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Sexuelle Unlust ist therapierbar

Experte über die Lust des Wollens und des Nicht-Wollens

Wien/Linz - Wenn sich ein Partner innerhalb einer Beziehung vernachlässigt fühlt, weil es im Bett nicht mehr so läuft wie früher, ist Expertenrat dringend angesagt. Denn die damit verbundenen Missverständnisse können von den beiden Betroffenen meist kaum in Selbsttherapie gelöst werden. “Prinzipiell ist es egal, ob es der Vernachlässigte der Mann oder die Frau ist”, meint der Sexualmediziner Georg Pfau http://www.sexualmedizin-linz.at im Presse-Interview.

Das Vernachlässigen habe auch immer eine emotionale Komponente, so der Mediziner. Denn dies führe zu Selbstzweifel und quälenden Fragen wie “Bin ich nicht mehr schön genug”, “Werde ich nicht mehr geliebt” oder “Ist etwa gar schon ein anderer Partner im Spiel”, meint Pfau. “Dies sind die stereotypen Erklärungsversuche von Männern und Frauen, die meinen, sie bekämen zu wenig Sex.” Man fühlt sich nicht mehr geliebt, und das lasse die Alarmglocken schrillen.

Unzufriedenheit in Beziehung macht unglücklich

“Unzufriedenheit beim Sex führt immer zu Unzufriedenheit in der Beziehung”, erklärt Pfau. Dabei gehe es nicht zu sehr um die Frage nach den Orgasmen, sondern primär danach, vom anderen nicht mehr als Sexualpartner wahrgenommen zu werden. Die Ermahnung des Partners zu mehr oder besserem Sex bewirke in den meisten Fällen Unsicherheit sowie Rückzug und sei daher kontraproduktiv.

“Es ist wichtig, das Problem ernst zu nehmen”, so Pfau. Es gehe nicht darum, einen Schuldigen zu finden, denn Sex ist keine Bringpflicht. “Es ist notwendig, eine Lösung zu finden, mit der beide leben können. “Waren es früher häufig die Männer, die von ihrer Partnerin nicht mehr die erwartbare Zuwendung bekamen, sind es heute mindestens 33 Prozent Frauen, die sich von ihren Partnern sexuell vernachlässigt fühlen”, erklärt Pfau.

Drei Hauptursachen

Die häufigste Ursache für die Unzufriedenheit liegt nach Meinung des Experten in der Psychosomatik. “Einflüsse aus der Zeit vor der Pubertät kommen aus dem Elternhaus, der Schule oder von anderen Bezugspersonen.” Hier stelle sich etwa die Frage, wie Sexualität gelernt und welche Einstellung zur Sexualität vermittelt wurde. “Das Vermeidungsverhalten von Männern mit Versagensangst ist auch ein weiteres häufiges Thema aus der Psychologie, das meist mühsam exploriert werden muss”, erklärt der Mediziner. “Wie jeder weiß, sind Männer kaum bereit, über ihre Defizite freimütig zu reden.”

“Beziehungserfahrungen aus früheren oder der aktuellen Beziehung beeinflussen als soziosexuelle Faktoren die Sexualität eines Pärchens.” Hier stelle sich die Frage, ob es Reibungspunkte innerhalb der Beziehung gibt, ob die Schwiegermutter ein zu großes Wort mitzureden hat oder es andere ungelöste Probleme gibt. “Vor allem Frauen neigen dazu, Partnerschaftsprobleme auch über Sexualität auszutragen. Der Partner wird dann mit sexueller Verweigerung für sein Fehlverhalten bestraft”, so Pfau.

“Natürlich gibt es auch biologische Ursachen für die Verweigerung der Sexualität”, so Pfau. Bei Männern komme primär Testosteronmangel in Frage, der alterungsbedingt jeden Mann mehr oder weniger stark betrifft. “Experten meinen, dass bereits 50 Prozent der 50-jährigen Männer über ein behandlungsbedürftiges Testosterondefizit verfügen.” Bei den Frauen könne hormonelle Verhütung als Lustkiller fungieren.

Genaues Abklären des Problems

“Die Vorgangsweise ist standardisiert. Die Sexualmedizin lebt primär von einer genauen Exploration der Sexualität innerhalb einer Paarbeziehung”, führt der Mediziner aus. “Weil Sex nur paarweise funktioniert, sind auch beide Partner für eine Therapie vonnöten.” Sexualtherapie sei erfolgreich, wenn sich beide Partner darauf einlassen und für sich den richtigen Therapeuten finden.

Die Bedeutung von Beziehung für das Lebensglück und die Bedeutung von Sexualität für das Beziehungsglück könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. “Wenn man der Meinung ist, dass die Beziehung einen nicht mehr glücklich macht, sollte man tätig werden, bevor es zu spät ist”, meint der Experte abschließend. (Ende)

Vornamen werden immer ungewöhnlicher

Experten: Wahl der Eltern grenzt an Narzissmus

San Diego/Leipzig/Berlin - Eltern suchen für ihre Kinder immer ungewöhnlichere Vornamen. Dieser Trend betrifft nicht nur Promis, berichten Wissenschaftler der San Diego State University http://www.sdsu.edu im Journal Social Psychological and Personality Science. Sie analysierten 325 Mio. amerikanische Vornamen zwischen 1880 und 2007. Dabei suchten sie, wie groß der Anteil der häufigsten Namen eines Jahres an allen vergebenen Namen war, und korrigierten die Ergebnisse um den Faktor der Migration.

Häufige Namen werden seltener

Noch 1880 lag die Wahrscheinlichkeit, dass Buben einen der zehn häufigsten Namen bekamen, bei 40 Prozent, nun sind es zehn Prozent. Einen “James”, der in den USA 1950 der häufigste Name war, gab es damals - statistisch gesehen - in jeder Schulklasse, heute ist der top-gereihte “Jacob” nur in jeder sechsten Klasse zu finden. Auch bei den Mädchen erhielt jedes zweite 1950 einen Namen aus der Liste der 50 häufigsten, nun ist es nur jedes vierte. Der größte Niedergang der geläufigen Namen sei in den 90ern erfolgt, so die Studienautorin Jean Twenge.

Dieser Tick deutet laut Ansicht der Forscher auf einen Kulturwandel. “War früher die Anpassung an die Allgemeinheit wichtig, achtet man heute darauf, unverwechselbar und herausragend zu sein. Das hat den Vorteil, dass es weniger Vorurteile und mehr Toleranz gegenüber Randgruppen gibt.” Allerdings könne die Situation sehr leicht kippen - und aus dem Individualismus ein Narzissmus werden. “Ob ein Kind mit einem außergewöhnlichen Name später eher narzisstisch wird, muss aber erst erforscht werden”, so Twenge.

Schauspieler und Fremdsprachen liefern Ideen

“Im deutschen Sprachraum geht der Trend in ähnliche Richtung”, bestätigt Lutz Jacob vom Namensservice Leipzig http://www.namenservice.de gegenüber ZAROnews. Soweit es dem Kindeswohl nicht entgegenstehe, erhebe das Standesamt selten Einspruch, da es außer der Vorgabe, dass ein Name im “Internationalen Handbuch der Vornamen” enthalten sein müsse, keine Festlegungen gebe. “Schauspieler und ihre Entscheidungen, wie sie ihre Kinder taufen, haben einen großen Einfluss auf die Namensgebung. Man sollte jedoch bedenken, dass Stars rasch wieder in Vergessenheit versinken, ein Kind seinen Vornamen jedoch ein Leben lang trägt.” (Ende)

Sexualmedizinische Enzyklopädie geht online

Unwissenheit mit fundierter Informationsplattform bekämpfen

Wien - “Gibt man in der Internetsuchmaschine Google das Wort Sex ein, erhält man 526 Mio. Suchergebnisse. Doch es ist sehr schwer, Spreu vom Weizen zu trennen”, meint Elia Bragagna, Medizinerin und Gründerin der Internetenzyklopädie http://www.sexmedpedia.at anlässlich des Starts des Portals, heute, Mittwoch. “Die neue Internetenzyklopädie informiere sachlich fundiert, verständlich und umfassend über dieses Thema”, erklärt die Medizinerin.

“Auf zu vielen Webpages finden sich eine Unzahl von Fehl- und Falschinformationen. Von der Verzerrung der Sexualität, wie sie auf vielen Seiten des Webs Platz greift, möchte ich hier gar nicht reden”, so die Medizinerin. “Die Website enthält ausschließlich wissenschaftlich fundierte, abgesicherte und korrekte Informationen zum Thema Sexualität und Gesundheit”, so Bragagna gegenüber der Presse.

Die häufigen Fragen nach Normalität

Wenn das Thema Sex diskutiert wird, stehe häufig sehr viel Unsicherheit im Raum. “Unsicherheiten über Körpernormen, Körperformen, der Frage, was guter Sex bedeutet, was normal oder nicht normal ist und ähnliches mehr”, so Bragagna. Es sei eine große Herausforderung, Antworten auf diese Fragen zu geben.

“Wir werden Mythen über Sexualität hinterfragen so wie den Menschen den Druck nehmen, unter den das sexuelle Erleben heutzutage gesetzt wird”, meint die Medizinerin. Normal sei, was gefällt und nicht, was Medien und selbsternannte “Sexgurus” als “normal” definieren.

Unwissenheit als Hemmschuh

“Für viele Frauen ist der eigene Körper eine Terra incognita”, meint die Gynäkologin Doris Linsberger http://www.gyn-krems.at. Weit verbreitet sei auch noch der “Pflichtsex”, mit dem sich die Frauen nicht nur seelisch, sondern auch körperlich schaden können, weil er oft zu chronischen Genitalinfektionen und schwer therapierbaren Schmerzzuständen führe.

Noch größere Unwissenheit über den Körper herrsche aber bei den Männern, bestätigt der Urologe und Androloge Karl Dorfinger http://www.dorfinger.at . “Es ist sehr wichtig, Männer dazu zu bringen, mehr auf ihren Körper zu achten und etwas dafür zu tun, wenn es Störungen gibt.” Generell sei bei Männern das Bewusstsein für Gesundheit und jenes für Sexualität gering ausgeprägt.

Sex bewegt alle und ängstigt sehr

“Wir leben zwar in scheinbar so aufgeklärten Zeiten, über Sexualität oder gar über Probleme mit ihr zu reden, fällt uns allerdings trotzdem immer noch sehr schwer”, meint der Psychiater und ärztliche Leiter des Anton-Proksch-Instituts http://www.api.or.at, Michael Musalek . Man lerne keine Sprache, mit der man über Sexualität reden könne. “Über Sexualität, gar über sexuelle Probleme mit einem Therapeuten zu reden, erscheint vielen schon eine fast unüberwindliche Hürde. Sie wird zum Mount Everest, wenn es darum geht, mit dem eigenen Partner oder der eigenen Partnerin über die gelebte oder eben nicht gelebte Sexualität und Probleme zu sprechen”, erklärt der Experte.

Ein Webportal wie Sexmedpedia könne als echter Türöffner fungieren, weil es eine extrem niederschwellige Möglichkeit sei, sich über Sexualität, Probleme mit derselben und mögliche Lösungsmöglichkeiten zu informieren. Neben den Artikeln zu einzelnen Themen kommen noch interaktive Angebote wie etwa die online Diskussionsplattform ‘Sex Talk by Elia Bragagna’ hinzu. Im Endausbau soll das Portal auch Blogs und Padcasts enthalten. (Ende)

Über elf Millionen Deutsche in Armut

Um ein Drittel mehr Betroffene als vor einer Dekade

Berlin - Armut hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland rasant ausgebreitet. Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) http://www.diw.de aufzeigt, hat die Zahl der Betroffenen innerhalb von zehn Jahren um rund ein Drittel zugelegt. Etwa 14 Prozent der Bevölkerung oder 11,5 Mio. Menschen lebten 2008 unter der Armutsschwelle. Von dem steigenden Risiko, in die Armut zu rutschen, seien Kinder und junge Erwachsende besonders betroffen.

Laut Definition der Europäischen Kommission gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. Unter den 19- bis 25-Jährigen lebte den DIW-Angaben zufolge vor zwei Jahren beinahe ein Viertel unter der Grenze. Im Gegensatz dazu stelle Altersarmut aktuell ein vergleichsweise geringes Problem dar. Personen am Ende des Berufslebens oder zu Beginn des Ruhestands würden demzufolge ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko aufweisen. Das auf Durchschnittsniveau steigende Risiko ab 75 Jahren sei auf einen höheren Anteil von Witwen mit geringem Alterseinkommen zurückzuführen.

Armutsrisiko steigt mit Kinderzahl

46- bis 55-Jährige sind dem DIW nach überwiegend berufstätig, über den Abschluss der Bildungskarriere hinaus und daher wenig armutsgefährdet. Bei jungen Erwachsenen mache sich hingegen die längere Dauer der Ausbildung sowie der höhere Anteil an Hochschulabsolventen bemerkbar. Dadurch verzögere sich der Einstieg ins Berufsleben. Darüber hinaus müssten viele Jobsuchende schlecht bezahlte Praktika oder “prekäre Arbeitsverhältnisse” für den Einstieg in die Berufswelt wählen. Der Trend, das Elternhaus früher zu verlassen, erhöhe das Armutsrisiko zusätzlich.

“Insbesondere Familienhaushalte mit mehr als zwei Kindern sind stärker von Armut betroffen”, sagt Joachim Frick vom DIW. Das Risiko steige mit der Kinderzahl. Bei drei liege es bei 22 Prozent, bei vier und mehr Kindern erreiche es bereits 36 Prozent. Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern weisen mit über 40 Prozent eine “weit überdurchschnittliche Armutsrate auf”. Zwar zeige der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen sowie das Elterngeld Wirkung. Trotzdem bleiben Kinder und Jugendliche einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Finanzielle Unterstützung bekämpfe Symptome, kuriere aber nicht die Ursachen von Armut. (Ende)

Wirtschaftskrise weckt Wunsch nach Sicherheit und Bindung

Sex-Expertin: Mehr intime Verbundenheit gesucht

Wien - Einer aktuellen Umfrage von “Women fit for Business” zufolge, ist jeder zweite Österreicher mit seinem Sexualleben unzufrieden. Die Sexualexpertin Gerti Senger http://www.gerti-senger.at sieht einen Mangel an Verbundenheit als eine Mitursache für diesen Umstand. Die aktuelle Wirtschaftskrise wecke den starken Wunsch nach Sicherheit und Bindung.

88 Prozent der Befragten gaben an, dass gemeinsame Werte und liebevoller, harmonischer Umgang in einer Beziehung extrem wichtig sind. Das mache deutlich, dass Sexualität nicht bedeutet, auf Schnäppchenjagd zu gehen. Die Zusammenhänge zwischen Sex, Lebensqualität, Hormone und Sexualität, sexuelle Funktionsstörungen, Verhütung und sexuelle Zufriedenheit sind einige der Themen, die beim 1. Österreichischen Sexualkongress behandelt werden.

Beziehungskultur als zu förderndes Gut

“Es ist wichtig in der heutigen Zeit Beziehungskultur und -kompetenz zu fördern”, so Senger. Studien zufolge leiden 127 Mio. Westeuropäer an Angsterkrankungen. “Die Ängste sind vielfältig und haben sehr oft auch mit Beziehung und Partnerschaft zu tun.” Sexualität liege im Fadenkreuz zwischen Angst und Wunsch.

Das Bedürfnis nach Sicherheit sei jedenfalls größer denn je. “Dabei fällt dem Mikrokosmos der Beziehung große Bedeutung zu”, erklärt Senger. Ein Verlust der Sicherheit bedeute emotionalen Stress. “Unser Gehirn ist nicht in der Lage, emotionalen Stress von körperlichem zu unterscheiden.” Dauernder Stress erhöhe das Risiko zu erkranken.

Große Verantwortung der Sexualität

“Sexualität bedeutet nicht nur koitale Akrobatik”, meint der Gynäkologe Johannes Huber. Sexualität sei nicht gleichbedeutend mit Geschlechtsverkehr. Neben der Möglichkeit der Fortpflanzung, eröffne sie das Geben und Empfangen von Lust sowie die Vertiefung der Liebe und Leidenschaft zu einem Partner.

“Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie groß die Verantwortung für den anderen ist, wenn man miteinander schläft”, betont der Mediziner. Dabei werde eine Kaskade an Hormonen im Gehirn ausgeschüttet - darunter auch das Bindungshormon Oxytocin. “Viele dieser Erkenntnisse der Neurowissenschaften sind relativ neu”, betont Huber.

Unwissenheit und Angst machen lustlos

Wie wichtig Sex ist, werde deutlich, wenn man diesen Suchbegriff bei Google eingibt und als Ergebnis 45 Mio. Websites erhält, so Senger. Das mache auch klar, dass es eine Suche nach Antworten auf viele Fragen gebe. Eine Studie an 8.000 Deutschen habe ergeben, dass das Sterblichkeitsrisiko um 7,5 Prozent sinkt, wenn es einen Menschen gibt, mit dem man sich durch Unterstützung, Bestätigung und Intimität verbunden fühlt.

“Mit dem sexuellen Erleben wird eine Lawine an Emotionen ausgelöst”, unterstreicht auch Senger. Sexualität, eingebettet in Beziehung und Bindung, sei ein wunderbares Geschenk. Das bedeutet aber auch, dass Beziehung ernster zu nehmen sei, als bisher. “Verbundenheit steigert auch die Lust am sexuellen Erleben, reduziert Ängste und damit die Anfälligkeit für sexuelle Probleme.” (Ende)

Kaufsucht: “Schlimmer geahndet als Mord”

Gier als Lebensmotiv bringt an den Rand der sozialen Ächtung

Hannover - An Kaufsucht leidende Menschen verstecken ihre Zwangsstörung, da sie sich schämen und die drastischen Folgen eines Bekenntnisses fürchten. Das berichtet Sieglinde Zimmer-Fiene, Leiterin der Selbsthilfegruppe für Kaufsucht in Hannover http://www.kaufsuchthilfe.de und selbst jahrelang Betroffene, im Presse-Interview. “In der Gesellschaft gibt es keinen Mittelstand mehr, wodurch Menschen entweder oben oder unten stehen. Das führt zum ständigen Vergleich nach dem Motto ‘Kleider machen Leute’. Doch die Wirtschaft sorgt dafür, dass man nie wirklich am letzten Stand sein kann.” Kaufsüchtige bilden die Spitze dieses Eisberges.

Zwang zu Modeschuh und gutem Rotwein

Obwohl Kaufsucht selten thematisiert wird, ist sie weit verbreitet. Einer aktuellen Erhebung zufolge ist eine Mio. Menschen in den deutschsprachigen Ländern kaufsüchtig und jeder Zwanzigste dürfte zumindest gefährdet sein. Die Zwangsstörung zeigt sich im suchtartigen Bedürfnis, Waren und Dienstleistungen einzukaufen. “Kaufsucht betrifft ohne Ausnahmen alle Gesellschaftsschichten, unabhängig vom Einkommen. Betroffene Frauen sprechen besonders auf modische Kleidung, Schuhe oder Wohnungsaccessoires an, Männer auf die neueste Technik oder guten Rotwein”, erklärt Zimmer-Fiene.

Bei Kaufsüchtigen wird Gier und Habenwollen zum zentralen Lebensmotiv. “Man ist etwa von einem im Fernsehen gesehenen Kleid fasziniert und empfindet, es haben zu müssen oder andernfalls zu sterben”, beschreibt die früher Betroffene. Zum kurzen Hochgefühl komme es dann beim Bezahlen des Artikels in der Boutique, wobei dessen Preis irrelevant sei. “Das Blut rauscht wie wild durch den Körper. Schon kurz darauf auf der Straße wird man sich der Sinnlosigkeit des Kaufs bewusst und Schuldgefühl schießt ein. Doch es ist einem unmöglich, umzudrehen und die Ware zurückzugeben.” Das oft sogar in mehrfacher Ausführung Gekaufte wird nur einmal gebraucht oder bleibt unausgepackt.

Sucht beginnt schleichend

Der Beginn des Zwangs ist schleichend und aufgrund des fließenden Übergangs unbemerkt. Äußerer Anlass sind oft Frust oder Schicksalsschläge, auch große Entbehrungen oder materieller Liebesersatz der Eltern im Kindesalter können laut Zimmer-Fiene mitspielen. In ihrem Fall war der Wunsch nach perfektem Outfit eine Form, den Selbstwert nach dem frühen Tod ihres ersten Ehemannes zu steigern. “Irgendwann lobte niemand mehr mein modisches Erscheinen, denn es war Teil meiner Person geworden.” Die eigenen Kinder, die sie stets mit guten und teuren Geschenken bedacht hatte, baten sie, ihnen doch keine Kleidung mehr zu kaufen.

Der bewusste Kaufverzicht wird Betroffenen jedoch unmöglich und auch die Hinderung am Kauf führt zu Entzugserscheinungen. “Man verliert jedes Gefühl für Werte, Besitz und Schulden”, so Zimmer-Fiene. Allgegenwärtig ist jedoch das Schamempfinden. “Waren und Rechnungen werden gut versteckt und damit aus dem Bewusstsein geschaffen. Gegenüber dem Umfeld setzt man ein Lügenkarussell in Gang, um die Ausgaben zu rechtfertigen. Offen darüber zu reden kann man nicht. Mit dem lange aufgebauten guten Ruf wäre schlagartig auch der Job weg, denn die Grauzone von Geld und Sucht macht jeden misstrauisch und niemand hilft dir mehr. Verstöße rund um Geld ahndet die Gesellschaft schlimmer als Mord”, so Zimmer-Fiene.

Überwindung ein langer Weg, aber möglich

Im privaten Bereich führt Kaufsucht zu Schlafstörungen, körperlichen Beschwerden, Depressionen und Existenzängsten bis hin zu Suizidgedanken und zerstört viele Beziehungen und Familien. Grund ist meist der wachsende Schuldenberg. “Verhängnisvoll ist, dass man durch die Kreditkarten-Überziehung auf vielen Konten gleichzeitig schnell mit 30.000 Euro im Minus steht, durch eine kleine Einzahlung aber wieder Geld bekommt.” Irgendwann komme der Moment der Anzeige, des Gerichtsvollziehers oder der Verurteilung. “90 Prozent der Betroffenen werden erst dann wach, wenn sie an die Wand gedrängt werden - etwa wenn der Partner mit dem Verlassen droht”, so Zimmer-Fiene.

So schleichend der Einstieg in die Sucht ist, so mühsam ist jedoch auch der Weg heraus. Das Überschreiten der Verhältnismäßigkeit brachte Zimmer-Fiene die Entlassung, die für sie “einem Wegsperren” glich. Acht Jahre verbrachte sie in einer forensischen Klinik, wo man sie als hoffnungslosen Fall entließ. 2002 gründete sie eine der ersten Selbsthilfegruppen und widmet sich nun der Zusammenarbeit von Kliniken, Therapeuten, Ärzten und Betroffenen. Die Selbsthilfe stecke noch in Kinderschuhen und viele Gruppen hätten nur kurz Bestand. Wichtiger erster Schritt sei stets, das verlorene Selbstwertgefühl wieder zu entwickeln. “Keiner kann von heute auf morgen Kaufsucht loswerden, denn wie wenn man Laufen lernt, fällt man immer wieder und muss neu aufstehen. Die Gruppe kann hier den Rücken stärken.” (Ende)

“Naschkatzen” drohen später Depressionen

Süßer Geschmack aber von allen Kindern als Belohnung wahrgenommen

Philadelphia - Die meisten Kinder mögen Süßigkeiten. Jene, die sie besonders gerne mögen, könnten depressiv sein oder über ein höheres Risiko eines Alkoholproblems in der Zukunft verfügen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Monell Chemical Senses Center http://www.monell.org gekommen. Das Team um Julie Mennella schreibt in Addiction http://www.addictionjournal.org, dass bestimmte Kinder sich besonders zu sehr Süßem hingezogen fühlen. Diese Kinder hatten entweder einen nahen Verwandten mit einem Alkoholproblem oder verfügten selbst über Symptome einer Depression.

Es ist jedoch nicht klar, ob diese Vorliebe für sehr Süßes auf echte chemische Unterschiede oder auf die Erziehung zurückzuführen ist. Die Wissenschaftler erklärten, dass ein süßer Geschmack und Alkohol viele der gleichen Arten von Belohnung auslösen. Mennella erläuterte, dass bekannt sei, dass ein süßer Geschmack von allen Kindern als Belohnung wahrgenommen wird und er ihnen ein gutes Gefühl vermittelt. Manche Gruppen von Kindern könnten von intensiver Süße aufgrund ihrer Biologie besonders angezogen sein.

Viele Alkoholiker sind Naschkatzen

Experten gehen davon aus, dass Alkoholiker dazu neigen, Naschkatzen zu sein, berichtet BBC. Dieser Zusammenhang ist jedoch bei Kindern weniger klar. Eine andere US-Studie hat nachgewiesen, dass die größte Vorliebe für sehr süße Getränke bei jenen zu finden war, die Wachstumsschübe durchlebten. An der aktuellen Studie nahmen 300 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren teil. Die Hälfte hatte ein alkoholabhängiges Familienmitglied.

Die Teilnehmer wurden gebeten, fünf süße auf Wasser basierende Getränke zu kosten, die unterschiedliche Mengen an Zucker enthielten. Die Kinder sollten bewerten, welches Getränk am besten schmeckte und wurden auf Symptome einer Depression hin befragt. Ein Viertel verfügte über Symptome, die laut den Wissenschaftlern auf eine mögliche Depression hinwiesen.

Die Vorliebe für intensive Süße war bei jenen 37 Kindern am größten, bei denen es in der Familie Alkoholiker gab und die von depressiven Symptomen berichteten. Sie bevorzugten das Getränk mit dem höchsten Zuckergehalt, nämlich 24 Prozent. Das entspricht rund 14 Teelöffeln Zucker in einem Glas Wasser und entspricht mehr als dem doppelten Zuckergehalt einer normalen Cola. Dieser Geschmack war um ein Drittel intensiver als jener, der von den anderen Kindern bevorzugt wurde.

Süßigkeiten als Schmerzmittel

In einem nächsten Schritt wurde untersucht, ob die Unterschiede der Kinder in Bezug auf Geschmack eine Auswirkung auf ihre Reaktion auf Schmerz oder Unbehagen hatten. Frühere Studien hatten nahegelegt, dass Süßigkeiten als Schmerzmittel und als Stimmungsaufheller wirken können. Es zeigte sich, dass nicht depressive Kinder ihre Hände länger in sehr kaltem Wasser lassen konnten, wenn sie einen Zuckerschub erhielten. Der zusätzliche Zucker führte bei den depressiven Kindern zu keiner Veränderung des Verhaltens. (Ende)

Hilfsbereitschaft ist ansteckend

Altruismus anderer hinterlässt gutes Gefühl und motiviert zum Handeln

Cambridge - Wer zusieht, wie ein Mensch anderen selbstlos hilft, fühlt sich dabei selbst gut und kann sogar zu eigener Hilfeleistung motiviert werden. Das behaupten britische und US-amerikanische Psychologen in der Zeitschrift Psychological Science. “Wir sind oft mit dem Elend anderer konfrontiert und es fasziniert uns, wenn einzelne selbstlos handeln wie etwa die Helfer der Erdbebenopfer in Haiti. Es ist für die Gesellschaft wichtig zu wissen, wie diese Selbstlosigkeit auf einen weiteren Personenkreis ausgeweitet werden kann”, so die Studienleiterin Simone Schnall von der Universität Cambridge http://www.sdp.cam.ac.uk im pressetext-Interview.

Wohltätigkeits-Show führt zu Taten
Die Forscher untersuchten ein im Englischen als “Elevation” bezeichnetes Gefühlsempfinden, das bei der Beobachtung einer moralisch lobenswerten Handlung auftreten kann. “Dabei kommt es zum Beispiel dazu, dass man sehr bewegt und beeindruckt ist - manchmal wird es einem sogar buchstäblich warm ums Herz”, berichtet die britische Psychologin. Speziell interessierte die Forscher, ob das in dieser Situation verspürte Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, ausreiche um Menschen tatsächlich zur Tat zu motivieren.

Dazu luden die Wissenschaftler Freiwillige zu einem Experiment ein, bei dem sie ihnen einen Fernsehspot zeigten. Das war entweder der Ausschnitt eines Naturfilms, einer Comedy-Serie oder einer Wohltätigkeits-Show. Man ließ die Probanden einen Text über das Gesehene verfassen und fragte abschließend scheinbar zufällig, ob sie noch einen Fragebogen für eine weitere Studie ausfüllen könnten. Es zeigte sich, dass die Studienteilnehmer nach dem Ansehen einer Szene mit erbaulichen Inhalten im Anschluss doppelt so lange vor Ort blieben als jene, die neutrale oder lustige Inhalte gesehen hatten.

Helfer statt Leidende ins Zentrum rücken

“Selbst wenn man nur kurze Zeit ein prosoziales Verhalten anderer Menschen beobachtet, kann dies eigene altruistische Handlungen auslösen”, kommentiert Schnall das Ergebnis. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei dies eine wichtige Erkenntnis. “Medien stellen gerne Geschichten von Helden und Helfern vor. Das liegt wahrscheinlich daran, dass solche Personen die Menschen faszinieren und eventuell auch selbst zum Helfen inspirieren.”

Grundsätzlich ist auch die Empathie mit Leidenden ein wichtiger Verstärker für Hilfeleistungen. “Allerdings ist es oft schwer, diese Empathie herzustellen, besonders wenn es sich um Menschen handelt, die weit weg sind und mit denen man nicht viel gemeinsam zu haben scheint”, so die Studienleiterin. Spendenaufrufe könnten daher vielleicht sogar dann erfolgreicher sein, wenn sie die eindrucksvollen Handlungen der Helfer statt bloß das Elend der Hilfesuchenden beschreiben. (End

Alle Menschen lachen vor Freude

Geräuschausdruck besonders bei negativen Grundemotionen universell

London - Alle Menschen verstehen einander, wenn sie Freude, Wut, Angst und Trauer ausdrücken. Das behaupten Neurobiologen vom Londoner University College http://www.ucl.ac.uk in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Science. In Großbritannien und bei den Himba, einem Naturvolk im Norden Namibias, stellten sie fest, dass Hörbeispiele dieser Emotionen auch dann richtig interpretiert werden, wenn diese aus fremden Kulturen stammen.

Die Forscher um Sophie Scott spielten den teilnehmenden Personen beider Kulturen eine kurze Geschichte in ihrer Sprache vor, die auf eine spezielle Emotion abzielten. Da ging es zum Beispiel um die Traurigkeit einer Person, deren naher Verwandter vor kurzem verstorben ist. Am Ende der Geschichte hörten die Probanden zwei Geräusche - etwa ein Lachen und ein Weinen - wobei die englischen Versuchspersonen die Gefühlsausdrücke der Himba hörten und umgekehrt. Schließlich sollten sie sagen, welches Geräusch am besten zur Geschichte passte.

Lachen ist der älteste Emotionsausdruck

Am besten erkannten beide Versuchsgruppen das Lachen wieder und gaben an, es sei Ausdruck von Freude und könne etwa auch entstehen, wenn man gekitzelt wird. “Wir vermuten, dass das Lachen überall mit dem Kitzeln zusammenhängen kann. Es spiegelt Freude am körperlichen Spiel wieder”, so die Autoren. Lachen habe somit tiefe evolutionäre Wurzeln, die vielleicht aus der spielerischen Kommunikation zwischen kleinen Kindern und ihren Müttern stammen. Ersichtlich sei dies auch bei anderen Tieren - etwa bei Primaten wie beim Schimpansen und bei bestimmten Säugetieren.

Doch nicht alle Töne wurden gleich gut erkannt. Während grundlegende negative Emotionen über Kulturen hinweg ähnliche Geräusche verursachen, scheint das bei den meisten positiven nicht der Fall zu sein. Das konnten die Forscher etwa bei den Reaktionen auf Vergnügen oder auf Stolz über Erreichtes beobachten, die nur innerhalb der eigenen Kultur wiedererkannt wurden. Dass diese Emotionen eher gruppen- oder regionsspezifisch sind, erklären die Forscher damit, dass positiver Gefühlsausdruck oft zwischen Mitglieder derselben Gruppe vereinbart werden könnte, um so Zugehörigkeit und sozialen Zusammenhalt zu signalisieren.

Download des Originalartikels unter http://www.pnas.org/content/early/2010/01/11/0908239106.full.pdf+html (Ende)

Familienprobleme können Kinder dick machen

Soziologe: “Leben im Überfluss braucht Instanz, die Selbstkontrolle lehrt”

Stuttgart - Starkes Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen geht nur auf den ersten Blick auf zu wenig Bewegung und falsche Ernährung zurück. Die gesellschaftliche Entwicklung trägt viel dazu bei, kommen Sozialwissenschaftlicher der Universität Stuttgart http://www.uni-stuttgart.de/soz/tu zum Schluss. In einer großen qualitativen Befragung versuchten sie, Ursachen des frühen Übergewichts zu erheben. Als einer der Schlüsselfaktor zeigte sich dabei die Situation des familiären Umfeldes.

“Nach dem überstandenen Krieg gab es praktisch kein Übergewicht. Das war keine Folge von mehr Beherrschtheit der Menschen, sondern des Mangels“, erklärt Studienautor Michael Zwick im Interview. In der heutigen Überflussgesellschaft sei energiereiche Nahrung immer verfügbar und die Technisierung des Alltags und der Freizeit erlaube ein Leben ohne große Kraftanstrengung. „Um diese Lebensbedingungen zu bewältigen, braucht man ein Maß Selbstdisziplin, also die Fähigkeit, kompetente Entscheidungen zum Wohle der eigenen Gesundheit zu treffen“, so Zwick.

Keiner will erziehen

Die Vermittlung dieser Kompetenzen ist eigentlich Aufgabe der Familie, die diese Funktion jedoch oft nur unzureichend erfüllen kann. „Die Familie schafft es nicht, da sie selbst immer mehr abbröckelt. In den Großstädten wird heute fast jede zweite Ehe geschieden und immer mehr Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf. Doch auch in vollständigen Familien sind die Eltern berufsbedingt häufig abwesend.“ Die gemeinsame Zeit von Eltern und Kindern schrumpfe unentwegt und somit auch die Chance der Eltern, die Entwicklung des Kindes anzuleiten und zu kontrollieren. „Kinder sind sich, wenn es um Ernährung und Freizeitgestaltung geht, oft selbst überlassen und sie erfahren nicht, wie man gesund lebt und entsprechende Regeln anwendet.“

Dieser Funktionsverlust stehe im Zusammenhang mit der Bildung der Eltern. „Weniger Gebildete erlauben den Kindern am ehesten uneingeschränkten Zugang zu Spielkonsole oder Fernsehen, während die Kinder hoch gebildeter Eltern erheblich geringeren Medienkonsum aufweisen und mehr auf gesundheitsverträgliche Einkäufe achten“, erklärt Zwick. Gefährdete Familien seien sich kaum der Problematik, zudem würden sie Kampagnen nicht erreichen. Als Alternative würde sich zwar die Schule anbieten, doch hätten Interviews mit Lehrern im Rahmen der Studie gezeigt, dass diese es ablehnen, neben dem Bildungs- auch den Erziehungsauftrag zu übernehmen.

Schlankwerden braucht Hilfe des Umfeldes

Mediziner resignieren immer wieder angesichts des Booms übergewichtiger Kinder - in Deutschland sind heute etwa vier Prozent dieser Altersgruppe fettleibig und weitere acht Prozent übergewichtig. In den Interviews mit wieder schlank gewordenen Jugendlichen zeigten sich allerdings bestimmte Erfolgschancen der Selbsthilfegruppen. „Betroffene können dabei wichtige Kompetenzen erlernen und sich gegenseitig motivieren, wenn es um gute Ernährung oder sportliche Aktivitäten geht.“ Was in aller Regel fehlt, ist die Ausrichtung spezieller Gruppen für Kinder und Jugendliche sowie die Kostenübernahme durch Krankenkassen.

Entscheidend für dauerhaftes Abnehmen sei die soziale Unterstützung durch Änderungen im Lebensstil in der Familie, das dieser hohes Problembewusstsein abfordere. „Kommt man nach einer erfolgreichen Hungerkur nach Hause und sitzt am Tisch Eltern gegenüber, die weiterhin Schweinshaxen essen und Bier trinken, ist der Jojo-Effekt vorprogrammiert“, so Zwick. Der Spielraum für neues Essverhalten sei allerdings gering, weil tief sitzende Gewohnheiten oft nur schwer korrigiert werden können. Die betroffenen Kinder sind zudem erheblichem sozialen Stress ausgesetzt. „Dicke Jugendliche erleben zumeist massiven Leidensdruck. Zum einen deshalb, weil sie wegen ihrer Ästhetik vergleichsweise geringe Chancen beim anderen Geschlecht haben, zum anderen, weil sie ständigen Spott erleben.“

Politik kann am meisten verändern

Als optimalen Weg für eine Besserung bezeichnet der Stuttgarter Soziologe Änderungen der Rahmenbedingungen. „Würde man die Steuerbegünstigung für Zucker, Öle und Fette aufheben, die Bewerbung besonders energiehaltiger Nahrung verbieten oder deren Ampel-Kennzeichnung durchsetzen, würde das vor allem die Produzenten zum Umdenken bewegen.“ Da der Staat Hausrecht in Schulen habe, sei es kein Problem, mehr auf gesündere Ernährung im Pausenverkauf zu achten. „Doch auch die Stadtplanung sollte sich darauf konzentrieren, die Wohngebiete auf Bewegung, Sport und Fitness einzurichten. Seit Jahrzehnten orientiert man sich vorwiegend an der Verkehrs- und Autofreundlichkeit“, so der Studienleiter. (Ende)

Hilfsbereitschaft ist ansteckend

Altruismus anderer hinterlässt gutes Gefühl und motiviert zum Handeln

Cambridge - Wer zusieht, wie ein Mensch anderen selbstlos hilft, fühlt sich dabei selbst gut und kann sogar zu eigener Hilfeleistung motiviert werden. Das behaupten britische und US-amerikanische Psychologen in der Zeitschrift Psychological Science. “Wir sind oft mit dem Elend anderer konfrontiert und es fasziniert uns, wenn einzelne selbstlos handeln wie etwa die Helfer der Erdbebenopfer in Haiti. Es ist für die Gesellschaft wichtig zu wissen, wie diese Selbstlosigkeit auf einen weiteren Personenkreis ausgeweitet werden kann”, so die Studienleiterin Simone Schnall von der Universität Cambridge http://www.sdp.cam.ac.uk im Interview.

Wohltätigkeits-Show führt zu Taten

Die Forscher untersuchten ein im Englischen als “Elevation” bezeichnetes Gefühlsempfinden, das bei der Beobachtung einer moralisch lobenswerten Handlung auftreten kann. “Dabei kommt es zum Beispiel dazu, dass man sehr bewegt und beeindruckt ist - manchmal wird es einem sogar buchstäblich warm ums Herz”, berichtet die britische Psychologin. Speziell interessierte die Forscher, ob das in dieser Situation verspürte Bedürfnis, anderen Menschen zu helfen, ausreiche um Menschen tatsächlich zur Tat zu motivieren.

Dazu luden die Wissenschaftler Freiwillige zu einem Experiment ein, bei dem sie ihnen einen Fernsehspot zeigten. Das war entweder der Ausschnitt eines Naturfilms, einer Comedy-Serie oder einer Wohltätigkeits-Show. Man ließ die Probanden einen Text über das Gesehene verfassen und fragte abschließend scheinbar zufällig, ob sie noch einen Fragebogen für eine weitere Studie ausfüllen könnten. Es zeigte sich, dass die Studienteilnehmer nach dem Ansehen einer Szene mit erbaulichen Inhalten im Anschluss doppelt so lange vor Ort blieben als jene, die neutrale oder lustige Inhalte gesehen hatten.

Helfer statt Leidende ins Zentrum rücken

“Selbst wenn man nur kurze Zeit ein prosoziales Verhalten anderer Menschen beobachtet, kann dies eigene altruistische Handlungen auslösen”, kommentiert Schnall das Ergebnis. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft sei dies eine wichtige Erkenntnis. “Medien stellen gerne Geschichten von Helden und Helfern vor. Das liegt wahrscheinlich daran, dass solche Personen die Menschen faszinieren und eventuell auch selbst zum Helfen inspirieren.”

Grundsätzlich ist auch die Empathie mit Leidenden ein wichtiger Verstärker für Hilfeleistungen. “Allerdings ist es oft schwer, diese Empathie herzustellen, besonders wenn es sich um Menschen handelt, die weit weg sind und mit denen man nicht viel gemeinsam zu haben scheint”, so die Studienleiterin. Spendenaufrufe könnten daher vielleicht sogar dann erfolgreicher sein, wenn sie die eindrucksvollen Handlungen der Helfer statt bloß das Elend der Hilfesuchenden beschreiben. (Ende

Spaß kann fehlenden Ehrgeiz ersetzen

Motivationsfähigkeit hängt stark von Einstellung zu Leistung ab

Urbana-Champaign - Menschen, die sich in ihrer Arbeitsweise tendenziell am Erreichen eines Spitzenergebnisses orientieren, erfüllen Aufgaben nicht immer am besten. Forscher der University of Illinois http://illinois.edu berichten im Journal of Personality and Social Psychology, dass andere Menschen unter bestimmten Bedingungen ebenfalls zu Höchstleistungen fähig sind. Das sei etwa dann der Fall, wenn in Aussicht gestellt wird, dass die Erfüllung einer Aufgabe Spaß bereitet.

Nicht jeder will Höchstleistungen bringen

Folgt man den Theorien der Forscher rund um die Psychologin Dolores Albarracin, so gibt es zwei verschiedene Reaktionsmuster auf die Aufforderung zu einer Höchstleistung. “Manche Menschen fühlen sich angestachelt und geben sich tatsächlich besondere Mühe. Bei manchen sinkt dabei jedoch die Motivation”, so die Studienleiterin. Diejenigen, die der zweiten Gruppe angehörten, wollten nicht grundsätzlich Leistung verweigern. “Bloß die Zielsetzungen der Menschen sind andere.”

Eine Versuchsreihe lieferte den Nachweis für diese Behauptung. Leistungsorientierte Probanden erfüllten Aufgabenstellungen besser, wenn sie unwillkürlich Wörter wie “Gewinn”, “Können” oder “Stärke” lasen. Dazu blendeten die Forscher diese für so kurze Sekundenbruchteile auf einem Computermonitor ein, dass eine bewusste Wahrnehmung gar nicht möglich war. Menschen mit allgemein geringer Leistungsorientierung verschlechterten in Folge ihre Arbeitsweise.

Gute Unterhaltung stellt Ergebnis auf den Kopf

Bei einem weiteren Experiment hatten allerdings die wenig Leistungsorientierten die Nase vorne - trotz Beibehaltung der unterschwelligen Botschaften. Das war der Fall, sobald man den Versuchspersonen mitteilte, die Aufgabe würde Spaß bereiten. Die unbemerkte Bombardierung mit den Leistungsaufforderungen habe bei den Ehrgeizigen das Verlangen nach Spaß unterbunden, interpretieren die Autoren das Ergebnis. Bei fehlendem Ehrgeiz sei das umgekehrte der Fall gewesen.

“Konkurrenz- und Leistungsdenken kann Menschen sehr stark demotivieren, besonders wenn sie ihr Wohlbefinden höher als ihre Leistungsfähigkeit bewerten”, so Albarracin. Der Grund dafür könne beispielsweise darin liegen, dass sie im Moment lieber etwas anderes tun würden, zum Beispiel, sich gut zu unterhalten. “Das ist kein schlechtes Ziel”, betont die Psychologin. (Ende)

Burnout der Eltern steckt auch Kinder an

Fehlende Aufmerksamkeit bei Problemen in der Schule

Helsinki/Lüneburg/Wien - Kinder von Eltern, die an Burnout leiden, sind weit häufiger als ihre Alterskollegen von schulischem Burnout betroffen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der finnischen Universität Jyväskylän http://www.jyu.fi, die das Syndrom erstmals generationsübergreifend bei 1.100 Eltern mit Burnout und ihren 15-jährigen Kindern untersucht haben. Burnout wirkt in der Familie weiter, schreiben die Forscher im European Journal of Developmental Psychology.

Eltern vermitteln auch schlechte Stressbewältigung

Als Begründung dieses Zusammenhangs nennen die Forscher um Katariina Salmela-Aro mehrere Faktoren. “Eltern mit Burnout widmen den Kindern weniger Aufmerksamkeit und haben oft einen negativen Erziehungsstil”, so die Studienleiterin. Auch finanzielle Probleme der Familie dürften eine Rolle spielen, da sie den Schweregrad des Burnouts oft mitbestimmen. Die Übertragung des Syndroms geschieht besonders zwischen Mutter und Tochter oder zwischen Vater und Sohn. Das gleichgeschlechtliche Elternteil liefert für Kinder das wichtigste Rollenvorbild und gebe auch die Entwicklung des Burnouts weiter, so die Erklärung der Forscher.

Das Burnout-Syndrom ist bei heranwachsenden Kindern ebenso wie bei Erwachsenen eine Folge von chronischem Stress. Er kann sich auf verschiedene Weise zeigen, berichtet Elfriede Wegricht vom Berufsverband österreichischer Psychologen http://www.boep.eu im Interview. “Oft sind erste Anzeichen ein deutlicher Leistungsabfall in der Schule, der Verlust des Interesses, Depressionen oder psychosomatische Beschwerden”, so die Expertin. Häufig sind auch eine distanzierende Haltung gegenüber dem Schulbesuch, Zweifel an der Fähigkeit, Aufgaben zu bestehen oder das Beschreiten von Nebengleisen wie Spielsucht.

Schulstress bei jedem Dritten anzutreffen

Wie weit verbreitet Schulstress bei Jugendlichen ist, zeigt eine aktuelle Studie, die im Auftrag der Krankenkasse DAK bei zehn- bis 21-jährigen Deutschen durchgeführt wurde. Jeden dritten aus dieser Altersgruppe plagen Kopf- und Rückenschmerzen, Schlafprobleme und Gereiztheit. Besonders häufig ist dies der Fall bei Schülerinnen, bei einem schlechten Klassenklima sowie bei Jugendlichen, die Problemen lieber aus dem Weg gehen als sie aktiv zu lösen. Verschlimmernd wirkt oft fehlende Erholung durch außerschulischen Stress, deren Ursachen oft im übertriebenen Ehrgeiz der Eltern liegen.

“In der Schule ist Stress oft Folge fehlender Organisiertheit und Disziplin, besonders wenn Aufgaben stets aufgeschoben und dann in Summe nicht mehr bewältigt werden können”, so Wegricht. Lehrer würden sich oft zu sehr darauf konzentrieren, das Optimum an Wissen statt Motivation und Lernstrategien zu vermitteln. “Gestresste Schüler lernen schlecht, denn die Emotion ist immer Basis für Kognition. Zur Unterstützung dieser Ebene können Schulpsychologen einen wertvollen Beitrag leisten”, so Wegricht.

Auf den Rat anderer hören

Ebenso wie in der Schule sei die offene Atmosphäre auch zu Hause wichtig, etwa für die Bewältigung von Schulstress. “Ist man als Elternteil unfähig, auf das eigene Kind einzugehen, so sollte man etwas für sich selbst tun. Es ist keine Schande, den Rat eines Freundes, Lehrers oder Psychologen zu suchen, besonders wenn dieser die Probleme mit mehr Fingerspitzengefühl erkennen kann. Schlimm ist es jedoch, wenn man andere in den Burnout mitreißt”, so die Wiener Psychologin. (Ende)

Monogamie ist Evolutionsvorteil

Treue als Wunschdenken der meisten Menschen

Washington DC/Wien - Einige Paare kommen wegen Liebe zusammen, andere wegen finanzieller Vorteile oder aufgrund einer Schwangerschaft. Aus welchen Gründen eine Partnerschaft auch eingegangen wird, Forscher sehen in der Entwicklung einer monogamen Beziehung deutliche evolutionäre Vorteile für beide.

Dadurch, dass Männer im Vertrauen bestärkt werden, dass die gemeinsamen Kinder ihre echten Erben sind und Frauen davon überzeugt sind, dass die Nachkommen Vorteile aus diesem “gesicherten” Erbe ziehen, ist die monogame Beziehung eine Win-Win-Situation, schreiben Laura Fortunato vom University College in London http://www.ucl.ac.uk und Marco Archetti von der Harvard University http://www.harvard.edu in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Journal of Evolution Biology.

Monogame Beziehung als Win-Win-Situation

Die Betrachtungsweise der Forscher zweifelt jene Theorien über fixe Partnerschaften an, die die Rolle der Religion und der soziologischen Vorteile, Männer vom Kampf um Partnerinnen abzuhalten, hervorheben. Auch diese Theorien kommen zum Schluss, dass das Aufgeben von mehreren Ehefrauen oder Partnerinnen Männer aufopfernder für die Interessen der Gruppe macht.

“Es gibt einige Situationen, in denen die monogame Beziehung die bessere Strategie für beide ist”, so Fortunato. Sie hat ein mathematisches Modell entwickelt, mit dem man herausfinden kann, wie solche Szenarien tatsächlich funktionieren könnten. Monogamie ist nach Ansicht der Forscher etwa dann für beide besser, wenn das Land zum Anbau knapp ist. “Es ist zu risikoreich, wenig Land unter vielen Nachkommen aufzuteilen.” Das sei einfach nicht klug.

Unklarer historischer Hintergrund der Monogamie

Die “Erfindung” der Monogamie bleibt weiterhin ein Rätsel. Feststeht, dass im Codex Hammurabi, dem babylonischen Gesetzeswerk etwa 1.800 vor Christus, Polygamie verboten war. Fortunato hält dies allerdings von der Paarbildung und der sexuellen Monogamie auseinander, welche von frühen Menschen praktiziert wurde. Da in vielen Gesellschaften verschiedene Formen der Vielweiberei vorhanden sind, könne man nicht von einer “zwangsläufigen” sozialen Monogamie ausgehen.

In der Modellbetrachtung von Populationen - einmal unter dem Aspekt monogamer, ein anderes Mal unter dem polygamer Männer über zwei Generationen - war Monogamie in frühen agrarischen Kulturen die für beide bessere Variante. “Wie das in der realen Welt tatsächlich ausgesehen haben mag, bleibt allerdings ein Rätsel”, so die Forscher.

Treue weit oben auf Wunschliste

“Auf den Partnerwunschlisten rangiert Treue bei den meisten an oberster Stelle”, so die Psychologin Caroline Erb von Parship http://www.parship.at im Interview mit zaronews.com. Evident sei, dass die Monogamie die Stabilität der Familie stärkt. Das gelte vor allem in Beziehungen, in denen Nachwuchs vorhanden ist. “Blickt man allerdings auf die Scheidungsraten, wobei Untreue ein Trennungsgrund ist, gerät der Treuewunsch in Schieflage”, so Erb.

In der Realität halten Ehen durchschnittlich 9,2 Jahre. Das Modell von Lebensabschnittspartnern sehen manche Zukunftsforscher als zeitgemäß. “Das bedeutet auch, dass Menschen zwischendurch häufiger Singles sein werden”, so Erb. (Ende)

Großzügigkeit für gutherzige Menschen normal

Mandelkern reagiert bei prosozialen Personen automatisch

Tokio - Vor Weihnachten oder Ostern in eine großzügige Stimmung zu kommen, fällt Menschen nicht immer leicht. Anders als bisher angenommen, scheinen großzügige Menschen jedoch nicht einfach nur das Bedürfnis zu unterdrücken, den anderen über den Tisch ziehen zu wollen. Masahiko Haruno von der Tamagawa University hat jetzt nachgewiesen, dass Großzügigkeit oder das Bedürfnis nach Fairness automatisch sind und auf der Aktivierung eines Gehirnbereichs beruhen, der Intuition und Emotion kontrolliert. Details der Untersuchung wurden in Nature Neuroscience http://www.nature.com/neuro veröffentlicht.

“Automatische” Aversion” gegen Ungerechtigkeit

Neuropsychologen definieren “prosoziale” Menschen als jene, die es vorziehen zu teilen und zwar gerecht. Individualisten definieren sie als jene, die vor allem auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Eine Theorie geht davon aus, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen darin besteht, dass prosoziale Menschen ihre selbstsüchtigen Tendenzen mit Hilfe ihres präfrontalen Kortex aktiv unterdrücken. Haruno fragte sich jedoch, ob manche Menschen nicht eine “automatische” Aversion” gegen Ungerechtigkeit haben. Er scannte gemeinsam mit Christopher Frith vom University College London http://www.ucl.ac.uk die Gehirne von 25 prosozialen Menschen und 14 Individualisten. Die Festlegung in diese Gruppen wurde zuvor mit Hilfe eines Standard-Verhaltenstests vorgenommen.

Die Scans wurden durchgeführt, während die Teilnehmer ihre Vorliebe für eine Reihe von Geldverteilungen zwischen ihnen selbst und hypothetischen anderen festlegten. Wie erwartet, bevorzugte die prosoziale Gruppe eine gerechte Aufteilung und die Individualisten eine, bei der sie das meiste Geld bekamen. Weniger vorhersehbar war, dass die einzige Gehirnregion, deren Aktivität sich bei den beiden Gruppen unterschied, der Mandelkern war. Bei prosozialen Menschen erhöhte sich die Aktivität deutlich, wenn sie mit unfairen Geldverteilungen konfrontiert wurden. Je mehr ihnen die Verteilung widerstrebte, desto größer war laut Frith auch die Aktivität.

Der Mandelkern neigt laut dem Wissenschaftler dazu, automatisch zu reagieren, ohne einen Gedanken oder sogar auch ohne Bewusstsein. In Kombination mit der Tatsache, dass es keine unterschiedliche Aktivität im präfrontalen Kortex gab, liegt nahe, dass die Unterdrückungstheorie nicht ausgereift zu sein scheint. Um ihre Annahmen zu überprüfen, wiederholten die Wissenschaftler den Test. Die Teilnehmer wurden ersucht, eine Gedächtnisaufgabe in der gleichen Zeit zu lösen. Es zeigte sich, dass die Gehirne der prosozialen Menschen noch immer auf unfaire Verteilungen reagierten, selbst dann, wenn die Gehirnbereiche, die für abwägende Vorgänge zuständig sind, mit anderen Aufgaben beschäftigt waren. Damit liegt nahe, dass sie keine eigennützigen Bedürfnisse unterdrückten.

Interaktionen während der Kindheit

Carolyn Declerck, eine Neuroökonomin der Universiteit Antwerpen http://www.ua.ac.be, erklärte laut NewScientist, dass diese Ergebnisse mit ihren eigenen noch nicht veröffentlichten übereinstimmen. Prosoziale Menschen scheinen tatsächlich von einem automatischen Moralgefühl angetrieben zu sein. Alle bisherigen Tests und Scans hätten ergeben, dass diese Menschen wirklich instinktiv kooperieren. Haruno will in einem nächsten Schritt erforschen, wie es zu diesem Unterschied der Aktivität des Mandelkerns kommt. Teilweise sei er vermutlich genetisch, teilweise aber auch durch die Umwelt eines Menschen beeinflusst. Dabei spielten vor allem die Interaktionen während der Kindheit eine Rolle. Es sei denkbar, dass diese Aktivität gefördert werden könnte. Damit sollte eines Tages eine prosozialere Gesellschaft möglich werden. (Ende