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Archiv der Kategorie Fachpublikation
Bissensgröße vom Geruch bestimmt
22.3.2012 von zaro.
Unbewusste Beeinflussung des Gehirns durch die Nase
Wageningen - Je stärker Nahrung riecht, desto kleiner sind die Bissen, die man davon nimmt. Diese unbewusste Beeinflussung beim Essen haben Forscher vom Forschungsinstitut TI Food and Nutrition in Wageningen http://www.tifn.nl festgestellt. Wie sie in der Open-Access-Zeitschrift “Flavour” berichten, könnte man den Duft von Nahrung gezielt dazu einsetzen, um Portionsgrößen zu reduzieren und somit Menschen beim Abnehmen zu helfen.
Sättigung durch Duft
Die Größe der einzelnen Happen, in denen man Mahlzeiten zu sich nimmt, wird in der Wissenschaft oft mit dem Sättigungsgefühl in Verbindung gebracht: Je kleiner die einzelnen Bissen, desto früher glaubt der Körper, bereits genug zu haben. Die holländischen Forscher wollten nun herausfinden, was genau die Bissgröße beeinflusst. Die Bekanntheit und Beschaffenheit des Essens haben großen Einfluss, zeigte sich: Je größer etwa der Kaufaufwand geschätzt wird, desto kleiner fallen die Bisse aus.
Eine der wichtigsten Sinneswahrnehmungen, die bei dieser Abschätzung hilft, ist der Geruch, zeigten die aktuellen Experimente. Zehn Versuchspersonen aßen dazu einen Vanillecreme-ähnlichen Nachtisch und bestimmten per Knopfdruck selbst, wie groß die einzelnen Portionen am Löffel ausfielen. Gleichzeitig wurden ihre Nasen mit verschiedenen Düften versorgt. Deutlich zeigte sich: Je stärker der Geruch, desto mehr landete auf dem Löffel, und zwar nicht nur unmittelbar nach dem Riechen, sondern bis zur Beendigung des Desserts.
Zehn Prozent Zurückhaltung
Studienleiter Rene A de Wijk sieht dies als einen Hinweis, warum man bei unbekanntem Geruch oder unbeliebter Nahrung weniger zulangt. “Wenn man den Geruch von Nahrung manipuliert, kann man die Nahrungszuführung pro Bissen um fünf bis zehn Prozent verringern. Der Körper glaubt dann, dass er schon früher genug bekommen hat - was bei der Gewichtsabnahme helfen könnte”, so der Experte.
Dass der Geruch jedoch auch zu erhöhter Nahrungsaufnahme verleiten kann, haben unlängst englische Forscher gezeigt. Übergewichtige haben demnach einen deutlich feineren Geruchssinn für Nahrung als Schlanke, was besonders nach dem Essen und bei ausbleibendem Hunger zutrifft. Dieser “Vorsprung” könnte eine Rolle beim Weiteressen spielen, so die Vermutung der Studienautoren
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Arbeitslosigkeit: Kinder leiden mit Eltern
21.3.2012 von zaro.
Negative Auswirkungen besonders für Söhne
Leipzig/Melbourne - Arbeitslosigkeit führt oft zu psychischen Krankheiten. Eine aktuelle Studie des Melbourne Institute of Applied Economic and Social Research http://melbourneinstitute.com zeigt nun, dass Erwerbslosigkeit nicht nur Auswirkungen auf die direkt betroffenen Eltern, sondern auch auf ihren Nachwuchs hat. Während Töchter mit dieser Situation besser umgehen können, leidet darunter insbesondere das Wohlbefinden der Söhne.
Psychische Leiden unbehandelt
“Ungefähr 30 Prozent aller Arbeitslosen leiden an psychischen Krankheiten”, sagt die Arbeitspsychologin Gisela Mohr von der Universität Leipzig http://uni-leipzig.de im Interview mit uns. Sie vermutet, dass psychische Erkrankungen bei Erwerbslosen oft gar nicht erkannt werden. “Antriebslosigkeit und Depression überschneiden sich zwar in den Symptomen, nicht aber im Krankheitswert. Es besteht die Gefahr, dass psychische Krankheiten nicht identifiziert werden”, erläutert die Wissenschafterin.
Jobverlust beeinflusst Generationen
Die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit, neben dem fehlenden Einkommen vor allem der Verlust des Selbstbewusstseins, treffen aber nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Kinder. Dies unterstreichen auch die Forscher aus Australien, die dazu deutsche Eltern befragt haben. Während Töchter emotional mit ihren Müttern mitleiden, erleben Söhne die Auswirkungen der Erwerbslosigkeit ihrer Väter so, als wären sie selbst ohne Anstellung.
“Die negativen Auswirkungen eines reduzierten Haushaltseinkommens beeinflussen nicht nur das Selbstvertrauen und die sozialen Kontakte der aktuellen, sondern auch der nächsten Generation”, berichtet Studienautor John P. Haisken-DeNew. “Man kann von einem Domino-Effekt in einem familiären Kontext sprechen. Die Folgen von Arbeitslosigkeit sind weitreichender als wir früher dachten.”
Jugendarbeitslosigkeit politische Katastrophe
Die Psychologin Mohr betont, dass man vor allem bei der Erwerbslosigkeit von jungen Leuten ansetzen muss: “Für junge Leute ist der Berufseinstieg eine enorm wichtige Entwicklungsphase. Jugendarbeitslosigkeit ist eine politische Katastrophe.” Einen hohen Erwerbsanteil zu schaffen, müsse eines der obersten Ziele der Politik sein. (Ende)
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Klimawandel: Meeresanstieg um 22 Meter möglich
21.3.2012 von zaro.
Klima- und Meeresdaten des Pliozän sagen Zukunft des Planeten voraus
New Jersey/Hannover - Der Meeresspiegel des Planeten dürfte um rund 22 Meter steigen - selbst wenn es der Menschheit gelingt, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Diese Prognose, die zwar sicher noch nicht im 21. Jahrhundert, doch im Zeitraum mehrerer Jahrhunderte bis Jahrtausende eintreffen soll, liefern US-amerikanische Geologen um Kenneth G. Miller von der Rutgers University http://rutgers.edu in der Fachzeitschrift “Geology”. Laut ihrer Berechnung steigt das Meer “zu 95 Prozent” zwischen zwölf und 32 Meter.
Sensible Eismassive
Die Forscher untersuchten Bohrkerne aus Gesteinen und Sedimenten aus Neuseeland sowie vom Eniwetok-Atoll, das zu den Marshall-Inseln im Pazifik gehört. Speziell die Zeitspanne vor 2,7 bis 3,2 Mio. Jahre - das späte Pliozän - interessierte sie: Zu diesem Moment dürfte das CO2-Niveau der Atmosphäre zum letzten Mal auf heutigem Niveau gelegen haben, während die Forscher die Globaltemperatur zwei Grad darüber ansiedeln.
Der ermittelte Meeresanstieg für diese Epoche zeigt laut den Wissenschaftlern, dass die großen Eisvorkommen der Erde extrem sensibel auf Temperaturanstieg reagieren. “Das zusätzliche Wasservolumen kommt durch die Wärmeausdehnung des Wassers sowie die Schmelze von Grönland, der westantarktischen Eismasse und Rändern der Ostantarktis zustande. Dieser Anstieg des Meeresspiegels würde 70 Prozent der Weltbevölkerung betreffen”, kommentiert Richard Lane, Programmdirektor für Earth Science bei der National Science Foundation http://www.nsf.gov .
Mehrere Unschärfen
Auf mögliche Unsicherheiten der Erhebung deutet Manfred Mudelsee, CEO des Unternehmens Climate Risk Analysis http://climate-risk-analysis.com . “Zu mehreren Schlüsselkriterien des Pliozäns kann die Wissenschaft noch keine genauen Aussagen machen. Besonders betrifft das den globalen Schnitt der Temperatur sowie den CO2-Gehalt der Atmosphäre. Letzteren kann man zwar durch Eisbohrkerne präzise rekonstruieren, doch sind diese nur bis 800.000 Jahre zurück verfügbar”, so der Geophysiker gegenüber der Presse.
Auch in der Frage, inwiefern der Mensch den Anstieg des Meersspiegels beeinflussen kann, gibt sich der Hannoveraner Experte zurückhaltend. Zwar ist erwiesen, dass der Mensch einen bedeutenden Beitrag zur Globalerwärmung leistet und diese durch entsprechendes Gegenlenken auch verzögert werden kann. In welchem Ausmaß dies zutrifft, ist jedoch weiterhin Gegenstand der weltweiten Klimaforschung. Laut heutigen Klimamodellen wird der Meeresspiegel bis 2100 um 80 Zentimeter bis höchstens einen Meter steigen.
Abstract der Originalstudie: http://bit.ly/GB1KHE
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Klimawandel setzt Gesundheit erheblich zu
21.3.2012 von zaro.
Verstärkte Zunahme von Parasiten in untypischen Regionen erwartet
Sacramento/Hamburg - Der Klimawandel wirkt sich gravierend auf die Gesundheit von Menschen aus. Eine Studie der American Thoratic Society http://thoracic.org hat ergeben, dass Asthma, Allergien, Infektionskrankheiten und Herz-Kreislauferkrankungen weltweit zunehmen. Die Ursache ist der Klimawandel. “Man befürchtet die Zunahme von Parasiten in Gebieten, wo es sie vorher nicht gab, wie etwa Malaria-Mücken in den Bergen”, erklärt Elina Marmer, Meteorologin und Sozialwissenschaftlerin beim Klimacampus Hamburg http://clisec.zmaw.de , gegenüber der Presse.
Folgen für Atemwege
Laut der Expertin wird durch Überflutung häufig das Trinkwasser verunreinigt, was sich auch auf die Gesundheit auswirkt. Es betrifft sämtliche Regionen, wie auch die US-Ärzte erklären. “Wir haben untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Atemwegserkrankungen weltweit auswirkt”, sagte Kent Pinkerton von der UC Davis School of Medicine http://som.ucdavis.edu . Die Studie beschreibt ein komplexes Netz von miteinander verbundenen Auswirkungen auf die Gesundheit der Atemwege durch den globalen Klimawandel.
So wurden etwa Schimmelsporen, die bisher nur in Mittelamerika gesehen wurden, in Vancouver gefunden - sehr viel weiter im Norden also. Diese Schimmelsporen fördern den Anstieg von Allergien und Asthma. “Es gibt nicht nur die direkten Auswirkungen, dass sich Asthma weiter verbreitet durch mehr Feinstaub in der Atmosphäre, durch die Wüstenbildung erhöht sich auch die Menge der Pollen, weil die Pflanzen länger blühen. Das ist auch ein Auslöser von Asthma”, sagt Pinkerton.
Besondere Gruppen gefährdet
Nach extremen Wetterereignissen - wie Hurrikan Katrina oder den indonesischen oder japanischen Tsunamis - kann es auch zu einem Anstieg und dem Ausbruch von Infektionskrankheiten führen. “Es gibt Menschen, die sehr viel anfälliger für die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind als andere”, so Pinkerton. Säuglinge, Kleinkinder, Menschen mit Asthma und ältere Menschen werden daher mit einer schlecheren Luftqualität mehr Probleme haben. “Sie werden die ersten sein, die die ernsten Folgen des Klimawandels merken werden.” (Ende)
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US-”Generation Ego” lässt Gemeinwohl links liegen
21.3.2012 von zaro.
Forschersicht in Hinblick auf deutsche Jugendliche gespalten
San Diego/Berlin - Als “Generation Me” bezeichnet der US-amerikanische Psychologe Jean Twenge von der San Diego State University http://sdsu.edu die heutigen 15- bis 25-Jährigen. In Deutschland bezeichnen Sozialforscher diese als “Generation Ego”. Twenge belegt in seiner Studie, dass sich diese neue Generation junger Amerikaner wenig für Fürsorge oder die Rettung der Umwelt interessiert. “Die Jungen in den 80er- und 90er-Jahren haben sich politisch engagiert und waren eher gemeinschaftsorientiert”, so Twenge. Die aktuellen Daten zeigen jedoch, dass die jüngste Generation viel mehr Wert auf Geld, Image und Ruhm legt.
Keine Philosophie des Lebens
Im Vergleich zu Menschen, die in den 70er-Jahren geboren sind, interessiert sich die heutige Jugend eher dafür, reich zu sein. Im direkten Vergleich stieg dieser Wert von 45 auf 70 Prozent. Die heute 32- bis 42-Jährigen interessierten sich zu 50 Prozent sehr für die aktuelle politische Lage, die “Generation Ego” hingegen zu 35 Prozent. Auch die”Entwicklung einer sinnvollen Philosophie des Lebens” ist von 73 auf 45 Prozent gesunken. Dabei hatten die Forscher bereits die in den 70er-Jahren Geborenen als egoistisch eingestuft.
“Das Egoismus-Label war unberechtigter Weise auf diese Generation angebracht, denn im Vergleich zur heutigen Generation waren sie geradezu selbstlos”, sagt Twenge. In Deutschland würden zwar viele Sozialforscher dem Urteil von Twenge zustimmen. Andere aber nicht: “Wir haben diese Generation als ‘pragmatische Generation’ bezeichnet”, sagt Ulrich Schneekloth, Autor der Shell-Jugendstudie http://shell.de/jugendstudie , der größten Jugenderhebung Deutschlands, gegenüber der Presse.
Ideologie bleibt auf der Strecke
“Man kann diese Generation nicht mit den 68er-Slogans charakterisieren”, erklärt Schneekloth. Demnach sei man nur aufgeklärt oder modern, wenn man politisch links sei. Die junge Generation sei nicht so unsozial, wie viele Sozialwissenschaftler sie bezeichneten. “Sie wollen etwas aus sich machen, sind aber gleichzeitig sozial orientiert. Sie empfinden es als ungerecht, wenn Leute ausgegrenzt werden”, sagt Schneekloth. Die “pragmatische Generation” interessiere sich sehr wohl für die Belange anderer.
“Das Motto ist: Ich muss schauen, wo ich bleibe und dass es um mich herum sozial und gerecht zugeht”, erklärt Schneekloth. Die neue Generation sei zwar unideologisch, folge zwar auch dem Mainstream, was aber nicht heißen würde, dass die jungen Menschen keine soziale Ader hätten. “Generation Ego oder Generation Me ist zu einseitig”, sagt der Shell-Studien-Autor. Die heutige Jugend grenze sich auch nicht so stark von den Eltern ab. “Die müssen sich nicht mehr befreien wie die Generationen vorher”, sagt Schneekloth. Die 15- bis 25-Jährigen würden eher pragmatisch denken, Ideologie hingegen sei total out. (Ende)
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Verbotenes Universum: Was selbst die Wissenschaft noch nicht versteht
15.3.2012 von zaro.
Silke Britzen erzählt von der Enträtselung spektakulärer Phänomene im Weltall
Verbotenes Universum (Goldegg Verlag)
Wien/Bonn - Schwarze Löcher - existieren sie oder nicht? Diese Frage beschäftigt derzeit Physiker und Astronomen auf der ganzen Welt. Die Physikerin und Astronomin Silke Britzen leitet ein europäisches Projekt, das sich der Erforschung der Schwarzen Löcher verschrieben hat und weiß, dass es kaum ein Thema gibt, bei dem sich Science-Fiction und Wissenschaft so nahe kommen.
Auf der Jagd nach Schwarzen Löchern
Schwarze Löcher sind Phänomene, die sich in der Welt der Superlative abspielen: Es geht um die größten vorstellbaren Energiemengen, um die Anfänge des Universums, um den “jüngsten Tag”, um die dichteste Materie. “Wir wissen noch viel zu wenig. Unser Kosmos besteht zu 95 Prozent aus einer dunklen Komponente, deren physikalische Natur wir nicht kennen”, schreibt die Expertin Dr. Silke Britzen in ihrem soeben erschienen Buch “Verbotenes Universum. Die Zeit der Schwarzen Löcher”. Doch die Forschung befindet sich auf einer intensiven Jagd nach den rätselhaften Erscheinungen und versucht die Spielregeln des Kosmos zu verstehen.
Das Universum jenseits unseres Verständnisses
Die Existenz Schwarzer Löcher ist bis heute noch nicht bewiesen und beruht nur auf indirekten Hinweisen und den dramatischen Auswirkungen auf ihre Umgebung. “Wenn wir Schwarze Löcher verstehen, besteht die Möglichkeit, dass wir die Physik unseres Universums, inklusive des Urknalls, besser erklären können. Sie sind ein Schlüssel zum Verständnis unseres Universums”, erläutert Silke Britzen, deren Leidenschaft ihrem Forschungsschwerpunkt gilt. Doch bis es so weit ist, gilt es noch einige Hürden zu überwinden. Die Wissenschaft muss einen Weg finden, derzeit noch unvereinbarte Vorstellungen, wie die Relativitätstheorie und die Quantentheorie, zu vereinen. Solange dies nicht gelingt, ist der Menschheit der “Blick” in diesen Bereich des Universums verboten.
Auf der Suche nach der Weltformel
“Astronomie und Physik sind spannend - gerade jetzt, wo es um die noch fehlenden entscheidenden Puzzleteile in unserem Himmelsbild geht”, sagt die begeisterte Forscherin, die in ihrem Buch Zusammenhänge aufzeigen und die Leser am Nervenkitzel der Wissenschaft teilhaben lassen möchte. Elementare Fragen sind mit dem Wissen über die Schwarzen Löcher verbunden: Wie ist das Universum entstanden? Wie konnte sich die Milchstraße bilden? Gibt es andere “Universen”? Was war zuerst da, das Schwarze Loch oder die Galaxie? Wie setzt man dieses Puzzle aus “Schwerkraftfallen”, der Zeit und dem Urknall richtig zusammen? “All die Versuche, diese kosmischen Ereignisse zu verstehen, sind untrennbar verbunden mit dem Problem der Zeit und der Suche nach einer Weltformel, die die kleinsten Skalen der Quantentheorie mit den großen Massen der Gravitation verknüpft. Die dunklen Objekte dienen uns dabei als ‘Weltraum-Laboratorium’, führt die Physikerin aus. Ihr Buch “Verbotenes Universum” ist ein Plädoyer für Neugier, Begeisterung und Kreativität und bietet einen spannenden und für Laien verständlichen Einblick in den aktuellen Stand der Forschung.
Die Autorin steht für Interviews zur Verfügung.
Verbotenes Universum - Die Zeit der Schwarzen Löcher
Silke Britzen
ISBN 978-3-902729-63-7
Hardcover, 270 Seiten
Eur 22,00 [A]/21,40 [D]/28,06 CHF UVP
Neuerscheinung Frühjahr 2012, Goldegg Verlag
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Schmerzempfinden teils erblich bestimmt
12.3.2012 von zaro.
Experte: “Therapie der Zukunft auf Genotyp maßgeschneidert”
Wien/Frankfurt - Patienten verspüren Schmerzen oft völlig unterschiedlich, obwohl sie an der gleichen Erkrankung leiden. Das Erbgut bestimmt die Wahrnehmung von Schmerzen als auch die Wirkung ihrer Behandlung mit, berichten Experten anlässlich des 16. Internationalen Wiener Schmerzsymposiums http://bit.ly/xlc4u1 am heutigen Freitag in Wien. “In Zukunft wird es möglich sein, unterschiedliche Genotypen maßgeschneidert zu behandeln und Schmerz auch entsprechend vorzubeugen”, berichtet Jörn Lötsch, klinischer Pharmakologe an der Uni Frankfurt http://med.uni-frankfurt.de .
500 Gene beteiligt
Viele Faktoren entscheiden, wie Patienten Schmerzen wahrnehmen: Frühere Schmerzerfahrungen, Geschlecht, soziale Situation oder Einstellung gegenüber Schmerz etwa, doch auch die Genetik spielt bis zu einem gewissen Ausmaß eine Rolle. “Nicht ein einzelnes Gen, sondern bis zu 500 Gene hängen mit der Schmerzempfindung zusammen. Aufgrund erblicher Prägung sind bestimmte Menschen kaum, andere sehr schmerzempfindlich. Das gilt auch für die Wirkung der Therapien: So bringt etwa eine für rotes Haar verantwortliche Genvariante bei Frauen stärkere Reaktion auf bestimmte Opioide”, erklärt der Experte.
In Zukunft wird es möglich sein, den Genotyp eines Patienten genau zu erfassen, wenngleich dazu immer auch der Phänotyp mittels klinischer Prüfung erhoben werden muss. So könne man auf diese Weise die Behandlungsdosis besser abstimmen und deren Hochskalieren entsprechend verkürzen. Im Moment liefert die genetische Untersuchung allerdings noch keine Vorteile für die Schmerzbehandlung. “Es gibt noch viel zu wenige Analgetika, als dass man gezielt auf genetische Informationen eingehen könnte.”
Botox unterstützt Therapie
Ein aktueller Trend in der Schmerzmedizin ist die gezielte Blockade der sympathischen Ganglien, die etwa bei komplexen regionalen Schmerzsymptomen (CPRS), Gürtelrose-, Phantom- oder bestimmten Gesichtsschmerzen zum Einsatz kommt. “Man verhindert dabei invasiv die Übertragung von Nervenimpulsen vom Muskel zum Nervensystem - entweder durch eine Injektion von Lokalanästhetika, Opioiden oder Neurolytika wie Alkohol”, erklärt Hans Georg Kress, Wiener Anästhesist und Präsident des Dachverbandes der Europäischen Schmerzgesellschaften (EFIC) http://efic.org . Allerdings können nur Spezialisten den Eingriff erfolgreich durchführen, da er lange Injektionsnadeln und laufende CT- oder Röntgenkontrolle erfordert. Eine Alternative sind gezielte Hitzeläsionen.
Ein völlig neuartiger Ansatz ist die Kombination des Lokalanästhetikums mit Botulinum-Toxin (Botox). In einer aktuellen Studie erreichte man durch diese Injektion eine über 70-tägige Schmerzfreiheit bei CPRS-Patienten, die sonst nicht oder kaum auf Therapien ansprachen. “Botox greift als Toxin das Nervensystem an und hat in entsprechend niedriger Dosierung schmerzlindernde Effekte. Man weiß aber noch nicht ausreichend, warum. Ein künftig denkbarer Einsatz von Botox scheint nur dort sinnvoll, wo es vertretbare Vorteile gegenüber deutlich billigeren Alternativen wie Alkoholinjektionen bringt”, so Kress auf Anfrage.(Ende)
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Frühchen: Höheres Gesundheitsrisiko in Kindheit
5.3.2012 von zaro.
14.000 Kinder-Daten ausgewertet - Gefahr steigt, je früher die Geburt
Leicester - Babys, die nur wenige Wochen zu früh auf die Welt gekommen sind, haben ein leicht erhöhtes Krankheitsrisiko in der Kindheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Leicester http://le.ac.uk , Liverpool, Oxford, Warwick und der National Perinatal Epidemiology Unit http://www.npeu.ox.ac.uk . Laut den Forschern wird dadurch die gängige Meinung in Frage gestellt, wonach Kinder, die nach der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, langfristig ähnliche Ergebnisse erzielen wie jene, die zum errechneten Termin geboren wurden.
39. Woche im Fokus
Für die im British Medical Journal http://bmj.com veröffentlichte Studie wurden die Daten von 14.000 Kindern ausgewertet. Sie wurden vor zehn Jahren geboren und bis zu einem Alter von fünf Jahren von den Wissenschaftlern begleitet. Die Forscher untersuchten den Gesundheitszustand inklusive Einweisungen ins Krankenhaus sowie das Auftreten von Krankheiten wie Asthma.
Frühere Studien hatten sich auf Kinder konzentriert, die sehr früh, vor der 32. Schwangerschaftswoche, auf die Welt gekommen waren. Die aktuelle Analyse legt jedoch nahe, dass auch die vielen Kinder, die etwas später geboren wurden, zusätzliche Aufmerksamkeit brauchen. Kinder, die vor der 39. Woche geboren wurden, verfügen bis zum Alter von fünf Jahren über ein leicht erhöhtes Gesundheitsrisiko.
Eltern sollten nicht überreagieren
15 Prozent der Kinder, die termingerecht auf die Welt kamen, leiden an Asthma oder Kurzatmigkeit. Bei jenen, die einige Wochen zu früh geboren wurden, steigt dieser Anteil auf 17 Prozent an. Sie wurden auch etwas häufiger ins Krankenhaus eingewiesen. Rund ein Fünftel der Babys, rund 100.000 pro Jahr, werden zwischen der 37. und 38. Schwangerschaftswoche geboren, berichtet die BBC.
Eltern sollten sich wegen des leicht erhöhten Risikos jedoch keine Sorgen machen. Vielmehr dienen die Studienergebnisse dazu, um das Ausmaß der medizinischen Unterstützung dieser Familien zu hinterfragen. Elaine Boyle von der University of Leicester nach istz nun klar, dass es nicht länger angemessen ist, Kinder in jene aufzuteilen, die zu früh geboren wurden und jene die termingerecht auf die Welt kamen. (Ende)
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Stress als Doping für Entscheidungen
5.3.2012 von zaro.
Umschalten auf “Autopilot” schont Ressourcen
Los Angeles/Bochum - In stressigen Situationen treffen Menschen andere Entscheidungen als unter normalen Umständen. Auch wenn Stress negativ konnotiert ist, bei Entscheidungen unter Stress konzentrieren wir uns eher auf die positiven Alternativen eines Sachverhalts. Nichole Lighthall und Mara Mather, zwei US-Psychologinnen der University of Southern California http://usc.edu , konnten dies nun belegen. “Stress entscheidet Entscheidungsprozesse”, bestätigt Lars Schwabe, Kognitionspsychologe an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität http://www.ruhr-uni-bochum.de, gegenüber uns.
Positive Alternativen im Fokus
Im Stresszustand schalten Menschen “auf Autopilot”, erklärt Schwabe. “In stressigen Situationen ist das gar nicht schlecht, weil man im Autopilot weniger kognitive Ressourcen braucht”, sagt er. Es werde weniger reflektiert. Lighthall und Mather konnten zudem zeigen, dass bei der Abwägung einer Entscheidung die positiven Alternativen vorgezogen werden. Die stärkere Konzentration auf das Positive erkläre auch, warum etwa Drogensüchtige unter Stress ihre Sucht weniger unter Kontrolle haben, so Mather.
“Der Zwang, die Droge als Belohnung zu bekommen, ist in einer stressigen Lage stärker als ihr zu widerstehen”, unterstreicht Mather. Die Schattenseiten der Droge würden nicht reflektiert, es zählten in dem Moment nur die guten Gefühle, die eine Droge verursacht. Die Forscherinnen konnten auch einen Geschlechtsunterschied ausmachen: Während Männer, wenn sie unter Stress stehen, eher bereit sind, Risiken einzugehen, zeigen sich Frauen in stressigen Situationen eher risikoscheu.
Unterschiede bei den Geschlechtern
Mather erklärt die unterschiedlichen Stress-Folgen bei Männern und Frauen evolutionsgeschichtlich: Männer neigen in schwierigen Situationen in Richtung “Kampf oder Flucht”, während Frauen die zwischenmenschlichen Bindungen zu verfestigen versuchen. “Wenn Ihr Kind einen Unfall hat und im Krankenhaus landet, ist das eine sehr belastende Situation und Entscheidungen müssen schnell getroffen werden.” Auch in einem solchem Moment sei es vorteilhafter, wenn der Autopilot läuft. Denn reflektieren können wir in einer solchen Stresslage ohnehin nicht. (Ende)
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Depression: Gedächtnisdefizite heilbar
5.3.2012 von zaro.
Aminosäure gibt Patienten gutes Erinnerungsvermögen zurück
Stockholm/Hildesheim - Depressive leiden häufig an Gedächtnisdefiziten. Dem wollen Forscher aus Schweden entgegenwirken: “Wir konnten Gedächtnisstörungen bei depressiven Ratten heilen, indem wir ihnen die Aminosäure D-Serin verabreicht haben”, sagt Mia Lindskog vom Karolinska Institutet Department of Neuroscience http://ki.se . Ob die pharmalogische Therapie auch beim Menschen hilfreich ist, muss noch erforscht werden.
Tests an Ratten
“Depressive neigen zum Grübeln und das besetzt ihren Speicher”, sagt Johannes Michalak, Psychologe bei der Stiftung Universität Hildesheim http://uni-hildesheim.de , gegenüber der Presse. Das komme aber nur vor, wenn die Situation für den depressiv Erkrankten unstrukturiert erscheint. Michalak hält bei leichten und mittleren Depressionen eine Therapie als geeignete Maßnahme. “Durch eine Psychotherapie kann zumindest das Grübeln reduziert werden, die Defizite im Gedächtnis zeigen sich dann nicht mehr”, sagt er.
Forscherin Lindskog und ihr Team verwendeten Ratten, die speziell mit einer Disposition für eine Depression gezüchtet wurden. Die depressiven Ratten wurden mit normalen Laborratten verglichen. Die Tests prüften das Gedächtnis der Tiere. Die Forscher untersuchten auch die synaptische Aktivität im Hippocampus der Ratten, einem Teil des Gehirns, der eine wichtige Rolle bei der Erinnerung spielt.
Mögliches Medikament
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die synaptischen Aktivitäten in den Gehirnen der depressiven Ratten wesentlich höher waren als in der Kontrollgruppe. Allerdings reagierten die Gehirne erkrankter Ratten kaum, wenn die Forscher versuchten, sie über äußere Reize zu stimulieren. Nur wenn den Nagetieren D-Serin verabreicht wurde, verbesserte sich die Gehirnleistung der depressiven Ratten. “D-Serin scheint ein Kandidat für ein neues Medikament zu sein”, sagt Lindskog. (Ende)
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Alzheimer: Behandlungsansatz mit Insulin denkbar
23.2.2012 von zaro.
Blutzucker relevant - Gemeinsamkeiten mit Diabetes-Typ II aufgedeckt
Palermo - Mitarbeiter des Istituto di Biomedicina ed Immunologia Molecolare http://www.ibim.cnr.it und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biofisica http://www.ibf.cnr.it haben die Gemeinsamkeiten von Diabetes II mit der Alzheimer-Krankheit aufgedeckt. Demnach kann die Altersdemenz möglicherweise durch eine gezielte Insulin-Behandlung bekämpft werden.
Glucosespiegel relevant
Ausgangspunkt der Untersuchung waren die Ergebnisse einer Studie amerikanischer Wissenschaftler, wonach Patienten mit hohem Glucosespiegel nicht nur an Blutzucker und den damit verbundenen Pathologien, sondern mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch an Altersdemenz erkranken.
Bei der Überprüfung von Alzheimer-Patienten wurde festgestellt, dass der Krankheitsverlauf stets mit einem Sinken des Insulinspiegels einhergeht und man deshalb von einer Erscheinungsform als “Diabetes III” sprechen kann. “Mit dem Krankheitsbeginn regelmäßig verbunden ist eine Überproduktion von Beta-Amyloid, das sich in den Hirnzellen ausbreitet und schließlich zu der für die Zelldegeneration verantwortlichen Plaque-Bildung führt”, so Projektleiterin und Ibim-Mitarbeiterin Marta di Carlo.
Therapieentwicklung als Ziel
Dem Forscher nach werden bei einer Verabreichung von Insulin eine Reihe biochemischer Reaktionen unter maßgebender Mitwirkung des Proteins Kinase (Akt) ausgelöst, was bis zu dessen Verlagerung aus dem Zytoplasma in das Mitochondrium zu einer Ausschaltung der Beta-Amyloid-Wirkungen führt. Es scheint, als ob die geschädigten Neuronen nach der Insulin-Behandlung ihre ursprüngliche Morphologie und Funktionsfähigkeit wiederfinden.
“Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, Pharmaka zur Prävention und Therapie von Alzheimer zu entwickeln”, so die italienische Wissenschaftlerin. Von der dem Diabetis II nahestehenden neurodegenerativen Form, die vor allem im Alter zwischen 60 und 75 Jahren auftritt, sind allein in Italien über eine Mio. und weltweit rund 30 Mio. Menschen betroffen.
Einzelheiten der Untersuchung der italienischen Forscherinnen sind in der Fachzeitschrift “Aging Cell” http://www.anatsoc.org.uk/Journals/AgingCell.aspx veröffentlicht.
(Ende)
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Herzanfälle: Symptome bei Frauen anders
23.2.2012 von zaro.
Schmerzen im Brustbereich nicht immer vorhanden
Lakeland - Frauen, die einen Herzanfall erleiden, scheinen seltener als Männer Schmerzen im Brustbereich zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von John G. Canto vom Watson Clinic and Lakeland Regional Medical Center http://watsonclinic.com . Für die Studie wurden die Daten der National Registry of Myocardial Infarction für die Jahre 1994 bis 2006 ausgewertet und damit die Daten von 1.143.513 registrierten Patientinnen und Patienten, 481. 581 Frauen und 661.932 Männern.
Frauen mit höherer Mortalität
Die Experten kommen bei der Auswertung der Daten zu dem Ergebnis, dass Männer etwas häufiger einen Herzanfall erleiden. Unter 55 Jahren sterben jedoch Frauen eher an den Folgen. Ohne die klassischen Schmerzen im Brustbereich könnte es laut den Wissenschaftlern sein, dass manche Frauen nicht die richtige Behandlung erhalten.
Es zeigte sich, dass bei jüngeren Frauen unter 55 Jahren die Unterschiede zu den Symptomen von Männern in der gleichen Altersgruppe auffallend sind. 42 Prozent der Frauen hatten keine Brustschmerzen, bei den Männern waren es nur 30 Prozent. Auch nach der Einweisung ins Krankenhaus starben Frauen eher an den Folgen als gleichaltrige Männer. 14 Prozent der Frauen und nur zehn Prozent der Männer starben.
Schmerzen bestimmen Einweisung
Die aktuelle Studie bestätigt vorliegende Hinweise darauf, dass Frauen ganz andere Symptome als Männer haben können, berichtet die BBC. Die Wissenschaftler schreiben im Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org , dass Schmerzen im Brustbereich als klassische Symptome bei einem Herzanfall gelten.
Patienten ohne Brustschmerzen kommen später ins Krankenhaus, werden weniger offensiv behandelt und verfügen über eine fast doppelt so hohe kurzfristige Mortalität. Herzanfälle treten bei jüngeren Frauen relativ selten auf. Das Durchschnittsalter der mit dieser Diagnose ins Krankenhaus eingelieferten Frauen lag bei 74 Jahren, das Durchschnittsalter bei Männer bei 67 Jahren. (Ende)
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Fehlen von Trinkwasser und Toiletten tödlich
20.2.2012 von zaro.
Kinder- und Müttersterblichkeit von Sanitär und Wasser abhängig
Hamilton - Sauberes Wasser und die Verfügbarkeit von Sanitäranlagen deuten nicht nur auf Zivilisationsstandards, sondern sind nötige Voraussetzungen für den Erhalt der Gesundheit. Wie krank das Fehlen dieser beiden Faktoren machen kann, haben Wissenschaftler der United Nations University http://unu.edu nun erstmals in konkrete Zahlen gefasst. Ein direkter Zusammenhang zur Kinder- und Müttersterblichkeit lässt sich herstellen, berichten sie in der Zeitschrift “Environmental Health”.
Rettender Zugang
Die kanadische Forschergruppe wertete Daten zum Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen von 193 Ländern aus und verglich sie mit der Anzahl der Todesfälle der Kinder bis fünf Jahren und jener der Mütter bis ein Jahr nach einer Geburt. Mögliche Störfaktoren wie das Einkommen oder die durchschnittliche Kinderzahl wurden dabei herausgerechnet.
Die Auswertung verdeutlichte: In den Ländern mit dem schlechtesten Zugang zu sauberem Wasser betrug die Kindersterblichkeit das 4,7-Fache jener Länder mit ausgezeichneter Wasserverfügbarkeit, bei der Müttersterblichkeit immer noch das 2,9-Fache. Waren die Sanitäranlagen das Kriterium, unterschieden sich gut und schlecht versorgte Länder bei Kindern um den Faktor 6,6, bei Müttern um den Faktor 3,2.
Durchfall und Behinderungen
“Hauptgrund für die fatale Wirkung von fehlendem Trinkwasser und Toiletten sind Durchfallerkrankungen”, erklärt Studienleiterin Susan Watt im pressetext-Interview. 1,4 Mio. Kinder sterben jährlich an vorbeugbarer Diarrhoe, 88 Prozent davon in Folge mangelnder Sanitär- und Wasserversorgung oder schlechter Hygiene. Vier Prozent aller Todesfälle und 5,7 Prozent der Lebensjahre mit Behinderungen gehen auf die Kappe genau dieser Ursachen. Würde man sie bessern, könnte man laut WHO zehn Prozent aller Krankheiten verhindern.
Die Stärkung der Kinder- und Müttergesundheit sind die Millenniumsziele Nummer vier und fünf, die die UNO bis 2015 umsetzen will. Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen sind dazu zwei Schlüsselstrategien. “Beim Wasser sind wir bisher nicht schlecht unterwegs, bei den Toiletten hat sich die Situation seit 2000 jedoch besonders in den Landregionen weiter verschlechtert”, berichtet UN-Wasserexperte Zafar Adeel gegenüber pressetext. 2015 werden noch immer 2,7 Mrd. Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten und 672 Mio. Menschen kein sauberes Trinkwasser haben.
Vorbild Handy
Erst kürzlich bewiesen Schweizer Forscher, dass eine bessere Sanitärversorgung in Entwicklungsländern das Wurmerkrankungs-Risiko mindestens halbiert. Sanitäranlagen müssen von der blitzschnellen Verbreitung von Handys lernen, fordert Adeel, da etwa schon mehr Inder ein Telefon besitzen als ein Toilette. Nach innovativen Lösungen des Problems sucht derzeit eine Forschungsinitiative der Gates-Foundation. (Ende)
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Muskelschwund: Auslösendes Protein reparabel
16.2.2012 von zaro.
Schädigungen behebbar - Qualitätssicherungssystem spielt große Rolle
Basel - Ein Forschungsteam der Neurologischen Klinik und des Departements Biomedizin der Universität Basel http://unibas.ch haben kürzlich die Funktionstüchtigkeit von mutierten Dysferlin-Proteinen bei Patienten mit Muskelschwund wiederherstellen können. Damit lassen sich Schädigungen von Muskelzellmembranen beheben. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift “Journal of Biological Chemistry” http://jbc.org veröffentlicht.
Mutiertes Protein wiederherstellbar
Das körpereigene Qualitätssicherungssystem spielt bei der Entstehung von Muskelschwund eine große Rolle. Durch seine gezielte Ausschaltung kann das Reparaturprotein Dysferlin, das durch Mutationen verändert wurde, wieder aktiviert werden. Dies lässt geschädigte Muskelzellmembranen reparieren. So ließ sich durch die Reaktivierung der beiden Proteasom-Inhibitoren Lactacystin und Bortezomib, mutiertes Dysferlin in menschlichen Muskelzellen von Patienten mit Muskelschwund wiederherstellen.
“Wir spezialisieren uns gerade auf eine relativ seltene Form des Muskelschwunds”, so Neurologe und Studienleiter Michael Sinnreich im Gespräch mit uns. “Unser Ziel ist es herauszufinden, ob sich der Wirkstoff des bestehenden Medikaments allein darauf beschränkt, mutiertes Dysferlin zu reparieren, oder ob man auch andere Proteine wiederherrichten kann.”
Dysferlin als Reparaturprotein
Muskeldystrophie oder Muskelschwund entsteht durch den krankheitsbedingten Abbau von Skelettmuskelzellen. Eine bestimmte Form von Muskelschwund kommt zustande, wenn das Membranprotein Dysferlin mutiert. Dysferlin ist ein Reparaturprotein, das bei Verletzungen der Muskelzellmembran zum Einsatz kommt. Mutiertes Dysferlin wird rasch eliminiert, nachdem es vom Proteasom, der körpereigenen Qualitätskontrollstelle, als defekt erkannt wird. Verletzte Muskelmembranen können jedoch ohne Dysferlin nicht ausreichend bis gar nicht repariert werden, was zu Muskelschwund-Symptomen führt. (Ende)
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“Angst vorm Auslachen” als Krankheitssymptom
15.2.2012 von zaro.
Vor allem Jugendliche fürchten sich vor Verspottung und Diskriminierung
Graz - Rund sieben Prozent der Österreicher leiden unter Gelotophobie. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, bei der Betroffene Angst davor haben, ausgelacht zu werden. Vor allem Jugendliche, die sich fürchten, in der Schule von anderen verspottet zu werden, weisen dieses Symptom als Persönlichkeitsmerkmal auf. Dies geht aus einer Studie der Universität Graz http://www.kfunigraz.ac.at hervor.
“Betroffene nehmen die - auch oft neutralen - Gefühlsausdrücke anderer negativ wahr und interpretieren diese falsch”, erklärt Psychologin und Studienleiterin Ilona Papousek im Gespräch mit uns. Zudem fällt es Gelotophobikern selbst schwer, Gefühle nach außen hin zu zeigen. Dies kann jedoch unter anderem zur Ausgrenzung des Betroffenen führen, wodurch dieser wiederum ein noch intensiveres Gefühl der Verspottung wahrnimmt.
Stetiges Schamgefühl
“Häufig gehen die Betroffenen auch selten Ehen oder langfristige Beziehungen ein”, so Papousek gegenüber pressetext. Gelotophobiker können die verschiedenen Arten von Gelächter, wie etwa freundliches, verlegenes oder schadenfrohes und gehässiges Lachen, nicht voneinander unterscheiden und sind davon überzeugt, lächerlich zu wirken. Zudem fanden Psychologen heraus, dass Gelotophobie unabhängig von Geschlecht, Alter, der regionalen sowie der sozialen Herkunft auftritt.
Dem “Nationalen Bildungsbericht 2009″ zufolge geben 19 Prozent der neun- bis zehnjährigen Schulkinder in Österreich sowie elf Prozent der 15 bis 16-jährigen SchülerInnen an, Opfer von verbaler oder psychischer Aggression zu sein. Man kann also davon ausgehen, dass sich in praktisch jeder Klasse zumindest ein Kind befindet, das von anderen verbal oder psychisch schikaniert wird.
Von mehreren sozialen Ängsten begleitet
“Ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die ausschließlich vor dem Lachen Angst haben. Solche Menschen haben ganz sicher auch andere Probleme und andere soziale Ängste”, meint Borwin Bandelow, Professor für Psychiatrie an der Universität Göttingen http://www.uni-goettingen.de . Wie es zur Entstehung der Krankheit kommt, ist noch ungeklärt. Jedoch wurde bereits ein psychologischer Test entwickelt, anhand dessen sich die Furcht vor Verspottung identifizieren und so von anderen Sozialphobien trennen lässt. (Ende)
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