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“Angst vorm Auslachen” als Krankheitssymptom
Vor allem Jugendliche fürchten sich vor Verspottung und Diskriminierung
Graz - Rund sieben Prozent der Österreicher leiden unter Gelotophobie. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der Betroffene Angst davor haben, ausgelacht zu werden. Vor allem Jugendliche, die sich fürchten, in der Schule von anderen verspottet zu werden, weisen dieses Symptom als Persönlichkeitsmerkmal auf. Dies geht aus einer Studie der Universität Graz http://www.kfunigraz.ac.at hervor.
“Betroffene nehmen die - auch oft neutralen - Gefühlsausdrücke anderer negativ wahr und interpretieren diese falsch”, erklärt Psychologin und Studienleiterin Ilona Papousek im Gespräch mit uns. Zudem fällt es Gelotophobikern selbst schwer, Gefühle nach außen hin zu zeigen. Dies kann jedoch unter anderem zur Ausgrenzung des Betroffenen führen, wodurch dieser wiederum ein noch intensiveres Gefühl der Verspottung wahrnimmt.
Stetiges Schamgefühl
“Häufig gehen die Betroffenen auch selten Ehen oder langfristige Beziehungen ein”, so Papousek gegenüber pressetext. Gelotophobiker können die verschiedenen Arten von Gelächter, wie etwa freundliches, verlegenes oder schadenfrohes und gehässiges Lachen, nicht voneinander unterscheiden und sind davon überzeugt, lächerlich zu wirken. Zudem fanden Psychologen heraus, dass Gelotophobie unabhängig von Geschlecht, Alter, der regionalen sowie der sozialen Herkunft auftritt.
Dem “Nationalen Bildungsbericht 2009″ zufolge geben 19 Prozent der neun- bis zehnjährigen Schulkinder in Österreich sowie elf Prozent der 15 bis 16-jährigen SchülerInnen an, Opfer von verbaler oder psychischer Aggression zu sein. Man kann also davon ausgehen, dass sich in praktisch jeder Klasse zumindest ein Kind befindet, das von anderen verbal oder psychisch schikaniert wird.
Von mehreren sozialen Ängsten begleitet
“Ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die ausschließlich vor dem Lachen Angst haben. Solche Menschen haben ganz sicher auch andere Probleme und andere soziale Ängste”, meint Borwin Bandelow, Professor für Psychiatrie an der Universität Göttingen http://www.uni-goettingen.de . Wie es zur Entstehung der Krankheit kommt, ist noch ungeklärt. Jedoch wurde bereits ein psychologischer Test entwickelt, anhand dessen sich die Furcht vor Verspottung identifizieren und so von anderen Sozialphobien trennen lässt. (Ende)
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