmerzen im Brustbereich zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von John G. Canto vom Watson Clinic and Lakeland Regional Medical Center http://watsonclinic.com . Für die Studie wurden die Daten der National Registry of Myocardial Infarction für die Jahre 1994 bis 2006 ausgewertet und damit die Daten von 1.143.513 registrierten Patientinnen und Patienten, 481. 581 Frauen und 661.932 Männern.
Frauen mit höherer Mortalität
Die Experten kommen bei der Auswertung der Daten zu dem Ergebnis, dass Männer etwas häufiger einen Herzanfall erleiden. Unter 55 Jahren sterben jedoch Frauen eher an den Folgen. Ohne die klassischen Schmerzen im Brustbereich könnte es laut den Wissenschaftlern sein, dass manche Frauen nicht die richtige Behandlung erhalten.
Es zeigte sich, dass bei jüngeren Frauen unter 55 Jahren die Unterschiede zu den Symptomen von Männern in der gleichen Altersgruppe auffallend sind. 42 Prozent der Frauen hatten keine Brustschmerzen, bei den Männern waren es nur 30 Prozent. Auch nach der Einweisung ins Krankenhaus starben Frauen eher an den Folgen als gleichaltrige Männer. 14 Prozent der Frauen und nur zehn Prozent der Männer starben.
Schmerzen bestimmen Einweisung
Die aktuelle Studie bestätigt vorliegende Hinweise darauf, dass Frauen ganz andere Symptome als Männer haben können, berichtet die BBC. Die Wissenschaftler schreiben im Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org , dass Schmerzen im Brustbereich als klassische Symptome bei einem Herzanfall gelten.
Patienten ohne Brustschmerzen kommen später ins Krankenhaus, werden weniger offensiv behandelt und verfügen über eine fast doppelt so hohe kurzfristige Mortalität. Herzanfälle treten bei jüngeren Frauen relativ selten auf. Das Durchschnittsalter der mit dieser Diagnose ins Krankenhaus eingelieferten Frauen lag bei 74 Jahren, das Durchschnittsalter bei Männer bei 67 Jahren. (Ende)
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Bluttest stellt Depression fest
23.2.2012 von zaro.
Neun Biomarker sollen Diagnose “objektiver” machen
Cambridge - Ob ein Mensch an Depression leidet oder nicht, könnte die Medizin schon bald auch per Bluttest feststellen. Forscher der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu berichten in der Zeitschrift “Molecular Psychiatry”, dass sich die Erkrankung auch über bestimmte Biomarker diagnostizieren lässt, und zwar mit hoher Präzision. Bestätigt sich das Ergebnis der Pilotstudie in weiteren Forschungen, könnte dies das Bild der Depression gehörig verändern.
Blutentnahme statt Couch
Die Wissenschaftler um George Papakostas untersuchten 36 Erwachsene mit starker Depression sowie 43 Gesunde als Kontrollgruppe. Sie überprüften deren Blutproben auf neun verschiedene Biomarker, die man bisher mit Depressionssymptomen in Verbindung bringt, darunter das Entzündungshemmer-Protein Alpha-1-Antitrypsin, der für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Neuronen zuständige Wachstumsfaktor BDNF, das Stresshormon Cortisol oder andere Hormone wie Prolaktin und Resistin.
Ziel der Studie war zu zeigen, ob eine objektive Bestimmung von Depression die Diagnose-Genauigkeit verbessert. Dies trifft laut den Forschern zu, konnte doch bei 33 der 36 Patienten die Depression festgestellt werden. Ein weiterer Replikationsversuch mit 31 Diagnostizierten von 34 Patienten zeigte eine ähnliche Treffsicherheit. “Patienten erkennen ihre Krankheit somit vielleicht eher als behandelbare Krankheit statt sie nur mit Selbstzweifel und Stigma in Verbindung zu bringen”, beschreibt Studien-Koautor John Bilello mögliche Vorteile des Ersatzes der psychologischen Diagnose durch biologische Techniken.
Wettlauf um Marker
Aktualisierung (21.02.2012, 14:30 Uhr): “Den Wunsch nach Biomarkern für Depression hat die Psychiatrie schon lange und die Forschung boomt dank neuer Untersuchungsformen etwa bei genetischen Polymorphismen oder Rezeptoren. In die kommende Ausgabe des Handbuches Psychischer Störungen DSM-V werden derartige Ergebnisse allerdings noch nicht eingehen”, erklärt Siegfried Kasper, Leiter der Wiener Universitätsklink für Psychiatrie und Psychotherapie http://www.meduniwien.ac.at , im Interview.
Einige biologische Veränderungen von Depression wie etwa jene von Serotonin oder Noradrenalin kennt man schon länger. In einer demnächst im Fachblatt “European Neuropsychopharmacology” veröffentlichten Verbundsstudie an behandlungsresistenten Patienten zeigt Kasper drei genetische Variablen, die ebenfalls als Biomarker dienen könnten. “In etwa fünf Jahren dürften sich wenige reliable Marker durchgesetzt haben, was die Akzeptanz der Psychiatrie deutlich fördern dürfte”, prognostiziert der Experte. Doch bereits heute sprechen über 60 Prozent der Patienten auf psychiatrische Therapie an.
Abstract zur Studie unter http://www.nature.com/mp/journal/vaop/ncurrent/full/mp2011166a.html (Ende)
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Jeder fünfte Weltbürger: “Ja, ich bin sehr glücklich”
21.2.2012 von zaro.
Ipsos-Studie zeigt positive Ergebnisse
Hamburg - Eine neue Umfrage, die das global operierende Marktforschungsinstitut Ipsos für das kanadische “What Makes You Happy” Magazin durchgeführt hat, zeigt, dass über drei Viertel aller Bürger in 24 Ländern (77%) mit ihrem derzeitigen Leben glücklich sind - mehr als jeder fünfte (22%) gibt sogar and, dass er “sehr glücklich” ist.
In Deutschland ist dieser Wert niedriger: Nur 16% sind sehr glücklich mit ihrem Leben, aber fast jeder dritte (64%) ist mit seinem Leben ziemlich glücklich, so dass Deutschland im Gesamtdurchschnitt mit 80% sogar etwas über dem weltweiten Glücksdurchschnitt liegt.
Seit die Untersuchung im April 2007 das erste Mal durchgeführt wurde, ist der Anteil derjenigen deutschen Befragten, die sich als sehr glücklich mit dem eigenen Leben bezeichnen, leicht gestiegen. Bei der ersten Messung gaben 13% der deutschen Befragten an, sehr glücklich mit ihrem Leben zu sein. Dieser Wert stieg auf ein absolutes Hoch mit 21% im Marz 2010, um dann wiede auf nur noch 13% im März 2011 zu sinken. Seitdem scheinen die deutschen Bürger optmistischer in die Zukunft zu blicken, in den letzen vier Befragungsmonaten August, September, Oktober und November konnten bei der monatlich stattfindenden Untersuchung jeweils mindestens 16% sehr glückliche Deutsche verzeichnet werden.
Auf globaler Ebene hat sich der Anteil der sehr glücklichen Menschen ebenfalls gesteigert - von 20% um 2 Prozentpunkte auf 22%. Offensichtlich können Finanzkrisen, Umweltkatastrophen und andere Konflikte das tatsächliche Glücksempfinden des Einzelnen nicht nachhaltig beeinflussen.
Die Untersuchung, die unter 18.687 Erwachsenen im Zeitraum vom 1. bis zum 15. November 2011 durchgeführt wurde, zeigt darüber hinaus, dass verheiratete Teilnehmer signifikant glücklicher sind als unverheiratete (26% zu 18%) - auch dies trifft für Deutschland zu. Jeder fünfte verheiratete Deutsche gibt an “sehr glücklich” mit seinem Leben zu sein (22%), bei den unverheirateten sind es nur 13%.
Wo leben die glücklichsten Menschen?
Regional betrachtet, leben in Lateinamerika die meisten Leute, die angeben sehr glücklich zu sein - knapp ein Drittel (32%) der Befragten beantwortet diese Frage positiv. Nordamerikafolgt mit 27%, gefolgt von Asia-Pacific, dem Mittleren Osten und Afrika (jeweils 24%). Europa ist die Region, die den weltweiten Durchschnitt nach unten zieht: nur 15% der Europäer sind sehr glücklich mit dem Leben, am unglücklichsten sind die ungarischen Befragten, von denen nur 6% aktuell sehr glücklich sind.
Eine kontinuierliche Untersuchung des Glücks
Ipsos begann 2007 in 24 Ländern damit zu untersuchen, wie glücklich die Menschen in diesen Ländern sind. Bis 2007 wurde die Studie zweimal jährlich durchgeführt, seit März 2010 erfolgt die Messung monatlich. Bei Betrachtung der Zeitspanne zwischen April 2007 und November 2011 können wir also fragen: Sind wir heute glücklicher als damals? Es scheint so - insgesamt betrachtet, scheint die Welt heute ein glücklicherer Ort zu sein, da der Anteil der “sehr glücklichen” Menschen im weltweiten Durchschnitt betrachtet um zwei Prozentpunkte von 20% auf 22% gestiegen ist. Am glücklichsten waren die Menschen, laut den Zahlen, im Zeitraum zwischen März und April 2010 - hier gaben mehr als ein Vierteil aller Befragten (26%) an, sehr glücklich zu sein. Zweifelsohne gibt es viele Ereignissen, die das allgemeine Lebensglück beeinflussen - das zeigen die monatlichen Zahlen.
Die Länderliste zeigt den den prozentualen Zuwachs (+) bzw. den Verlust (-) an “sehr glücklichen”-Leuten im Vergleich April 2007 zu November 2011.
Steckbrief der Studie
Diese Ergebnisse stammen aus einer Ipsos-Umfrage für das “What Makes You Happy”-Magazin, die zwischen dem 1. und 15. November 2011 in 24 Ländern durchgeführt wurde. Die teilnehmenden Länder waren Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien, Indonesien, Indien, Japan, Mexiko, Polen, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Türkei und die USA. Für die Studie wurde eine internationale Stichprobe von Erwachsenen in den USA und Kanada zwischen 16 und 64 Jahren, in allen anderen Ländern zwischen 18 und 64 Jahren, gezogen. Die ungewichtete Basis der Befragten betrug 18.687 Personen. Etwa 1000 Personen wurden pro Land befragt, mit Ausnahme von Argentinien, Belgien, Indonesien, Mexiko, Polen, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Russland und der Türkei, in der die Stichproben etwa bei 500 lagen.
Über Ipsos:
Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Dienstleistungsunternehmen, das weltweit Services rund um die Markt- und Meinungsforschung leistet. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir uns in sechs Forschungsbereichen spezialisiert. So bestimmen unsere engagierten Forscher Marktpotenziale, zeigen Markttrends, testen Produkte, Werbung und Dienstleistungen, erforschen die Wirkung von Medien und geben der öffentlichen Meinung eine Stimme. Seit Oktober 2011 gehört Synovate zu Ipsos. Damit sind wir in 84 Ländern auf allen Kontinenten vertreten und in Deutschland und weltweit nach Umsätzen das drittgrößte Marktforschungsinstitut. “Nobody´s unpredictable” ist weltweit das Leitmotiv von Ipsos.
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Onlinegames setzen Ehe aufs Spiel
20.2.2012 von zaro.
Ungleichgewicht von Spiel und Beziehung bei drei von vier Spielern
Provo/Wien - Online-Rollenspiele haben bei Verheirateten negative Auswirkungen auf die Zufriedenheit im Eheleben. Die wissenschaftliche Bestätigung für diese These liefern nun Forscher der Brigham Young University http://home.byu.edu in der Zeitschrift “Journal of Leisure Research”. 75 Prozent der Spieler - meist waren es die Ehemänner - wünschen, sie würden weniger Einsatz in ihrer Gilde und mehr in ihrer Ehe zeigen. Der Prozentsatz dürfte laut Forschungsleiterin Michelle Ahlstrom noch höher sein, da viele der angefragten Spieler die Studienteilnahme verweigerten.
Streit um Schlafenszeit
Unter die Lupe nahmen die Forscher 349 Ehepaare, bei denen zumindest ein Partner häufig Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiele (MMORPGs) wie etwa World of Warcraft spielte. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 33 Jahre, die durchschnittliche Ehezeit sieben Jahre. Bei den Paaren mit einem Spieler war der Gamer zu 84 Prozent der Mann, doch auch bei den wenigen untersuchten Zweispieler-Paaren war der maskuline Teil zu 73 Prozent jener, der zeitmäßig häufiger im Spiel unterwegs war.
Die weit verbreitete Auffassung, dass Online-Spiele die Zufriedenheit in der Ehe senken, bestätigte sich. “Dabei geht es jedoch nicht primär um das Ausmaß der Spielzeit, die zur Unzufriedenheit führt, sondern vor allem darum, was das Spiel mit der Beziehung anstellt”, erklärt Ahlstrom. Häufig führt das Spiel laut Studie zu Streitereien, besonders oft ist auch die unterbrochene Schlafens- oder Bettgehzeit das Problem. Die Abstimmung der beiden Ehepartner verschlechterte sich, ebenso reduzierte sich die gemeinsam bei Aktivitäten verbrachte Freizeit oder die Zahl der ernsthaften Gespräche.
Wirtshaus 2.0
“Online-Spiele sind oft ein Problem in der Ehe, könnten in diesem Punkt aber meist gegen andere zeitraubende Aktivitäten wie Golf, Tennis oder Fußball ausgetauscht werden”, glaubt der Wiener Psychiater Hubert Poppe http://www.psychiatrie.co.at im pressetext-Interview. Das typische Grundmuster sei alt. “Früher warfen die Frauen ihren Männern vor: ‘Jetzt bist du schon wieder im Wirtshaus, bei der Sparvereinssitzung, im politischen Zirkel!’ Mit den Online-Spielen gibt es nun eine neue Variante davon, bei der man allerdings zuhause oder im Büro sitzt und damit anwesend und doch abwesend ist, was noch mehr schmerzt.”
Kernproblem sei weiterhin, dass sich ein Partner durch die Aktivität des anderen in der Bedeutung zurückgesetzt fühlt. Dieser wiederum sitzt zwischen zwei Stühlen - seiner Beziehung und der Spiel-Community. “Besonders bei pathologischen Spielern ist die Gilde der Faktor, der ein Einschränken der Zeit am meisten verhindert”, berichtet Poppe. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass im Internet zeitliche Schutzmechanismen wegfallen. “Es gibt keinen Platzwart, der den Schlüssel hat, und keine Öffnungszeiten, an die man sich halten muss. Am Server findet man zur jeder Tages- und Nachtzeit 10.000 Mitspieler.”
Spiel als Flucht
Ansätze wie Chinas Spielsperren sind allerdings keine Lösung, betont der Experte. Einerseits sei das Umgehen immer möglich, andererseits würden sich exzessive Spielphasen später meist ohnehin wieder einpendeln. Dennoch rät der Psychiater, als Schutz der Beziehung nach möglichst vielen Alternativen zu suchen, die Paare gemeinsam machen können. Auch ein gemeinsames Online-Spiel selbst kann sich positiv auswirken, wenn es beide gerne tun, zeigte die US-Studie. Doch auch der kritische Blick auf die Spielmotivation ist angebracht. “In vielen Fällen dürfte das Spiel auch Flucht aus dem Alltag und Rückzug in die Alternativwelt sein”, erklärt Poppe.
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Fehlen von Trinkwasser und Toiletten tödlich
20.2.2012 von zaro.
Kinder- und Müttersterblichkeit von Sanitär und Wasser abhängig
Hamilton - Sauberes Wasser und die Verfügbarkeit von Sanitäranlagen deuten nicht nur auf Zivilisationsstandards, sondern sind nötige Voraussetzungen für den Erhalt der Gesundheit. Wie krank das Fehlen dieser beiden Faktoren machen kann, haben Wissenschaftler der United Nations University http://unu.edu nun erstmals in konkrete Zahlen gefasst. Ein direkter Zusammenhang zur Kinder- und Müttersterblichkeit lässt sich herstellen, berichten sie in der Zeitschrift “Environmental Health”.
Rettender Zugang
Die kanadische Forschergruppe wertete Daten zum Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen von 193 Ländern aus und verglich sie mit der Anzahl der Todesfälle der Kinder bis fünf Jahren und jener der Mütter bis ein Jahr nach einer Geburt. Mögliche Störfaktoren wie das Einkommen oder die durchschnittliche Kinderzahl wurden dabei herausgerechnet.
Die Auswertung verdeutlichte: In den Ländern mit dem schlechtesten Zugang zu sauberem Wasser betrug die Kindersterblichkeit das 4,7-Fache jener Länder mit ausgezeichneter Wasserverfügbarkeit, bei der Müttersterblichkeit immer noch das 2,9-Fache. Waren die Sanitäranlagen das Kriterium, unterschieden sich gut und schlecht versorgte Länder bei Kindern um den Faktor 6,6, bei Müttern um den Faktor 3,2.
Durchfall und Behinderungen
“Hauptgrund für die fatale Wirkung von fehlendem Trinkwasser und Toiletten sind Durchfallerkrankungen”, erklärt Studienleiterin Susan Watt im pressetext-Interview. 1,4 Mio. Kinder sterben jährlich an vorbeugbarer Diarrhoe, 88 Prozent davon in Folge mangelnder Sanitär- und Wasserversorgung oder schlechter Hygiene. Vier Prozent aller Todesfälle und 5,7 Prozent der Lebensjahre mit Behinderungen gehen auf die Kappe genau dieser Ursachen. Würde man sie bessern, könnte man laut WHO zehn Prozent aller Krankheiten verhindern.
Die Stärkung der Kinder- und Müttergesundheit sind die Millenniumsziele Nummer vier und fünf, die die UNO bis 2015 umsetzen will. Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen sind dazu zwei Schlüsselstrategien. “Beim Wasser sind wir bisher nicht schlecht unterwegs, bei den Toiletten hat sich die Situation seit 2000 jedoch besonders in den Landregionen weiter verschlechtert”, berichtet UN-Wasserexperte Zafar Adeel gegenüber pressetext. 2015 werden noch immer 2,7 Mrd. Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten und 672 Mio. Menschen kein sauberes Trinkwasser haben.
Vorbild Handy
Erst kürzlich bewiesen Schweizer Forscher, dass eine bessere Sanitärversorgung in Entwicklungsländern das Wurmerkrankungs-Risiko mindestens halbiert. Sanitäranlagen müssen von der blitzschnellen Verbreitung von Handys lernen, fordert Adeel, da etwa schon mehr Inder ein Telefon besitzen als ein Toilette. Nach innovativen Lösungen des Problems sucht derzeit eine Forschungsinitiative der Gates-Foundation. (Ende)
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Muskelschwund: Auslösendes Protein reparabel
16.2.2012 von zaro.
Schädigungen behebbar - Qualitätssicherungssystem spielt große Rolle
Basel - Ein Forschungsteam der Neurologischen Klinik und des Departements Biomedizin der Universität Basel http://unibas.ch haben kürzlich die Funktionstüchtigkeit von mutierten Dysferlin-Proteinen bei Patienten mit Muskelschwund wiederherstellen können. Damit lassen sich Schädigungen von Muskelzellmembranen beheben. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift “Journal of Biological Chemistry” http://jbc.org veröffentlicht.
Mutiertes Protein wiederherstellbar
Das körpereigene Qualitätssicherungssystem spielt bei der Entstehung von Muskelschwund eine große Rolle. Durch seine gezielte Ausschaltung kann das Reparaturprotein Dysferlin, das durch Mutationen verändert wurde, wieder aktiviert werden. Dies lässt geschädigte Muskelzellmembranen reparieren. So ließ sich durch die Reaktivierung der beiden Proteasom-Inhibitoren Lactacystin und Bortezomib, mutiertes Dysferlin in menschlichen Muskelzellen von Patienten mit Muskelschwund wiederherstellen.
“Wir spezialisieren uns gerade auf eine relativ seltene Form des Muskelschwunds”, so Neurologe und Studienleiter Michael Sinnreich im Gespräch mit uns. “Unser Ziel ist es herauszufinden, ob sich der Wirkstoff des bestehenden Medikaments allein darauf beschränkt, mutiertes Dysferlin zu reparieren, oder ob man auch andere Proteine wiederherrichten kann.”
Dysferlin als Reparaturprotein
Muskeldystrophie oder Muskelschwund entsteht durch den krankheitsbedingten Abbau von Skelettmuskelzellen. Eine bestimmte Form von Muskelschwund kommt zustande, wenn das Membranprotein Dysferlin mutiert. Dysferlin ist ein Reparaturprotein, das bei Verletzungen der Muskelzellmembran zum Einsatz kommt. Mutiertes Dysferlin wird rasch eliminiert, nachdem es vom Proteasom, der körpereigenen Qualitätskontrollstelle, als defekt erkannt wird. Verletzte Muskelmembranen können jedoch ohne Dysferlin nicht ausreichend bis gar nicht repariert werden, was zu Muskelschwund-Symptomen führt. (Ende)
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Verdauungs-Video: Fertignahrung braucht länger
16.2.2012 von zaro.
YouTube-Hit dokumentiert Darmdurchgang von Nudeln
New York - Ein Projekt des Künstlers Stefani Bardin und des Havard-Gastroenterologen Braden Kuo sorgt derzeit auf YouTube http://www.youtube.com/watch?v=zi_DaJKsCLo&feature=player_embedded für Furore. Es gelang ihnen mittels verschluckbarer Minikamera erstmals, den gesamten Verdauungsprozess vom Eintritt der Nahrung im Mund bis zur Ausscheidung zu filmen. Außer der Befriedigung des Ekelbedürfnisses liefern die Initiatoren auch eine gewagte These: Fertignahrung ist schwerer verdaubar als selbstgekochte Nahrung.
Liveübertragung aus dem Darm
Zum Einsatz kam eine Kamerapille, die gerade einmal 26 mal elf Millimeter groß und mit einer Acht-Stunden-Batterie bestückt war. Ein Sensor erhob laufend Druck, Temperatur und Säurewert, ein weiterer filmte mit und schickte die Bilder per Funk nach Außen. Der zwar kaum wissenschaftliche, jedoch aufklärerische Anspruch des Projekts lautete, den Zersetzungsvorgang von Fertignahrung im Darm abzubilden.
Zu diesem Zweck aß die erste Person gemeinsam mit der Kamera koreanische Instant-Nudeln, Gummibärchen und blaue Gatorade-Limo, wobei die Farbe allein zu Demonstrationszwecken gedient haben dürfte. Die zweite Person verzehrte selbstgemachte und -gekochte Nudeln, Gummibärchen aus Granatapfelsaft und sowie Gatorade mit Hibiskusgeschmack. Und tatsächlich: Die Fertiggericht-Nudeln hielten deutlich länger als die selbstgemachten und waren selbst nach zwei Stunden Darmaufenthalt noch immer in ihrer Form zu erkennen.
Bessere Essenswahl
“Anliegen des Projekts war es, das unsichtbare und oft verschleierte Wissen über unsere Ernährung auf unerwartete Weise zu präsentieren. Damit soll die Öffentlichkeit ausreichend Wissen erhalten, um informierte Entscheidungen beim Essen zu treffen”, so Bardin. Ernährungsforscher konnten die Vermutung der unterschiedlichen Zersetzungsdauer im Darm auf Anfrage allerdings nicht bestätigen.
Weitaus weniger dramatisch als die Projektinitiatoren sieht ein Berliner Lebensmitteltechnologe das Ergebnis. “Die längere Lebensdauer der Instant-Nudeln dürfte auf die resistente Stärke zurückgehen, die beim Vorkochen und Trocknen der Nudeln entsteht. Sie werden dadurch von Enzymen weniger leicht angreifbar, wirken dadurch jedoch wie Ballaststoffe und reduzieren den Kaloriengehalt, was für den Körper positiv sein kann”, so der Experte gegenüber uns. Weitere Faktoren seien die Form und Härte der Nudeln.
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“Angst vorm Auslachen” als Krankheitssymptom
15.2.2012 von zaro.
Vor allem Jugendliche fürchten sich vor Verspottung und Diskriminierung
Graz - Rund sieben Prozent der Österreicher leiden unter Gelotophobie. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der Betroffene Angst davor haben, ausgelacht zu werden. Vor allem Jugendliche, die sich fürchten, in der Schule von anderen verspottet zu werden, weisen dieses Symptom als Persönlichkeitsmerkmal auf. Dies geht aus einer Studie der Universität Graz http://www.kfunigraz.ac.at hervor.
“Betroffene nehmen die - auch oft neutralen - Gefühlsausdrücke anderer negativ wahr und interpretieren diese falsch”, erklärt Psychologin und Studienleiterin Ilona Papousek im Gespräch mit uns. Zudem fällt es Gelotophobikern selbst schwer, Gefühle nach außen hin zu zeigen. Dies kann jedoch unter anderem zur Ausgrenzung des Betroffenen führen, wodurch dieser wiederum ein noch intensiveres Gefühl der Verspottung wahrnimmt.
Stetiges Schamgefühl
“Häufig gehen die Betroffenen auch selten Ehen oder langfristige Beziehungen ein”, so Papousek gegenüber pressetext. Gelotophobiker können die verschiedenen Arten von Gelächter, wie etwa freundliches, verlegenes oder schadenfrohes und gehässiges Lachen, nicht voneinander unterscheiden und sind davon überzeugt, lächerlich zu wirken. Zudem fanden Psychologen heraus, dass Gelotophobie unabhängig von Geschlecht, Alter, der regionalen sowie der sozialen Herkunft auftritt.
Dem “Nationalen Bildungsbericht 2009″ zufolge geben 19 Prozent der neun- bis zehnjährigen Schulkinder in Österreich sowie elf Prozent der 15 bis 16-jährigen SchülerInnen an, Opfer von verbaler oder psychischer Aggression zu sein. Man kann also davon ausgehen, dass sich in praktisch jeder Klasse zumindest ein Kind befindet, das von anderen verbal oder psychisch schikaniert wird.
Von mehreren sozialen Ängsten begleitet
“Ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die ausschließlich vor dem Lachen Angst haben. Solche Menschen haben ganz sicher auch andere Probleme und andere soziale Ängste”, meint Borwin Bandelow, Professor für Psychiatrie an der Universität Göttingen http://www.uni-goettingen.de . Wie es zur Entstehung der Krankheit kommt, ist noch ungeklärt. Jedoch wurde bereits ein psychologischer Test entwickelt, anhand dessen sich die Furcht vor Verspottung identifizieren und so von anderen Sozialphobien trennen lässt. (Ende)
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Zu viele Kalorien fördern Gedächtnisverlust
14.2.2012 von zaro.
Alte Menschen haben doppeltes MCI-Risiko durch falsche Ernährung
New Orleans - Der tägliche Konsum von 2.100 bis 6.000 Kalorien verdoppelt ab dem 70. Lebensjahr das Risiko auf leichte kognitive Beeinträchtigungen (”Mild Cognitive Impairment”, MCI). Dies besagen jüngste Ergebnisse einer Studie von Yonas E. Geda an der Mayo Clinic http://mayoresearch.mayo.edu , an der rund 1.200 gesunde Menschen zwischen 70 und 89 Jahren teilgenommen haben.
Die Forscher sammelten dazu den selbst dokumentierten Kalorienverbrauch eines jedes Patienten und teilten diese in drei Gruppen. Ein Drittel verbrauchte zwischen 600 und 1.500 Kalorien am Tag, die zweite Gruppe zwischen 1.500 und 2.140 und das letzte Drittel nahm täglich zwischen 2.140 und 6.000 Kalorien zu sich.
Gesundes Essen wichtig
Die Ergebnisse sind gleich geblieben, nachdem man diese auf Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfälle und anderen Faktoren, die das Risiko auf Gedächtnisschwund beeinflussen können, abgestimmt hat. So riskiert die Gruppe mit den meisten Kalorienverbrauchern im Gegensatz zu den am wenigsten Konsumierenden eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, an MCI zu erkranken.
“Je höher die Menge an täglicher Kalorien-Zufuhr, desto größer das Risiko auf MCI”, erklärt Geda. “Essen, das auch zu einer gesunden Diät führt, ist ein besserer Weg, Gedächtnisverlust mit dem Alter zu verhindern.” MCI ist die Phase zwischen dem normalen, mit dem Alter auftretenden Gedächtnisschwund, und frühem Alzheimer.
Elektroschock ruft Erinnerung zurück
Zudem hat eine weitere Studie ergeben, dass ein an das Gehirn gesendeter Elektroschock Erinnerungen von beispielsweise an Alzheimer erkrankten Menschen zurückholen kann. Eine solche Studie wurde zuvor an Tieren durchgeführt. Den Ergebnissen zufolge konnten sogar neue Gehirnzellen in geschädigten Bereichen wiederhergestellt werden.
An der Studie haben sieben Personen teilgenommen, die alle an Epilepsie erkrankt waren. Das Experiment konnte allen sieben Teilnehmern helfen - sogar jenen, die an Gedächtnisschwund litten. Das erfolgreiche Experiment hat Forscher und Ärzte weiter optimistisch gestimmt. (Ende)
BIOENERGETISCH GESÜNDER LEBEN: www.facebook.de/zarobiotec
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Verursacher von Epilepsie gefunden
13.2.2012 von zaro.
Therapieresistenz geht auf falschen Ansatzpunkt zurück
Berlin - Nur zwei von drei Epilepsie-Patienten sprechen auf verfügbare Medikamente gut an. Warum das restliche Drittel resistent gegen die Therapie ist, zeigen Forscher der Charité-Universitätsmedizin Berlin http://charite.de im “Journal of Physiology”. “Statt bei den GABA-Rezeptoren, auf deren Verstärkung viele medikamentöse Behandlungen abzielen, liegt der Defekt bereits eine Stufe zuvor”, erklärt Studienleiter Rudolf Deisz im Interview.
Schaden schon früher in der Kette
Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet an Epilepsie, einer chronischen Erkrankung des Zentralnervensystems. Kennzeichen des Leidens ist, dass die Nervenzellen überempfindlich sind und eine zunächst kleine Gruppe von ihnen oft zu große Impulse weitergeben. In Folge können größere Nervenzellverbände gleichzeitig erregt werden, was sich in einem epileptischen Krampfanfall manifestiert.
Nun untersuchte das Team um Deisz vom Institut für Zell- und Neurobiologie Gewebeproben, die in Operationen von pharmako-resistenten Patienten entnommen worden waren. Nicht wie bisher vermutet in den GABA-Rezeptoren, sondern bereits in deren wesentlicher Voraussetzung fanden sie den ursächlichen Schaden: Bei bestimmten zellulären Ionentransportern, die Chloridionen falsch an die Nervenzellen verteilen und damit eine korrekte Signalweitergabe durch den GABA-Hemmstoff vereiteln. Die Folge ist die übermäßige Nervenzellaktivität.
Falsche Polung
“Eine Hälfte der Neuronen besaß noch einen normalen Ionengradient, die zweite jedoch eine pathologischen, vergleichbar mit einer falsch gepolten Batterie”, veranschaulicht Deisz. Dreht man durch ein Medikament an der Wirksamkeit der GABA-Rezeptoren, ändert man deshalb nichts und der Nettoeffekt bleibt aus. Sobald eines Tages klar wird, warum bestimmte Subtypen der Ionentransporter abgeschaltet sind, werde man auch eine geeignete Therapie dafür finden, hofft der Forscher. (Ende)
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Euro-Desaster verunsichert Konsumenten
12.2.2012 von zaro.
Vertrauensindex: D.A.CH-Verbraucher schnallen Gürtel enger
Frankfurt/Wien - Die Krise des Euros geht in den Köpfen der europäischen Konsumenten um. Sie zeigen so wenig Vertrauen wie seit Anfang 2009 nicht mehr, geht aus dem Nielsen Global Survey http://nielsen.com/de hervor. 28.000 Internetnutzer aus 50 Ländern wurden dazu befragt. Im Vertrauensindex rutschte Europa im vierten Quartal 2011 um drei Punkte auf nunmehr 71 ab. Weit positiver fällt die weltweite Betrachtung aus: Hier stieg das Konsumentenvertrauen auf 89, was vor allem auf gute Ergebnisse aus den USA und China zurückgeht.
Sparen, wo es geht
Ängste vor Rezession und Sparmaßnahmen erzeugen bei den Verbrauchern eine Skepsis, was die persönliche finanzielle Lage betrifft. Die Folgen spürt man bereits, erklärt Petra Kacnik, Nielsen-Direktorin für Consumer Research DACH, im pressetext-Interview. “Man spart, wo es geht: Besonders bei Gas und Strom, Telefonkosten oder durch den Kauf günstigerer Lebensmittel. Auch die Rückzahlung von Schulden ist Thema. Gleichzeitig will man sich jedoch weiterhin Reisen oder Lokalbesuche gönnen.”
Dabei blieben in Deutschland im vergangenen Quartal die Vertrauenswerte stabil bei 87 Punkten und holten im Jahresvergleich sogar um vier Punkte auf. “Die wirtschaftlichen Indikatoren Deutschlands sind positiv gestimmt, was dem Einzelnen Eindruck von Stabilität, Vertrauen in Jobaussichten und Bereitschaft für Ausgaben gibt”, so Kacnik. Sorgen machen dennoch - wie auch in Österreich und der Schweiz - die steigenden Lebensmittel- und Wohnnebenkosten, die allgemeine Wirtschaftslage und hohe Spritpreise.
Keine Insel der Seligen
In Österreich sank das Vertrauen deutlich, zuletzt um sechs Zähler auf nunmehr 90 Punkte im Index. Beigetragen hat hier vor allem die schlagartig gestiegene Angst vor Verschlechterungen am Arbeitsmarkt. “Mitspielen dürfte hier bereits die politische Diskussion um das Sparpaket. Bei den persönlichen Finanzen und der Bereitschaft für Anschaffungen gibt es dank des starken Sozialsystems allerdings noch kaum Änderungen.”
Bemerkenswert ist jedoch auch der Einbruch in der Schweiz. Die Alpenrepublik sank im Index von einem hohen Ausgangsniveau um sieben auf nunmehr 92 Punkte, im Gesamtjahr 2011 um 20 Punkte. Für Kacnik ist dies eine zeitverzögerte Reaktion auf die Euro-Krise. “Die frühere Euphorie ist verflogen, spätestens mit der Franken-Euro-Kopplung wurde das Bild der Insel der Seligen zerstört. Die Schweiz durchläuft einen Bewusstseinsprozess, bei dem viele die eigenen Berufsaussichten und die persönliche finanzielle Lage überdenken.”
Euphorische Schwellenländer
Im Europavergleich hält sich das Vertrauen in der DACH-Region noch relativ gut. Dass der weltweite Index dennoch stieg, geht auf Länder wie die USA (plus sechs), Kolumbien, Venezuela und die Philippinen (je plus fünf) sowie China (plus vier Punkte) zurück. Der Asien-Pazifik-Raum ist derzeit die Region mit dem stärksten Konsumentenvertrauen (99 Punkte), knapp dahinter folgt Lateinamerika (98 Punkte). “Diese Positivstimmung spiegelt die globalen Verschiebungen der Produktion und Investitionen wider”, kommentiert die Expertin. (Ende)
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“Zeit ist Geld”-Denken macht unzufrieden
10.2.2012 von zaro.
Glücksforscher: Geld behindert Beziehungen und Glücksstreben
Toronto/Heidelberg - Wer Zeit vorrangig an ihrem finanziellen Wert misst, büßt dadurch an Zufriedenheit ein. Das behaupten kanadische Forscher im “Journal of Experimental Social Psychology”. “Wie wir die Zeit wahrnehmen, bestimmt in hohem Maß das persönliche Wohlbefinden. Menschen, die ständig an Geld denken, empfinden Stress und Ungeduld, sobald sie einmal nichts tun - auch in ihrer Freizeit. Sie können sich kaum mehr über einfache, kleine Dinge freuen”, sagt Studienleiter Sanford DeVoe von der Rotman School of Management in Toronto http://rotman.utoronto.ca .
Stressiges Nichtstun
Einen Hinweis dafür haben die Wissenschaftler in einer Versuchsreihe erbracht. Sie baten Studenten, den künftigen Stundenlohn ihres Traumjobs zu berechnen, während anderen diese Aufgabe erspart blieb. Nur wer sich mit dem Geldwert von Zeit beschäftigt hatte, zeigte im Anschluss weniger Zufriedenheit und konnte in den Testpausen das Nichtstun nicht genießen. Entspannen konnten sich diese Versuchspersonen erst dann, als ihnen die Forscher eine kleine Summe für das Musikhören versprachen.
Geiz, Gier und Verschwendung
“Die Beschäftigung mit Geld kann viele negative Gefühle auslösen, die das Glücksstreben behindern - allen voran Geiz, Gier und Verschwendungssucht”, erklärt der Glücksforscher Erst Fritz-Schubert http://fritz-schubert-institut.de im Interview. Geld belastet Beziehungen: Kommt es ins Spiel, rücken Partner messbar auseinander - für Fritz-Schubert ein Grund, warum man mit Freunden besser keine Geschäfte abschließt. “Reichtum macht nicht immer glücklich”, so der Experte.
Damit schwingt jedoch auch mit, dass Geld manchmal durchaus zufriedener macht. Zutreffen dürfte dies laut Studien einerseits, solange Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind, also etwa bei Menschen unter dem Existenzminimum. Ist der Wohlstand bereits gegeben, steigt das Wohlbefinden durch Geld jedoch nicht mehr, zeigt die BIP-Entwicklung ab 1970. “Es kommt sehr darauf an, wie viel Geld man bereits auf dem Konto hat und wie sinnstiftend man es einsetzt”, betont Fritz-Schubert.
Bindung statt Sportwagen
Um nicht in die Zeit-ist-Geld-Falle zu tappen, rät der Experte einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. “Wir beschäftigen uns zunehmend mit dringlichen Dingen, vergessen aber auf das Wichtige und Glücksbringende. Die Technologisierung und Informationsflut etwa geht auf unseren Wunsch nach mehr Effizienz zurück. Wir sparen damit Zeit, nutzen sie aber nicht für Wichtiges, sondern vertreiben sie wieder. Mit ein wenig Überblick kann man dies jedoch durchschauen.”
So zeigte Fritz-Schubert in Persönlichkeitstrainings mit Jugendlichen und Erwachsenen, dass hinter dem Wunsch vieler nach einem Sportwagen andere Ziele stecken. “Fast einhellig wollen junge Burschen damit das schönste Mädchen erobern, den Respekt der Eltern und Nachbarn erkämpfen und Spaß am Fahren mit acht Gängen erleben - also Bindung, Anerkennung und Neugier. Bietet man stattdessen immerwährende Freundschaft, Gelassenheit und Humor, erkennen viele, dass sie ihre Absichten dadurch ohnehin verwirklichen würden, ohne dabei die negativen Begleiterscheinungen von Geld als Ersatzglück in Kauf nehmen zu müssen”, berichtet der Forscher.
PDF-Download der Studie unter http://www.rotman.utoronto.ca/facbios/file/DeVoe%20and%20House,%20JESP.pdf
(Ende)
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Schule ist beste Medizin für Flüchtlinge
7.2.2012 von zaro.
Positiver Effekt schon bei wenigen Wochenstunden Unterricht
Kopenhagen - Schon wenige Stunden Schulunterricht pro Woche bringen Flüchtlingskindern langfristige Vorteile für ihre Gesundheit, die bis ins Erwachsenenalter und in die nächste Generation reichen. Das haben Forscher der Universität Kopenhagen ermittelt. “Flüchtlingskinder leben in einer Welt voller Chaos und Unsicherheit. Bildung gibt Struktur und Hoffnung. Sie ermöglicht ihnen zudem, Erwachsene zu werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen”, berichtet die Studienleiterin Tania Draebel von der Copenhagen School of Global Health http://globalhealth.ku.dk im Interview.
Mehr Selbstverantwortung
Draebel untersuchte 220 schwangere Frauen, die ihre Kindheit in sudanesischen Flüchtlingslagern verbracht hatten. Zu den größten Gesundheitsgefahren dieser Gruppe gehört Malaria, da sich werdende Mütter häufig mit bestimmten Formen der Krankheit infizieren und an die ungeborenen Babys weitergeben.
Auf der Suche nach Schutzfaktoren stieß Draebel unverhofft auf den Schulbesuch. “Gebildete und ungebildete Mütter verhalten sich völlig anders gegenüber Malaria. Wer als Kind in der Schule war, verwendet fünfmal eher Moskitonetze, nimmt 2,5-mal eher Malaria-Medikamente und geht bei Verdachtssymptomen dreimal eher zum Arzt.” Sozio-ökonomische Störfaktoren sind dabei schon berücksichtigt.
Positiv-Spirale
Dabei war die Schule der Frauen kaum mit jener in Europa vergleichbar, betont die Forscherin: “Die Klassenräumen waren bloß in Zelten oder Hütten improvisiert und der Unterricht fand nur sehr unregelmäßig und oft nur wenige Monate pro Jahr statt. So lückenhaft diese Bildung auch war, sie zeigte dennoch bereits große Vorteile. Mit sehr wenigen Ressourcen erreicht man erstaunlich viel.”
Draebel sieht das Ergebnis als “Positiv-Spirale” der Entwicklung, die in der Flüchtlingshilfe und der Unterstützung von internen Vertriebenen stärker berücksichtigt werden sollte. “Kinder reflektieren die Zuwendung des Lehrers, so schwierig auch die Umstände sind, und machen daraus etwas Positives. Sie treten dabei aus der Opferrolle und entdecken ihre Möglichkeiten, die Welt selbst mitzugestalten. Das stärkt sie mental im Leben”, so die Interpretation der Forscherin. (Ende)
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Schwerer Vitamin-D-Mangel bei Senioren
7.2.2012 von zaro.
Erster Nachweis: Im Alter verschwindet Jahreszeiten-Fluktuation
Trier - Der überwiegende Teil der ältesten Menschen unserer Gesellschaft leidet an akutem Vitamin-D-Mangel. Es macht bei ihnen für die Konzentration des “Sonnenvitamins” kaum Unterschied, ob gerade Sommer oder Winter ist. Das berichten Gerontologen aus Trier im Deutschen Ärzteblatt International. “Alte Menschen kommen in unseren Breiten mit dem Vitamin D aus Nahrung und Sonnenexposition so gut wie nie aus. Eine orale Verabreichung von Vitamin D ist bei ihnen ganz besonders zu empfehlen”, so Studienautor Stefan Schilling im pressetext-Interview.
Deutliche Unterversorgung
Schilling erhob die Vitamin-D-Konzentration von 1.578 Patienten, die in seiner geriatrischen Reha-Klink seit 2009 in Behandlung waren, jeweils am Folgetag ihrer stationären Aufnahme. Das Durchschnittsalter der Probanden war 82 Jahre. Bei 89 Prozent von ihnen lag die Vitamin-D-Konzentration unter den derzeit empfohlenen 20 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), 67 Prozent sogar unter zehn ng/ml, was unstrittig als Schwellenwert für schweren Vitamin-D-Mangel gilt. “Nimmt man die Empfehlung mancher Experten von 30 ng/ml als Richtwert, lagen sogar 96 Prozent darunter”, berichtet Schilling.
Wenngleich die grundsätzliche Vitamin-D-Unterversorgung der Bevölkerung bekannt ist, hatten die Experten nicht mit einer derartigen Verschärfung bei Senioren gerechnet. Zudem war die bei jüngeren Menschen übliche Fluktuation im Vitaminspiegel zwischen Sommer und Winter nicht festzustellen. Für Schilling ein Ergebnis gleich mehrerer Faktoren. “Hochbetagte Menschen sind weniger mobil und gehen seltener in die Sonne als Jüngere, bedecken meist die Haut und besuchen kaum das Freibad. Zudem sinkt die Fähigkeit ihrer Haut, aus dem Sonnenlicht das Vitamin D zu bilden”, so der Forscher.
Orale Gabe lässt schneller gehen
Doch gerade für Senioren ist die ausreichende Vitamin-D-Versorgung immens wichtig. “Vitamin D spielt neben vielen anderen Funktionen auch für den Kalzium- und Knochenstoffwechsel sowie für den Muskelaufbau eine entscheidende Rolle. Sein Mangel macht Stürze und Brüche wahrscheinlicher.” Umgekehrt zeigen Studien, dass eine Vitamin-D-Verabreichung bereits nach kurzer Zeit die Sturzhäufigkeit um 20 Prozent reduziert und auch die Schrittgeschwindigkeit messbar erhöht. (Ende)
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