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Archiv der Kategorie Natur-Bio

Raubbau am Planeten Erde spitzt sich zu

WWF-Studie: EU-Lebensstil verschlingt 2,66 Mal zu viel Ressourcen

Raumstation ISS - Fehlende Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum lassen unseren Planeten immer mehr erkranken: Anderthalb Jahre braucht die Erde derzeit, um die in einem Jahr vom Menschen genutzten Ressourcen wieder neu zu schaffen. Blickt man allein auf die Industrieländer, fällt der Vergleich jedoch noch weit schlechter aus: Würden alle so leben wie die EU, wären sogar 2,66 Erden pro Jahr nötig. Das geht aus dem “Living Planet Report” hervor, den die Umweltschutzorganisation WWF http://wwf.panda.org am heutigen Montag veröffentlicht hat.

Hauptschuldige: Öl, Kohle und Waldverlust

Der alle zwei Jahre erhobene Index stellt den ökologischen Fußabdruck der Länder mit den verfügbaren Ressourcen - der “Biokapazität” - gegenüber. Nachhaltiger Konsum würde nur das verbrauchen, was die Erde bieten kann, nämlich zwölf Mrd. Hektar (ha) pro Jahr oder 1,8 ha pro Mensch. Derzeit verbraucht die Menschheit jedoch 18 Mrd. globale Hektar oder 2,7 ha pro Person, also das 1,52-Fache. Österreich (5,29 ha), die Schweiz (5,01 ha) und Deutschland (4,57 ha) liegen noch deutlich über diesem Durchschnitt, während sich Länder mit mittlerem Einkommen mit 1,92 ha, bei niedrigem Einkommen sogar mit 1,14 ha Verbrauch begnügen.

Hauptverursacher dieses enormen Raubbaus sind mit einem Anteil von 55 Prozent die Treibhausgase aus fossilen Brennstoffen wie Öl und Kohle. Dahinter rangiert mit 20 Prozent der Waldverlust durch Umwandlung von Wald in Weide- und Ackerland, der jährlich mit 130.000 Quadratkilometern - der gemeinsamen Fläche Österreichs und der Schweiz - voranschreitet. Gibt es künftig keinen strengeren Waldschutz, gehen bis 2050 weitere 2,3 Mio. Quadratkilometer Waldfläche verloren, rechnet der WWF vor. Doch auch die Überfischung wirkt sich empfindlich aus - heute fischt man fünfmal mehr als 1970.

Erde gerät unter Druck

Gemeinsam mit anderen Ursachen wie Umweltverschmutzung, Zerstören der Lebensräume oder Bioinvasoren hat der Klimawandel vor allem zum Artenverlust geführt: In den vergangenen 40 Jahren verschwanden 30 Prozent aller Arten des Planeten - in den Tropen 60 Prozent und an tropischen Flüssen sogar 75 Prozent - oder gingen zumindest empfindlich zurück. Die Spezies Mensch bekommt den Wandel unter anderem durch Wasserknappheit zu spüren: 500 Mio. leiden unter negativen Auswirkungen von Flussregulierungen, 900 Mio. fehlt sauberes Trinkwasser und 2,7 Mrd. haben keinen Zugang zu Sanitäranlagen.

Totale Umgestaltung nötig

Für die Zukunft liefert der WWF ein düsteres Bild: “Rechnete man 2006 noch damit, dass wir erst 2050 zwei Planeten brauchen werden, so dürfte dieser Zustand schon 2030 erreicht werden. 2050 sind drei Planeten nötig”, erklärt Franko Petri, Sprecher des WWF Österreich http://wwf.de , im Interview. Zwar entwickeln sich viele Industrienationen dank Umweltmaßnahmen positiv, doch trügt der Schein. “Dies geht nur darauf zurück, dass hier die Abholzung schon vor 1970 geschah und man sich heute Naturschutz leisten kann. Dazu kommt, dass der Konsumstil der Industrienationen vor allem Entwicklungsländer ausbeutet.”

Trotz dieser dramatischen Lage sei es zu schaffen, 2050 neun Mrd. Menschen mit Nahrung, Energie und Wasser zu versorgen, doch müssten dafür die Lebensweise und Wirtschaft komplett umgestellt werden. “Produktion und Konsum müssen als Ganzes gesehen werden. Wir brauchen eine Transformation, die Wachstum und Ressourcen entkoppelt - also in Richtung mehr Dienstleistung, nachhaltigerem Konsum und mehr erneuerbaren Energien”, sagt Petri. Fließen die natürlichen Ressourcen nicht in die Rechnungen des internationalen Finanzsystems ein, sei ein Jahrhundert der Umweltkatastrophen unvermeidbar. Ende

Chromosomen: Männer sterben nicht aus

Für Fruchtbarkeit entscheidende Gene bleiben bestehen

London/Berlin - Ein Forscherteam vom Institut für Genetik, Evolution und Umwelt der University College London http://ucl.ac.uk/gee hat bewiesen, dass das für Fruchtbarkeit verantwortliche Gen bleibt. Jeder Mensch verfügt über 23 Chromosomenpaare, eines davon ist ein Geschlechtschromosom: XY für Männer, XX für Frauen. “Das Y-Chromosom hat sowieso weniger Gene und ist auch fragiler als das X-Chromosom”, sagt Steve Robertson vom Institut für Geschlechterforschung an der Universität Leeds http://bit.ly/KYHB1J gegenüber uns. Fazit: Das Y-Chromosom trägt weniger als 200 Gene, während das X weit über 1.100 Gene verfügt.

Analysen bei Hühnern

Die Forscher untersuchten unter der Leitung der Judith Mank das W-Chromosom weiblicher Hühner. Es ist ähnlich wie das Y-Chromosom männlicher Menschen über Jahrmillionen geschrumpft. Und es ist genauso auf ein Geschlecht beschränkt, wie das Y beim Mann eben nur einen männlichen Nachfahren erzeugt.

Das Gen für die Möglichkeit der Vermehrung der Art blieb dem W-Chromosom erhalten. Die Untersuchung des W-Chromosoms bei Hühnern lässt Rückschlüsse auf das Y-Chromosom zu: “Die Y-Chromosomen sind nicht das genetische Ödland als das sie häufig gesehen werden”, sagt Mank.

Menschliche Rasse gesichert

Die Menschheit kann aufatmen. Das männliche Y-Chromosom bleibt uns in seiner Fortpflanzungsfähigkeit erhalten. Trotz seiner Schwäche überleben zumindest die Gene, die etwa für die Bildung von Spermien wichtig sind.

Selbst wenn sich das Y-Chromosom komplett abbauen würde, würde sich ein neues Paar der Geschlechtschromosomen entwickeln. Zunächst ist der Fortbestand der menschlichen Rasse gesichert. Zumindest in den nächsten Jahrmillionen - wenn nichts dazwischen kommt, so die Forscher. (Ende)

Insekten lösen künftiges Ernährungsproblem

Schonung von Ressourcen und mehr Unabhängigkeit von Tierhaltung

Bonn - Angesichts der Bevölkerungsexplosion könnte der Menschheit bald nichts anderes übrig bleiben, als auch auf das Eiweiß von Insekten als Nahrungsmittel zurückzugreifen. “Es ist nicht schlimm, sich von Insekten zu ernähren”, betont Mathias Becker vom Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn http://ipe.uni-bonn.de gegenüber der Presse.

Nahrhaftes Essen

Ressourcensparend wäre der Verzehr von den Krabblern allemal. Forscher weisen schon lange darauf hin, dass die Ernährung auf Insekten ausgeweitet werden sollte, würde man sich dadurch doch weniger abhängig machen von der Tierhaltung. Nach Schätzungen der Cornell University http://cornell.edu könnten 800 Mio. Menschen mit Getreide ernährt werden, das wir derzeit an unser Vieh verfüttern.

Ein weiteres Problem der aktuellen Ernährungsweise des Menschen: Etwa ein Drittel der Ackerfläche wird nur für den Anbau von Tierfutter genutzt. Zudem machen Forscher die Massentierhaltung auch für einen erheblichen Teil der Treibhausemissionen verantwortlich. Dazu kommt der Energieaufwand auf dem Weg des geschlachteten Viehs bis in den Supermarkt. 100 Gramm Rindfleisch enthalten etwa 29 Gramm Protein und 21 Gramm Fett. Eine Heuschrecke hingegen enthält bei 100 Gramm 20 Gramm Proteine und sechs Gramm Fett.

Käfer als Schnuller

Was in vielen Kulturen normal ist, lässt andere erschaudern. Becker hat etwa in Westafrika beobachtet, dass eine Mutter ihr Baby beruhigt hat, indem sie dem Kleinkind eine Käferlarve in den Mund gesteckt hat. Das Baby hat an der Käferlarve genuckelt wie an einem Schnuller. Becker hat Termiten und andere Insekten auch selbst probiert. “Ich finde, die schmecken nach dem Öl, in dem sie gebacken wurden”, berichtet er. Weder in Westafrika noch in Thailand sei dies ein Armenessen, sondern allgemein akzeptiert. (Ende)

Umgang mit Tod macht lebenslustig

Bewusstsein über eigenes Ende fördert Menschlichkeit

Wien - Beschäftigung mit dem Tod deprimiert nicht, sondern macht glücklicher und sozialer. Zu diesem Schluss kommt Kenneth Vail von der University of Missouri http://missouri.edu . Mit seinem Team hat er Studien gesammelt, die bestätigen, dass sich die Auseinandersetzung mit dem Tod positiv auf das Leben auswirkt.

Tod bringt Toleranz und Pazifismus

Die Analyse der aktuellen Literatur zum Thema zeigt, dass sogar die unbewusste Beschäftigung mit der Endlichkeit förderlich für den Umgang mit den Problemen des Lebens sein kann. So ist ein Spaziergang über den Friedhof nicht etwa gruselig oder betrüblich, sondern fördert sogar die körperliche Gesundheit. Zudem sind Menschen, die sich mit dem Tod beschäftigen - ob bewusst oder unbewusst - sozialer zu Mitmenschen.

“Andere Feldversuche und Laborexperimente haben diese und ähnliche Befunde repliziert. Das Bewusstsein des Todes erhöht die Toleranz, die Mitmenschlichkeit, die Empathie und sogar den Pazifismus”, sagt Vail. Wenn sich Menschen an ihre Endlichkeit erinnern, entscheiden sie sich auch für eine gesündere Ernährung, rauchen weniger und treiben mehr Sport.

Mehr Bejahung des Lebens

Jörg Bauer, Sprecher von Aspetos http://aspetos.at , ein von Bestattern finanziertes soziales Netzwerk, kann die Ergebnisse aus eigener Erfahrung bestätigen. “Leute, die sich intensiv mit dem Thema befassen, sind lebensbejahender”, sagt Bauer gegenüber der Presse. Alltägliche Probleme verlören an Relevanz. “Würden 100 Prozent der Menschheit ihre Endlichkeit erfassen, gebe es Weltfrieden. Wenn sich die Menschen bewusst machen, dass das Leben endlich ist, wird niemand jemandem weh tun wollen.”

Nur laufe unser Wirtschaftssystem nicht auf der Basis von Mitmenschlichkeit. “Das Bewusstsein über das eigenen Ende wäre schlecht für die Wirtschaft in ihrer jetzigen Form. Aber diese Wirtschaft ist schlecht für den Menschen - was wir brauchen, ist eine gesunde Wirtschaft”, so das Credo Bauers. (Ende)

Menschheit “isst” zu viel Wasser

Weltwassertag: Wassersparen muss bei Nahrung ansetzen

Berlin/Wien - Gesunde Ernährung, Verzicht auf wasserintensive Produkte, Meiden von Lebensmittel-Müll und mehr Produktion von Nahrung mit weniger Wasser: Das sind die wichtigsten Maßnahmen des Wassersparens, verkündet die UNO am heutigen Weltwassertag http://unwater.org/worldwaterday . Alternativen zu einem nachhaltigen Umgang mit der wichtigsten Ressource des Planeten gibt es nicht: Der Bedarf an Wasser und Lebensmitteln steigt weiter, und Krisen in wasserarmen Regionen nehmen zu. 900 Mio. Menschen haben schon heute kein sauberes Trinkwasser, 2,5 Mrd. keine ausreichenden Sanitäranlagen.

Gefährlicher Konsum

Lebensmittel und andere Alltagsprodukte sind die größten Wasserverschwender: Für ein Kilo Weizen sind 1.500 Liter Wasser nötig, für Schweinefleisch 6.000 Liter und für Rindfleisch sogar 15.000 Liter. Dass Fleisch derart schlecht abschneidet, geht vor allem auf den hohen Wasseraufwand für Futtermittel und Schlachtung der Tiere sowie die wasserintensiven Reinigungsprozesse in der Lebensmittelindustrie zurück. In Summe nutzt deshalb jeder Deutsche 4.000 Liter pro Tag. Die “We are water”-Foundation http://wearewater.org bringt dies im Slogan “Wir essen mehr Wasser als wir trinken” auf den Punkt.

Welche globalen Folgen daraus entstehen, zeigt der aktuelle UNESCO-Weltwasserbericht: Das geänderte Konsumverhalten steht demnach hinter dem zunehmenden Wasserverbrauch der Menschheit, wobei besonders der Ersatz von Getreide- oder Gemüseprodukten durch Fleisch und Milch ins Gewicht fällt. Die Industriestaaten importieren mehr “virtuelles” Wasser aus anderen Regionen als sie selbst aufbringen. Wenn deshalb etwa Spanien das Grundwasser abhanden kommt, trägt der Konsum von spanischem Gemüse anderswo entscheidend Verantwortung dafür.

Müll vermeiden, Duschköpfe wechseln

Verbreitet ist dieses Wissen noch wenig. Nur jeder Fünfte weiß, dass wasserschonende Produkte den Wasserverbrauch verringern, zeigt eine Forsa-Umfrage des “Zukunftsprojekt Erde” http://zukunftsprojekt-erde.de . Entsprechend werden auch Regenwasser-Toilettespülungen und wassersparende Haushaltsgeräte weit eher als Wasserspar-Maßnahmen genannt. Dass auch die Vermeidung von Lebensmittelabfällen dazu gehört - jeder weggeworfene Apfel etwa spült 70 Liter Wasser in die Tonne - ist noch weniger bekannt. Einem Wasserverbrauch-Gütesiegel stehen allerdings die meisten sehr offen gegenüber.

Deutlich weniger als die vier Kubikmeter - nämlich 127 Liter - lässt jeder Deutsche pro Tag durch die Wasserleitung rinnen, ein Drittel davon für Baden, Duschen und Körperpflege. Auch hier ist Optimierung möglich: Das Öko-Institut http://oeko.de rät zu Brausen mit wassersparendem Duschkopf, die neun statt 15 Liter pro Minute durchlassen, was Wasser und auch Energie zur Erhitzung einspart. Das Haushaltsbudget profitiert davon: Bei 300 Sechs-Minuten-Duschen pro Person und Jahr spart ein Zwei-Personen-Haushalt durch Wasserspar-Duschköpfe je nach Warmwasser-Aufbereitung zwischen 180 bis 350 Euro. (Ende)

Bissensgröße vom Geruch bestimmt

Unbewusste Beeinflussung des Gehirns durch die Nase

Wageningen - Je stärker Nahrung riecht, desto kleiner sind die Bissen, die man davon nimmt. Diese unbewusste Beeinflussung beim Essen haben Forscher vom Forschungsinstitut TI Food and Nutrition in Wageningen http://www.tifn.nl festgestellt. Wie sie in der Open-Access-Zeitschrift “Flavour” berichten, könnte man den Duft von Nahrung gezielt dazu einsetzen, um Portionsgrößen zu reduzieren und somit Menschen beim Abnehmen zu helfen.

Sättigung durch Duft

Die Größe der einzelnen Happen, in denen man Mahlzeiten zu sich nimmt, wird in der Wissenschaft oft mit dem Sättigungsgefühl in Verbindung gebracht: Je kleiner die einzelnen Bissen, desto früher glaubt der Körper, bereits genug zu haben. Die holländischen Forscher wollten nun herausfinden, was genau die Bissgröße beeinflusst. Die Bekanntheit und Beschaffenheit des Essens haben großen Einfluss, zeigte sich: Je größer etwa der Kaufaufwand geschätzt wird, desto kleiner fallen die Bisse aus.

Eine der wichtigsten Sinneswahrnehmungen, die bei dieser Abschätzung hilft, ist der Geruch, zeigten die aktuellen Experimente. Zehn Versuchspersonen aßen dazu einen Vanillecreme-ähnlichen Nachtisch und bestimmten per Knopfdruck selbst, wie groß die einzelnen Portionen am Löffel ausfielen. Gleichzeitig wurden ihre Nasen mit verschiedenen Düften versorgt. Deutlich zeigte sich: Je stärker der Geruch, desto mehr landete auf dem Löffel, und zwar nicht nur unmittelbar nach dem Riechen, sondern bis zur Beendigung des Desserts.

Zehn Prozent Zurückhaltung

Studienleiter Rene A de Wijk sieht dies als einen Hinweis, warum man bei unbekanntem Geruch oder unbeliebter Nahrung weniger zulangt. “Wenn man den Geruch von Nahrung manipuliert, kann man die Nahrungszuführung pro Bissen um fünf bis zehn Prozent verringern. Der Körper glaubt dann, dass er schon früher genug bekommen hat - was bei der Gewichtsabnahme helfen könnte”, so der Experte.

Dass der Geruch jedoch auch zu erhöhter Nahrungsaufnahme verleiten kann, haben unlängst englische Forscher gezeigt. Übergewichtige haben demnach einen deutlich feineren Geruchssinn für Nahrung als Schlanke, was besonders nach dem Essen und bei ausbleibendem Hunger zutrifft. Dieser “Vorsprung” könnte eine Rolle beim Weiteressen spielen, so die Vermutung der Studienautoren

Klimawandel: Meeresanstieg um 22 Meter möglich

Klima- und Meeresdaten des Pliozän sagen Zukunft des Planeten voraus

New Jersey/Hannover - Der Meeresspiegel des Planeten dürfte um rund 22 Meter steigen - selbst wenn es der Menschheit gelingt, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Diese Prognose, die zwar sicher noch nicht im 21. Jahrhundert, doch im Zeitraum mehrerer Jahrhunderte bis Jahrtausende eintreffen soll, liefern US-amerikanische Geologen um Kenneth G. Miller von der Rutgers University http://rutgers.edu in der Fachzeitschrift “Geology”. Laut ihrer Berechnung steigt das Meer “zu 95 Prozent” zwischen zwölf und 32 Meter.

Sensible Eismassive

Die Forscher untersuchten Bohrkerne aus Gesteinen und Sedimenten aus Neuseeland sowie vom Eniwetok-Atoll, das zu den Marshall-Inseln im Pazifik gehört. Speziell die Zeitspanne vor 2,7 bis 3,2 Mio. Jahre - das späte Pliozän - interessierte sie: Zu diesem Moment dürfte das CO2-Niveau der Atmosphäre zum letzten Mal auf heutigem Niveau gelegen haben, während die Forscher die Globaltemperatur zwei Grad darüber ansiedeln.

Der ermittelte Meeresanstieg für diese Epoche zeigt laut den Wissenschaftlern, dass die großen Eisvorkommen der Erde extrem sensibel auf Temperaturanstieg reagieren. “Das zusätzliche Wasservolumen kommt durch die Wärmeausdehnung des Wassers sowie die Schmelze von Grönland, der westantarktischen Eismasse und Rändern der Ostantarktis zustande. Dieser Anstieg des Meeresspiegels würde 70 Prozent der Weltbevölkerung betreffen”, kommentiert Richard Lane, Programmdirektor für Earth Science bei der National Science Foundation http://www.nsf.gov .

Mehrere Unschärfen

Auf mögliche Unsicherheiten der Erhebung deutet Manfred Mudelsee, CEO des Unternehmens Climate Risk Analysis http://climate-risk-analysis.com . “Zu mehreren Schlüsselkriterien des Pliozäns kann die Wissenschaft noch keine genauen Aussagen machen. Besonders betrifft das den globalen Schnitt der Temperatur sowie den CO2-Gehalt der Atmosphäre. Letzteren kann man zwar durch Eisbohrkerne präzise rekonstruieren, doch sind diese nur bis 800.000 Jahre zurück verfügbar”, so der Geophysiker gegenüber der Presse.

Auch in der Frage, inwiefern der Mensch den Anstieg des Meersspiegels beeinflussen kann, gibt sich der Hannoveraner Experte zurückhaltend. Zwar ist erwiesen, dass der Mensch einen bedeutenden Beitrag zur Globalerwärmung leistet und diese durch entsprechendes Gegenlenken auch verzögert werden kann. In welchem Ausmaß dies zutrifft, ist jedoch weiterhin Gegenstand der weltweiten Klimaforschung. Laut heutigen Klimamodellen wird der Meeresspiegel bis 2100 um 80 Zentimeter bis höchstens einen Meter steigen.

Abstract der Originalstudie: http://bit.ly/GB1KHE

Klimawandel setzt Gesundheit erheblich zu

Verstärkte Zunahme von Parasiten in untypischen Regionen erwartet

Sacramento/Hamburg - Der Klimawandel wirkt sich gravierend auf die Gesundheit von Menschen aus. Eine Studie der American Thoratic Society http://thoracic.org hat ergeben, dass Asthma, Allergien, Infektionskrankheiten und Herz-Kreislauferkrankungen weltweit zunehmen. Die Ursache ist der Klimawandel. “Man befürchtet die Zunahme von Parasiten in Gebieten, wo es sie vorher nicht gab, wie etwa Malaria-Mücken in den Bergen”, erklärt Elina Marmer, Meteorologin und Sozialwissenschaftlerin beim Klimacampus Hamburg http://clisec.zmaw.de , gegenüber der Presse.

Folgen für Atemwege

Laut der Expertin wird durch Überflutung häufig das Trinkwasser verunreinigt, was sich auch auf die Gesundheit auswirkt. Es betrifft sämtliche Regionen, wie auch die US-Ärzte erklären. “Wir haben untersucht, wie sich der Klimawandel auf die Atemwegserkrankungen weltweit auswirkt”, sagte Kent Pinkerton von der UC Davis School of Medicine http://som.ucdavis.edu . Die Studie beschreibt ein komplexes Netz von miteinander verbundenen Auswirkungen auf die Gesundheit der Atemwege durch den globalen Klimawandel.

So wurden etwa Schimmelsporen, die bisher nur in Mittelamerika gesehen wurden, in Vancouver gefunden - sehr viel weiter im Norden also. Diese Schimmelsporen fördern den Anstieg von Allergien und Asthma. “Es gibt nicht nur die direkten Auswirkungen, dass sich Asthma weiter verbreitet durch mehr Feinstaub in der Atmosphäre, durch die Wüstenbildung erhöht sich auch die Menge der Pollen, weil die Pflanzen länger blühen. Das ist auch ein Auslöser von Asthma”, sagt Pinkerton.

Besondere Gruppen gefährdet

Nach extremen Wetterereignissen - wie Hurrikan Katrina oder den indonesischen oder japanischen Tsunamis - kann es auch zu einem Anstieg und dem Ausbruch von Infektionskrankheiten führen. “Es gibt Menschen, die sehr viel anfälliger für die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind als andere”, so Pinkerton. Säuglinge, Kleinkinder, Menschen mit Asthma und ältere Menschen werden daher mit einer schlecheren Luftqualität mehr Probleme haben. “Sie werden die ersten sein, die die ernsten Folgen des Klimawandels merken werden.” (Ende)

Erste Joghurts mit Stevia-Süße erhältlich

Danone-Entwickler: “Geschmacksproblem mit Erfolg gelöst”

Wien - Die erste Molkereiprodukt-Serie mit Stevia-Süße hat soeben Danone http://danone.com auf den Markt gebracht. Mit seiner Marke “DanVia” launcht der Lebensmittelkonzern in Österreich mit Vertriebspartner Alpenmilch Salzburg http://milch.com Molken und Joghurts in sieben Geschmackssorten mit dem Süßstoff, den die EU im November zugelassen hat. Robert Kunkel, Entwicklungsingenieur der Danone Forschung Zentraleuropa, erklärt im Interview anlässlich der Produktpräsentation in Wien am heutigen Dienstag die Probleme und Chancen der natürlichen Zucker-Alternative.

Nachgeschmack als Hürde

Stevia wurde in Japan bereits in den 70er-Jahren eingesetzt, in Europa für bestimmte Produkte erstmals 2008 in Frankreich und der Schweiz, ehe im November 2011 die EU-weite Zulassung folgte. Extrakte aus den getrockneten Blättern der Pflanzen sind für die Süßwirkung verantwortlich. Als wichtigste Vorteile kann Stevia vorweisen, dass sie ohne Kalorien auskommt, keinen Karies verursacht und auch für Diabetiker geeignet ist. Ein Nachteil ist der gewöhnungsbedürftige, herb-bittere Nachgeschmack in der Naturform.

“Größte Herausforderung war, den Nachgeschmack und die zu starke Süße von Stevia in den Griff zu bekommen”, verdeutlicht auch der Danone-Entwickler. Stevia süßt 250-Mal stärker als Zucker, weshalb man in der Dosierung äußerst genau vorgehen muss - Stevioglykoside machen weniger als 0,1 Prozent des Joghurts aus. Die EU ist bei den als unbedenklich eingestuften Höchstgrenzen strikt - vier Milligramm Tagesdosis pro Kilogramm Körpergewicht sollte man höchstens verzehren. Kunkel hält diese Menge für großzügig bemessen, mache doch mehr ohnehin kaum Sinn - “aus Geschmacksgründen”.

Ohne Zucker und künstliche Süße

Die Geschmacksfrage wurde mit Erfolg gemeistert, zeigt ein erster Test des Produkts, wenngleich Unterschiede zum gewohnten Zuckergeschmack durchaus auffallen. Statt den üblichen elf bis 14 Prozent Zucker kommen die DanVia-Joghurts mit bloß 3,9 bis 5,0 Prozent aus, was auf den Milch- und Fruchtzucker - als Geschmackssorten sind bisher Erdbeere, Marille, Vanille und Kirsche vertreten - zurückgeht. “Da der aktuelle Zuckerkonsum der Bevölkerung weit über der WHO-Empfehlung liegt, kann Stevia einen wichtigen Beitrag zur Reduktion leisten”, so Petra Burger, Ernährungswissenschafterin bei Danone.

Warten auf das Echo

Mit der Stevia-Produktreihe will Danone in Österreich vorerst “einen zweistelligen Millionenbetrag Umsatz” erreichen, auch ein Export ist denkbar. Einiges spricht dafür, dass die Alpenrepublik Danones Versuchsland für den Anklang des Stevia-Joghurts ist. “Österreich bietet einen überschaubaren Markt mit guten Kapazitäten und Partnern, wodurch das Risiko gering bleibt. Die nächsten Monate entscheiden, ob auch andere Länder das Konzept übernehmen”, betont auch Kunkel.

Vor einem Problem, das alle Stevia-Produkte betrifft, ist auch Danone nicht gefeit: Die aus Paraguay stammende Stevia-Pflanze wächst in Europa nicht und muss importiert werden, zudem ist auch die aufwendige Verarbeitung ein Preistreiber. Die DanVia-Joghurts kommen in Österreich mit einem unverbindlich empfohlenen Packungspreis von 0,89 Euro für 180 Gramm auf den Markt. “Angesichts der hohen Rohstoffkosten wird es schwierig sein, Stevia-Joghurts in Deutschland, wo die Joghurt-Preislatte deutlich niedriger liegt, zu positionieren”, erklärt der Danone-Experte. Abzuwarten bleibt auch, wie sich die Bewerbung eines Joghurts ohne Zucker oder künstliche Ersatzstoffe auf das Image herkömmlicher Joghurts auswirkt. (Ende)

IG Ressource Wasser: Zukunft des Wassers ungewiss

Internationaler Tag des Wassers am 22.3. rückt das Thema ins Zentrum

Wels/Oberösterreich - Der verantwortungsvolle Umgang mit den Wasservorräten der Erde ist Kernthema des von der UN Water 1998 eingeführten World Water Day - Weltwassertag -, der heuer am 22. März 2012 zum Thema Wasser- und Nahrungssicherheit - Water& Food Security - stattfindet. Die Feierlichkeiten zum Weltwassertag konzentrieren sich dieses Jahr auf die französische Gastgeberstadt des Weltwasserforums, Marseille. Hier wird die UNESCO ihren vierten Weltwasserbericht vorstellen, der mit Spannung erwartet wird.

Die IG Ressource Wasser nimmt den Weltwassertag jedes Jahr zum Anlass, auf den bewussten Umgang mit Wasser und Regenwasser aufmerksam zu machen. Erstmals hat die Interessensgemeinschaft eine hochkarätige Expertenrunde zum Kamingespräch in das Science Center Welios gebeten.

Unter dem Motto “Steht uns das Wasser bald bis zum Hals?” diskutierten über die Zukunft des Wassers Kurt Schütter und DI Thomas Fleischanderl8 (beide IG Ressource Wasser), DI Gernot Brandweiner (VÖB), DI Markus Kumpfmüller (Landschaftsplaner), DI Karl Grimm (Landschaftsarchitekt), Thomas Muggenhumer von Muggenhumer Energiesysteme und Mag. Alexander Tauchmann (Geotechnik).

In dem einstündigen Gespräch widmen sich die Experten den Fragen zu den Themen Versickerung und Retention von Regenwasser sowie der Versiegelung von Flächen. Wie also kommt der Regen in den Boden, wenn immer mehr Flächen versiegelt werden? Mehr über das Thema Versickerung und das Video zum Kamingespräch auf http://www.igrw.at .

Ausgangslage

In Österreich beträgt die Zunahme der versiegelten Flächen seit dem Jahr 1995 rund 40 Prozent. Derzeit sind 16 Prozent des Dauersiedlungsraumes österreichweit versiegelt oder bildlich dargestellt verschwinden rund 20 Fußballfelder tagtäglich unter Beton-, Asphalt- oder Ziegelflächen.

Sobald kein Regenwasser, Schnee oder Hagel mehr in den Boden eindringen kann, fließen große Wassermassen mehr oder weniger vollständig oberirdisch ab. Starke Regenfälle sind immer wieder Auslöser für die Überlastung von Abwassersystemen, die den heftigen Wasserspitzen kaum standhalten können.

Dezentrale Versickerung

Im privaten Bereich kann jeder seinen Beitrag dazu leisten, Niederschlagswasser unmittelbar auf seinem eigenen Grundstück zu versickern. Ziel ist dabei, das Wasser dort, wo es auf die Erde trifft, wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zuzuführen. Aktive Regenwassernutzung (für jene Verwendungsbereiche bei denen Trinkwasser nicht erforderlich ist, wie Toilettenspülung oder Gartenbewässerung) im öffentlichen wie privaten Bereich trägt wesentlich dazu bei, Wasserabflüsse aus Siedlungsgebieten nachhaltig zu reduzieren.

Zur Verfügung stehen verschiedene Versickerungssysteme wie Sickertunnel, Sickerboxen oder Sickerschächte aus Beton, die die Anforderungen nach einem ökologisch sinnvollen Umgang mit Regenwasser ermöglichen.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser erfordert neben der Erhaltung und Schaffung von guter Wasserqualität einen ebenso bewussten Umgang mit Niederschlagswasser. Ziel muss sein, die Flächenversiegelung auf ein Mindestmaß zu beschränken, die Regenwassernutzung und Regenwasserversickerung zu forcieren, um die oberflächig abfließenden Wassermengen zu reduzieren und den vorhandenen Grundwasserhaushalt so gering wie nur möglich zu beeinträchtigen.

Regenwassernutzung ist aus ökologischer und ökonomischer Sicht eine sinnvolle Ressourcennutzung, die den Wasserhaushalt langfristig für Mensch und Natur in Einklang belässt. Anlagentechnik und Produkte zur Regenwassernutzung sind mittlerweile so ausgereift, dass für alle Ansprüche und jeden möglichen Anwendungsbereich geeignete Komponenten zur Verfügung stehen. Die Langversion des Textes, mehr über das Thema Versickerung und das Video zum Kamingespräch auf http://www.igrw.at .

Verbotenes Universum: Was selbst die Wissenschaft noch nicht versteht

Silke Britzen erzählt von der Enträtselung spektakulärer Phänomene im Weltall

Verbotenes Universum (Goldegg Verlag)

Wien/Bonn - Schwarze Löcher - existieren sie oder nicht? Diese Frage beschäftigt derzeit Physiker und Astronomen auf der ganzen Welt. Die Physikerin und Astronomin Silke Britzen leitet ein europäisches Projekt, das sich der Erforschung der Schwarzen Löcher verschrieben hat und weiß, dass es kaum ein Thema gibt, bei dem sich Science-Fiction und Wissenschaft so nahe kommen.

Auf der Jagd nach Schwarzen Löchern

Schwarze Löcher sind Phänomene, die sich in der Welt der Superlative abspielen: Es geht um die größten vorstellbaren Energiemengen, um die Anfänge des Universums, um den “jüngsten Tag”, um die dichteste Materie. “Wir wissen noch viel zu wenig. Unser Kosmos besteht zu 95 Prozent aus einer dunklen Komponente, deren physikalische Natur wir nicht kennen”, schreibt die Expertin Dr. Silke Britzen in ihrem soeben erschienen Buch “Verbotenes Universum. Die Zeit der Schwarzen Löcher”. Doch die Forschung befindet sich auf einer intensiven Jagd nach den rätselhaften Erscheinungen und versucht die Spielregeln des Kosmos zu verstehen.

Das Universum jenseits unseres Verständnisses

Die Existenz Schwarzer Löcher ist bis heute noch nicht bewiesen und beruht nur auf indirekten Hinweisen und den dramatischen Auswirkungen auf ihre Umgebung. “Wenn wir Schwarze Löcher verstehen, besteht die Möglichkeit, dass wir die Physik unseres Universums, inklusive des Urknalls, besser erklären können. Sie sind ein Schlüssel zum Verständnis unseres Universums”, erläutert Silke Britzen, deren Leidenschaft ihrem Forschungsschwerpunkt gilt. Doch bis es so weit ist, gilt es noch einige Hürden zu überwinden. Die Wissenschaft muss einen Weg finden, derzeit noch unvereinbarte Vorstellungen, wie die Relativitätstheorie und die Quantentheorie, zu vereinen. Solange dies nicht gelingt, ist der Menschheit der “Blick” in diesen Bereich des Universums verboten.

Auf der Suche nach der Weltformel

“Astronomie und Physik sind spannend - gerade jetzt, wo es um die noch fehlenden entscheidenden Puzzleteile in unserem Himmelsbild geht”, sagt die begeisterte Forscherin, die in ihrem Buch Zusammenhänge aufzeigen und die Leser am Nervenkitzel der Wissenschaft teilhaben lassen möchte. Elementare Fragen sind mit dem Wissen über die Schwarzen Löcher verbunden: Wie ist das Universum entstanden? Wie konnte sich die Milchstraße bilden? Gibt es andere “Universen”? Was war zuerst da, das Schwarze Loch oder die Galaxie? Wie setzt man dieses Puzzle aus “Schwerkraftfallen”, der Zeit und dem Urknall richtig zusammen? “All die Versuche, diese kosmischen Ereignisse zu verstehen, sind untrennbar verbunden mit dem Problem der Zeit und der Suche nach einer Weltformel, die die kleinsten Skalen der Quantentheorie mit den großen Massen der Gravitation verknüpft. Die dunklen Objekte dienen uns dabei als ‘Weltraum-Laboratorium’, führt die Physikerin aus. Ihr Buch “Verbotenes Universum” ist ein Plädoyer für Neugier, Begeisterung und Kreativität und bietet einen spannenden und für Laien verständlichen Einblick in den aktuellen Stand der Forschung.

Die Autorin steht für Interviews zur Verfügung.

Verbotenes Universum - Die Zeit der Schwarzen Löcher
Silke Britzen
ISBN 978-3-902729-63-7
Hardcover, 270 Seiten
Eur 22,00 [A]/21,40 [D]/28,06 CHF UVP
Neuerscheinung Frühjahr 2012, Goldegg Verlag

Eine Geburt ist und bleibt ein Abenteuer

Hebammen und Mütter erzählen von den intensivsten Momenten

In die Welt gelacht (Goldegg Verlag)

Wien - Babys haben von Anfang an ihren eigenen Willen. In unserer Welt, in der alles planbar erscheint, macht die Ankunft eines neuen Menschen diesen Plänen oft einen Strich durch die Rechnung.

Das letzte Abenteuer

Der Vorbereitungskurs ist absolviert, der Koffer für die Geburtsklinik gepackt: Jetzt heißt es warten, bis sich das ungeborene Wesen entschließt, auf die Welt zu kommen. So gut wie jede Schwangere hat eine Vorstellung davon, wie sie sich ihre Geburt im optimalen Fall wünscht - doch sie bleibt ein unberechenbares und unvorhersehbares Abenteuer. Mit zahllosen Fragen darüber, wie die Geburt ablaufen wird, schwanken werdende Eltern oft zwischen Vorfreude und Ängsten. Auch die Geschichten von schwierigen Geburten, die Schwangeren gerne ungefragt erzählt werden, tragen nicht gerade zur Beruhigung bei. Die Medizinjournalistin Sabine Fisch hat ihn ihrem neuen Buch “In die Welt gelacht - Hebammen und Mütter erzählen vom Abenteuer der Geburt” Geschichten versammelt, die den werdenden Eltern Mut machen und Unsicherheiten nehmen sollen.

Die Kraft der Frauen

Eine Geburt ist ein elementares Ereignis, ein Ausnahmezustand, eine Grenzerfahrung: “Ich wollte ein positives, kraftvolles Buch schreiben”, sagt die Autorin Sabine Fisch. “Es enthält die Wahrheit, die ungeschönte und überwältigende Wahrheit über Geburten, wie sie Mütter und Hebammen erlebt haben.” Die Geschichten erzählen von jenen ereignisvollen Stunden, die das Leben für immer verändern; sie sind aufregend und beruhigend, spannend und gelassen, manchmal ungewöhnlich und verblüffend. Die Frauen, die ihre Geburtserlebnisse schildern, berichten über eine unter der Geburt verspürte nie gekannte Kraft, über Stolz, Glück und Fassungslosigkeit, über Staunen, Liebe und Erschöpfung.

In die Welt gelacht

Sabine Fisch erzählt von Babys, die es sehr eilig haben und jenen, die auf sich warten lassen, von Kindern, die in die Welt gelacht wurden und der buchstäblich “dampfenden” Lebenskraft eines Neugeborenen. Sie schreibt über Mütter, die den Wehenschmerz nicht erkennen, sondern sich “einfach nur komisch” fühlen und Hebammen, die auch in schwierigen Situationen die Nerven bewahren. Gleichzeitig setzt sich die Autorin mit den wichtigen Fragen auseinander, die werdende Mütter und Väter beschäftigen: Was lernt man im Geburtsvorbereitungskurs, was kommt in den Koffer fürs Krankenhaus, wie verläuft eine Geburt und was ist die Aufgabe der Hebamme?

Die Autorin steht für Interviews zur Verfügung.

In die Welt gelacht - Hebammen und Mütter erzählen vom Abenteuer der Geburt
Sabine Fisch
In Kooperation mit dem Rudolfinerhaus Wien
ISBN 978-3-902729-69-9
Hardcover, 216 Seiten
Eur 22,00 [A]/21,40 [D]/28,06 CHF UVP
Neuerscheinung Frühjahr 2012, Goldegg Verlag

Schiffssonare lassen Blauwale verstummen

Bootslärm stört auch in mittleren Frequenzen das Walverhalten

San Diego/Kiel - Der Lärm, den der Mensch im Meer verursacht, stört Blauwale in ihrem Verhalten - auch wenn er nicht in Frequenzen der Walgesänge dringt. Das berichten Biologen der University of California in San Diego http://ucsd.edu im Open-Access-Journal “PLoS ONE”. Je nach der Art des Geräusches stoßen die Wale selbst weniger oder mehr Töne aus, so das Ergebnis ihrer Studie. Ihre Gesänge brauchen die Meeresriesen für entscheidende Verhaltensweisen, die von der Nahrungssuche bis zur Paarung reichen.

Mehr Störfrequenzen als vermutet

Die Forscher um Mariana Melcon zeichneten im Pazifik zwei Sommer lang typische Futtersuch-Rufe der Blauwale auf. Erhoben wurden zudem Umgebungsgeräusche wie Wind und Regen, jedoch auch menschenverursachter Schall wie Schiffslärm sowie Sonarsignale in mittlerem Frequenzbereich zwischen ein und acht Kilohertz. Blauwale verständigen sich selbst mit deutlich tieferen Tönen von unter 100 Hertz, wobei der enorme Schalldruck von bis zu 180 Dezibel eine Kommunikation mit Artgenossen über hunderte Kilometer erlaubt.

Die kalifornischen Forscher konnten erstmals zeigen, dass Blauwale auch auf Frequenzen reagieren, die sie selbst nicht nutzen. Je mehr sich die Säuger einem Sonar näherten, desto seltener stießen sie selbst Laute aus, wobei dieser Effekt in einem großen Umkreis eintrat. Bei normalem Schiffslärm zeigte sich das Umgekehrte, denn die Wale waren in dessen Nähe am kommunikativsten. Die Tageszeit spielte dabei keine Rolle. Welche langfristigen Auswirkungen dieser Effekt bringt, bleibt weiterhin ungeklärt.

Ortung auf Kosten der Tierwelt

Schon früher zeigten die Forscher, dass Blauwale lautere Rufe ausstoßen, sobald Schiffe an ihnen passieren. “Der Effekt dürfte ähnlich sein wie bei Singvögeln, die in der Stadt lauter singen müssen, um sich zu verständigen”, berichtet der Fischereibiologe Rainer Froese vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften GEOMAR http://www.ifm-geomar.de , im pressetext-Interview. Schiffe seien durch ihren Lärm nach heutigem Wissensstand kein großes Problem für Wale - abgesehen davon, dass sie bei Kreuzungen mit Walwanderrouten ab und zu mit an der Oberfläche schlafenden Walen zusammenstoßen.

Als weitaus gefährlicher bezeichnet Froese die Schiffssonare. “Militärische Ortungssignale sind teils so stark, dass sie das Hörzentrum und damit auch die Orientierung von Walen beschädigen können. Auffällig ist, dass Massenstrandungen von Walen gehäuft in jenen Regionen vorkommen, in denen es zuvor militärische Übungen etwa zum Aufspüren von U-Booten gab.” Doch auch die Suche nach Erdöl- und Gasfeldern auf dem Meeresboden durch die Industrie dürfte ähnlich verheerende Wirkung haben, verwendet sie doch starke Explosionen unter Wasser.

Link zur Studie: http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0032681 (Ende)

Fehlen von Trinkwasser und Toiletten tödlich

Kinder- und Müttersterblichkeit von Sanitär und Wasser abhängig

Hamilton - Sauberes Wasser und die Verfügbarkeit von Sanitäranlagen deuten nicht nur auf Zivilisationsstandards, sondern sind nötige Voraussetzungen für den Erhalt der Gesundheit. Wie krank das Fehlen dieser beiden Faktoren machen kann, haben Wissenschaftler der United Nations University http://unu.edu nun erstmals in konkrete Zahlen gefasst. Ein direkter Zusammenhang zur Kinder- und Müttersterblichkeit lässt sich herstellen, berichten sie in der Zeitschrift “Environmental Health”.

Rettender Zugang

Die kanadische Forschergruppe wertete Daten zum Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen von 193 Ländern aus und verglich sie mit der Anzahl der Todesfälle der Kinder bis fünf Jahren und jener der Mütter bis ein Jahr nach einer Geburt. Mögliche Störfaktoren wie das Einkommen oder die durchschnittliche Kinderzahl wurden dabei herausgerechnet.

Die Auswertung verdeutlichte: In den Ländern mit dem schlechtesten Zugang zu sauberem Wasser betrug die Kindersterblichkeit das 4,7-Fache jener Länder mit ausgezeichneter Wasserverfügbarkeit, bei der Müttersterblichkeit immer noch das 2,9-Fache. Waren die Sanitäranlagen das Kriterium, unterschieden sich gut und schlecht versorgte Länder bei Kindern um den Faktor 6,6, bei Müttern um den Faktor 3,2.

Durchfall und Behinderungen

“Hauptgrund für die fatale Wirkung von fehlendem Trinkwasser und Toiletten sind Durchfallerkrankungen”, erklärt Studienleiterin Susan Watt im pressetext-Interview. 1,4 Mio. Kinder sterben jährlich an vorbeugbarer Diarrhoe, 88 Prozent davon in Folge mangelnder Sanitär- und Wasserversorgung oder schlechter Hygiene. Vier Prozent aller Todesfälle und 5,7 Prozent der Lebensjahre mit Behinderungen gehen auf die Kappe genau dieser Ursachen. Würde man sie bessern, könnte man laut WHO zehn Prozent aller Krankheiten verhindern.

Die Stärkung der Kinder- und Müttergesundheit sind die Millenniumsziele Nummer vier und fünf, die die UNO bis 2015 umsetzen will. Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen sind dazu zwei Schlüsselstrategien. “Beim Wasser sind wir bisher nicht schlecht unterwegs, bei den Toiletten hat sich die Situation seit 2000 jedoch besonders in den Landregionen weiter verschlechtert”, berichtet UN-Wasserexperte Zafar Adeel gegenüber pressetext. 2015 werden noch immer 2,7 Mrd. Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten und 672 Mio. Menschen kein sauberes Trinkwasser haben.

Vorbild Handy

Erst kürzlich bewiesen Schweizer Forscher, dass eine bessere Sanitärversorgung in Entwicklungsländern das Wurmerkrankungs-Risiko mindestens halbiert. Sanitäranlagen müssen von der blitzschnellen Verbreitung von Handys lernen, fordert Adeel, da etwa schon mehr Inder ein Telefon besitzen als ein Toilette. Nach innovativen Lösungen des Problems sucht derzeit eine Forschungsinitiative der Gates-Foundation. (Ende)

Forscher warnen: Erde hat zweites Ozonloch

Tiefe Temperaturen verstärken Ozonabbau über der Arktis

Karlsruhe - Im vergangenen Winter haben Forscher die massivste Zerstörung der Ozonschicht festgestellt. “Seither kann man von einem Ozonloch über der Arktis sprechen. Auch Kollegen von der NASA haben gesagt, dass man unter den vorherrschenden Bedingungen von einem Ozonloch sprechen kann”, sagt Björn-Martin Sinnhuber, Forscher am Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) http://klima-umwelt.kit.edu , gegenüber zaronews.

Stratosphäre wird kälter

Sinnhuber und sein Team haben die Mechanismen untersucht, die zum ersten Ozonloch über dem Nordpol geführt haben. Ungewöhnlich kalte Temperaturen in der Stratosphäre verursachten die Zerstörung der Ozonschicht über der Arktis. Eine weitere Abkühlung der Ozonschicht kann den Einfluss ozonzerstörender Stoffe wie etwa der Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) verstärken.

Deshalb rechnen die Forscher mit einem wiederholten Auftreten eines Ozonlochs über der Arktis. In der Stratosphäre werden bei Temperaturen unter minus 78 Grad Celsius Chlorverbindungen, die beispielsweise aus FCKW stammen, chemisch so umgewandelt, dass sie die Ozonschicht zerstören.

Ozonloch verfestigt sich

Setzt sich der Trend zu immer kälteren Temperaturen in der Stratosphäre fort, ist für die Zukunft wiederholt mit dem Auftreten eines arktischen Ozonlochs zu rechnen, so eine der Kernaussagen der Studie. “Wir haben dabei herausgefunden, dass ein weiteres Sinken der Temperatur um nur ein Grad ausreichen würde, um zu einer fast vollständigen Zerstörung in einzelnen Bereichen der arktischen Ozonschicht zu führen”, sagt Sinnhuber.

Beobachtungen über die vergangenen 30 Jahre deuten darauf hin, dass die Stratosphäre in kalten arktischen Wintern im Mittel um etwa ein Grad pro Jahrzehnt kälter geworden ist. Die weitere Entwicklung der Ozonschicht wird auch wesentlich vom Klimawandel beeinflusst, so Sinnhuber.

Denn während die Zunahme von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zwar zu einer Erwärmung in den unteren Luftschichten am Erdboden führt, bewirkt dies gleichzeitig eine Abkühlung der darüber liegenden Luftschichten der Stratosphäre, in denen sich die Ozonschicht befindet. (Ende)