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Archiv der Kategorie Politik

Falkland-Konflikt bricht erneut auf

Vermutete Ölvorkommen im Südatlantik sorgen für Spannungen

London/Buenos Aires - Größere Mengen Erdöl vermuten Geologen in der Nähe der südatlantischen Falkland Inseln. Doch die Ausbeutung des Öls des immer noch britischen Archipels stößt den Argentiniern, die die Inseln für sich beanspruchen, auf, wie BBC berichtet. In diesem Jahr soll mit den ersten Bohrungen begonnen werden. Die argentinische Regierung hat daraufhin jeder Ölfirma, die an den Probebohrungen teilnimmt, eine weitere Zusammenarbeit in Argentinien versagt.

In der Vorwoche wurde ein Schiff mit Ausrüstung für das Vorhaben in Argentinien festgehalten. Eine Bohrinsel von den schottischen Highlands ist indessen auf dem Weg zu den Falkland Inseln und soll kommende Woche mit den Bohrungen beginnen, berichtet das Unternehmen Desire Petroleum http://www.desireplc.co.uk.

Krieg von 1982 nicht vergessen

Nach dem Falkland-Krieg, der 1982 nach der argentinischen Invasion auf die Inseln mehr als 900 Todesopfer auf beiden Seiten gefordert hat, hat sich die Frage nach eventuellen Ölabbaurechten nicht gelöst. Das Säbelrasseln über die angeblichen Bodenschätze ist demnach nur eine weitere Episode des immer noch schwelenden Konflikts.

Diese Woche hat die argentinische Präsidentin Cristina Fernandez ein Dekret unterzeichnet, wonach sämtliche Schiffe, die zwischen Argentinien und den Malwinen - wie die Inseln in Argentinien genannt werden - um vorherige Erlaubnis bitten müssen. Kabinettschef Anibal Fernandez sieht in dem Erlass nicht nur die Verteidigung der argentinischen Souveränität, sondern auch aller Ressourcen in der Region.

Disput um Hoheitsgewässer

Betroffen davon sind allerdings nicht nur die Falkland-Inseln, sondern auch der Schiffsverkehr zu den anderen Britischen Territorien Süd-Georgien und den Süd-Sandwich-Inseln. Argentinien bezeichnet die Inseln als illegal von Großbritannien besetzt. Im Notfall wollen die Argentinier die Vereinten Nationen anrufen - wie sie dies schon im Vorjahr getan hatten.

“Die Kontrolle der argentinischen Hoheitsgewässer ist eine Angelegenheit Argentiniens. Sie betrifft die Falkland Inseln nicht”, argumentierte des britische Außenministerium. Zudem setzte man in London auf versöhnliche Töne. “Argentinien und Großbritannien sind wichtige Partner in einer engen und produktiven Zusammenarbeit.” Man habe der argentinischen Regierung angeboten zusammenzuarbeiten. Zurückhaltend äußerte sich auch Phyllis Rendell, die für Bodenschätze zuständige Direktorin der lokalen Regierung auf den Falkland-Inseln http://www.falklands.gov.fk : “Wir dürfen nicht vergessen, dass noch niemand Öl gefunden hat.” (Ende)

Über elf Millionen Deutsche in Armut

Um ein Drittel mehr Betroffene als vor einer Dekade

Berlin - Armut hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland rasant ausgebreitet. Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) http://www.diw.de aufzeigt, hat die Zahl der Betroffenen innerhalb von zehn Jahren um rund ein Drittel zugelegt. Etwa 14 Prozent der Bevölkerung oder 11,5 Mio. Menschen lebten 2008 unter der Armutsschwelle. Von dem steigenden Risiko, in die Armut zu rutschen, seien Kinder und junge Erwachsende besonders betroffen.

Laut Definition der Europäischen Kommission gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. Unter den 19- bis 25-Jährigen lebte den DIW-Angaben zufolge vor zwei Jahren beinahe ein Viertel unter der Grenze. Im Gegensatz dazu stelle Altersarmut aktuell ein vergleichsweise geringes Problem dar. Personen am Ende des Berufslebens oder zu Beginn des Ruhestands würden demzufolge ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko aufweisen. Das auf Durchschnittsniveau steigende Risiko ab 75 Jahren sei auf einen höheren Anteil von Witwen mit geringem Alterseinkommen zurückzuführen.

Armutsrisiko steigt mit Kinderzahl

46- bis 55-Jährige sind dem DIW nach überwiegend berufstätig, über den Abschluss der Bildungskarriere hinaus und daher wenig armutsgefährdet. Bei jungen Erwachsenen mache sich hingegen die längere Dauer der Ausbildung sowie der höhere Anteil an Hochschulabsolventen bemerkbar. Dadurch verzögere sich der Einstieg ins Berufsleben. Darüber hinaus müssten viele Jobsuchende schlecht bezahlte Praktika oder “prekäre Arbeitsverhältnisse” für den Einstieg in die Berufswelt wählen. Der Trend, das Elternhaus früher zu verlassen, erhöhe das Armutsrisiko zusätzlich.

“Insbesondere Familienhaushalte mit mehr als zwei Kindern sind stärker von Armut betroffen”, sagt Joachim Frick vom DIW. Das Risiko steige mit der Kinderzahl. Bei drei liege es bei 22 Prozent, bei vier und mehr Kindern erreiche es bereits 36 Prozent. Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern weisen mit über 40 Prozent eine “weit überdurchschnittliche Armutsrate auf”. Zwar zeige der Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen sowie das Elterngeld Wirkung. Trotzdem bleiben Kinder und Jugendliche einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Finanzielle Unterstützung bekämpfe Symptome, kuriere aber nicht die Ursachen von Armut. (Ende)

Globale Trinkwasserkrise spitzt sich zu

UN-Experte wenig optimistisch: “Millenniumsziel wird nicht erreicht”

Hamilton - Das Ziel der UNO, bis 2015 die Zahl der Menschen ohne Zugang zu Trinkwasser zu halbieren, wird nicht erreichbar sein. Zu diesem Schluss kommt Zafar Adeel, Direktor des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der University of the United Nations http://www.inweh.unu.edu, im Interview. Anlass gab die gestern begonnene Konferenz der UNO-Wasserexperten http://www.unwater.org im kanadischen Hamilton, deren Vorsitz Adeel innehat.

Die bessere Trinkwasserversorgung gehört zu den Entwicklungszielen, die sich die UNO 2000 in der Millenniumserklärung gesetzt hat. Laut dieser sollten bis 2015 zumindest zwei statt wie bisher nur ein Drittel der Menschheit Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser besitzen. Zehn Jahre sind bisher vergangen, doch der UN-Experte versprüht kaum Optimismus, dass das Ziel innerhalb des Zeitlimits erreicht werden könnte. “Während die Versorgung in städtischen Slums teilweise voranschreitet, ist das besonders in ländlichen Gebieten sehr schwierig. Für das Ziel wären viele zusätzliche Mittel für Investitionen notwendig. Erreicht werden muss letztlich jedoch die Vollversorgung”, so Adeel.

Dürre bedroht Afrika und Zentralasien

An mehreren Stellen des Planeten spitzt sich derzeit eine Wasserkrise zu. “Am stärksten betroffen sind große Teile des afrikanischen Kontinents, der mittlere Osten und Zentralasien. Vielerorts liegt hier die Verfügbarkeit von Wasser weit unter dem absolut nötigen Minimum, zudem auch die Qualität des Wassers. Das bedroht die Produktivität und häufig sogar das menschliche Überleben”, erklärt der UN-Experte. Es sei abzusehen, dass sich die Situation vor allem in diesen Regionen zukünftig weiter verschlimmern werde, falls keine nachhaltigen Gegenmaßnahmen in großem Stil eingeleitet werden.

Für eine Besserung der Situation sollten die Industriestaaten diesen Ländern Finanzmittel, technische Ausrüstung und Know-how zur Verfügung stellen. Zudem sei es wichtig, dass sie selbst zu beispielhaften Modellen würden, wie man in Zeiten des Klimawandels mit den schwindenden Wasserreserven umgeht. “Auch in reichen Staaten des Nordens wie etwa in Kanada oder Westeuropa wird die Wasserversorgung immer schwieriger und die Qualität sinkt trotz des vermeintlichen Wasserreichtums. Was den Umgang mit dieser Problematik und deren Verständnis betrifft, sind viele Industrieländer noch Entwicklungsländer.”

Wasser global thematisieren

Die aktuelle Finanzkrise beinhalte laut Ansicht Adeels die Chance, die flächendeckende Wasserversorgung neu und effizienter zu gestalten. Das Thema Wasser müsse daher in internationalen Verträgen eine ebenso wichtige Rolle spielen wie die Ernährungssicherheit, Klimawandel, globaler Frieden und Stabilität. Der UN-Wasserexperte betont jedoch, dass der wichtigste Motor der Umgestaltung die wasserarmen Länder selbst sein sollten. “Besonders vom Privatsektor dieser Staaten sind Impulse zu erwarten.” Dieselbe Ansicht vertreten auch deutsche Wasserexperten. (Ende)

“Die Welt krankt an Konsumismus und Armut”

Club of Rome-Präsident fordert neue Lösungen für die aktuellen Krisen

Wien - Die Überwindung der heutigen Probleme unseres Planeten erfordert Lösungen, die allen Menschen zugute kommen. Zu diesem Schluss kam Ashok Khosla, indischer Firmengründer und Präsident des Club of Rome http://www.clubofrome.org, anlässlich einer Diskussionsveranstaltung am gestrigen Donnerstagabend. Den Rahmen bildete die noch laufende, vom österreichischen Lebensministerium veranstaltete Konferenz “Wachstum im Wandel” http://www.wachstumimwandel.at , bei der Lösungsansätze für sozial verträgliche, gerechte und ressourcenschonende Wirtschaftsweise gesucht werden.

Zu viele Krisen auf einmal

“Die Welt ist mit einem Bündel von Krisen ausgesetzt, wie es bisher nie der Fall war”, so Khosla. Namentlich nennt der indische Experte die Klimakrise, das bereits vollzogene Überschreiten des Ölfördermaximums, die mit starken Preisschwankungen verbundene Wasser- und Ernährungskrise und den Artenverlust, der tausendmal schneller voranschreite als die Evolution fähig sei, Nachschub an neuen Spezies zu liefern. Dazu kämen die finanzielle Instabilität, der rasante Bevölkerungsanstieg sowie Armut und Ungleichheit. “Alles deutet darauf hin, dass dies Zeichen eines Wachstums sind, das nicht nachhaltig ist”, so der Präsident.

Zwei Krankheiten würden die Welt derzeit am meisten bedrohen. “Das ist die erstens die ‘Affluenza’, ein Begriff der für den übermäßigen Verbrauch der Ressourcen geschaffen wurde”, so Khosla. Das Geschick der Welt würden Menschen bestimmen, die jeglichen Bezug zur Realität verloren hätten. Illustrative Symptome dafür seien etwa die Verwendung von Schneekanonen und Heizpilzen im Winter oder auch die hohen Nahrungsmittelabfälle infolge des übermäßigen Konsums. Gefährlich sei jedoch ebenso die von Khosla als “Povertitis” bezeichnete extreme Armut, die sich besonders in der Benachteiligung der Frauen in vielen Entwicklungsländern zeige. “Die Ungleichheit wächst weiter”, so der Experte.

Lösung muss alle berücksichtigen

Nicht nur Prophezeiungen dieser Entwicklungen gebe es schon lange - Khosla verweist auf das 1972 erschienene Buch “Grenzen des Wachstums” - sondern auch Ansätze für deren Überwindung. “Wir müssen neue Lösungen suchen und unser Denksystem ändern. Mahatma Gandhi kann hier als Beispiel dienen, ebenso Franz von Assisi. Es ist nicht möglich, Wachstum auf eine Ebene zu beschränken.” Technische Innovationen, von denen man oft die Rettung erhoffe, seien erst dann nachhaltig, wenn sie auf das Wohl der gesamten Menschheit abzielen. Ein großes Potenzial für solche Lösungsansätze sei in der Natur vorhanden, deren Beobachtung daher entscheidend sei.

Khosla führt an dieser Stelle Beispiele aus seiner eigenen Praxis als Firmengründer an. “Es braucht kleine Lösungen. Webstühle ermöglichen indischen Frauen, ihren Tagesumsatz zu verfünffachen. Eine einfache Presse für die Erzeugung von Ziegeln aus Lehm kann die Wohnsituation von Millionen Menschen verbessern, ohne die Umwelt zu belasten. Unkraut wiederum kann für die Energieerzeugung genutzt werden.” Grundvoraussetzung für die Überwindung der extremen Armut sei jedoch die Förderung der Bildung in den Entwicklungsländern, zudem bedürfe es der Aufwertung der Zivilgesellschaft.

Teiche nicht wie Ozeane behandeln

Per Videoeinschaltung mahnte die aktuelle Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom, das Wachstum nicht auf die Wirtschaft zu beschränken. “Wachsen muss besonders unsere Fähigkeit, mit Diversität umzugehen, und zwar mit der biologischen, institutionellen als auch menschlichen Vielfalt. Denn gibt es keine menschliche Vielfalt und alle an einem Projekt Beteiligten verfolgen denselben Ansatz, so gibt es auch keine neuen Ideen.” Entsprechend müsse man Krisen auf verschiedene Weisen gleichzeitig lösen. “Vernachlässigt man die Vielfalt, ist das wie wenn man mit einem einzigen Rezept das Problem eines Teiches, eines Sees oder eines Ozeans lösen will”, so die Nobelpreisträgerin. (Ende)

Alle Menschen lachen vor Freude

Geräuschausdruck besonders bei negativen Grundemotionen universell

London - Alle Menschen verstehen einander, wenn sie Freude, Wut, Angst und Trauer ausdrücken. Das behaupten Neurobiologen vom Londoner University College http://www.ucl.ac.uk in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Science. In Großbritannien und bei den Himba, einem Naturvolk im Norden Namibias, stellten sie fest, dass Hörbeispiele dieser Emotionen auch dann richtig interpretiert werden, wenn diese aus fremden Kulturen stammen.

Die Forscher um Sophie Scott spielten den teilnehmenden Personen beider Kulturen eine kurze Geschichte in ihrer Sprache vor, die auf eine spezielle Emotion abzielten. Da ging es zum Beispiel um die Traurigkeit einer Person, deren naher Verwandter vor kurzem verstorben ist. Am Ende der Geschichte hörten die Probanden zwei Geräusche - etwa ein Lachen und ein Weinen - wobei die englischen Versuchspersonen die Gefühlsausdrücke der Himba hörten und umgekehrt. Schließlich sollten sie sagen, welches Geräusch am besten zur Geschichte passte.

Lachen ist der älteste Emotionsausdruck

Am besten erkannten beide Versuchsgruppen das Lachen wieder und gaben an, es sei Ausdruck von Freude und könne etwa auch entstehen, wenn man gekitzelt wird. “Wir vermuten, dass das Lachen überall mit dem Kitzeln zusammenhängen kann. Es spiegelt Freude am körperlichen Spiel wieder”, so die Autoren. Lachen habe somit tiefe evolutionäre Wurzeln, die vielleicht aus der spielerischen Kommunikation zwischen kleinen Kindern und ihren Müttern stammen. Ersichtlich sei dies auch bei anderen Tieren - etwa bei Primaten wie beim Schimpansen und bei bestimmten Säugetieren.

Doch nicht alle Töne wurden gleich gut erkannt. Während grundlegende negative Emotionen über Kulturen hinweg ähnliche Geräusche verursachen, scheint das bei den meisten positiven nicht der Fall zu sein. Das konnten die Forscher etwa bei den Reaktionen auf Vergnügen oder auf Stolz über Erreichtes beobachten, die nur innerhalb der eigenen Kultur wiedererkannt wurden. Dass diese Emotionen eher gruppen- oder regionsspezifisch sind, erklären die Forscher damit, dass positiver Gefühlsausdruck oft zwischen Mitglieder derselben Gruppe vereinbart werden könnte, um so Zugehörigkeit und sozialen Zusammenhalt zu signalisieren.

Download des Originalartikels unter http://www.pnas.org/content/early/2010/01/11/0908239106.full.pdf+html (Ende)

Familienprobleme können Kinder dick machen

Soziologe: “Leben im Überfluss braucht Instanz, die Selbstkontrolle lehrt”

Stuttgart - Starkes Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen geht nur auf den ersten Blick auf zu wenig Bewegung und falsche Ernährung zurück. Die gesellschaftliche Entwicklung trägt viel dazu bei, kommen Sozialwissenschaftlicher der Universität Stuttgart http://www.uni-stuttgart.de/soz/tu zum Schluss. In einer großen qualitativen Befragung versuchten sie, Ursachen des frühen Übergewichts zu erheben. Als einer der Schlüsselfaktor zeigte sich dabei die Situation des familiären Umfeldes.

“Nach dem überstandenen Krieg gab es praktisch kein Übergewicht. Das war keine Folge von mehr Beherrschtheit der Menschen, sondern des Mangels“, erklärt Studienautor Michael Zwick im Interview. In der heutigen Überflussgesellschaft sei energiereiche Nahrung immer verfügbar und die Technisierung des Alltags und der Freizeit erlaube ein Leben ohne große Kraftanstrengung. „Um diese Lebensbedingungen zu bewältigen, braucht man ein Maß Selbstdisziplin, also die Fähigkeit, kompetente Entscheidungen zum Wohle der eigenen Gesundheit zu treffen“, so Zwick.

Keiner will erziehen

Die Vermittlung dieser Kompetenzen ist eigentlich Aufgabe der Familie, die diese Funktion jedoch oft nur unzureichend erfüllen kann. „Die Familie schafft es nicht, da sie selbst immer mehr abbröckelt. In den Großstädten wird heute fast jede zweite Ehe geschieden und immer mehr Kinder wachsen mit nur einem Elternteil auf. Doch auch in vollständigen Familien sind die Eltern berufsbedingt häufig abwesend.“ Die gemeinsame Zeit von Eltern und Kindern schrumpfe unentwegt und somit auch die Chance der Eltern, die Entwicklung des Kindes anzuleiten und zu kontrollieren. „Kinder sind sich, wenn es um Ernährung und Freizeitgestaltung geht, oft selbst überlassen und sie erfahren nicht, wie man gesund lebt und entsprechende Regeln anwendet.“

Dieser Funktionsverlust stehe im Zusammenhang mit der Bildung der Eltern. „Weniger Gebildete erlauben den Kindern am ehesten uneingeschränkten Zugang zu Spielkonsole oder Fernsehen, während die Kinder hoch gebildeter Eltern erheblich geringeren Medienkonsum aufweisen und mehr auf gesundheitsverträgliche Einkäufe achten“, erklärt Zwick. Gefährdete Familien seien sich kaum der Problematik, zudem würden sie Kampagnen nicht erreichen. Als Alternative würde sich zwar die Schule anbieten, doch hätten Interviews mit Lehrern im Rahmen der Studie gezeigt, dass diese es ablehnen, neben dem Bildungs- auch den Erziehungsauftrag zu übernehmen.

Schlankwerden braucht Hilfe des Umfeldes

Mediziner resignieren immer wieder angesichts des Booms übergewichtiger Kinder - in Deutschland sind heute etwa vier Prozent dieser Altersgruppe fettleibig und weitere acht Prozent übergewichtig. In den Interviews mit wieder schlank gewordenen Jugendlichen zeigten sich allerdings bestimmte Erfolgschancen der Selbsthilfegruppen. „Betroffene können dabei wichtige Kompetenzen erlernen und sich gegenseitig motivieren, wenn es um gute Ernährung oder sportliche Aktivitäten geht.“ Was in aller Regel fehlt, ist die Ausrichtung spezieller Gruppen für Kinder und Jugendliche sowie die Kostenübernahme durch Krankenkassen.

Entscheidend für dauerhaftes Abnehmen sei die soziale Unterstützung durch Änderungen im Lebensstil in der Familie, das dieser hohes Problembewusstsein abfordere. „Kommt man nach einer erfolgreichen Hungerkur nach Hause und sitzt am Tisch Eltern gegenüber, die weiterhin Schweinshaxen essen und Bier trinken, ist der Jojo-Effekt vorprogrammiert“, so Zwick. Der Spielraum für neues Essverhalten sei allerdings gering, weil tief sitzende Gewohnheiten oft nur schwer korrigiert werden können. Die betroffenen Kinder sind zudem erheblichem sozialen Stress ausgesetzt. „Dicke Jugendliche erleben zumeist massiven Leidensdruck. Zum einen deshalb, weil sie wegen ihrer Ästhetik vergleichsweise geringe Chancen beim anderen Geschlecht haben, zum anderen, weil sie ständigen Spott erleben.“

Politik kann am meisten verändern

Als optimalen Weg für eine Besserung bezeichnet der Stuttgarter Soziologe Änderungen der Rahmenbedingungen. „Würde man die Steuerbegünstigung für Zucker, Öle und Fette aufheben, die Bewerbung besonders energiehaltiger Nahrung verbieten oder deren Ampel-Kennzeichnung durchsetzen, würde das vor allem die Produzenten zum Umdenken bewegen.“ Da der Staat Hausrecht in Schulen habe, sei es kein Problem, mehr auf gesündere Ernährung im Pausenverkauf zu achten. „Doch auch die Stadtplanung sollte sich darauf konzentrieren, die Wohngebiete auf Bewegung, Sport und Fitness einzurichten. Seit Jahrzehnten orientiert man sich vorwiegend an der Verkehrs- und Autofreundlichkeit“, so der Studienleiter. (Ende)

Falsche Klischees über die Realität Suchtkranker

Ethnologen geben Einblick in den Alltag von öffentlich Alkoholisierten

Zürich - Die Lebensrealität jener Randgruppen, die sich an öffentlichen Plätzen aufhalten und Suchtmittel konsumieren, ist den meisten Menschen unbekannt. Zu diesem Schluss kommen Berner Forscher, die die einschlägige Szene in den fünf Schweizer Städten untersucht haben. Mit Unterstützung vom Schweizerischen Nationalfonds http://www.snf.ch wurden dabei 206 Randständige in ethnologischer Feldforschung untersucht und 1.000 Passanten in Interviews befragt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse soll im Frühling in Fachzeitschriften sowie in Buchform erfolgen.

Suchtkranke im öffentlichen Raum sind meist Einheimische. Sie bewegen sich in Gruppen und haben ein Durchschnittsalter von 35 Jahren. “Das junge Alter kommt daher, dass der Einstieg in diese Szene vermutlich oft schon in der Adoleszenz erfolgt, kombiniert mit einer geringeren Lebenserwartung”, berichtet Studienleiterin Corina Salis Gross vom Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung im Interview. Ein zweiter Teil der Forschung betraf die Einstellung und Reaktion der Passanten gegenüber diesen Gruppen.

Schicksal lässt Passanten kalt

Eine häufige Reaktion der Passanten sei die Betroffenheit. “Man sieht kurz hin, wendet dann den Blick ab und geht aus dem Weg. Manche reagieren betrübt, manche verärgert, vor allem wenn sie nicht ausweichen können. Speziell in der Deutschschweiz gab ein Großteil der Passanten an, diese Menschen seien ihnen eigentlich gleichgültig”, so Salis Gross. Der Informationsstand über die Realität der Alkoholiker sei äußerst gering. “Oftmals hören diese Menschen den Zuruf, sie sollten doch eine Arbeit suchen. Die meisten glauben, sie seien arbeitsunwillig, faul und jung”, resümiert die Ethnologin.

Kaum im Bewusstsein sei allerdings die Tatsache, dass kaum jemand freiwillig auf der Straße lebt. “Nur sehr wenige wie etwa manche Punks wählen diese Lebensform bewusst, zufrieden ist damit niemand. In der Regel rutscht man hinein durch eine Verkettung biografischer Umstände”, so die Ethnologin. Jeder dritte wurde bereits sexuell missbraucht, bei Frauen waren es sogar zwei von drei. Ebenso viele gaben an, wegen Krankheit oder Gewalt bereits einmal “fast gestorben” zu sein. Allgegenwärtig sind psychische und physische Leiden wie Gelenk- und Knochenschmerz, Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit bis hin zu Suizidversuchen.

Gruppe bringt emotionalen Rückhalt

Die wichtigste Funktion der Gruppe, in der sich Randständige meist bewegen, ist es, genau in dieser Situation Trost und Verständnis zu liefern. An zweiter Stelle steht der soziale Nutzen wie etwa der Informationsaustausch oder Ratschläge für den Umgang mit Behörden. Auch die Beschaffung von Suchtmitteln wird so erleichtert. Salis Gross hält es für wichtig, die einzelnen Szenen etwa nach ihrem meist homogenen Suchtmittelgebrauch klar zu trennen, da die Prävention erst so abgestimmt werden könne. “Alkoholkranke sind etwa froh, dass sie noch keine Fixer sind. Es besteht eine Hierarchie zwischen den Gruppen”, so die Forscherin.

Wenig haltbar sei auch die Vorstellung, dass die Menschen auf der Straße schlafen. “Drei von vier besitzen eine feste Unterkunft oder wohnen zumindest vorübergehend bei einem Freund, besonders im Winter”, so Salis Gross. Neben Geldabholungen von Verwandten und dem eher seltenen Betteln kommen auch Gelegenheitsjobs vor. “Sobald sie sich in einer ’sauberen Phase’ sehen, suchen viele eine Arbeit, etwa auf einer Baustelle. Diese ist jedoch oft auf kurze Zeit beschränkt.”

“Suchtkranke haben gesellschaftliche Aufgabe”

“Jede Gesellschaft besitzt eine Ordnung, die Sicherheit und Herrschaft symbolisiert. Zu ihrem Strukturerhalt braucht es jedoch auch Orte und Zeiten, in denen eine Antikultur mit Gegenwelten erlaubt ist”, erklärt Salis Gross. Die Verdrängung der Suchtkranken durch Errichtung von Konsummeilen - zunächst in Bahnhöfen, aktuell in Innenstädten - lasse sie nun von einem Ort zum nächsten hetzen. “Damit komme ein Gegenbild des allgemeinen Trends hin zur Hochleistung abhanden”, so die Analyse der Sozialwissenschaftlerin.

Das Schweizer Modell des Umgangs mit den Suchtkranken sieht Salis Gross allerdings als richtungsweisend. “Zumindest die ‘best-practice’-Modelle sind auf den vier Säulen Prävention, Therapie, Überlebenshilfe und Unterstützung sowie Repression aufgebaut. Ziel ist es, immer alle vier Pfeiler gleichzeitig anzubieten und den Betroffenen die Möglichkeit zu eröffnen, eine Therapie für ihre Suchtkrankheit zu bekommen. Denn von alleine schaffen sie den Ausstieg in der Regel nicht”, so die Forscherin. (Ende)

Mangel an Wasserexpertise in der Dritten Welt

Schulterschluss staatlicher Versorger mit lokalen Privatanbietern

Witten/Wien - Den öffentlichen Wasserversorgern der Dritte-Welt-Ländern mangelt es vielmehr an Fachwissen als an Geld. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage von Umwelttechnikern der Universität Witten/Herdecke http://www.uni-wh.de unter 150 Führungskräften staatlicher Wasserbetriebe aus allen Kontinenten. Die Entwicklungshilfe der Industriestaaten solle die Wissenschaft mehr einbinden, um neue Lösungen zu entwickeln und Aus- und Weiterbildung von Wassertechnikern zu fördern, so die Schlussfolgerungen der Forscher.

Versorgung wird immer schwieriger

Die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser wird in Entwicklungsländern immer schwieriger. Während es in den wasserreichen Industriestaaten schon lange flächendeckende Anschlüsse gibt, ist das hier oft nicht der Fall. “Die großen Städte wachsen extrem. Mit der zunehmenden Bevölkerung schrumpft die Wassermenge, die pro Kopf zur Verfügung steht”, berichtet Studienautor Michael Harbach im pressetext-Interview. Ein im April anlässlich der Weltwasserkonferenz in Istanbul präsentierter Bericht nennt auch den Klimawandel als Faktor, der das Wasservorkommen in den Ländern des Südens verringert.

Da angesichts dieser Situation die staatlichen Versorger in immer größere Bedrängnis geraten, hält auch die Diskussion um die Privatisierung des Wassers an. Diese werde in Entwicklungsländern ebenso emotional geführt wie im Norden, berichtet Harbach. “Zu unserer Überraschung ist bei den staatlichen Wasserversorgern selbst die Meinung nur wenig verbreitet, dass das Wasser in Bürgerhand zu bleiben hat. Vielmehr dominiert das Ziel, die Versorgung der Kunden zu erreichen - notfalls durch Schulterschluss mit der Privatwirtschaft”, so Harbach. Viel mehr als internationalen Konzernen vertraue man allerdings lokalen Privatanbietern, sofern diese das nötige Know-how einbringen könnten.

Global Players als Wissensvermittler

Denn gerade an Fachwissen über Technologie und Management-Praktiken mangle es den staatlichen Versorgern, so ein Ergebnis der Studie. Einerseits würden die in Weiterbildungs-Konferenzen vermittelten Inhalte kaum im Betriebsalltag umgesetzt, andererseits wanderten fähige Wasserfachleute meist in besser bezahlte Jobs der Privatwirtschaft und der Industrieländer ab. Harbach sieht Modelle des Franchisings als mögliche Lösung. “Die internationalen Player werden dabei zu Trägern des Know-hows für die lokalen Privatbetreiber, wodurch diese für die Banken kreditwürdiger werden.” Sicher zu stellen sei dabei allerdings die Refinanzierung durch den Betreiber sowie dessen lokale Akzeptanz.

“Grundsätzlich ist bei privater Versorgung die kritische Betrachtung immer wichtig. Wasser ist nicht dafür geeignet, große Profite zu machen”, warnt die Ökologin Karo Katzmann, Autorin des Buches “Schwarzbuch Wasser”, gegenüber pressetext. Global Players seien in Entwicklungsländern vor allem interessiert, in den Megacitys tätig zu werden und mit dem Argument, auch strukturschwache Gebiete zu erschließen, die Behörden zu überreden. “Oft werden diese Verträge dann nicht erfüllt. Manchmal werden sogar vorhandene Brunnen geschlossen, um die Menschen von der Belieferung abhängig zu machen”, so die Umweltexpertin.

Garantien für die Ärmsten notwendig

Der Vorschlag der Wittener Forscher, ein Kooperationsmodell anzustreben, begrüßt allerdings auch Katzmann. “Private Beteiligung kann das Problem überbrücken, dass staatliche Anbieter oft nicht wissen, wie das Netz saniert werden kann.” Damit der Zugang zu Wasser als Menschenrecht verwirklicht werden könne, sollte man jedoch den Ärmsten zumindest die lebensnotwendige Menge an Trinkwasser kostenlos zur Verfügung stellen. “Das wäre ein Sockelbetrag von rund 20 Litern pro Tag. Dieses von der WHO festgesetzte Minimum entspricht einer halben Klospülung.” (Ende)

Biopestiziden steht große Zukunft bevor

Konsumenteninteresse sorgt für Boom an Chemie-Alternativen

Frankfurt/Main - Biologische Alternativen zu chemisch-synthetischen Pestiziden erfreuen sich in Westeuropa und Nordamerika an zunehmender Nachfrage. Zu diesem Schluss kommt die internationale Unternehmensberatung Frost & Sullivan http://www.chemicals.frost.com in einer Studie. Berechnungen ergaben, dass in beiden Regionen gemeinsam der Umsatz an Biopestiziden bis 2015 von derzeit 590 auf 1.020 Mio. Dollar steigen wird. Berücksichtigt wurden dabei die Sektoren mikrobielle Biopestizide, Nutzinsekten und biochemische Pestizide.

Supermärkte als Motoren

Der wichtigste Grund für diese Entwicklung dürfte Konsumentennachfrage sein. “Weltweit verlangen Supermärkte immer mehr Chemikalien-freie Produkte oder biologisch erzeugtes Obst und Gemüse. Wichtige Impulse gehen dabei von großen US-Ketten wie Wal-Mart und Tesco aus, doch auch die großen deutschen Händler haben sich diesem Trend angeschlossen. Das erhöht die Nachfrage nach Biopestiziden deutlich”, so Frost & Sullivan-Analyst Yeshwanth Kumar Desikamani im Interview. Unterstützend hätten sich auch Maßnahmen von Regierungen zur Reduktion von Chemikalien im Ackerbau oder von Rückstandshöchstmengen ausgewirkt.

Derzeit könne man die Biopestizid-Erzeugung noch als Nischensegment innerhalb des landwirtschaftlichen Ernteschutzes bezeichnen, so Desikamani. “Die meisten Firmen spezialisieren sich auf ausgewählte Geschäftsbereiche innerhalb der Biopestizide, deshalb fallen Vergleiche über die Marktführerschaft schwer.” In Sachen Pheromone hätte die Firma Suterra die Nase vorne, Koppert bei Nutzinsekten und Valent Bioscience bei mikrobiellen Biopestiziden, biochemischen Pestiziden und Pflanzenwachstums-Regulierern.

Potenzial würde durch Weiterentwicklung steigen

Biopestizide haben mehrere Vorteile gegenüber ihrer chemisch-synthetischen Konkurrenz. Sie sind weniger toxisch, erlauben selektiven Einsatz, lassen sich mit integriertem Pflanzenschutz vereinbaren und können dadurch auch im Öko-Landbau verwendet werden. Desikamani betont jedoch, dass sie bisher noch nicht als eigenständige Lösung zur Behandlung von Pflanzenkrankheiten oder als Mittel zur Schädlingsbekämpfung ansehen dürfe. “Nutzinsekten kann man zwar gegen Schädlinge einsetzen, doch gelingt es ihnen noch nicht, Pilze, Bakterien oder Viren zu bekämpfen.”

Zur Aufholung dieses Rückstandes empfehlen die Experten, ein Produkt zu entwickeln, das auf Basis von Nutzinsekten und eines Biofungizids Nützlinge und andere lebende Organismen nicht gefährdet. Das könnte eine “Integrierte Schädlingsbekämpfung” auf biologischer Basis ermöglichen, bei der Experten Insektenschädlinge und Pflanzenkrankheiten vom Zeitpunkt der Aussaat bis zur Ernte ständig per Fallen und Köder überwachen und bei Befallszunahme entsprechend mit mehr Biopestiziden reagieren. “Würde diese Integrierte Schädlingsbekämpfung durchgesetzt, könnte der Sektor noch viel mehr boomen”, so der indische Analyst. (Ende)

Abwrackprämie ist das Wort des Jahres 2009

Interview mit GfdS-Geschäftsführerin Prof. Dr. Karin M. Eichhoff-Cyrus http://www.tolingo.de wurde erstmals das Wort des Jahres zeitgleich in 12 Sprachen übersetzt - die interessanten Ergebnisse sind dieser Pressemitteilung als pdf beigefügt http://img.pte.at/files/binary/4815.pdf).

Die Wahl wird seit 1971 von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) durchgeführt. Die GfdS ist eine politisch unabhängige Vereinigung zur Pflege und Erforschung der deutschen Sprache. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Sprachentwicklung kritisch zu beobachten und auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung Empfehlungen für den allgemeinen Sprachgebrauch zu geben.

Zu den in der Öffentlichkeit bekanntesten Aktionen zählen neben der Wahl “Wörter des Jahres” auch die Übersicht “Die beliebtesten Vornamen” und alle zwei Jahre die Verleihung des “Medienpreises für Sprachkultur”.

Weniger bekannt sind die eigentlichen Arbeitsschwerpunkte der GfdS: Ein Redaktionsstab beim Deutschen Bundestag und ein Redaktionsstab Rechtssprache beim Bundesministerium der Justiz prüfen als interne Beratungsstellen Gesetzentwürfe, Verordnungen usw. auf sprachliche Richtigkeit und Verständlichkeit. Darüber hinaus beantworten Sprachberaterinnen und Sprachberater Fragen von Privatpersonen, Firmen, Behörden und Institutionen zur Rechtschreibung und Grammatik, zu Stil und Ausdruck, prüfen Texte und erarbeiten Gutachten. Wichtige Bereiche sind die Beratung bei Problemen der Vornamengebung sowie bei der Deutung und Herkunft von Familiennamen (weitere Infos und Kontaktdaten, Kosten der Services siehe http://www.gfds.de).

Langjährige Geschäftsführerin der GfdS ist Prof. Dr. Karin M. Eichhoff-Cyrus.

Frau Prof. Eichhoff-Cyrus, welche Wörter sind Ihre Lieblingswörter der vergangenen Jahre? Arzneimittelausgabenbegrenzungsgesetz, Gammelfleisch, Elchtest, Generation @ oder andere Wörter?
Andere Wörter, z. B. das Wort des Jahres 1971 “aufmüpfig” oder auch “die neuen Bundesländer”. Dieses Jahreswort von 1990 besteht ja eigentlich aus drei Wörtern, war 1990 neu, und diese Bezeichnung hat sich im Sprachgebrauch durchgesetzt. Auch das Wort des Jahres 1996 finde ich interessant: “Sparpaket”. An Beispielen wie “Sparpaket” und “Spargesetz” sieht man, dass das Wort “sparen” in verschiedenen Bedeutungen verwendet werden kann, einmal im Sinne von ansparen, also zurücklegen, und einmal im Sinne von einsparen, also nicht ausgeben. In den Spardiskussionen des Jahres 1996 spielte nur die zweite Bedeutung eine Rolle.

Welcher Personenkreis wählt die Wörter des Jahres aus? Wie ist der Ablauf der Wahl?
Der Hauptvorstand der Gesellschaft für deutsche Sprache und die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentrale. Ausgewählt werden Wörter, die jahrestypisch sind, die neu sind oder neu verwendet werden und auch für eine große Gruppe der Bürgerinnen und Bürger relevant sind, also häufig vorkommen. Allerdings ist eine Zählstatistik nicht die Grundlage. Wir beobachten das ganze Jahr über den öffentlichen Sprachgebrauch anhand der Medien.

Insbesondere die älteren Bundesbürger meinen, dass die deutsche Sprache immer mehr “verkomme”. Wie schätzen Sie die Entwicklung der deutschen Sprache in den letzten Jahrzehnten ein?
Die deutsche Sprache unterliegt einem Sprachwandel, wie alle anderen Sprachen auch. Dass die Sprache “verkommt” oder ein sogenannter Sprachverfall beklagt werden müsse, das sehe ich nicht. Die Sprache verändert sich und das ist eine ganz normale Erscheinung.

Prof. Dr. Rudolf Hoberg, der Vorsitzende der GfdS, vertritt die Meinung, dass wir mit der heutigen Sprache ein Instrumentarium besitzen, “das reicher und differenzierter ist als je zuvor und um das uns frühere Generationen zweifellos beneiden würden”. Teilen Sie seine Meinung und wenn ja, warum?
Ja, wir haben heute z. B. einen wesentlich größeren Wortschatz.

Wer legt in Deutschland eigentlich fest, ob ein neues Wort zum “offiziellen Wort” der deutschen Sprache wird? Früher stand dafür der Eintrag im Duden. Wie ist das heute geregelt?
Dafür sorgt in erster Linie die Sprachgemeinschaft selbst. In den Wörterbüchern werden neue Wörter dann aufgenommen. Das wird auch weiterhin in der Dudenredaktion und anderen Wörterbuchredaktionen gemacht.

Beklagt wird seit Jahren ein “Sprachpansch” durch Anglizismen. Ist das ein unaufhaltsamer Trend. Ist die deutsche Sprache noch zu retten?
Die deutsche Sprache muss nicht gerettet werden. Sie hat immer Fremdwörter aufgenommen, früher aus dem Lateinischen, dann aus dem Französischen und jetzt vorwiegend aus der englischen Sprache. Anglizismen gibt es im Übrigen nicht nur in der deutschen Sprache. Da nun mal Englisch heute “Lingua franca”, also weltweite Verkehrssprache ist, beeinflusst es alle Sprachen.

Ist die deutsche Sprache weltweit auf dem Rückzug oder auf dem Vormarsch?
Deutsch bewegt sich nach den Befunden mehrerer Untersuchungen hinsichtlich der Anzahl der Muttersprachsprecher zwischen Rang 6 und Rang 11 der Sprachen der Erde. Chinesisch, Englisch, Hindi, Spanisch und Russisch liegen nach allen Zählungen vor Deutsch.

Jede Sprache lebt von ihrem Wandel. Welche Wörter der deutschen Sprache hätten es verdient, wieder häufiger verwendet zu werden?
Wörter, die nicht mehr gebraucht werden oder nicht mehr akzeptiert werden, gelten als “veraltet” und verschwinden aus einer Sprache. Ein Beispiel ist das Wort “Fräulein”. Heute wird nicht mehr akzeptiert, dass eine Frau sich erst über einen Mann identifizieren muss, bevor sie mit “Frau” angeredet wird. Bei manchen Wörtern mag man bedauern, dass sie als veraltet gelten, ein Beispiel aus meiner Sicht ist das Wort “Antlitz”.

Was sind für Sie die schönsten Wörter der deutschen Sprache?
Darüber hat das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sprachrat, in dem die Gesellschaft für deutsche Sprache Mitglied ist, nach einem internationalen Wettbewerb ein Buch veröffentlicht. Die ersten drei Plätze bei der Auswahl der schönsten deutschen Wörter belegen “Habseligkeiten”, “Geborgenheit” und “lieben”.

Die Wörter des Jahres 2009 sind 1. Abwrackprämie; 2. kriegsähnliche Zustände; 3. Schweinegrippe; 4. Bad Bank; 5. Weltklimagipfel; 6. Deutschland ist Europameisterin; 7. Twittern; 8. Studium Bolognese; 9. Wachstumsbeschleunigungsgesetz; 10. Haste mal ´ne Milliarde?

Abwrackprämie - das Wort des Jahres 2009 - wurde von der Hamburger Firma tolingo in 12 Sprachen übersetzt, darunter ins Englische, Finnische, Russische und Arabische. Die Übersetzungen sind dieser Pressemitteilung als PDF beigefügt. Ebenso die Übersetzung des drittplazierten Wortes Schweinegrippe.

In einem weiteren PDF-Anhang zu dieser Meldung findet man Übersetzungen früherer Wörter des Jahres; diese können jederzeit auch über http://www.pressetext.de abgerufen werden. Dazu im Suchfeld auf der pressetext-Startseite einfach “Wort des Jahres” eingeben.

Passend zur Jahreszeit hat tolingo auch einige Weihnachts- und Neujahrsbegriffe übersetzen lassen, siehe dazu im Anhang das PDF Nummer 4 und/oder Infos auf http://www.pressetext.de.

Mehr Infos und Kontakt:
Zentrale der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)
Spiegelgasse 13
65183 Wiesbaden
Tel. 0611-99955-0
Fax: 0611-99955-30
E-Mail: sekr@gfds.de
Internet: http://www.gfds.de

Rebellenkriege sind vorhersehbar

US-Forscher: Konflikte als universelles Gesetz

Miami/Zürich - Willkürliche Attacken aus dem Hinterhalt und mysteriöse Angreifer sind die Markenzeichen von Rebellenkriegen wie sie derzeit in Afghanistan oder im Irak ausgefochten werden. Viele Sozialforscher und auch Militärexperten sind der Meinung, dass diese Kriege ebenso wie konventionelle Bürgerkriege, nicht vorhersehbar sind ohne lokale Faktoren wie Geographie und Politik zu berücksichtigen. Nun haben Forscher ein mathematisches Modell entwickelt, das diesen Rebellenkriegen gemeinsame Muster zugrunde liegen, die Angriffe und sogar die Opferzahlen vorhersehbar machen.

“Wir haben entdeckt, dass die Art und Weise, wie Menschen diese Rebellenkriege führen - inklusive dem Zeitpunkt der Attacken und der Opferzahlen - universell ist”, so Studienleiter Neil Johnson von der University of Miami http://www.miami.edu in Florida. “Das verändert die Denkweise wie wir glauben, dass Aufstände zustande kommen”, schreibt der Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature. Das Hauptargument für ihre Annahmen finden die Forscher in der fehlenden Kohärenz einer Kommandozentrale.

Mediale Aufmerksamkeit als Auslöser

Da es an einer gemeinsamen zielgerichteten Kriegsführung mangelt und die Angreifer in verschiedenen Gruppen operieren, die sich zu Zellen zusammenschließen und bei Gefahr wieder lösen, sind gewisse Grundmuster erkennbar. Das Timing der Attacken hänge mit der Konkurrenz der Rebellengruppen um mediale Aufmerksamkeit zusammen.

Johnson, der einen Teil seiner Forschungsarbeit vorab dem US-Militär überlassen hat, glaubt damit, einen guten Einblick ins Herz des Rebellenverhaltens zu bekommen. “Wir bekommen einen Sinn dafür, was abgeht und vor allem, was passieren könnte, wenn wir in bestimmter Art intervenieren.” Derzeit arbeitet der Forscher daran, vorherzusagen, wie die Rebellen in Afghanistan auf die Präsenz von ausländischen Truppen reagieren werden.

54.000 Angriffe in neun Kriegen analysiert

Insgesamt hat das Team 54.000 Angriffe in neun Rebellenkriegen unter die Lupe genommen. Darunter auch jenen im Irak zwischen 2003 und 2008 und in Sierra Leone zwischen 1994 und 2003. Das Team kommt zum Schluss, dass ein Rebellenkrieg einem ungefähren Kraftgesetz entspricht, in dem die Frequenz der Attacken mit zunehmender Attackengröße abnimmt. Das bedeutet, dass bei jedem der Rebellenkriege ein Angriff mit zehn Opfern um 316 mal wahrscheinlicher ist als einer mit 100 Opfern. Das Ergebnis bezeichnet Johnson als überraschend, da diese Kriege in verschiedenen Regionen unter verschiedenen Umständen stattgefunden haben.

Nicht bei allen Forscherkollegen stößt die Analyse auf Begeisterung. “Die Untersuchung hat zwar das Potenzial, das Wissen über Kriegsführung zu verbessern, allerdings gehen die Autoren zu weit, daraus ein universelles Gesetz zu machen”, meint Lars-Erik Cederman Forscher am Internationalen Konfliktforschungsinstitut der ETH Zürich http://www.icr.ethz.ch gegenüber der Presse.

Cederman zeigt sich auch skeptisch hinsichtlich der nicht näher spezifizierten Datensätze, die in dieser Studie verwendet wurden. “Eine Vorhersehbarkeit im Sinne einer Risikoabschätzung scheint durchaus möglich. Allerdings ist diese aufgrund der Komplexität sehr schwierig.”

Cederman ist Teil einer Forschergruppe, die Rebellenkriege ähnlich wie normale Kriege beurteilen. “Natürlich können Terroranschläge ein Wettstreit um mediale Aufmerksamkeit sein. Es bleibt aber unklar, ob Rebellenkriege das gleiche Motiv haben”, so der Experte. (Ende)

“Frauen sollen lernen, selbstbewusster mit ihren Talenten umzugehen”

Interview mit GABAL-Geschäftsführerin U. Rosengart über Bücher, Lernen, Karrier

Offenbach/Wiesbaden (pts/16.12.2009/15:00) - “Faszination Lesen - die Wochenschau” stellt in den nächsten Wochen und Monaten ausgewählte Verlage vor, die sich mit viel Engagement, Kreativität und Qualität im Buchmarkt einen Namen gemacht haben; und bei denen Lesen und Lernen zum faszinierenden Erlebnis wird. Den Anfang macht der Offenbacher GABAL-Verlag (http://www.gabal-verlag.de ), ein Spezialist für die leicht verständliche Vermittlung von Bildungsinhalten mit den Schwerpunkten “Beruf & Karriere”, “Management & Training” sowie “Persönlichkeit & Erfolg”. Ursula Rosengart, seit 2001 Geschäftsführerin des Verlages, versteht es, viele der Management-Inhalte aus dem Verlagsprogramm erfolgreich für das eigene Unternehmen umzusetzen. Der “Wochenschau” gab sie im Interview Auskunft über die Erfolgsstrategien von GABAL.

Frau Rosengart, der Wirtschaftsverlag GABAL feierte in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum. Bei welchen Themen und Angeboten sehen Sie den Verlag auch in der Zukunft “Jenseits vom Mittelmaß” (GABAL-Bestsellertitel von Hermann Scherer).
Das Besondere unserer Titel ist sicherlich die klare Gestaltung mit Themen “aus der Praxis für die Praxis”. Alle unsere Titel werden mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Und nicht zuletzt unsere Reihe book@web (Bücher mit kostenlosem Internetworkshop) ist innovativ und einzigartig auf dem Markt. Das gesamte Team ist Service-orientiert und innovativ. Wir sind mit unseren Ideen häufig Vorreiter auf dem Markt.

Der GABAL-Verlag setzt bei den Lern- und Trainings-Titeln verstärkt auf multimediale Konzepte. Welchen Stellenwert wird das Buch hier in den nächsten fünf Jahren noch haben?
Das Buch wird hier sicher einen großen Stellenwert haben. Immer da, wo ich längere Texte bearbeiten muss, wo lineare Informationen wichtig sind, wird das Buch sicher bleiben. Schnelle (evtl. auch vergängliche) Informationen werden über das Netz abgerufen werden. Um multimedial dann das Gelesene und Gelernte zu üben, dafür ist das Netz sicher sehr gut. Außerdem spielt beim Buch die Haptik eine große Rolle. Die Menschen wollen nicht alles am PC erledigen.

FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher fordert in seinem neuen Buch “Payback” ein neues Denken: Kreativität, Toleranz und die Fähigkeit, mit Unberechenbaren umzugehen. Inwieweit greift auch der GABAL-Verlag in seinem Programm dieses Thema auf?
Gerade dies sind die Themen in unseren Programmen. Wir haben uns den sogenannten “Soft Skills” verschrieben, die in Zukunft wichtig sein werden. Themen wie “Lernen lernen”, “Kreativität”, “Konflikte be- und verarbeiten” etc. sind in der heutigen Arbeitswelt wichtiger denn je. Die Menschen wissen, dass sie topp ausgebildet sein müssen.

Kompetentes Wissen in kurzer Zeit zu einem geringen Preis zu vermitteln ist eine der Erfolgsgeschichten des Verlags. Wie wird diese “30-Minuten-Reihe” weiter ausgebaut?
Wir haben im Frühjahr 2010 unter anderem folgende Themen: “Basiswissen Wirtschaft”; “Power-Gedächtnis”, aber auch einen Titel zu “Twitter, Facebook, Xing & Co” und kommen mit der einmaligen Sonderausgabe unseres Bestsellerautors Lothar Seiwert “Die Zeitmanagement-Toolbox” (5 x 30-Minuten-Bände im Schuber zu 25,00 €).

Ratgeber-Bücher für z.B. “Beruf & Karriere”, “Lehren & Lernen”, “Marketing & Verkauf” unterliegen einem harten Wettbewerb. Was macht hier der GABAL-Verlag besser als andere?
Zunächst einmal sind unsere Autoren alle Trainer und unterrichten die Themen, über die sie schreiben. Das heißt: Alle Titel sind inhaltlich immer “aus der Praxis - für die Praxis”. Der Leser hat mit unseren Titel immer auch ein kleines Seminar in Händen mit sehr vielen Übungen, Abbildungen und Merksätzen. Er wird durch das Thema geführt. Alle Titel werden handwerklich hochwertig bearbeitet und gehen erst dann auf den Markt.

Einer der aktuellen GABAL-Bestseller heißt: “Fleißige Frauen arbeiten, schlaue steigen auf”. Untertitel: “Wie Frauen in Führung gehen”. Was können Frauen durch die Lektüre dieses Buches lernen? Und was müssen Männer fürchten?
Frauen sollen lernen, selbstbewusster mit ihren Talenten umzugehen. Frauen sind häufig viel besser ausgebildet, aber sie trauen sich nicht, in die Führungsrolle zu gehen. Männer müssen hier nichts fürchten, denn die Erfahrung zeigt, dass die Mischung (Frauen UND Männer in Führungsrollen) die Erfolge bringt.

TV-Coach und Gesundheitsexperte Stefan Frädrich hat seine beliebte “Günter”-Reihe gerade um den Titel “Günter, der innere Schweinehund, wird Chef” erweitert. Dabei gelten die Deutschen doch immer noch als vergleichsweise diszipliniert und fleißig. Wer soll sich von diesem Buch angesprochen fühlen?
Alle, die im Bereich der “Führung” arbeiten. Es geht um Führungsstile, darum, wie oft Konflikte verdrängt werden, wie man als Führungskraft den richtigen Weg für sich findet etc. 100 Tipps, natürlich wie immer mit den fröhlichen Illustrationen von Timo Wuerz.

“Die Zeit” titelte vor Kurzem: “Ein Land verlernt das Lesen”. Müssen wir uns jetzt ernsthaft Sorgen machen um die Buchverlage in Deutschland?
Ich glaube weder, dass die Menschen das Lesen verlernen, noch dass wir uns Sorgen machen müssen. Wenn Sie schauen, wie viele jüngere Menschen sich im Netz tummeln - und all das, was man dort tut, besteht aus Lesen und auch Schreiben. Die Themen müssen interessant sein, gut aufbereitet und nutzvoll - dann kann es einem gar nicht bange sein.

Wie wichtig ist heutzutage, auch bei Ratgebern und Informationen für Manager, ein kreativer, aufmerksamkeitsstarker Titel, z.B. “Eat that Frog”? Haben rein sachliche Titel keine Verkaufschance mehr?
Natürlich ist der Titel wichtig, aber er muss auch zum Inhalt passen. Wir haben auch viele sachliche Titel wie z.B. “Visualisieren, präsentieren, moderieren” - seit Jahren ein absoluter Bestseller. Wichtig ist, dass der Titel mit dem Inhalt korrespondiert und neugierig macht.

Als Zielgruppe sieht der GABAL-Verlag nach eigenen Angaben vor allem aufstiegsorientierte und karrierebewusste Menschen, die sich im Berufs- und Privatleben weiterbilden möchten. Welche drei Titel empfehlen Sie als Erstlektüre?
* Stephen R Covey: Die 7 Wege zur Effektivität - Prinzipien für persönlichen und beruflichen Erfolg
* Josef Seifert: Visualisieren, präsentieren, moderieren
* Lothar Seiwert: 30 Minuten für optimales Zeitmanagement

Sie sind seit 2001 Geschäftsführerin des Verlags und damit selbst aufstiegsorientiert und karrierebewusst. Was waren und sind Ihre beruflichen Erfolgsrezepte?
Das wichtigste Rezept ist sicher, dass ich das, was ich tue, sehr gerne mache. Mein Beruf füllt mich aus und macht mir jeden Tag Freude. Ich glaube, dass Erfolg nur so möglich ist.

Fotowettbewerb
Unter http://www.faszination-lesen.de kann jetzt jeder seine kreativsten, originellsten, lustigsten, faszinierendsten Bildmotive und -Ideen zum Thema Lesen veröffentlichen und einen von vielen Preisen im Gesamtwert von mehreren tausend Euro gewinnen. Die nächste “Faszination Lesen”-Wochenschau erscheint am 5. Januar. Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern angenehme Feiertage.

“Faszination Lesen - die Wochenschau”
Der bundesweite Info- und Pressedienst “Faszination Lesen - die Wochenschau” erscheint jeden Dienstag auf http://www.pressetext.de und kann kurz darauf auch auf dem neuen Info- und Wettbewerbs-Portal http://www.faszination-lesen.de nachgelesen werden. Für ein kostenfreies E-Mail-Abo auf der pressetext-Website http://www.pressetext.de registrieren und als Suchwort / Monitorwort “Faszination Lesen” eintragen. Bei Interesse an darüber hinaus gehenden Nachrichten und Informationen zum Themenbereich Kultur/Lifestyle, dieses Themenressort einfach anklicken und Sie erhalten zusätzlich die neuesten Nachrichten aus diesem Bereich zugesandt.

Herausgeberin von “Faszination Lesen - die Wochenschau” ist die PANAMEDIA COMMUNICATIONS GmbH, Rudolf-Vogt-Straße 1, 65187 Wiesbaden, Website: http://www.panamedia.de ; E-Mail: info(at)panamedia.de , Tel.: +49-(0)611-26777-0, Fax: +49-(0)611-26777-16. Partner von “Faszination Lesen” sind u. a.: MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels, ZVAB - Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher, Büchergilde, BÜCHER, Libri, improved reading, PersonalNovel, GABAL Verlag, Die Buchmanufaktur, globell.

Veröffentlichung einzelner Beiträge bei Quellenangabe “Faszination Lesen” ist erlaubt, mit Bitte um Angabe von Medientitel und Veröffentlichungsdatum an info(at)panamedia.de . (Ende)

Japan und Norwegen halten an Walfang fest

Trotz internationaler Proteste: Harte Zeiten für Meeressäuger

Hamburg/London - Umweltschützer haben Norwegens Entscheidung, zukünftig noch mehr Wale zu töten, scharf kritisiert. Im kommenden Jahr dürfen norwegische Walfänger 1.286 Minke-Wale erlegen. Das sind um 400 Tiere mehr als in diesem Jahr. Diese Woche hat der japanische Außenminister Katsuya Okada in einem Interview mit dem australischen Fernsehsender ABC angekündigt, dass auch die neue Regierung der Inselnation am Walfang festhalten wolle.

Wörtlich zitiert ABC den Außenminister mit den Worten: “Wir denken nicht, dass es zu diesem Zeitpunkt eine Notwendigkeit gibt, unsere Walfang-Politik zu überprüfen.” Umweltorganisationen - darunter auch der internationale Tierschutz-Fonds IFAW http://www.ifaw.org - hatten mit der neuen Regierung auf einen Politikwechsel gehofft.

Jagd trotz geringer Nachfrage nach Walfleisch

“Wir hatten erwartet, dass Norwegen entweder die Quote von 2009 einhält oder diese weiter nach unten setzt, nachdem die Nachfrage nach Walfleisch abnimmt”, meint Kate O’Connell von der Whale and Dolphin Conservation Society http://www.wdcs.org. Für Überraschung sorgte auch die Tatsache, dass Norwegen in diesem Jahr nur 50 Prozent seiner Minke-Wal-Quote von 885 Tieren getötet hat.

“Obwohl die Walfang-Saison in Norwegen um einen Monat bis Ende September verlängert wurde, konnten die Walfänger keine Käufer für ihre Produkte finden”, so O’Connell. Tatsächlich war die Nachfrage bereits im Juni so miserabel, dass die Jagd auf die Meeressäuger vorübergehend eingestellt wurde.

Japan argumentiert mit Essgewohnheiten

“Es ist enttäuschend, dass die neue japanische Regierung ihre Position zum Walfang nicht überdenken will,” so Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland im pressetext-Interview. Japan nutze seit Jahren ein Schlupfloch in internationalen Vereinbarungen und bezeichnet seinen Walfang als wissenschaftlich und als Teil der japanischen Tradition. “Die deutsche, englische und holländische Walfangtradition ist wesentlich älter und dennoch betreiben diese Nationen seit Jahrzehnten keinen Walfang mehr.”

“Internationale Rechtsexperten sind der Meinung, dass Japan mit seinem Walfang mehrere internationale Abkommen verletzt”, erklärt Sonntag. Australien mache sich für einen umfassenden Walschutz sehr stark und hat in der Vergangenheit japanischen Walfangsschiffen die Landung in australischen Häfen verweigert.

Australien überdenkt Klage vor Seegerichtshof

“Wenn Japan mit dem Walfang in der Antarktis weitermacht, überlegt sich Australien eine Klage vor dem Seegerichtshof”, berichtet Sonntag. Bisher gebe es zwar Rechtsgutachten, aber kein Urteil. “Argumentiert wird mit der Illegalität der Waljagd und mit der Nichteinhaltung des Internationalen Artenschutzabkommens CITES.” Zudem verstoße der “wissenschaftliche Walfang” gegen das Seerecht. Seit Jahren will Japan neben Minke-, Bryde- und Pottwalen auch Buckelwale jagen. (Ende)

Ruanda als erstes minenfreies Land

Immer noch massives Problem von verborgenen Sprengstoffen

Cartagena/Berlin - Beim “Cartagena Summit gegen Landminen” ist Ruanda zum ersten minenfreien Land erklärt worden. In der ostafrikanischen Republik wurden im blutigen Bürgerkrieg zwischen 1990 und 1994 tausende Minen gelegt. Hunderte Menschen wurden im 26.000 Quadratkilometer großen Land in den vergangenen Jahren getötet und verstümmelt. In den vergangenen drei Jahren konnte die ruandische Armee mehr als 9.000 Minen zerstören.

Rund 80 Prozent der ruandischen Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, daher waren die Landminen ein großes Problem in einem der dichtest besiedelten Ländern Afrikas. Da Land zum Bestellen ohnehin nur in sehr geringem Maß zur Verfügung steht, war das Problem mit den Landminen groß. Ben Remfrey vom Mines Awareness Trust http://www.minesawareness.org, der die Räumung überwacht hat, sieht dies als wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

Landnutzungseinschränkung wegen Minen

Ntziyaremya Alphonse, ein 40jähriger Bauer aus einem Dorf nördlich der Hauptstadt Kigali, ist ein typisches Opfer von Landminen geworden. Auf seinem Farmland haben zwei Arbeiter beide Beine verloren, ein Kind und Kühe wurden getötet. Nun, mit dem Wissen, dass sein Land frei von Minen ist, kann er das Feld wieder bestellen. “Ich kann jeden Teil meines Grundstücks nutzen”, so der Bauer.

Die Minen wurden von ruandischen Soldaten geräumt. Sie hatten zuvor ein Training beim International Mines Training Centre in Kenia absolviert. 180 Soldaten waren zum Räumen der Minen ausgebildet und beauftragt. Um als “minenfrei” zu gelten mussten die Bedingungen des Abkommens zum Verbot von Antipersonenminen (Ottawa-Konvention) erfüllt werden. Dazu müssen alle Minenfelder geräumt und gefundene Minen zerstört werden.

Mindestens 75.000 Minenopfer in zehn Jahren

“Im jüngsten Zehn-Jahres-Bericht des Abkommens zum Verbot von Antipersonenminen wurde die Zahl der Opfer aus Landminen und Blindgängern mit mindestens 75.000 angegeben. Dabei handelt es sich nur um jene Verletzten und Toten, die registriert wurden”, so Thomas Küchenmeister, Direktor des Aktionsbündnis Landmine.de http://www.landmine.de , im Interview. Die wirklichen Zahlen dürften aber weit höher liegen, meint auch der Experte.

In ländlichen Regionen werden keine Statistiken über Opfer geführt. In mehr als 100 Staaten weltweit kennt man das Problem von Landminen. Die britische Organisation Handicap International geht von einer jährlichen Opferzahl von 15.000 und 20.000 aus. Insgesamt haben 156 Länder die Ottawa-Konvention ratifiziert. Die große Mehrheit davon hat, wie vom Vertrag vorgegeben, große Gebiete von Minen geräumt und wieder nutzbar gemacht. (Ende)

zaronews.com optimiert Suchmaschinen-Platzierungen nachhaltig

Wer auf den ersten Seiten bei Google & Co. plaziert ist, macht das Geschäft, alle anderen sind nur auch da …

Kufstein/Tirol - Die innovative Presseagentur ZAROnews http://www.zaronews.com schreibt Unternehmen, innovationen, Persönlichkeiten auf die Pole-Positioen der großen Suchmaschinen dieser Welt. Während die Print-Medien nicht mehr wissen wie es weitergehen soll, realsieren die Tiroler Journalisten, Texter und Schreiber für ihre Kunden eine wahrhaften Medien-Hype. “Wir schreiben für den Kundenerfolg, wir schreiben für Top-Ranking, die Presse unserer Kunden landet nicht im Müll, dem Zielhafen allen bedruckten Papiers, sondern auf dem besten Platz der Welt, den ersten Seiten von Suchmaschinen, so Antony Zettl im Gespräch.

Bisher geben Pressekunden eine Menge Geld aus um nach wenigen Tagen im Papierkorb zu landen, wir von ZAROnews plazieren und publizieren in allen gängigen Pressemedien. Mit unserem KnowHow haben wir Newcomer-Websites in nur drei Monaten auf der erste Seite von Google & Co. plaziert, nachweislich und kontrollierbar sieht der Kunde das es richtig abgeht. Und der Kunde kann den Erfolg spüren, erkennen und als materiellen Segen buchhaltärisch bilanzieren. Mit dem was Unternehmen in der Vergangenheit für eine Seite in einem bunten Magazin an Geld ausgegeben haben, erhalten sie in der Regel bei ZAROnews eine ganze Kampagne.
Zaronews.com ist günstiger, schneller, erfolgreicher, erkennbarer, effektiver und immer kontrollierbar, wir machen unsere Kunden erfolgreich, das ist bewiesener FAKT. RZ