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Archiv der Kategorie Medizin
Stammzellen-Schild schützt Krebspatienten
14.5.2012 von zaro.
Chemotherapie greift Knochenmark nicht mehr an
Seattle - Ein Schild aus Stammzellen könnte den Körper vor den schädigenden Folgen einer Chemotherapie schützen. Darauf weisen erste Ergebnisse einer Studie des Fred Hutchinson Cancer Research Center http://fhcrc.org hin. Bei der Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die die sich rasch teilenden Krebszellen abtöten sollen. Betroffen kann aber auch gesundes Gewebe und auch das Knochenmark sein. Für die in Science Translational Medicine http://stm.sciencemag.org veröffentlichte Studie wurden gentechnisch veränderte Stammzellen für den Schutz des Knochenmarks eingesetzt. Laut Susan Short von Cancer Research UK http://cancerresearchuk.org handelt es sich dabei um einen völlig neuen Behandlungsansatz.
Einsatz von körpereigenen Stammzellen
Der Körper bildet im Inneren der Knochen permanent neue Blutkörperchen. Das Knochenmark reagiert jedoch äußert empfindlich auf eine Chemotherapie. Diese Behandlung führt dazu, dass weniger weiße Blutkörperchen gebildet werden. Damit steigt das Risiko einer Infektion. Auch die Anzahl der roten Blutkörperchen verringert sich.
Die Folgen sind Kurzatmigkeit und Müdigkeit. Laut den Wissenschaftlern sind diese Nebenwirkungen ein großes Hindernis beim Einsatz der Chemotherapie. Häufig muss die Behandlung gestoppt, verzögert oder in einem geringeren Ausmaß durchgeführt werden. Die Experten haben versucht, dass Knochenmark von drei Patienten mit Glioblastomen zu schützen.
Laut Jennifer Adair, eine der Autorinnen der Studie zielt diese Therapie gleichzeitig auf die Tumorzellen und die Zellen des Knochenmarks ab. Das Knochenmark wird geschützt und die Tumorzellen sind der Chemotherapie ausgesetzt. Den Patienten wurde Knochenmark entnommen. Stammzellen, die Blutkörperchen produzieren, wurden isoliert. Mit Hilfe eines Virus wurden die Zellen mit einem Gen infiziert, das die Zellen gegen die Chemotherapie-Medikamente schützte. In einem nächsten Schritt wurden die Zellen den Patienten wieder eingesetzt.
Überlebenszeit verlängert sich deutlich
Der leitende Wissenschaftler Hans-Peter Kiem betont, dass die auf diese Weise behandelten Patienten besser mit der Chemotherapie zurechtkamen und unter keinen negativen Nebenwirkungen litten. Alle drei Patienten überlebten länger als die zwölf Monate, die bei dieser Art von Krebs durchschnittliche Überlebenszeit. Ein Patient lebte auch 34 Monate nach der Behandlung noch.
(Ende)
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Neue Pille ahmt Östrogen der Frau nach
14.5.2012 von zaro.
Geringere Nebenwirkungen auf Leberstoffwechsel erwartet
Wien - Eine Antibabypille, die das für zahlreiche negative Nebenwirkungen verantwortlich gemachte synthetische Östrogen durch eine verträglichere Variante ersetzt, haben Gynäkologen am heutigen Donnerstag in Wien präsentiert. “Zu empfehlen ist das neue Präparat vor allem für Frauen, die bereits mehrere hormonelle Verhütungsmittel probiert haben und aufgrund der Nebenwirkungen nicht damit zufrieden sind”, berichtet der Gynäkologe Christian Matthai.
Günstiger für Stoffwechsel
Der Ovulationshemmer Nomegestrol (Handelsname “Zoely”) basiert auf einer Östrogenkomponente, die in der Molekülstruktur dem im Körper der Frau gebildeten 17 Beta-Estradiol entspricht. Kombiniert damit wird das selektive Gestagen Nomegestrolacetat, das die Halbwertszeit der Pille verlängert und dadurch die Sicherheit erhöht. “Die Bioverfügbarkeit von Estradiol beträgt bei oraler Anwendung nur zehn Prozent jener des Ethinylestradiols, das in der herkömmlichen Antibabypille verwendet wird”, erklärt die Sexualmedizinerin und Gynäkologin Doris Linsberger.
Die Kontraindikationen von Nomegestrol sind dieselben wie jene der herkömmlichen Pille -Thrombosen, Migräne, Diabetes oder ungeklärte Vaginalblutungen gehören etwa dazu. Die Gynäkologen hoffen aber, dass es durch das an den Körper eher angepasste Estradiol seltener zu Nebenwirkungen auf den Leberstoffwechsel kommt und eventuell die Thrombosegefahr gesenkt wird. Diesbezügliche klinische Langzeitdaten fehlen aber bislang noch, zudem können Akne, verminderte Libido, Depression oder Kopfschmerzen weiterhin auftreten.
Temperaturmessung wird präziser
Der Wunsch nach hormonfreien Verhütungsmethoden ist laut den Wiener Experten in den gynäkologischen Praxen weiterhin groß. Dank fortschreitender Technik gibt es jedoch auch bei den früher als “unsicher” bezeichneten Temperaturmethoden Erfolge zu vermelden, wie etwa “Cyclotest 2 plus” http://cyclotest.de , ein Minicomputer mit USB-Anbindung, der aus der Messung der Mundtemperatur im Voraus die unfruchtbare Zyklusphase anzeigt. Bei Nutzung als symptothermale Methode und korrekter Anwendung ist ein Sicherheitsgrad von bis zu 1 auf dem Pearl-Index erreichbar. In der fruchtbaren Phase sind allerdings andere Verhütungsformen oder Verzicht auf Sex nötig.
Einen neuen Ansatz mit ähnlicher Funktion, der sogar bei unregelmäßigen Zyklen, Schichtdienst, Krankheit oder in der Menopause genutzt werden kann, verspricht “OvulaSens” http://ovulasens.com , dessen Zulassung und Markteinführung in den kommenden Monaten bevorsteht. Ein Sensor-Plastikring in der Scheide misst dabei laufend die Körperinnentemperatur und errechnet daraus den Fruchtbarkeitsstatus.
Download der Fotos der Veranstaltung unter http://fotodienst.pressetext.com/album/2986 (Ende)
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Männer nähern sich Lebenserwartung von Frauen
24.4.2012 von zaro.
Prognose: 2030 sterben beide Geschlechter im Schnitt mit 87 Jahren
London - Der Unterschied der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern wird geringer. Männer könnten diesen Unterschied laut einem Berater des Office for National Statistics http://ons.gov.uk aufgeholt haben. Laut Les Mayhew von der Cass Business School http://cass.city.ac.uk war der Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern Anfang der 1970er-Jahre mit rund 5,7 Jahren am größten.
Sechs Jahre mehr
Die Lebenserwartung steigt allgemein an. Der größte Anstieg ist jedoch bei Männern zu beobachten. Ein Großteil dieser Veränderung wird darauf zurückgeführt, dass die Anzahl der Raucher zurückgeht. Mayhew analysierte in England und Wales Daten zur Lebenserwartung. Der Statistiker berechnete, wie groß die Lebenserwartung von 30-Jährigen ist. Die Ergebnisse zeigen, dass Männer bei der Lebenserwartung jahrzehntelang im Rückstand lagen und jetzt näher an die Werte der Frauen heranrücken.
Bleibt dieser Trend bestehen, könnten beide Geschlechter 2030 eine durchschnittliche Lebenserwartung von 87 Jahren aufweisen. Laut dem Wissenschaftler hat sich die Lebenserwartung in den vergangenen 20 Jahren mit 30 Jahren um rund sechs Jahre erhöht. Steigt sie in den kommenden 20 Jahren genauso an, dann wird die Lebenserwartung von Männern und Frauen gleich werden, so seine Prognose.
Weniger Raucher
Ein Grund für die Entwicklung könnte sein, dass Männer heute gesünder leben. Deutlich weniger Männer rauchen. Nach den 20er-Jahren rauchten immer mehr Männer. Auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung rauchten rund 80 Prozent der Männer. Dass inzwischen weniger Frauen rauchen, dürfte die allgemeine Lebenserwartung erhöhen. Ein anderer Faktor dürften sicherere Arbeitsplätze sein. Millionen Männer arbeiteten früher unter gefährlichen Bedingungen zum Beispiel im Kohleabbau. Hinzu kommt das bessere Gesundheitssystem.
Frauen begannen später zu rauchen als Männer. Lungenkrebs nimmt bei Frauen allerdings immer noch zu, bei Männern geht er bereits zurück. Ein Junge und ein Mädchen, die am gleichen Tag geboren sind, werden trotzdem noch nicht die gleiche Lebenserwartung haben. Die Studie konzentrierte sich auf Personen, die bereits 30 Jahre alt waren. Jungen sterben eher als Mädchen. Sie üben auch eher gefährliche Sportarten aus oder sind an tödlichen Unfällen beteiligt. Das bedeutet, dass die Lebenserwartung der Frauen noch weiter höher bleiben könnte.
Lebensführung relevant
David Leon von der London School of Hygiene and Tropical Medicine http://www.lshtm.ac.uk betont, dass in fast allen Ländern der Welt die Lebenserwartung der Frauen höher liegt. In einigen Ländern verringere sich der Abstand aber. Bei Ländern mit einer geringen Lebenserwartung wie denen südlich der Sahara, zeigte sich zwischen den Geschlechtern nur wenig Unterschied. Das ist auf das Vorkommen von Infektionskrankheiten zurückzuführen, die keinen Unterschied zwischen dem Geschlecht machen. In Europa ist der Lebenswandel entscheidend. (Ende)
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Limettensaft mit Sonne desinfiziert Wasser
19.4.2012 von zaro.
Aufbereitungszeit sinkt von sechs Stunden auf 30 Minuten
Baltimore/Zürich - PET-Flaschen werden in Gebieten ohne sauberem Trinkwasser oft zu Lebensrettern: Befüllt man sie mit Wasser und legt sie in die Sonne, macht deren UV-Licht einen Großteil der Keime unschädlich und somit das Wasser trinkbar. Dieser als “SODIS” (Solar Desinfection) http://sodis.ch bezeichnete Ansatz ist in vielen Ländern verbreitet. US-Forscher haben nun eine kleine, aber entscheidende Verbesserung entdeckt: Durch bloße Zugabe von Limettensaft wird die Desinfektionszeit deutlich reduziert - von etwa sechs Stunden auf 30 Minuten.
Schneller dank Spritzer
30 Milliliter Limettensaft sind für zwei Liter Wasser nötig - also eine Limette pro Plastikflasche, berichtet Kellogg Schwab von der Johns Hopkins School of Medicine http://hopkinsmedicine.org . Mit diesem Limo-Spritzer vor der Sonnenbestrahlung tötet man sowohl E. coli-Darmkeime als auch Bakteriophagen binnen einer halben Stunde ab, nur beim murinen Norovirus gelingt dies nicht. Diese Ergebnisse aus Labortests wurde im Fachblatt “American Journal of Tropical Medicine and Hygiene” wissenschaftlich publiziert.
Bisher gibt es mehrere Ansätze, um die sechsstündige Desinfektionszeit - bei Bewölkung erhöht sie sich auf zwei Tage - zu verkürzen. “Bisher durchliefen die Beigabe von Kupfer, Titandioxid und auch Limettensaft bereits Tests, haben sich aber noch nicht durchgesetzt. Einfachheit und Verfügbarkeit müssen oberstes Prinzip bleiben”, erklärt Fabian Suter, der beim “Erfinder” von SODIS, dem ETH-Wasserforschungsinstitut Eawag http://eawag.ch , für Schulprojekte zuständig ist, im Presse-Interview.
Endnutzer entscheidet
Forciert wird deshalb eher eine nicht-chemikalische Beschleunigung. “Etwa fünf Prozent schneller geht es, wenn man die Plastikflasche auf reflektierende Unterlagen wie etwa Wellblech legt”, betont Suter. Darüber hinaus testet die EAWAG derzeit den Einsatz von SODIS-Beuteln, die mit den Vorteilen einer größeren Oberfläche, besserer Durchlässigkeit für UV-Licht sowie günstigerer Transportmöglichkeiten etwa in Erdbebenregionen gegenüber der Plastikflasche punkten.
Vor Ort durchsetzen kann sich nur, was für den Endnutzer passt, weshalb die Einrichtungen, die das SODIS-Prinzip übernommen haben - die UNICEF, das Rote Kreuz, die WHO und zahlreiche Regierungen sind darunter - stets auch Alternativen anbieten und vorzeigen. Jede Methode hat Vor- und Nachteile, erklärt Suter. “SODIS ist günstig und liefert guten Geschmack, für die Aufbereitung größerer Mengen ist aber Chlor erforderlich. Keramik- und Membranfilter sind gut wirksam, aber vergleichsweise teurer. Sonst bleibt noch das Aufkochen.”
Abstract des Originalartikels unter: http://www.ajtmh.org/content/86/4/566.abstract (Ende)
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Malaria: Resistenz gefährdet Bekämpfung
12.4.2012 von zaro.
Bislang keine Alternative zu Standardbehandlung mit Artemisin
Mae Sot - Wissenschaftler der Shoklo Malaria Research Unit http://shoklo-unit.com/About/Intro.htm haben neue Beweise dafür gefunden, dass sich die Resistenz bei Malaria-Medikamenten verstärkt, die derzeit als erste Wahl gelten. Sie haben resistente Stämme des Malariaparasiten an der Grenze zwischen Thailand und Burma bestätigt und das rund 800 Kilometer entfernt von früheren Nachweisen. Laut Forscher Francois Nosten bedeutet die Zunahme der Resistenz, dass die Anstrengungen zur Ausrottung dieser Krankheit ernsthaft gefährdet sind. Details der Studie wurden in The Lancet http://thelancet.com veröffentlicht.
Ausrottung in Gefahr
Seit vielen Jahren werden die effektivsten Medikamente gegen Malaria aus Artemisia annua, einer chinesischen Pflanze, gewonnen. Sie ist auch unter dem Namen “Einjähriger Beifuß” bekannt. 2009 wiesen Wissenschaftler nach, dass die tödlichsten Malariaparasiten in Teilen von Westkambodscha immer resistenter gegen diese Medikamente wurden. Neue Daten bestätigen, dass diese Plasmodium-falciparum-Parasiten Patienten mehr als 800 Kilometer entfernt an der Grenze zwischen Thailand und Burma infizieren und die Resistenz ständig zunimmt.
Die Wissenschaftler maßen jetzt die Zeit, die Artemisia-Medikamente brauchen, um die Parasiten aus dem Blut von mehr als 3.000 Patienten zu entfernen. Es zeigte sich, dass das Medikament in den neun Jahren zwischen 2001 und 2010 weniger wirksam geworden und die Anzahl der Patienten mit einer Resistenz auf 20 Prozent angestiegen ist. Laut Nosten ist die Entwicklung Besorgnis erregend. “Die Ausrottung der Krankheit ist dadurch auf jeden Fall gefährdet und es kann auch zu einem erneuten Auftreten von Malaria in vielen Regionen kommen.”
Medikamente wirkungslos
Mitautor Standwell Nkhoma vom Texas Biomedical Research Institute http://txbiomed.org erklärte, dass die Ausbreitung von resistenten Malariaparasiten in Südostasien und ein Übergreifen auf die Länder südlich der Sahara, wo die meisten Menschen an Malaria sterben, zu einer Gesundheitskatastrophe mit Millionen Toten führen könnte. Es könne jedoch noch nicht gesagt werden, ob sich die Resistenz verändert hat, weil Moskitos mit resistenten Parasiten sich bis zur Grenze nach Burma ausgebreitet haben. Auch offen ist, ob es zum spontanen Auftreten in der regionalen Bevölkerung gekommen ist. Nun steht das Schreckgespenst von nicht behandelbaren Malariaerkrankungen vor der Tür.
Laut Nosten könnte sich die Resistenz weiter ausbreiten und irgendwann Afrika erreichen. Tritt sie in diesen Regionen jedoch neu auf, so bedeutet dass, das Artemisin der gültige Standard zur Behandlung von Malaria ist und die Ausbreitung möglich ist. “Wenn wir das Artemisinin verlieren, stehen keine neuen Medikamente zur Verfügung, um es zu ersetzen. Wir könnten wieder in die Zeiten vor 15 Jahren zurückfallen, als eine Behandlung aufgrund des Fehlens wirksamer Medikamente sehr schwer war.”
2010 mehr als 655.000 Opfer
In einer in Science http://sciencemag.org veröffentlichten Studie hat das Team um Tim Anderson vom Texas Biomedical Research Institute eine Region des Genoms des Malariaparasiten identifiziert, die mit der Resistenz gegen Artemisin in Zusammenhang steht. Anderson nach ist die Kartierung der geografischen Ausbreitung zwar sehr schwierig, sie bringe jedoch Vorteile. “Wenn wir die genetischen Faktoren der Resistenz gegen Artimisin identifizieren, dann ließen sich Resistenzen schneller bestätigen.” Eine weitere Ausbreitung wäre somit eingedämmt. Laut dem World Malaria Report 2011 http://bit.ly/IazacK sind 2010 rund 655.000 Menschen an Malaria gestorben - also mehr als ein Mensch pro Minute. Die meisten Todesopfer waren kleine Kinder und schwangere Frauen. (Ende)
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Soja lindert Hitzewallungen in Wechseljahren
12.4.2012 von zaro.
Pflanzenstoff reduziert Beschwerden um ein Viertel
Newark - Frauen, die rund um die Wechseljahre zweimal pro Tag Soja essen, können damit die Häufigkeit und das Ausmaß der Hitzewallungen lindern. Zumindest um ein Viertel geht das typische Menopause-Symptom auf diese Weise zurück, berichten Forscher der University of Delaware http://www.udel.edu in der Fachzeitschrift “Menopause”.
Die Forscher um Melissa Melby werteten 19 Studien bei insgesamt 1.200 Frauen aus, die bisher zur Auswirkung von Soja auf die Wechseljahre durchgeführt wurden. “Kombiniert man alle bisherigen Untersuchungen, zeigt sich ein positiver Effekt”, so das Resümee der Studienleiterin.
Pflanzenstoff ahmt Östrogen nach
Besonders Augenmerk wurde auf die im Soja enthaltenen Pflanzenstoffe Isoflavone gelegt, der eine milde, Östrogen-ähnliche Wirkung entfaltet. In jedem Gramm Sojaprotein von Sojabohnen sowie auch vieler Sojaprodukte sind 3,5 Milligramm dieser Stoffe enthalten. Daneben sind auch Ergänzungsmittel speziell mit dieser Substanz erhältlich.
Frauen, die sechs Wochen oder länger 54 Milligramm davon pro Tag zu sich nahmen, zeigten um 20 Prozent weniger Hitzewallungen und einen Rückgang des Schweregrades um 26 Prozent, so das Ergebnis. Da dies stets im Vergleich zu einem Placebo-Präparat gemessen wurde, dürfte der endgültige Effekt noch darüber liegen.
Geheimnis der Japanerinnen
Bei längerfristigem Verzehr entfalteten die Soja-Isoflavone in den Studien noch eine deutlich stärkere Wirkung. Aufmerksam wurde die Forschung, da Japanerinnen im Wechselalter kaum Hitzewallungen entwickeln: Sojaprodukte begleiten im ostasiatischen Inselstaat schon im Mutterleib und über die gesamte Lebensspanne den Alltag.
“Wenn man mit 50 Jahren nie Soja gegessen hat, ist es noch nicht zu spät. Zwar steigt die Wirkung der Isoflavone mit der Dauer ihrer Einnahme, doch helfen sie auch bei spätem Beginn”, so die Forscher. (Ende)
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Tägliches Aspirin kann Krebs verhindern
21.3.2012 von zaro.
Bei regelmäßiger Einnahme tritt Schutz früher ein als angenommen
Oxford - Eine niedrige Dosis Aspirin täglich kann Krebs verhindern und vielleicht sogar zur Behandlung eingesetzt werden. Drei neue Studien in The Lancet http://thelancet.com liefern weitere Beweise für die Wirkung dieses Medikaments gegen Krebs. Viele Menschen nehmen bereits täglich Aspirin für das Herz ein. Experten wie Peter Johnson von Cancer Research UK http://www.cancerresearchuk.org warnen jedoch, dass es immer noch nicht genug Beweise für die Prävention und Behandlung von Krebs gibt. Auch die Nebenwirkungen seien beachtenswert.
Prävention gegen Herzkrankheiten
Peter Rothwell von der University of Oxford http://ox.ac.uk hatte gemeinsam mit seinem Team bereits Aspirin mit einem geringeren Risiko an bestimmten Krebsarten wie Darmkrebs zu erkranken, in Zusammenhang gebracht. Die früheren Studienergebnisse legten jedoch nahe, dass das Medikament für eine schützende Wirkung rund zehn Jahre lang eingenommen werden muss.
Jetzt gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Schutz bereits viel früher gegeben ist und zwar innerhalb von drei bis fünf Jahren. Diese Annahme basiert auf der Analyse von 51 Studien, an denen mehr als 77.000 Patienten teilgenommen haben. Aspirin scheint zuerst nicht nur das Risiko der Entstehung vieler verschiedener Krebsarten zu verringern, sondern auch die Ausbreitung im Körper zu stoppen.
Die Studien waren darauf ausgerichtet, den Einsatz von Aspirin mit keiner Behandlung zur Prävention von Herzerkrankungen zu vergleichen. Als die Wissenschaftler jedoch verglichen, wie viele der Teilnehmer an Krebs erkrankten und wie viele später an den Folgen ihrer Krankheit starben, wurde ein Zusammenhang mit der Einnahme von Aspirin sichtbar. Die tägliche Einnahme einer geringen Dosis, zwischen 75 und 300 Milligramm, schien nach nur drei Jahren die Anzahl der Krebserkrankungen um eine Viertel zu senken.
Metastasen-Wachstum eingedämmt
Neun von 1.000 Menschen in der Aspirin-Gruppe erkrankten. In der Kontrollgruppe waren es zwölf von 1.000 Menschen. Das Risiko an Krebs zu sterben, verringerte sich in fünf Jahren um 15 Prozent. Bei einer Dosierung über 300 Milligramm trat dieser Effekt bereits früher ein. Wurde das Medikament über einen längeren Zeitraum eingenommen, verringerte sich das Krebsrisiko nach fünf Jahren um 37 Prozent. Aspirin dürfte auch die Wahrscheinlichkeit von Metastasen verringern. Das gilt vor allem für Darmkrebs. In manchen Fällen sank das Risiko um die Hälfte.
Die Wissenschaftler schätzen, dass pro fünf Aspirin-Patienten bei einem die Metastasenbildung verhindert werden kann. Gleichzeitig verringert das Medikament das Risiko von Herzanfällen und Schlaganfällen. Das Risiko schwerer Blutungen stieg jedoch an. Dieses erhöhte Risiko bestand jedoch nur in den ersten Jahren der Einnahme und verringerte sich dann.
Kritiker zeigen auf, dass manche der Dosierungen in der Studie viel höher waren als die 75 Milligramm, die normalerweise in Großbritannien eingenommen werden. Einige sehr groß angelegte Studien aus Amerika wurden ebenfalls nicht berücksichtigt. Die Wissenschaftler räumen beide Punkte in den veröffentlichten Studien ein. (Ende)
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Frühchen: Mutters Stimme stärkt Lunge und Herz
12.3.2012 von zaro.
Bessere Entwicklung durch Beschallung des Brutkastens
Brigham - Brutkästen können Frühgeborenen zwar sehr erfolgreich das Leben retten, doch mit dem Mutterleib, wo ideale Entwicklung stattfindet, sind sie dennoch nicht vergleichbar. Forschern des Brigham And Women’s Hospital http://brighamandwomens.org zufolge schützen der Herzschlag und die Stimme der Mutter Frühchen vor Problemen von Herz und Lunge.
Herzschlag und Stimme
Frühgeborene sind aufgrund ihrer Unterentwicklung in der Kindheit einem erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt. So entwickeln sie oft Kurzatmigkeit, Asthma und Atemstillstand, jedoch auch ein unregelmäßiger Herzschlag kommt deutlich öfter vor als termingerecht geborenen Babys. Das Risiko steigt noch zusätzlich, wenn die frühe Geburt per Kaiserschnitt durchgeführt wird.
Ziel der Studie war herauszufinden, ob auditive Interventionen für diese Probleme eine Besserung bringen. Man spielte dazu 14 Säuglingen, die zwischen der 26. und 32. Schwangerschaftswoche geboren wurden, vier mal täglich Tonaufnahmen vom Herzschlag und der Stimme der eigenen Mutter vor. Möglich war dies durch ein speziell entwickeltes Audio-System für den Brutkasten.
Töne als Arznei
Die Ergebnisse waren ein voller Erfolg, berichten die Forscher um Amir Lahav im “The Journal of Maternal-Foetal and Neonatal Medicine”: Atmung und Herzfunktion der kleinen Probanden besserten sich deutlich. “Die mütterlichen Geräusche helfen somit dem frühgeborenen Kind kurzfristig in seiner Entwicklung”, erklärt der Studienleiter. Die langfristigen Folgen werden nun in einer weiteren Studie erforscht. (Ende)
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Immer mehr Migräne bei Kindern
12.3.2012 von zaro.
Expertin: “Problem wird völlig übersehen”
Wien - Migräne und chronischer Kopfschmerz sind bei Kindern und Jugendlichen auf dem Vormarsch: Hatten in den 70er-Jahren nur 14 Prozent von ihnen Kopfschmerz-Erfahrung, sind es heute 60 bis 80 Prozent. Die Politik ignoriert das Thema völlig und es gibt kaum Behandlungszentren, warnen Experten. “Kopfschmerz sieht man nur als Symptom, das durch Behandlung der grundlegenden Ursache ohnehin verschwindet. Das trifft auf akuten, nicht aber auf chronischen Kopfschmerz zu”, betont Çiçek Wöber-Bingöl, Leiterin des pädiatrischen Komitees der internationalen Kopfschmerz-Gesellschaft http://ihs-headache.org , am 16. Internationalen Wiener Schmerzsymposium.
Gefahr aus dem Eistee
Meist tritt Kopfschmerz bei Kindern gemeinsam mit Infekten auf, zunehmend jedoch auch als Migräne, an der drei bis fünf Prozent der Unter-Zwölfjährigen leiden, in der Pubertät bei Knaben sieben und bei Mädchen zwölf Prozent. Zu den Auslösern zählen zu wenig oder zu viel Schlaf, fehlendes Trinken, das Auslassen von Mahlzeiten, Schulstress, Ängste und Familienprobleme. “Vermutlich stehen Stress, Scheidungen und prekäre materielle Verhältnisse wesentlich hinter diesem Anstieg”, schätzt Wöber-Bingöl, die zugleich an der Wiener Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie die Kopfschmerzambulanz leitet.
Einige der gängigen Annahmen über Kopfschmerz-Verursacher sind schlichtweg falsch, so die Neurologin gegenüber pressetext. “Bei manchen Kindern tritt Spannungskopfschmerz immer dann auf, wenn sie zuvor Süßigkeiten oder Obstsalat verzehrt haben. Der Auslöser des Kopfwehs ist hier wohl die Unverträglichkeit bestimmter Inhaltsstoffe, nicht etwa der Heißhunger. Auch der oft überbordende Konsum von Eistee spielt eine Rolle. Die Eltern übersehen, dass die Kinder darin viel Teein konsumieren, das wie Koffein wirkt.” Teils stecken hinter Kopfweh jedoch auch nicht erkannte Seh-, Lese- oder Lernstörungen.
Lebensstil überprüfen
Um solche Verursacher auszuschließen, muss der Arzt in der Anamnese sehr präzise vorgehen - “nicht nach Routineplan, sondern altersadaptiert und unter Berücksichtigung der Sorgen und Ängste der Eltern”, wie Wöber-Bingöl betont. Kindliche Migräne ist oft von Erbrechen, Bauchschmerzen oder Schwindel begleitet. Warnsignale bei Kleinkindern sind, wenn sie nicht mehr spielen, sich zurückziehen und hinlegen, zudem auch wiederholte Blässe oder Weinerlichkeit. Ist eine bildgebende Abklärung nötig, rät die Expertin zur MRT - aus Gründen des Strahlenschutzes, der Ergebnis-Genauigkeit und da die Eltern dabei sein können.
Die Migränetherapie muss bei der Aufklärung der Kinder und ihrer Eltern ansetzen, um typische Auslöser im Alltag zu vermeiden und den Lebensstil anzupassen. Wichtig sind hier etwa die Einschränkung von Teein und Koffein, regelmäßiges Trinken und Mahlzeiten, Verzicht auf Elektronik eine halbe Stunde vor dem Bettgehen, genügend Lernpausen und Abbau von Stressmomenten. “Ein Kind braucht morgens vom Aufstehen bis zum Verlassen der Wohnung 40 Minuten. Sind es immer nur 15 Minuten, ist der Effekt ähnlich wie wenn man ein Auto ständig von null auf 200 km/h beschleunigt”, sagt Wöber-Bingöl.
Besser ohne Medikamente
Bei Anzeichen einer Migräneattacke sollten Kinder von Reizen abgeschirmt werden und sich in ruhiger, abgedunkelter Umgebung hinlegen. Medikamente wirken im Grundschulalter aufgrund der kurzen Dauer der Attacken überhaupt nicht, viel besser sei Entspannen und Ablenken “Allein dadurch gelinge es bei drei von vier Kindern mit mehr als drei Kopfschmerzattacken pro Woche, die Häufigkeit auf eine Attacke in zwei Monaten zu reduzieren. Es ist wichtig, das Problem in der Kindheit und Jugend zu erkennen und Betroffene vorzubereiten, etwa was den richtigen Umgang mit Medikamenten betrifft. Sonst nehmen sie den Kopfschmerz ins Erwachsenenalter mit”, betont die Wiener Kopfschmerz-Spezialistin. (Ende)
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Schmerzempfinden teils erblich bestimmt
12.3.2012 von zaro.
Experte: “Therapie der Zukunft auf Genotyp maßgeschneidert”
Wien/Frankfurt - Patienten verspüren Schmerzen oft völlig unterschiedlich, obwohl sie an der gleichen Erkrankung leiden. Das Erbgut bestimmt die Wahrnehmung von Schmerzen als auch die Wirkung ihrer Behandlung mit, berichten Experten anlässlich des 16. Internationalen Wiener Schmerzsymposiums http://bit.ly/xlc4u1 am heutigen Freitag in Wien. “In Zukunft wird es möglich sein, unterschiedliche Genotypen maßgeschneidert zu behandeln und Schmerz auch entsprechend vorzubeugen”, berichtet Jörn Lötsch, klinischer Pharmakologe an der Uni Frankfurt http://med.uni-frankfurt.de .
500 Gene beteiligt
Viele Faktoren entscheiden, wie Patienten Schmerzen wahrnehmen: Frühere Schmerzerfahrungen, Geschlecht, soziale Situation oder Einstellung gegenüber Schmerz etwa, doch auch die Genetik spielt bis zu einem gewissen Ausmaß eine Rolle. “Nicht ein einzelnes Gen, sondern bis zu 500 Gene hängen mit der Schmerzempfindung zusammen. Aufgrund erblicher Prägung sind bestimmte Menschen kaum, andere sehr schmerzempfindlich. Das gilt auch für die Wirkung der Therapien: So bringt etwa eine für rotes Haar verantwortliche Genvariante bei Frauen stärkere Reaktion auf bestimmte Opioide”, erklärt der Experte.
In Zukunft wird es möglich sein, den Genotyp eines Patienten genau zu erfassen, wenngleich dazu immer auch der Phänotyp mittels klinischer Prüfung erhoben werden muss. So könne man auf diese Weise die Behandlungsdosis besser abstimmen und deren Hochskalieren entsprechend verkürzen. Im Moment liefert die genetische Untersuchung allerdings noch keine Vorteile für die Schmerzbehandlung. “Es gibt noch viel zu wenige Analgetika, als dass man gezielt auf genetische Informationen eingehen könnte.”
Botox unterstützt Therapie
Ein aktueller Trend in der Schmerzmedizin ist die gezielte Blockade der sympathischen Ganglien, die etwa bei komplexen regionalen Schmerzsymptomen (CPRS), Gürtelrose-, Phantom- oder bestimmten Gesichtsschmerzen zum Einsatz kommt. “Man verhindert dabei invasiv die Übertragung von Nervenimpulsen vom Muskel zum Nervensystem - entweder durch eine Injektion von Lokalanästhetika, Opioiden oder Neurolytika wie Alkohol”, erklärt Hans Georg Kress, Wiener Anästhesist und Präsident des Dachverbandes der Europäischen Schmerzgesellschaften (EFIC) http://efic.org . Allerdings können nur Spezialisten den Eingriff erfolgreich durchführen, da er lange Injektionsnadeln und laufende CT- oder Röntgenkontrolle erfordert. Eine Alternative sind gezielte Hitzeläsionen.
Ein völlig neuartiger Ansatz ist die Kombination des Lokalanästhetikums mit Botulinum-Toxin (Botox). In einer aktuellen Studie erreichte man durch diese Injektion eine über 70-tägige Schmerzfreiheit bei CPRS-Patienten, die sonst nicht oder kaum auf Therapien ansprachen. “Botox greift als Toxin das Nervensystem an und hat in entsprechend niedriger Dosierung schmerzlindernde Effekte. Man weiß aber noch nicht ausreichend, warum. Ein künftig denkbarer Einsatz von Botox scheint nur dort sinnvoll, wo es vertretbare Vorteile gegenüber deutlich billigeren Alternativen wie Alkoholinjektionen bringt”, so Kress auf Anfrage.(Ende)
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Frühchen: Höheres Gesundheitsrisiko in Kindheit
5.3.2012 von zaro.
14.000 Kinder-Daten ausgewertet - Gefahr steigt, je früher die Geburt
Leicester - Babys, die nur wenige Wochen zu früh auf die Welt gekommen sind, haben ein leicht erhöhtes Krankheitsrisiko in der Kindheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Leicester http://le.ac.uk , Liverpool, Oxford, Warwick und der National Perinatal Epidemiology Unit http://www.npeu.ox.ac.uk . Laut den Forschern wird dadurch die gängige Meinung in Frage gestellt, wonach Kinder, die nach der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, langfristig ähnliche Ergebnisse erzielen wie jene, die zum errechneten Termin geboren wurden.
39. Woche im Fokus
Für die im British Medical Journal http://bmj.com veröffentlichte Studie wurden die Daten von 14.000 Kindern ausgewertet. Sie wurden vor zehn Jahren geboren und bis zu einem Alter von fünf Jahren von den Wissenschaftlern begleitet. Die Forscher untersuchten den Gesundheitszustand inklusive Einweisungen ins Krankenhaus sowie das Auftreten von Krankheiten wie Asthma.
Frühere Studien hatten sich auf Kinder konzentriert, die sehr früh, vor der 32. Schwangerschaftswoche, auf die Welt gekommen waren. Die aktuelle Analyse legt jedoch nahe, dass auch die vielen Kinder, die etwas später geboren wurden, zusätzliche Aufmerksamkeit brauchen. Kinder, die vor der 39. Woche geboren wurden, verfügen bis zum Alter von fünf Jahren über ein leicht erhöhtes Gesundheitsrisiko.
Eltern sollten nicht überreagieren
15 Prozent der Kinder, die termingerecht auf die Welt kamen, leiden an Asthma oder Kurzatmigkeit. Bei jenen, die einige Wochen zu früh geboren wurden, steigt dieser Anteil auf 17 Prozent an. Sie wurden auch etwas häufiger ins Krankenhaus eingewiesen. Rund ein Fünftel der Babys, rund 100.000 pro Jahr, werden zwischen der 37. und 38. Schwangerschaftswoche geboren, berichtet die BBC.
Eltern sollten sich wegen des leicht erhöhten Risikos jedoch keine Sorgen machen. Vielmehr dienen die Studienergebnisse dazu, um das Ausmaß der medizinischen Unterstützung dieser Familien zu hinterfragen. Elaine Boyle von der University of Leicester nach istz nun klar, dass es nicht länger angemessen ist, Kinder in jene aufzuteilen, die zu früh geboren wurden und jene die termingerecht auf die Welt kamen. (Ende)
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Depression: Gedächtnisdefizite heilbar
5.3.2012 von zaro.
Aminosäure gibt Patienten gutes Erinnerungsvermögen zurück
Stockholm/Hildesheim - Depressive leiden häufig an Gedächtnisdefiziten. Dem wollen Forscher aus Schweden entgegenwirken: “Wir konnten Gedächtnisstörungen bei depressiven Ratten heilen, indem wir ihnen die Aminosäure D-Serin verabreicht haben”, sagt Mia Lindskog vom Karolinska Institutet Department of Neuroscience http://ki.se . Ob die pharmalogische Therapie auch beim Menschen hilfreich ist, muss noch erforscht werden.
Tests an Ratten
“Depressive neigen zum Grübeln und das besetzt ihren Speicher”, sagt Johannes Michalak, Psychologe bei der Stiftung Universität Hildesheim http://uni-hildesheim.de , gegenüber der Presse. Das komme aber nur vor, wenn die Situation für den depressiv Erkrankten unstrukturiert erscheint. Michalak hält bei leichten und mittleren Depressionen eine Therapie als geeignete Maßnahme. “Durch eine Psychotherapie kann zumindest das Grübeln reduziert werden, die Defizite im Gedächtnis zeigen sich dann nicht mehr”, sagt er.
Forscherin Lindskog und ihr Team verwendeten Ratten, die speziell mit einer Disposition für eine Depression gezüchtet wurden. Die depressiven Ratten wurden mit normalen Laborratten verglichen. Die Tests prüften das Gedächtnis der Tiere. Die Forscher untersuchten auch die synaptische Aktivität im Hippocampus der Ratten, einem Teil des Gehirns, der eine wichtige Rolle bei der Erinnerung spielt.
Mögliches Medikament
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die synaptischen Aktivitäten in den Gehirnen der depressiven Ratten wesentlich höher waren als in der Kontrollgruppe. Allerdings reagierten die Gehirne erkrankter Ratten kaum, wenn die Forscher versuchten, sie über äußere Reize zu stimulieren. Nur wenn den Nagetieren D-Serin verabreicht wurde, verbesserte sich die Gehirnleistung der depressiven Ratten. “D-Serin scheint ein Kandidat für ein neues Medikament zu sein”, sagt Lindskog. (Ende)
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Alzheimer: Behandlungsansatz mit Insulin denkbar
23.2.2012 von zaro.
Blutzucker relevant - Gemeinsamkeiten mit Diabetes-Typ II aufgedeckt
Palermo - Mitarbeiter des Istituto di Biomedicina ed Immunologia Molecolare http://www.ibim.cnr.it und des ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biofisica http://www.ibf.cnr.it haben die Gemeinsamkeiten von Diabetes II mit der Alzheimer-Krankheit aufgedeckt. Demnach kann die Altersdemenz möglicherweise durch eine gezielte Insulin-Behandlung bekämpft werden.
Glucosespiegel relevant
Ausgangspunkt der Untersuchung waren die Ergebnisse einer Studie amerikanischer Wissenschaftler, wonach Patienten mit hohem Glucosespiegel nicht nur an Blutzucker und den damit verbundenen Pathologien, sondern mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch an Altersdemenz erkranken.
Bei der Überprüfung von Alzheimer-Patienten wurde festgestellt, dass der Krankheitsverlauf stets mit einem Sinken des Insulinspiegels einhergeht und man deshalb von einer Erscheinungsform als “Diabetes III” sprechen kann. “Mit dem Krankheitsbeginn regelmäßig verbunden ist eine Überproduktion von Beta-Amyloid, das sich in den Hirnzellen ausbreitet und schließlich zu der für die Zelldegeneration verantwortlichen Plaque-Bildung führt”, so Projektleiterin und Ibim-Mitarbeiterin Marta di Carlo.
Therapieentwicklung als Ziel
Dem Forscher nach werden bei einer Verabreichung von Insulin eine Reihe biochemischer Reaktionen unter maßgebender Mitwirkung des Proteins Kinase (Akt) ausgelöst, was bis zu dessen Verlagerung aus dem Zytoplasma in das Mitochondrium zu einer Ausschaltung der Beta-Amyloid-Wirkungen führt. Es scheint, als ob die geschädigten Neuronen nach der Insulin-Behandlung ihre ursprüngliche Morphologie und Funktionsfähigkeit wiederfinden.
“Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, Pharmaka zur Prävention und Therapie von Alzheimer zu entwickeln”, so die italienische Wissenschaftlerin. Von der dem Diabetis II nahestehenden neurodegenerativen Form, die vor allem im Alter zwischen 60 und 75 Jahren auftritt, sind allein in Italien über eine Mio. und weltweit rund 30 Mio. Menschen betroffen.
Einzelheiten der Untersuchung der italienischen Forscherinnen sind in der Fachzeitschrift “Aging Cell” http://www.anatsoc.org.uk/Journals/AgingCell.aspx veröffentlicht.
(Ende)
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Herzanfälle: Symptome bei Frauen anders
23.2.2012 von zaro.
Schmerzen im Brustbereich nicht immer vorhanden
Lakeland - Frauen, die einen Herzanfall erleiden, scheinen seltener als Männer Schmerzen im Brustbereich zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von John G. Canto vom Watson Clinic and Lakeland Regional Medical Center http://watsonclinic.com . Für die Studie wurden die Daten der National Registry of Myocardial Infarction für die Jahre 1994 bis 2006 ausgewertet und damit die Daten von 1.143.513 registrierten Patientinnen und Patienten, 481. 581 Frauen und 661.932 Männern.
Frauen mit höherer Mortalität
Die Experten kommen bei der Auswertung der Daten zu dem Ergebnis, dass Männer etwas häufiger einen Herzanfall erleiden. Unter 55 Jahren sterben jedoch Frauen eher an den Folgen. Ohne die klassischen Schmerzen im Brustbereich könnte es laut den Wissenschaftlern sein, dass manche Frauen nicht die richtige Behandlung erhalten.
Es zeigte sich, dass bei jüngeren Frauen unter 55 Jahren die Unterschiede zu den Symptomen von Männern in der gleichen Altersgruppe auffallend sind. 42 Prozent der Frauen hatten keine Brustschmerzen, bei den Männern waren es nur 30 Prozent. Auch nach der Einweisung ins Krankenhaus starben Frauen eher an den Folgen als gleichaltrige Männer. 14 Prozent der Frauen und nur zehn Prozent der Männer starben.
Schmerzen bestimmen Einweisung
Die aktuelle Studie bestätigt vorliegende Hinweise darauf, dass Frauen ganz andere Symptome als Männer haben können, berichtet die BBC. Die Wissenschaftler schreiben im Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org , dass Schmerzen im Brustbereich als klassische Symptome bei einem Herzanfall gelten.
Patienten ohne Brustschmerzen kommen später ins Krankenhaus, werden weniger offensiv behandelt und verfügen über eine fast doppelt so hohe kurzfristige Mortalität. Herzanfälle treten bei jüngeren Frauen relativ selten auf. Das Durchschnittsalter der mit dieser Diagnose ins Krankenhaus eingelieferten Frauen lag bei 74 Jahren, das Durchschnittsalter bei Männer bei 67 Jahren. (Ende)
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Bluttest stellt Depression fest
23.2.2012 von zaro.
Neun Biomarker sollen Diagnose “objektiver” machen
Cambridge - Ob ein Mensch an Depression leidet oder nicht, könnte die Medizin schon bald auch per Bluttest feststellen. Forscher der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu berichten in der Zeitschrift “Molecular Psychiatry”, dass sich die Erkrankung auch über bestimmte Biomarker diagnostizieren lässt, und zwar mit hoher Präzision. Bestätigt sich das Ergebnis der Pilotstudie in weiteren Forschungen, könnte dies das Bild der Depression gehörig verändern.
Blutentnahme statt Couch
Die Wissenschaftler um George Papakostas untersuchten 36 Erwachsene mit starker Depression sowie 43 Gesunde als Kontrollgruppe. Sie überprüften deren Blutproben auf neun verschiedene Biomarker, die man bisher mit Depressionssymptomen in Verbindung bringt, darunter das Entzündungshemmer-Protein Alpha-1-Antitrypsin, der für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Neuronen zuständige Wachstumsfaktor BDNF, das Stresshormon Cortisol oder andere Hormone wie Prolaktin und Resistin.
Ziel der Studie war zu zeigen, ob eine objektive Bestimmung von Depression die Diagnose-Genauigkeit verbessert. Dies trifft laut den Forschern zu, konnte doch bei 33 der 36 Patienten die Depression festgestellt werden. Ein weiterer Replikationsversuch mit 31 Diagnostizierten von 34 Patienten zeigte eine ähnliche Treffsicherheit. “Patienten erkennen ihre Krankheit somit vielleicht eher als behandelbare Krankheit statt sie nur mit Selbstzweifel und Stigma in Verbindung zu bringen”, beschreibt Studien-Koautor John Bilello mögliche Vorteile des Ersatzes der psychologischen Diagnose durch biologische Techniken.
Wettlauf um Marker
Aktualisierung (21.02.2012, 14:30 Uhr): “Den Wunsch nach Biomarkern für Depression hat die Psychiatrie schon lange und die Forschung boomt dank neuer Untersuchungsformen etwa bei genetischen Polymorphismen oder Rezeptoren. In die kommende Ausgabe des Handbuches Psychischer Störungen DSM-V werden derartige Ergebnisse allerdings noch nicht eingehen”, erklärt Siegfried Kasper, Leiter der Wiener Universitätsklink für Psychiatrie und Psychotherapie http://www.meduniwien.ac.at , im Interview.
Einige biologische Veränderungen von Depression wie etwa jene von Serotonin oder Noradrenalin kennt man schon länger. In einer demnächst im Fachblatt “European Neuropsychopharmacology” veröffentlichten Verbundsstudie an behandlungsresistenten Patienten zeigt Kasper drei genetische Variablen, die ebenfalls als Biomarker dienen könnten. “In etwa fünf Jahren dürften sich wenige reliable Marker durchgesetzt haben, was die Akzeptanz der Psychiatrie deutlich fördern dürfte”, prognostiziert der Experte. Doch bereits heute sprechen über 60 Prozent der Patienten auf psychiatrische Therapie an.
Abstract zur Studie unter http://www.nature.com/mp/journal/vaop/ncurrent/full/mp2011166a.html (Ende)
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