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Euro-Desaster verunsichert Konsumenten
Vertrauensindex: D.A.CH-Verbraucher schnallen Gürtel enger
Frankfurt/Wien - Die Krise des Euros geht in den Köpfen der europäischen Konsumenten um. Sie zeigen so wenig Vertrauen wie seit Anfang 2009 nicht mehr, geht aus dem Nielsen Global Survey http://nielsen.com/de hervor. 28.000 Internetnutzer aus 50 Ländern wurden dazu befragt. Im Vertrauensindex rutschte Europa im vierten Quartal 2011 um drei Punkte auf nunmehr 71 ab. Weit positiver fällt die weltweite Betrachtung aus: Hier stieg das Konsumentenvertrauen auf 89, was vor allem auf gute Ergebnisse aus den USA und China zurückgeht.
Sparen, wo es geht
Ängste vor Rezession und Sparmaßnahmen erzeugen bei den Verbrauchern eine Skepsis, was die persönliche finanzielle Lage betrifft. Die Folgen spürt man bereits, erklärt Petra Kacnik, Nielsen-Direktorin für Consumer Research DACH, im pressetext-Interview. “Man spart, wo es geht: Besonders bei Gas und Strom, Telefonkosten oder durch den Kauf günstigerer Lebensmittel. Auch die Rückzahlung von Schulden ist Thema. Gleichzeitig will man sich jedoch weiterhin Reisen oder Lokalbesuche gönnen.”
Dabei blieben in Deutschland im vergangenen Quartal die Vertrauenswerte stabil bei 87 Punkten und holten im Jahresvergleich sogar um vier Punkte auf. “Die wirtschaftlichen Indikatoren Deutschlands sind positiv gestimmt, was dem Einzelnen Eindruck von Stabilität, Vertrauen in Jobaussichten und Bereitschaft für Ausgaben gibt”, so Kacnik. Sorgen machen dennoch - wie auch in Österreich und der Schweiz - die steigenden Lebensmittel- und Wohnnebenkosten, die allgemeine Wirtschaftslage und hohe Spritpreise.
Keine Insel der Seligen
In Österreich sank das Vertrauen deutlich, zuletzt um sechs Zähler auf nunmehr 90 Punkte im Index. Beigetragen hat hier vor allem die schlagartig gestiegene Angst vor Verschlechterungen am Arbeitsmarkt. “Mitspielen dürfte hier bereits die politische Diskussion um das Sparpaket. Bei den persönlichen Finanzen und der Bereitschaft für Anschaffungen gibt es dank des starken Sozialsystems allerdings noch kaum Änderungen.”
Bemerkenswert ist jedoch auch der Einbruch in der Schweiz. Die Alpenrepublik sank im Index von einem hohen Ausgangsniveau um sieben auf nunmehr 92 Punkte, im Gesamtjahr 2011 um 20 Punkte. Für Kacnik ist dies eine zeitverzögerte Reaktion auf die Euro-Krise. “Die frühere Euphorie ist verflogen, spätestens mit der Franken-Euro-Kopplung wurde das Bild der Insel der Seligen zerstört. Die Schweiz durchläuft einen Bewusstseinsprozess, bei dem viele die eigenen Berufsaussichten und die persönliche finanzielle Lage überdenken.”
Euphorische Schwellenländer
Im Europavergleich hält sich das Vertrauen in der DACH-Region noch relativ gut. Dass der weltweite Index dennoch stieg, geht auf Länder wie die USA (plus sechs), Kolumbien, Venezuela und die Philippinen (je plus fünf) sowie China (plus vier Punkte) zurück. Der Asien-Pazifik-Raum ist derzeit die Region mit dem stärksten Konsumentenvertrauen (99 Punkte), knapp dahinter folgt Lateinamerika (98 Punkte). “Diese Positivstimmung spiegelt die globalen Verschiebungen der Produktion und Investitionen wider”, kommentiert die Expertin. (Ende)
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