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Archiv der Kategorie Familie

Ein kleiner Streit hier und da ist gesund

Experte: Streiten hat nur Sinn, wenn man Streitkultur beherrscht

San Diego/Iserlohn - Ein kleiner Streit zur rechten Zeit ist ganz gut - vor allem dann, wenn es um gute Gründe geht. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam es Institute for Social Research an der University of Michigan http://www.isr.umich.edu beim jährlichen Treffen der American Psychological Society http://www.apa.org in San Diego. Unterdrückter Ärger ist nämlich - egal ob in der Partnerschaft, beim Chef oder beim Kind - schlecht für die Gesundheit.

Dem stimmt auch der Psychocoach Andreas Winter http://www.derpsychocoach.de zu. “Es ist wichtig, die Themen auf das Tablett zu bringen. Denn schwelende Konflikte, die ungeklärt bleiben, führen zu Stresssymptomen”, erklärt der Experte. “Streit hat aber nur Sinn, wenn man eine Streitkultur beherrscht, bei der die Harmonie nicht zerstört wird. Und diese haben die wenigsten”, warnt Winter. “Im Streit geschieht es leider zu oft, dass man persönlich wird und den anderen angreift.”

Vermeidungstaktik nicht zielführend

Studienleiterin Kira Birditt hat Daten von mehr als 1.800 Erwachsenen zwischen 33 und 84 Jahren analysiert. Demnach führen unterdrückte Konflikte zum Anstieg des Stresshormons Cortisol. “Beziehungen haben einen großen Einfluss darauf, wie wir uns tagtäglich fühlen - vor allem Probleme in unseren Beziehungen”, so die Studienleiterin. “Wie wir mit unseren Problemen umgehen, schlägt sich demnach auf unser Wohlergehen nieder.”

Vorhergehende Studien haben gezeigt, dass verheiratete Paare, die Streitigkeiten vermeiden, früher sterben als jene, die expressiv sind. Eine andere Studie hat gezeigt, dass der Ausdruck von Ärger zu einem Gefühl der Selbstkontrolle und zu Optimismus führt. Bei jenen Menschen, die ängstlich reagieren, ist das nicht der Fall.

Streit eskaliert sehr schnell

Winter warnt indes vor allfälligen Eskalationen beim Streiten. “Im Prinzip geht es darum, die Argumente des andern zu verstehen. Niemand tut oder sagt etwas, was er in diesem Augenblick für falsch hält”, so der Experte. Doch sei die Gefahr groß, den anderen anzugreifen und ihn zu verletzen. “Daher ist es wichtig, die Standpunkte zu erklären, denn das ist entlastend und erhält die Harmonie.”

“Für den Streitfall bedeutet das, Vorwürfe zu vermeiden und anstatt dessen mitzuteilen, wie man sich fühlt”, so Winter. Ein Satz wie “Ich fühle mich verletzt”, erlaube dem anderen darauf zu antworten und zu reagieren. Daher ist eine Aussprache und eine Diskussion einem Streit vorzuziehen, erklärt Winter. “Die Tatsache, dass gestritten wird, geht auf ein Minus-Konto.” (Ende)

Vorurteile machen gefräßig

Negative Folgen auch langfristig sichtbar

Halle - Menschen leiden länger an negativen Vorurteilen als sie diese selbst verspüren. Das haben Forscher der Universität Toronto http://www.utsc.utoronto.ca gezeigt. Nachdem sie ihre Testpersonen mit Stereotypen konfrontierten, zeigten diese mehrere negative Verhaltensweisen. Sie aßen deutlich mehr, waren aggressiver und unkonzentrierter als die Vergleichsgruppe und besaßen auch geringeren Selbstwert. Dieser Effekt war sogar dann gegeben, wenn die am Vorurteil beteiligten Menschen längst entfernt wurden, berichtet das “Journal of Personality and Social Psychology”.

Furcht vor Stereotypen lähmt

“Zwar sehen wir uns selbst nicht allein so, wie uns andere sehen. Doch wir übernehmen viele der Zuschreibungen von außen”, erklärt der Psychologe Lars-Eric Petersen von der Universität Halle-Wittenberg http://www.psych.uni-halle.de gegenüber pressetext. Gefährlich ist dabei die Furcht, bekannte Stereotypen zu erfüllen. “Werden Vorurteile aktiviert, etwa dass Frauen schlecht in Mathematik sind oder nicht einparken können, so erzeugt das Angst, die ablenkt und Anstrengungen lähmt”, erklärt der Experte. Zur Folge hat dies oft schlechtere Leistungen und manchmal auch übermäßiges Essen oder andere Verhaltensänderungen.

Für die Betroffenen ist die Abwehr dieser negativen Folgemechanismen sehr schwierig. “Wichtig ist, sich auf eine Meta-Ebene zu begeben und Vorurteile als solche zu durchschauen. Diese hohe Herausforderung gelingt am ehesten Menschen, die ständig Stereotypen ausgesetzt sind - wie etwa Migranten oder Minderheiten”, so der Experte. Erst durch solches Vorgehen könne es gelingen, die Ruhe zu bewahren und der selbsterfüllenden Prophezeihung aus dem Weg zu gehen.

Ruhig bleiben oder konfrontieren

Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt Petersen an einem Beispiel. “Ruft jemand bei einem Wissenschaftler an mit der Einstellung, Forscher seien stets arrogant, so ist er vielleicht auch in seiner Frage kurz angebunden und unhöflich. Reagiert der Wissenschaftler entsprechend gekränkt und legt auf, bestätigt er damit nur das Vorurteil. Bleibt er freundlich wie immer, kann er sich zumindest individuell aus dem Stereotyp herausziehen.”

Eine andere Strategie ist es, andere direkt damit zu konfrontieren, dass sie durch ihre Vorurteile Menschen bloß schikanieren. Das gelingt am ehesten denen, die an eine Einstellungsänderung durch Zureden glauben, schreibt die Psychologin Carol S. Dweck von der Stanford University http://www.stanford.edu in der Zeitschrift “Psychological Science”. Dieses Vorgehen ist zwar aufwändig, steigert aber das Wohlbefinden des Opfers und kann im Idealfall sogar die soziale Realität verändern. “Wer jemandem widerspricht, der stereotyp handelt, zeigt Hoffnung auf Wandel”, so die Psychologin. (Ende)

Kinder: Weltweit herrscht die Prügelstrafe

US-Studie zeichnet tristes Bild mittelalterlicher Erziehungsmethoden

Chapel Hill/Wien - Drei Studien zum Thema Prügelstrafe bei Kindern haben Forscher des Injury Prevention Center an der University of North Carolina in Chapel Hill (UNC) http://www.unc.edu nun veröffentlicht. Trotz eines solchen Verbots in 24 Staaten ist diese Art der Kindererziehung weltweit immer noch gang und gebe. In den USA hat die Zahl der prügelnden Eltern zwar abgenommen, dennoch werden immer noch fast 80 Prozent der Kinder im Vorschulalter körperlich gezüchtigt.

“Die Forschungsergebnisse sprechen für sich. Brutales Vorgehen gegen Kinder zieht sich wie eine Epidemie durch alle Gesellschaftsschichten in allen untersuchten Ländern”, so Studienleitautor Desmond Runyan, Professor für Sozialmedizin an der UNC. Demnach lagen die Raten von tatsächlich angewandter physischer Gewalt gegen Kinder überall höher als in offiziellen Statistiken. Mütter mit schlechterer Erziehung neigen eher dazu, ihre Kinder zu züchtigen. Einen Hinweis darauf, dass Kinder in ärmeren Ländern häufiger geschlagen werden als in reicheren, gibt es allerdings nicht.

Erziehungsmaßnahmen kaum verändert

Eine zweite UNC-Studie von Adam Zolotor, Professor für Familienmedizin, hat gezeigt, dass die Zahl der geschlagenen Kinder in Pflege in North und South Carolina zwischen 1975 und 2002 um 18 Prozent zurückgegangen ist. Zolotor sieht darin bestätigt, dass es keine Veränderung in den Erziehungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren gegeben hat. “Das betrifft jedoch nicht nur die USA, sondern auch andere Länder”, schreibt der Experte. Einzig positiv zu bemerken sei die Tatsache, dass schwerere Formen physischer Gewalt leicht abgenommen haben.

In einer weiteren Untersuchung von Zolotor im Fachmagazin Child Abuse Review stellt der Autor fest, dass nur 24 Staaten von 193 - davon 19 in Europa - die UN-Konvention über die Rechte der Kinder ratifiziert haben. Darin wird jegliche körperliche Gewalt gegen Kinder unter Strafe gestellt. “Das zeigt ganz deutlich, dass mehr als 30 Jahre nach der Verurteilung der körperlichen Gewalt in der Konvention nur eine minimale Zahl der Staaten darauf reagiert hat”, erklärt der Forscher.

Prügeln macht dumm

Erst im Vorjahr haben Forscher der University of New Hampshire http://www.unh.edu darüber berichtet, dass prügelnde Eltern die geistige Entwicklung ihrer Kinder schädigen. Je öfter Kinder geschlagen werden, desto langsamer verläuft ihre geistige Entwicklung.

“Gewaltanwendung oder Misshandlung bringen Unsicherheit oder Desorganisation in diese Beziehung und führen zu einem Stress, der Lernprozesse hemmt”, meint die Wiener Gesundheitspsychologin Claudia Rupp gegenüber der Presse. “Schädlich ist Gewalt in der Erziehung nicht nur dort, wo sie körperliche Verletzungen hinterlässt. Allein die Tatsache, dass ein im Vergleich riesiger, älterer und mächtiger Mensch, der noch dazu als Elternteil wichtigste Quelle für Sicherheit und Geborgenheit ist, zuschlägt, ist für ein Kind schrecklich.” (Ende)

Temperament aus Kindestagen bleibt uns erhalten

Persönliche Stabilität kommt erst im Laufe der Zeit

Riverside/Erlangen - Das Temperament, das Kinder an den Tag legen, behalten sie ein Leben lang bei. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der University of California in Riverside und des Oregon Research Institute. Die Wissenschaftler haben Daten von insgesamt 2.400 Elementarschülern aus den 1960er Jahren aus Hawaii herangezogen und 144 der damaligen Probanden neuerlich interviewt.

“Wir bleiben das ganze Leben lang die gleiche Person”, so Studienleitautor Christopher Nave von der University of California in Riverside. “Das zeigt, dass es extrem wichtig ist, die Persönlichkeit zu verstehen, denn diese folgt uns immer und überall durch all die Jahre hindurch.” Insgesamt haben die Wissenschaftler die vier verschiedenen Eigenschaften Wortgewandtheit, Anpassungsfähigkeit, Impulsivität und Selbstwertgefühl genauer untersucht.

Persönliche Stabilität entwickelt sich später

“Zahlreiche Großstudien sind zum Schluss gekommen, dass sich persönliche Stabilität erst im Laufe eines Lebens einstellt”, meint Frieder Lang, Leiter des Instituts für Psychogerontologie an der Universität Erlangen-Nürnberg http://www.geronto.uni-erlangen.de im Presse-Gespräch. “Bei den hier untersuchten Eigenschaften handelt es sich um Temperamentsmerkmale.” Lang hält es für möglich, dass sich solche Formen früher stabilisieren.

“Man muss auch darauf hinweisen, dass in der Studie nur jene 144 Probanden nochmals untersucht werden konnten, weil sie von den Forschern zur Befragung gefunden werden konnten.” Das bedeutet in weiterer Folge, dass all jene, die im Laufe ihres Lebens umgezogen sind, ins Gefängnis kamen oder Insassen einer psychiatrischen Klinik wurden, nicht mehr befragt wurden. Zur Persönlichkeitsentwicklung tragen viele unerwartete Ereignisse außerhalb der Familie bei. Daher stellt sich der Wissenschaft immer noch die Frage, wann ein Mensch sozusagen fertig entwickelt ist.

Wortgewandtheit bleibt erhalten

Wortgewandte Kinder mit einem hemmungslosen Mitteilungsbedürfnis tendierten auch im jungen Erwachsenenalter dazu, in intellektuellen Angelegenheiten reges Interesse zu zeigen. Sie sprechen fließend, behalten die Kontrolle über Situationen und entwickeln einen hohen Grad an Intelligenz. Kinder mit geringerer Sprachgewandtheit neigen eher dazu, bei Hürden aufzugeben und zeigen sich im zwischenmenschlichen Bereich unbeholfen.

Kinder, die von Lehrern als anpassungsfähig - damit ist der erfolgreiche Umgang mit unbekannten oder neuen Situationen gemeint - beschrieben wurden, zeigten dieses Verhalten auch als Erwachsene. Sie wurden als frohgemut, redegewandt und intelligent beschrieben. Jene, die als Kinder als nicht anpassungsfähig eingestuft wurden, neigten als Erwachsene dazu, über sich selbst schlecht zu sprechen, von Fremden Rat zu suchen und im Umgang mit anderen eher unbeholfen zu sein.

Impulsive und laut sprechende Kinder behielten ihre Eigenschaften ebenso wie jene, die als nicht gefühlsbetont eingestuft wurden. Sie waren als Erwachsene eher ängstlich, hielten andere Menschen auf Distanz und zeigten sich unsicher. Ähnlich verhielt es sich mit Kindern, die eine Tendenz zu niedrigem Selbstwertgefühl aufwiesen. Auch diese Eigenschaft behielten sie bis ins Erwachsenenalter bei. (Ende)

Gute Freunde sorgen für längeres Leben

Einsamkeit ist so schädlich wie 15 Zigaretten am Tag

Provo - Ein gutes Netzwerk aus Freunden und Nachbarn erhöht die Lebenserwartung deutlich. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Brigham Young University http://www.byu.edu, die Daten von fast 150 Studien zu den Themen Lebensalter und soziale Verbindungen ausgewertet haben. Sie haben berechnet, dass wenige Freunde zu haben genauso schädlich ist, wie 15 Zigaretten am Tag zu rauchen oder ein Alkoholiker zu sein. Das Team um Julianne Holt-Lundstad geht in PLoS Medicine davon aus, dass ein Mensch, der sich um andere kümmert auch besser für sich selbst sorgt.

Schlimmer wie Fettsucht

Die Wissenschaftler warnen, dass heutzutage soziale Netzwerke weniger Beachtung finden. Die Menschen haben oft genug damit zu tun, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen und einen Weg zu finden, beides miteinander zu auf eine zufriedenstellende Art auszubalancieren. Fehlt diese soziale Unterstützung, beeinträchtigt das die Lebenserwartung weit mehr als Fettsucht oder mangelnde Bewegung.

Holt-Lundstad erläutert, dass es viele Arten gibt, wie Freunde, Kollegen und Familie gut für die Gesundheit und das Wohlbefinden sein können. “Ist jemand Teil einer Gruppe und fühlt sich für andere verantwortlich, so achtet man auch besser auf sich und geht weniger Risiken ein.” Für die Studie wurden Daten von mehr als 300.000 Menschen aus vier Kontinenten über einen Zeitraum von sieben Jahren ausgewertet.

Diejenigen, die über die stärksten sozialen Bindungen verfügten, schnitten auch bei Gesundheit und Lebenserwartung am besten ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt noch lebten, war eineinhalb mal höher als bei Menschen, die einsam lebten. Teil der Studie waren Daten von Menschen aller Altersgruppen und Familienverhältnisse. Die Ergebnisse veränderten sich auch nicht, als der ursprüngliche Gesundheitszustand berücksichtigt wurde.

Positiver Effekt in jedem Alter

Mitautor Timothy Smith betonte gegenüber BBC, dass dieser Effekt nicht nur bei älteren Erwachsenen zu beobachten ist. Beziehungen wirken in allen Altersgruppen wie ein Schutzmantel. Auch er warnte, dass die Bequemlichkeit unserer Zeit und der technologischen Möglichkeiten zu dem Glauben verführt, dass direkte Begegnungen nicht mehr notwendig sind.

“Menschen nehmen Beziehungen als gegeben an. Wir sind wie Fische, die das Wasser nicht bemerken”, sagt Smith. “Die permanente Interaktion ist nicht nur psychologisch gesehen gut für uns, sie wirkt sich auch direkt auf unsere körperliche Gesundheit aus.” (Ende)

Freundschaft schützt vor Depression

Psychiater ortet Defizite in der Sozialisation

Wien - Freundschaften und enge soziale Kontakte schützen vor Depressionen. Zu diesem Schluss kommt der Peter Fischer, Leiter der Psychiatrischen Abteilung am Wiener SMZ Ost - Donauspital http://www.wienkav.at/kav/dsp im Presse-Interview. Depressionen in verschiedenen Stärken nehmen in der industrialisierten Welt stark zu. “Interessanterweise ist das Land mit der geringsten Depressionsrate das arme Bangladesch. Dort spielen soziale Kontakte in der Großfamilie eine wichtigere Rolle. Und das wirkt sich offensichtlich positiv aus”, so der Experte.

Entscheidend seien nicht nur Freunde, sondern der gesamte Freundeskreis, der unterstützend wirkt. “Die Frage lautet daher: Wie viel Stunden am Tag spreche ich mit anderen Menschen? Eigentlich sollten Soziologen in der Frage mitforschen, warum und wie Depressionen zu einer Volkskrankheit geworden sind”, meint Fischer.

Viele Ursachen für Depressionen

Für Depressionen gibt es genetische Dispositionen, doch auch psychische Altlasten aus der Kindheit spielen eine Rolle. “Jeder kann Depressionen bekommen”, so Fischer. Ein wichtiger Auslöser ist chronische Stressbelastung. “Das Burnout-Syndrom ist als eine Sonderform der Depression ein gutes Beispiel. Dabei kommt es nicht notwendigerweise auf die Menge an Arbeit an, sondern auf die Belastung. Man fühlt sich als Einzelkämpfer, der sich durch immer mehr Verantwortung Respekt verschaffen muss.” Das Problem kann bereits im Schulalter auftreten.

In der heutigen Zeit wird der Terminus “Burnout” jedoch inflationär verwendet und die Gesellschaft bringt daran Leidenden sogar Anerkennung entgegen. Hingegen ist die Diagnose “Depression” immer noch stark stigmatisiert. “Unsere Kultur sieht es offensichtlich als nicht wichtig an, wie wir mit uns selbst umgehen”, meint der Psychiater. Viele Depressionen haben ihre Ursachen im Beziehungsleben. Das Defizit an sozialen Beziehungen ist ein wesentlicher Negativfaktor und Verstärker.

Verschiedene Berufsgruppen begleiten Depressive

Um die immer größere Zahl an Depressiven medizinisch zu versorgen, arbeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen. Die Palette der Behandlung reicht von der Gesprächspsychotherapie zur psychiatrischen Behandlung. In schweren Fällen ist sogar stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig. Der Mediziner rät dazu, jedenfalls einen Experten aufzusuchen, wenn man sich seelisch für eine gewisse Zeit nicht wohlfühlt. “Wir müssen endlich begreifen, dass zum Gesundsein auch das psychische Wohlfühlen dazugehört”, erklärt Fischer abschließend.

Am Freitag, den 3. September findet in Wien der Tag der Seelischen Gesundheit statt. Die Veranstaltung soll Transparenz schaffen und einen offenen, modernen Umgang mit Krankheiten fördern, von denen viele Menschen betroffen sind. Fischer referiert bei dieser Veranstaltung über Burnout, www.angstfreisein.de. (Ende)

Babys: Mutterliebe stärkt spätere Selbstsicherheit

Liebevoll behandelte Kinder gehen als Erwachsene besser mit Angst um

Durham - Bekommt ein Kleinkind von seiner Mutter viel Liebe, ist es später besser in der Lage, mit den Belastungen und Anstrengungen des Erwachsenenlebens zurechtzukommen. Umarmungen, Küsse und ein deutliches Zeigen der Zuneigung scheinen laut Wissenschaftlern der Duke University http://www.duke.edu emotionale Belastungen leichter ertragbar zu machen.

Das Team um Joanna Maselko wertete die Daten von fast 500 Personen aus dem Bundesstaat Rhode Island aus. Sie wurden als Kinder und später als Erwachsene begleitet. Eine sichere Bindung zwischen Mutter und Kind scheint laut dem Journal of Epidemiology and Community Health http://jech.bmj.com von entscheidender Bedeutung zu sein.

Übertriebenes Bemuttern
Experten betonen aber auch, dass Eltern wissen müssen, wann man mit dieser Art der Mutterliebe aufhören muss. Übertriebenes Bemuttern kann von den Kindern als zudringlich und peinlich empfunden werden. Das gilt vor allem dann, wenn sie älter werden.

Viel Mutterliebe fördert laut der aktuellen Studie sichere Bindungen und Verbindungen. Maselko argumentiert, dass so nicht nur Leid verringert wird, sondern dass ein Kind damit auch bei einem erfolgreichen Lebensentwurf geholfen wird. Dazu gehören neben sozialen Fähigkeiten auch Strategien zur Bewältigung schwieriger Situationen.

Bewertung der Mutterliebe

Für die Studie bewertete ein Psychologe während einer Routineuntersuchung die Qualität der Interaktionen zwischen Müttern und ihren acht Monate alten Kindern. Beurteilt wurde, wie gut die Mutter auf die Gefühle und Bedürfnisse ihres Kindes reagierte. Basierend auf der Wärme dieser Interaktionen erhielt die Mutter eine entsprechende Punktezahl.

30 Jahre später wurden diese Kinder kontaktiert und ersucht, an einer Umfrage über ihre Gesundheit und ihre Gefühle teilzunehmen. Sie wurden unter anderem gefragt, ob ihre Mütter ihrer Einschätzung nach liebevoll mit ihnen umgegangen waren.

Besser mit Angst umgehen

Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder, die von ihren Müttern sehr geliebt worden waren, mit allen Arten von Leid deutlich besser umgehen konnten. Kinder liebevoller Mütter kamen vor allem mit Angstgefühlen besser zurecht. Laut den Wissenschaftlern ist es auffällig, wie eine kurze Beobachtung Hinweise auf den Zustand der Kinder zu einem viel späteren Zeitpunkt liefern kann.

Diese Ergebnisse deuteten wie viele andere darauf hin, dass die frühe Kindheit für die Erfahrungen im späteren Leben von entscheidender Bedeutung ist. Der Einfluss anderer Faktoren wie Persönlichkeit, Erziehung und Ausbildung sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden. (Ende) www.angstfreisein.de

Wer kauft eigentlich seinen Sprit noch bei BP?

Wir von ZAROnews tanken da nicht mehr, eher gehen wir zu Fuß, wer die Welt bewusst zerstört, hat nach unserer Auffassung sein Existenzrecht verwirkt. Vielleicht sollten eben wir, das “VOLK”, den Herren Zerstörern den Geldhahn zudrehen, selbst wenn dadurch Tankstellenpächter in Schwierigkeiten kommen, aber die müssen sich eben dann bei den Verantwortlichen beschweren.

Die Redaktion

Zum Lachen braucht man keinen Sinn für Humor

Erstaunlich wenig Differenzen zwischen Frauen und Männern

Washington DC - Die Art des Humors variiert unter Menschen sehr stark. Vieles davon ist erlernt oder kulturell beeinflusst. Nun hat ein US-Forscherteam entdeckt, dass es erstaunlich wenig Differenzen darüber gibt, worüber Frauen und Männer lachen. Die jüngste Studie im Wissenschaftsmagazin Journal of Pragmatics widerlegt auch die Annahme, dass Frauen mehr lachen als Männer.

Einen Unterschied in der Art und Weise des Humors gibt es zwischen den Geschlechtern jedoch schon. In der Interaktion miteinander sind es schon am Schulhof die Jungen, die die Mädchen mit ihren Scherzen zum Lachen bringen. Studienleiter Robert Provine, Professor für Psychologie an der University of Maryland http://www.umbc.edu hat beim Studium von Kontaktanzeigen ähnliche Verhaltensweisen festgestellt. Männer werben mit ihrem “guten Sinn für Humor” und Frauen wünschen sich einen lustigen Mann zum Partner. Provine geht davon aus, dass dieses Verhalten durch sexuelle Selektion entstanden ist. Frauen, die vor Männern lachen, erweisen ihnen damit ihre Ehre.

Männliche Witze als Machtdemonstration

Eine andere Möglichkeit ist, dass die Differenz beim Humor eher kulturell als biologisch determiniert ist. Viele Studien haben gezeigt, dass dominante Individuen - von Häuptlingen bis hin zu Wirtschaftsbossen - dazu neigen Humor zu instrumentieren. Untergebene machen das in der Regel seltener. Damit wird das Lachen zu einer Demonstration der Macht. Exzessives weibliches Gelächter in einer gemischten Runde könnte ein Hinweis darauf sein, dass Männer immer noch mehr Macht haben als Frauen, meint der Forscher.

Michael Titze, psychologischer Psychotherapeut und Lachforscher http://www.michael-titze.de bestätigt im Presse-Gespräch die Befunde des anerkannten Humorforschers Provine. “Im männlichen Humor drückt sich eine Einstellung zum Wettbewerb und zur Status bezogenen Selbstdarstellung aus. Das Erzählen von Witzen läuft typischer Weise auf das Ziel hinaus, sich auf Kosten anderer zu profilieren - oftmals im Konkurrenzkampf mit männlichen Mitstreitern”, erklärt Titze. Der maskuline Stil ist somit auf die Anerkennung des Publikums angewiesen, um durch positive Resonanz die Bestätigung zu erhalten, dass seine Selbstdarstellung erfolgreich war.

“Der feminine Humor hingegen zielt auf die Schaffung von Nähe und Vertrautheit im sozialen Kontext ab und dient primär der Befriedigung von Gruppenbedürfnissen”, so Titze. Konkurrenzdenken werde dabei eher vernachlässigt. “Von Frauen verwendete Witze beinhalten häufig selbstironische Elemente, die den eigenen Status reduzieren können, was sich sozial verbindend auswirkt.” (Ende)

1,2 Millionen Demenzkranke auf Irrweg durch die Instanzen

Werner Tigges fordert flächendeckende Versorgung von Familienministerin Schröder

Paderborn - Auf dem Kongress “Lebensqualität bei Demenz” des Forschungsprojekts H.I.L.DE, der soeben in Berlin zu Ende gegangen ist, wünschte man sich klare Worte von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), zur gesicherten Versorgung der 1,2 Millionen Menschen, die in Deutschland aktuell an Demenz und Alzheimer erkrankt sind. Schröder betonte die Wichtigkeit der Pflege von Demenzkranken, spielte den Ball aber an Ehrenamtliche und an die Familien weiter. Für Pflegefachmann Werner Tigges http://www.weti.de eine billige Taktik, um den Staat aus der teuren Verantwortung für seine kranken Bürger zu stehlen.

In Deutschland leben gegenwärtig etwa 1,2 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Allein zwei Drittel dieser Personen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Hinzu kommen jährlich 250.000 Neuerkrankungen. Nach vorsichtigen Schätzungen wird sich die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2020 auf 1,4 Millionen und bis zum Jahr 2050 auf mehr als 2 Millionen erhöhen. Heute werden zwei Drittel der Demenzerkrankten in der Familie betreut und versorgt. Eine wichtige Aufgabe ist daher, die entstehenden psychischen, physischen, finanziellen und sozialen Belastungen der Pflegenden aufzufangen und offen mit den Problemen umzugehen.

Werner Tigges spricht die Probleme konkret an: “Aufgrund der politischen Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte müssen die althergebrachten Lösungen rigoros auf den Prüfstand und alte Zöpfe abgeschnitten werden. Lobbyisten, die mehr ihre eigenen Interessen als die der ihnen anvertrauten Pflegebedürftigen im Kopf haben, dürfen nicht länger gesponsert werden - eine Anerkennung der bereits aus der Not heraus entstandenen Lösungen des Einsatzes osteuropäischer Personenbetreuer/innen. Nur dadurch ist die gesellschaftliche Fehlentwicklung zumindest temporär erträglich.”

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat beim Kongress in Berlin zwar die Bedeutung von Ehrenamtlichen und vor allem der Familien bei der Pflege und Betreuung Demenzkranker betont. Tigges sieht darin aber nur eine gekonnte Finte der Ministerin, um ihr Budget nicht weiter zu belasten. “Wenn der Staat alles auf seine Bürger abschiebt - kann man sich leicht sanieren. Die betroffenen Familien stehen aber seelisch und finanziell am Abgrund.”

Für Tigges klingt das nach Flickschusterei ohne Plan und Konzept. Werner Tigges: “Natürlich sind einzelne Ansätze wichtig und gehören in das Netzwerk verzahnt. Jedoch angesichts des tatsächlichen und des noch zu erwartenden Bedarfs erscheint mir eine flächendeckende und ausreichende Versorgung durch diese halbherzigen Ansätze nicht erreichbar.” Tigges fordert intelligente und unbürokratische Lösungen, wie sie in vielen europäischen Ländern bereits eingeführt wurden. Breit angelegte familienunterstützende Dienste, Beratungszentren auch für den Notfall, schnelle Lösungsmöglichkeiten für betroffene Familien und Angehörige.

Werner Tigges http://www.weti.de, Autor von “Pflege wohin?”, ist Fachmann für Kranken- und Altenpflege und ein wortstarker Fürsprecher für die Anliegen aller Alten und Kranken, die auf Gedeih und Verderb vom Wohlwollen ihrer pflegenden Mitmenschen abhängig sind. Tigges ist in ganz Deutschland unterwegs, um über das Thema Altenbetreuung und Pflege im Alter zu referieren. Vor allem, um Aufklärung über den bevorstehenden Supergau in der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen in Deutschland zu geben.

Babys: Essensumstellung beeinflusst Darmflora

Grundlage für die Gesundheit im weiteren Leben

Ithaca - Die ersten Erbsen, die ein Baby isst, verändern sein ganzes Leben. Das gilt zumindest für die Mikroben im Darm. Ruth Ley von der Cornell University http://www.cornell.edu hat gemeinsam mit Kollegen die Bakterien im Stuhl eines kleinen Jungen analysiert. Er wurde vom Zeitpunkt der Geburt bis im Alter von zweieinhalb Jahren begleitet.

Starke Reaktion durch Erbsen

Wie vorauszusehen, vermehrten sich die Mikroben im Darm und auch die Artenvielfalt nahm zu. Zu grundlegenden Veränderungen kam es laut NewScientist jedoch immer dann, wenn er neue Arten von Lebensmitteln zu sich nahm. Neben der Behandlung einer Ohrenentzündung mit Antibiotika führten Erbsen und Säuglingsnahrung auf Milchbasis zu den stärksten Reaktionen.

Solange das Kind gestillt wurde, enthielten die Bakterien in seinem Magen zahlreiche Gene, die für den Abbau von Milchzucker hilfreiche waren. Als auf eine feste Ernährung umgestellt wurde, vermehrten sich die Bakterien mit Genen, die die Verarbeitung von Stärke beeinflussten.

Steuerung der Darmbakterien

Ley geht davon aus, dass die frühe Kindheit ein idealer Zeitpunkt für die Steuerung der Darmbakterien sein könnte. Damit könnte auch die Grundlage für die Gesundheit im weiteren Leben gelegt werden. Entscheidend dabei sei, dass die Bakterien in diesem Alter noch so bereitwillig auf Veränderungen reagieren.

Derartige Untersuchungen führten die Wissenschaftler erstmals in Kombination mit Aufzeichnungen über die Ernährung des Kindes durch. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht. (Ende)

Von Körpersprache und Körperglück

Kommunikation ist nicht nur reden

Lindau - Zur Partnerschaft gehören immer zwei. Und die Kommunikation zwischen beiden bestimmt entscheidend das geistig-psychische Verhältnis dieser Partnerschaft - und das körperliche Befinden des jeweiligen Partners. Denn Kommunikation ist ja nicht nur reden.

So ist auch der bewusste und unbewusste Einsatz von Gesten, Mimik und Körperhaltungen - also die sogenannte Körpersprache - Bestandteil jeder menschlichen Kommunikation. Die Gestik wird durch Arme, Hände und Oberkörper ausgedrückt. Die Mimik spielt sich im Gesicht, besonders in Augen- und Mundpartie ab. Hier erleben wir nuancenreiche Ausdrucksformen, die über das innere Erleben oft mehr sagen als viele Worte. Doch die Fähigkeit, Mimik zu deuten, hängt davon ab, ob uns die Kultur einer Person bekannt ist oder nicht.

Denn ähnliche Gesten haben in unterschiedlichen Regionen manchmal eine vollkommen gegenteilige Bedeutung. So nicken beispielsweise die Griechen mit dem Kopf, wenn sie eine Sache verneinen.

Oder das berühmte “Lächeln der Chinesen” verrät uns Mitteleuropäern längst nicht dasselbe, wie unser Lächeln, das zur Kontaktaufnahme dient oder gar als Einladung zum Flirt. Wir lächeln im wahrsten Sinn des Wortes verbindlich.

Überhaupt ist das Lachen oder Lächeln ein besonders wichtiges Beispiel in diesem Zusammenhang: Vor allem Frauen haben es auch immer schon als “Waffe” eingesetzt, und zwar als Gegengewicht zu sozialen Spannungen in der Gruppe und in der Familie.

Und bereits Säuglinge reagieren sechs bis acht Wochen nach der Geburt mit der Körpersprache mit einem Lächeln auf ihre Umgebung, um mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen und so aktiv eine Beziehung aufzubauen. In der Entwicklungspsychologie wird es als “soziales Lächeln” bezeichnet.

Sehen, fühlen, riechen…
Zur Körpersprache gehört auch das “Pokerface” des Kartenspielers oder das “Schönmachen” - beispielsweise die gezielte Verwendung von Parfum und Lippenstift oder die bewusst ausgewählte Kleidung, wie Talar oder Robe. Sie signalisieren eine gepflegte und attraktive Erscheinung, oder auch Autorität und Würde. Wir kennen diesen Effekt von der Redewendung “Kleider machen Leute” oder aus der Geschichte vom “Hauptmann von Köpenick”.

Neben den visuell aufgenommenen Informationen haben auch die übrigen Sinne eine große Bedeutung für das Verstehen der Körpersprache. So liefern die Rezeptoren der Haut Empfindungen wie Kitzel, Streicheln, Vibration oder Druck, entfachen Schmerz oder Lust. Und der Geruchssinn bestimmt, ob man “jemanden riechen kann”.

Aber auch die geistig-seelischen Reaktionen der Menschen, die nicht sofort sichtbar oder bemerkbar werden, spielen in der zwischenmenschlichen Beziehung eine wichtige Rolle. Schon 1895 erkannte Sigmund Freud in seinen Studien über Hysterie: “Psychische Erregung, die nicht adäquat verarbeitet oder abgeführt werden kann, ’springt’ in einen Körperteil, wird also umgewandelt”.

So löst beispielsweise Stress die Ausschüttung des Nebennierenhormons Adrenalin aus. Dadurch werden Blutdruck und Blutzuckerwerte erhöht. Das wiederum drängt im Gehirn die relativ langsamen Reaktionen des Großhirns zurück und die einfachen Entscheidungsmuster des Stammhirns werden mit Vorrang genutzt. Man kann dann rascher, wenn auch mit größerer Fehlerquote, reagieren. Die meist präzisere Einschätzung der Situation durch das Großhirn käme in der Gefahr oft lebensgefährlich langsam zustande. Das Schädliche daran ist, dass diese Körperreaktionen nicht ihre natürliche Abarbeitung finden. Angst und Stress erhöhen die Gerinnungsneigung, das Blut wird zäher.

Zuneigung heilt
Diese Wechselwirkung von physischen und psychischen Zuständen wird heute nicht mehr bestritten. Der Neuroforscher Michael Meaney konnte nachweisen, dass Ratten mehr Rezeptoren für Stressmoleküle ausbilden und Belastungen besser ertragen, wenn sie als Junge viel geleckt werden - Psychosomatiker wissen längst, dass eine enge Bindung in der ersten Lebensphase körperlich robuster macht. Der Arzt und Wissenschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung, Dr. med. Werner Bartens, zeigt jetzt in seinem neuen Buch “Wie gute Gefühle gesund machen” anhand einer Fülle von verblüffenden Beispielen, was uns anfällig und was uns widerstandsfähig gegen Belastungen werden lässt.

Bartens’ Kernbotschaft heißt: Gute Gefühle machen gesund, schlechte Gefühle machen krank. Negative Gedanken können immense Kräfte entfalten - sie können gesunde Menschen sogar umbringen - mindestens anfälliger für Krankheiten machen. Dagegen sind Gefühle wie Freude und Hoffnung, Gelassenheit und Begeisterung gesundheitsfördernd. Noch stärker als die eigene Imaginationskraft wirkt aber die Energie, die zwei Menschen sich gegenseitig geben können. Zuneigung und Optimismus lindern Schmerzen und helfen bei der Heilung. Zum Beispiel wurden Patienten mit Bluthochdruck darauf untersucht, wie sich liebevolle Unterstützung durch den Partner auf Herz und Gefäße auswirkte. Wer abends freundlich begrüßt wurde, einen Kuss bekam und sich aussprechen konnte, hatte einen um 2,5 Punkte verminderten Blutdruck.

Glücklich, verliebt, gesund
Und noch einmal Dr. Bartens: “Zeigt Ihnen Ihre Frau, dass sie Sie liebt?” - diese Frage richteten Mediziner an ihre männlichen Patienten. Von denen, die mit »Ja« antworteten, bekamen nur halb so viele Infarkte im Vergleich zu jenen, die nicht das Gefühl hatten, geliebt zu werden. Dazu passt, dass unter Geschiedenen und Verwitweten Herzleiden, Diabetes und Krebs häufiger sind als unter Eheleuten. Auch wenn Cholesterin und Blutdruck erhöht sind, scheinen Männer allein durch das Gefühl, geliebt zu werden, geschützt zu sein. Wer sich nicht von einer Frau geliebt fühlte, entwickelte häufiger Beschwerden im Bauchraum. Bei Frauen mit Brustkrebs sind die Überlebenschancen höher, wenn sie Rückhalt durch ihren Partner spüren. In harmonischen Beziehungen werden beide Partner seltener krank.”

Wer um all diese Zusammenhänge weiß, der kann lernen, gute Gefühle zu stärken - und damit sehr viel mehr für seine Gesundheit und seine Freude am Leben tun, als er sich je hätte träumen lassen. Dr. Bartens braucht dafür ein schönes Bild: “Sind die Nervenbahnen, auf denen Zufriedenheit und Freude weitergeleitet werden, oft in Gebrauch, rasen Moleküle und Glückshormone häufig ihrem Bestimmungsort entgegen, verbreitern sich die »positiven« Nervenbahnen und Zentren für Lustgewinn und Überschwang im Gehirn werden größer. Anfangs sind die Straßen, auf denen frohe Botschaften verkündet werden, womöglich noch schmal. Je öfter sie befahren - das heißt übertragen auf Nervenbahnen: benutzt - werden, desto stattlicher werden sie. Man kann die Wege der guten Gefühle bahnen und ihnen so auf die Sprünge helfen, dass sie zu prachtvollen Alleen werden. Es dauert eine Weile, aber es lohnt sich. Glücklich, verliebt, gesund - das ist einfach so. Manche haben dieses Gefühl beim Erklimmen eines Berges oder beim Liebesspiel auf der Wiese, im Bett, im Café, bei gutem Essen. Es ist ein Zustand allgemeinen Wohlseins und Sich-Wonnig-Fühlens.”

Kinder, die Probleme machen, haben auch Probleme

Schicksale von Heimkindern erzählt das neue Buch “Die ungeliebten Kinder”

Wien - Weshalb viele Heimkinder von Anfang an keine Chance im Leben haben, schildert Dagmar Wortham im neuen Sachbuch “Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?”

Unbemerkt von der Gesellschaft führen zahlreiche Kinder einen regelrechten Überlebenskampf. Sie stammen aus zerrütteten Familienverhältnissen und leiden unter Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Trauer und Wut. Gleichzeitig kämpfen sie mit verschiedenen Mitteln um Aufmerksamkeit, Liebe, Verständnis - und um ihre eigene Zukunft. Viel zu viele von ihnen landen schließlich im Heim; wie es ihnen dort ergeht, schildert die Autorin Dagmar Wortham, Erzieherin, die mit schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen arbeitet, in ihrem soeben erschienen Buch “Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?” (Goldegg Verlag). Das Geleitwort stammt von der renommierten Psychoanalytikerin und Sozialtherapeutin Univ.-Prof. Dr. Rotraud A. Perner.

Von Anfang an im Abseits
“In meiner Arbeit mit Kindern aus desolaten Familien und mit Heimkindern habe ich erfahren, dass vieles schiefläuft und viele Kinder darunter leiden”, so die Autorin Wortham. “Im Untertitel meines Buches wird es angedeutet: Manche Kinderheime sind tatsächlich so etwas wie eine Endstation, die sich bei vielen Kindern bereits am Beginn ihres Lebens befindet.” Oft genug kommt es vor, dass es diesen Kindern nach unglücklichen Jahren in der Familie und einer langen “Heimkarriere” nicht mehr gelingt, im Alltag zurechtzukommen, Lebensdisziplin zu lernen, Anschluss an die Gesellschaft und ihr Lebensglück zu finden. In ihrer Kindheit hat es ihnen einfach am Grundlegendsten gefehlt, auf das eigentlich jedes Kind Anspruch haben sollte: eine kindgerechte, liebevolle Betreuung.

Die Autorin war fassungslos, welche Zustände in manchen Heimen herrschen: “Da gibt es Aggression, leidvolle Erfahrungen, grausame Machtspiele, unzureichende Betreuung, Interesselosigkeit, fehlende Ausbildung, es stehen wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund statt das Wohl der Kinder und es regiert oft Ignoranz.” Dagmar Wortham beschloss, einen anderen Weg zu gehen und führte neue Methoden und Arbeitsweisen ein; dabei erkannte sie, wie schwierig es ist, gegen jahrelang gepflegte Strukturen, Machtstreben, Eifersucht und Gleichgültigkeit anzukämpfen.

Das Leben kann schön sein
Dennoch entschied sich die Autorin, bei “ihren Kindern” zu bleiben, ihnen Hoffnung zu geben und ihnen zu zeigen, dass das Leben schön sein kann. Viele der zum Teil schwer traumatisierten Kinder und Jugendlichen erstarren mit den Jahren regelrecht in ihren Gefühlen, können nicht mehr weinen und lachen, halten sich für dumm und resignieren. Mit hohem Engagement und Einfühlungsvermögen setzte sich Dagmar Wortham für sie ein. Trotz widriger Umstände gelang es ihr, eine familienähnliche Situation zu schaffen, klare Regeln aufzustellen und den Kindern Anerkennung und Geborgenheit zu geben.

In ihrem Buch schildert sie deren Schicksale: Sie erzählt von Tobias, dem im Krisenzentrum seine Geschwister entrissen werden, um die er sich liebevoll gekümmert hatte, weil die Eltern dazu nicht in der Lage gewesen waren, von Mario und dem Drama, das sich hinter einer gutbürgerlichen Fassade abspielen kann und berichtet von Kindern, die als hoffnungslose Fälle abgestempelt werden, weil sie sich nur mehr durch Aggression bemerkbar machen können. Sie erlebt Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, als ein Kind zu ihr sagt: “Könntest Du nur einen Tag in meinem Körper leben und mir dann sagen, das ist schön?” Langsam erringt sie das Vertrauen dieser ungeliebten Kinder und zeigt ihnen ein Stückchen einer heilen Welt. Gemeinsam weinen sie bei “Bambi” und feiern Feste. “Ich habe nicht gewusst, dass Weihnachten so schön sein kann”, staunt ein kleiner Junge, als er zum ersten Mal im Leben ein Geschenk bekommt und einen harmonischen Feiertag im Heim verbringt. Dagmar Wortham schafft mit diesen Kindern Dinge, die vorher als nicht möglich bezeichnet wurden: Sie ziehen Hausschuhe an, fangen an, andere zu respektieren, schnuppern an Blumen, die sie vorher nur kaputt gemacht haben, verwenden keine Schimpfwörter mehr, blühen auf, verhalten sich wie “ganz normale” Kinder und fangen endlich an zu glauben, dass sie etwas wert sind und dass sie jemand lieb haben kann.

Univ.-Prof. Dr. Rotraud Perner unterstützt das Engagement der Autorin: “Ich wünsche den Bemühungen von Dagmar Wortham, mehr Liebe auch für die noch ungeliebten Kinder zu erwecken, damit diese die Chance erhalten, lieben zu lernen, viel Erfolg. Erfahrene Lieblosigkeit kann nur durch verlässliche Liebesgeduld geheilt werden.”

Neue Chancen für die ungeliebten Kinder
Die Autorin kritisiert, dass in vielen Heimen in der Sorge, Erziehung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen nur mehr Quantität und nicht die Qualität zählt. Viele SozialpädagogInnen, Fachkräfte, aber auch die Jugendämter scheinen ihrer Aufgabe nicht mehr gewachsen zu sein und selbst unter dem System zu leiden. Die gesamte Konzeption der sogenannten “Fremdunterbringung” und der zuständigen Kontrollorganisation scheint viel zu oberflächlich und es fehlen ausgefeilte Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten für die Kinder. Wortham wünscht sich eine Verbesserung der Zustände, etwa kleine, familiär geführte Gruppen, mehr Unterstützung und Ausbildung des pädagogischen Personals sowie die verstärkte Betreuung der Familien.

Mit ihrem Buch “Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?” verfolgt die Autorin Dagmar Wortham ein klares Ziel: Sie will die Gesellschaft wachrütteln, um eine Veränderung für diese Kinder zu ermöglichen. Für die tragischen Lebensgeschichten der Kinder tragen wir alle Verantwortung, ist sie überzeugt: “Aus den vielerorts so ungeliebten ‘Heimkindern’ können später unsere Nachbarn werden, daher sind wir letztendlich alle dafür verantwortlich, was aus ihnen wird. Denn Achtung und Respekt, die wir anderen erweisen, kommen immer wieder zurück - ebenso wie Missachtung und Respektlosigkeit, die sich in den Kinderseelen für alle Zeit einbrennen.”

“Abnehmen ist leichter als zunehmen”

Esssucht: Emotionale Bedeutung der Speisen ist großes Problem

Wien - Beim unkontrollierten Essen fehlt eine Bremse im Gehirn. Nun beleuchten drei Experten, die Frage, ob das große Fressen tatsächlich programmiert ist. In Anbetracht der Tatsache, dass die Menschen in Industrieländern und auch zunehmend auch in anderen Staaten immer dicker werden, ist das eine berechtigte Frage.

Abnehmen geht leichter als zunehmen, meint der Buchautor und Psychocoach Andreas Winter http://www.derpsychocoach.de im Interview. Der Grund, warum Menschen immer dicker werden, liegt am angelernten Verhalten, mit dem Essen Gefühle zu verbinden. Diese werden dann über die Speisen erzeugt, meint der Psycho-Coach.

“Meines Erachtens ist das kein Wunder, dass so viele Menschen zunehmen, weil es beim Essen nicht um die Speisen, sondern um deren Bedeutung geht”, meint Winter. “So ist der Grund Kartoffelchips zu essen, nicht die Aufnahme von Kartoffeln und Salz, sondern das Signal für einen verdienten Feierabend”, erklärt Winter. Chips sind keine Vollmahlzeit, sondern Partysnacks. Mit den Chips wird aber das Gefühl verknüpft “ich habe frei”.

Schokolade steht für Belohnung

Symbolwirkung erzeugt nicht das Essen, sondern die damit verbundene emotionale Verknüpfung. “Das gilt beispielsweise auch für Schokolade”, sagt Winter. “Auch hierbei geht es nicht um die Aufnahme von Zucker, sondern um die Botschaft ‘ich habe dich lieb’. Schokolade steht immer für Belohnung. Das haben wir als Kinder gelernt und darauf sind wir programmiert.” Im Prinzip könne man essen was man will, wenn das Gefühl, weswegen man isst, verspürt wird, verschwindet der Appetit augenblicklich, meint Winter.

“Übergewicht macht wirklich keine guten Gefühle”, meint der Mediziner, Buchautor und Ernährungsexperte Stefan Frädrich http://www.stefan-fraedrich.de gegenüber UNS. “Wer im Sommer unbedingt im Bikinifigur oder Waschbrettbauch vorweisen will, muss langfristig planen. Dabei gilt das Motto, den Brunnen vor dem Durst zu graben”, so Frädrich. “Diäten bringen nichts, weil wir uns einen Teil unserer gewohnten Ernährung versagen.” Das bedeutet, dass man einen Verzicht empfindet und zwar so lange, bis man nach der Diät wieder wie zuvor isst.

Schau mal, was du isst

“Neben den psychologischen Faktoren spielt natürlich auch die Frage eine Rolle, was man zu sich nimmt”, erklärt Frädrich. “Viele Menschen haben keine Ahnung davon, was die Dickmacher Zucker und Fett im Körper bewirken.” Mit relativ einfachen Mitteln kann man die Ernährung umstellen und gesünder machen und dabei Kalorien sparen. Das erklärt Frädrich in seinem Buch “Die einfachste Diät der Welt”.

“Falls man aber weniger Lust hat, für eine bessere Figur die Ernährung umzustellen, kann man auch an der ‘Sport-Schraube’ drehen”, sagt Frädrich. “Das geht einfach, in dem man Muskeln aufbaut, denn dort wird Fett verbrannt.” Die natürlichste Lösung dafür, ist mindestens zweimal pro Woche in einen Fitnessclub zu gehen und dort ein Krafttraining zu machen.

Exercising macht glücklich

Eine Möglichkeit körperlich fit zu werden und abzunehmen, bietet auch der regelmäßige Besuch eines Fitness-Studios. “Holmes Place ist mit seinem Programm Personal Trainings-Angebot Marktführer in Europa und sehr erfolgreich. Hier steht ein persönlicher Trainer zur Verfügung, der mit dem Kunden gemeinsam Ziele erarbeitet. Meist ist das eine Kombination von Abnehmen, Muskelaufbau und verbesserter Fitness”, sagt PR-Managerin Yasmin Markert von Holmes Place Health Clubs Europe http://www.holmesplace.de gegenüber pressetext.

“Ein neues Angebot, mit dem wir zunächst in der Schweiz begonnen haben und das demnächst auch auf Österreich und Deutschland ausgeweitet wird, ist ein Ernährungprogramm und heißt ‘Eat Well’”, erklärt Markert. Dabei gibt ein persönlicher Ernährungsberater Ratschläge für eine individuell abgestimmte Ernährung.” (Ende)
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Fettsüchtigen fehlt die Fress-Bremse

Gerüche und Geschmack sind stärker als Sättigungssignal des Gehirns

Pittsburgh - Wer ohne Ende isst, dem fehlt eine Bremse im Gehirn. Übergewichts-Wissenschaftler fanden heraus: Einer der wichtigsten Faktoren der Fettsucht ist die fehlende Stopp-Taste bei Sättigung.

Derzeit tagen in Pittsburgh die Übergewichts-Wissenschaftler der “Society for the Study of Ingestive Behaviour” http://www.ssib.org. Psychiaterin Diana Small von der Yale University http://www.jbpierce.org scannte bei stark übergewichtigen und normalgewichtigen Menschen die Mandelkern-Region des Gehirns, die für das unkontrollierte Weiteressen eine Rolle spielt. “Für manche Menschen ist Sättigungsgefühl ein gute Bremse beim Essen”, sagt die Forscherin. “Bei anderen funktioniert dieser Schutz weniger, weshalb sie mehr ohne Hunger essen und auch entsprechend zunehmen.”

Bratenduft lockt Dicke auch ohne Hunger

Schon bisher wusste man, dass bei Starkbeleibten die Reaktion des Gehirns auf Gerüche und Geschmack von Essen weit größer ist als bei schlanken Menschen. Ein wichtiger Aspekt war dabei stets die Frage, warum viele Übergewichtige anscheinend nicht mit dem Essen aufhören können, wenn anderen bereits der Hunger vergangen ist. Leckerer Bratenduft beispielsweise ist für Fettsüchtige auch dann noch attraktiv, wenn sie satt sind. Das Gehirn sagt dem Esser: Friss weiter. Die Bremse fehlt.

Insgesamt beeinflussen Gefühle von Sättigung und Hunger bei dicken Menschen viel weniger die Gehirnreaktion als bei Normalgewichtigen, erklärt Small. Anhand der Mandelkern-Aktivierung ließ sich zudem sehr zuverlässig voraussagen, ob die Untersuchten ein Jahr später an Gewicht zunahmen oder nicht.

Fett verändert die Hormone

Zudem verändert häufiger Fettkonsum die Hormonproduktion. Die Forschergruppe um Mitchell Roitman von der University of Illinois http://illinois.edu zeigte - vorerst nur bei Mäusen - dass nach mehreren Wochen besonders fettreicher Ernährung der Ausstoß des Hormons Dopamin kleiner wird. Dieses auch durch Rauschmittel hervorgerufene Hormon macht kalorienreiche Nahrungsmittel zum Genuss - bei Fettleibigen allerdings in geringerem Ausmaß, wodurch sie noch mehr essen. (Ende)