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Archiv der Kategorie Pressebericht
Geistige Behinderung: Externe Hilfe verhindert Mobbing
5.3.2012 von zaro.
Witze und Missverständnisse erschweren Integration im Job
Koblenz-Landau - Menschen mit sogenannter “geistiger Behinderung” haben es im Job schwer: Das angestrebte Ziel der vollen Integration in den Arbeitsmarkt ist noch in weiter Ferne, und auch im geschützten Bereich sind Konflikte häufig. Das EU-Projekt “Let me be ME!” http://letmebeme.eu untersucht erstmals das Problem des Mobbings bei dieser Personengruppe - mit dem Ziel, ein Handbuch zum besseren Umgang am Arbeitsplatz zu erstellen und damit langfristig die Inklusion zu fördern.
Ernstgenommene Witze
Menschen mit geistiger Behinderung laufen verstärkt Gefahr, zum Opfer von Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz zu werden. “Teils beginnt dies schon bei unbedachten Aussagen und Handlungen von Kollegen oder Vorgesetzten. Äußerungen wie ‘Arbeite doch mal schneller!’ oder ‘Jetzt warst du zwei Wochen krank und hast nur gefaulenzt’ werden von Betroffenen oft als bedrohlich wahrgenommen”, berichtet Carolin Hass, Deutschland-Koordinatorin des Projekts, im Interview.
Neben Witzen berichten Experten auch von Demütigung, Täuschung, Missbrauch und Abgrenzungen nach intellektueller Ausstattung, in manchen Fällen auch von ernsthaften Erpressungen und Bedrohungen. Betroffenen ist jedoch oft unklar, wie sie das Geschehen einordnen sollen, zudem fällt es vielen schwer, ihre Gefühle und Probleme auszudrücken. “Manche akzeptieren das Mobbing, um sich in eine Gruppe zu integrieren - was die Erforschung des Phänomens deutlich erschwert”, so die Forscherin vom Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau http://www.uni-koblenz-landau.de über erste Ergebnisse des Projekts.
Besser professionell als familiär
In einer Befragung von 18 Experten aus fünf Ländern konnte bisher gezeigt werden, dass die Art der Vermittlung und Unterstützung ein entscheidendes Kriterium darstellt. Mobbing tritt seltener auf, wenn Menschen mit geistiger Behinderung bei der Integration am Arbeitsplatz professionell unterstützt werden. “Das größte Ausmaß an Unterstützung erhalten sie in Werkstätten für Behinderte und teilweise auch durch Arbeitsmarkt-Assistenten oder Jobcoaching, wenngleich Letzteres bloß auf drei Jahre begrenzt ist”, erklärt die Psychologin.
Wenn Freunde oder Verwandte hingegen den Job vermitteln, läuft es nur selten gut - laut Hass kommt dies in vielen Fällen dem Wurf ins kalte Wasser gleich. “Das angestrebte Ziel ist es, Menschen mit Lernschwierigkeiten und ganzheitlichem Förderbedarf so normal als möglich zu behandeln. Wichtig ist dabei jedoch, sie nicht zu überfordern”, betont Hass. Auch auf ausreichendes Verständnis des Umfeldes komme es an, da andernfalls oft Neid entsteht - etwa auf Extra-Urlaubstage mit Schwerstbehindertenausweis oder kürzere Arbeitszeiten. (Ende)
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Bluttest stellt Depression fest
23.2.2012 von zaro.
Neun Biomarker sollen Diagnose “objektiver” machen
Cambridge - Ob ein Mensch an Depression leidet oder nicht, könnte die Medizin schon bald auch per Bluttest feststellen. Forscher der Harvard Medical School http://hms.harvard.edu berichten in der Zeitschrift “Molecular Psychiatry”, dass sich die Erkrankung auch über bestimmte Biomarker diagnostizieren lässt, und zwar mit hoher Präzision. Bestätigt sich das Ergebnis der Pilotstudie in weiteren Forschungen, könnte dies das Bild der Depression gehörig verändern.
Blutentnahme statt Couch
Die Wissenschaftler um George Papakostas untersuchten 36 Erwachsene mit starker Depression sowie 43 Gesunde als Kontrollgruppe. Sie überprüften deren Blutproben auf neun verschiedene Biomarker, die man bisher mit Depressionssymptomen in Verbindung bringt, darunter das Entzündungshemmer-Protein Alpha-1-Antitrypsin, der für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Neuronen zuständige Wachstumsfaktor BDNF, das Stresshormon Cortisol oder andere Hormone wie Prolaktin und Resistin.
Ziel der Studie war zu zeigen, ob eine objektive Bestimmung von Depression die Diagnose-Genauigkeit verbessert. Dies trifft laut den Forschern zu, konnte doch bei 33 der 36 Patienten die Depression festgestellt werden. Ein weiterer Replikationsversuch mit 31 Diagnostizierten von 34 Patienten zeigte eine ähnliche Treffsicherheit. “Patienten erkennen ihre Krankheit somit vielleicht eher als behandelbare Krankheit statt sie nur mit Selbstzweifel und Stigma in Verbindung zu bringen”, beschreibt Studien-Koautor John Bilello mögliche Vorteile des Ersatzes der psychologischen Diagnose durch biologische Techniken.
Wettlauf um Marker
Aktualisierung (21.02.2012, 14:30 Uhr): “Den Wunsch nach Biomarkern für Depression hat die Psychiatrie schon lange und die Forschung boomt dank neuer Untersuchungsformen etwa bei genetischen Polymorphismen oder Rezeptoren. In die kommende Ausgabe des Handbuches Psychischer Störungen DSM-V werden derartige Ergebnisse allerdings noch nicht eingehen”, erklärt Siegfried Kasper, Leiter der Wiener Universitätsklink für Psychiatrie und Psychotherapie http://www.meduniwien.ac.at , im Interview.
Einige biologische Veränderungen von Depression wie etwa jene von Serotonin oder Noradrenalin kennt man schon länger. In einer demnächst im Fachblatt “European Neuropsychopharmacology” veröffentlichten Verbundsstudie an behandlungsresistenten Patienten zeigt Kasper drei genetische Variablen, die ebenfalls als Biomarker dienen könnten. “In etwa fünf Jahren dürften sich wenige reliable Marker durchgesetzt haben, was die Akzeptanz der Psychiatrie deutlich fördern dürfte”, prognostiziert der Experte. Doch bereits heute sprechen über 60 Prozent der Patienten auf psychiatrische Therapie an.
Abstract zur Studie unter http://www.nature.com/mp/journal/vaop/ncurrent/full/mp2011166a.html (Ende)
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Jeder fünfte Weltbürger: “Ja, ich bin sehr glücklich”
21.2.2012 von zaro.
Ipsos-Studie zeigt positive Ergebnisse
Hamburg - Eine neue Umfrage, die das global operierende Marktforschungsinstitut Ipsos für das kanadische “What Makes You Happy” Magazin durchgeführt hat, zeigt, dass über drei Viertel aller Bürger in 24 Ländern (77%) mit ihrem derzeitigen Leben glücklich sind - mehr als jeder fünfte (22%) gibt sogar and, dass er “sehr glücklich” ist.
In Deutschland ist dieser Wert niedriger: Nur 16% sind sehr glücklich mit ihrem Leben, aber fast jeder dritte (64%) ist mit seinem Leben ziemlich glücklich, so dass Deutschland im Gesamtdurchschnitt mit 80% sogar etwas über dem weltweiten Glücksdurchschnitt liegt.
Seit die Untersuchung im April 2007 das erste Mal durchgeführt wurde, ist der Anteil derjenigen deutschen Befragten, die sich als sehr glücklich mit dem eigenen Leben bezeichnen, leicht gestiegen. Bei der ersten Messung gaben 13% der deutschen Befragten an, sehr glücklich mit ihrem Leben zu sein. Dieser Wert stieg auf ein absolutes Hoch mit 21% im Marz 2010, um dann wiede auf nur noch 13% im März 2011 zu sinken. Seitdem scheinen die deutschen Bürger optmistischer in die Zukunft zu blicken, in den letzen vier Befragungsmonaten August, September, Oktober und November konnten bei der monatlich stattfindenden Untersuchung jeweils mindestens 16% sehr glückliche Deutsche verzeichnet werden.
Auf globaler Ebene hat sich der Anteil der sehr glücklichen Menschen ebenfalls gesteigert - von 20% um 2 Prozentpunkte auf 22%. Offensichtlich können Finanzkrisen, Umweltkatastrophen und andere Konflikte das tatsächliche Glücksempfinden des Einzelnen nicht nachhaltig beeinflussen.
Die Untersuchung, die unter 18.687 Erwachsenen im Zeitraum vom 1. bis zum 15. November 2011 durchgeführt wurde, zeigt darüber hinaus, dass verheiratete Teilnehmer signifikant glücklicher sind als unverheiratete (26% zu 18%) - auch dies trifft für Deutschland zu. Jeder fünfte verheiratete Deutsche gibt an “sehr glücklich” mit seinem Leben zu sein (22%), bei den unverheirateten sind es nur 13%.
Wo leben die glücklichsten Menschen?
Regional betrachtet, leben in Lateinamerika die meisten Leute, die angeben sehr glücklich zu sein - knapp ein Drittel (32%) der Befragten beantwortet diese Frage positiv. Nordamerikafolgt mit 27%, gefolgt von Asia-Pacific, dem Mittleren Osten und Afrika (jeweils 24%). Europa ist die Region, die den weltweiten Durchschnitt nach unten zieht: nur 15% der Europäer sind sehr glücklich mit dem Leben, am unglücklichsten sind die ungarischen Befragten, von denen nur 6% aktuell sehr glücklich sind.
Eine kontinuierliche Untersuchung des Glücks
Ipsos begann 2007 in 24 Ländern damit zu untersuchen, wie glücklich die Menschen in diesen Ländern sind. Bis 2007 wurde die Studie zweimal jährlich durchgeführt, seit März 2010 erfolgt die Messung monatlich. Bei Betrachtung der Zeitspanne zwischen April 2007 und November 2011 können wir also fragen: Sind wir heute glücklicher als damals? Es scheint so - insgesamt betrachtet, scheint die Welt heute ein glücklicherer Ort zu sein, da der Anteil der “sehr glücklichen” Menschen im weltweiten Durchschnitt betrachtet um zwei Prozentpunkte von 20% auf 22% gestiegen ist. Am glücklichsten waren die Menschen, laut den Zahlen, im Zeitraum zwischen März und April 2010 - hier gaben mehr als ein Vierteil aller Befragten (26%) an, sehr glücklich zu sein. Zweifelsohne gibt es viele Ereignissen, die das allgemeine Lebensglück beeinflussen - das zeigen die monatlichen Zahlen.
Die Länderliste zeigt den den prozentualen Zuwachs (+) bzw. den Verlust (-) an “sehr glücklichen”-Leuten im Vergleich April 2007 zu November 2011.
Steckbrief der Studie
Diese Ergebnisse stammen aus einer Ipsos-Umfrage für das “What Makes You Happy”-Magazin, die zwischen dem 1. und 15. November 2011 in 24 Ländern durchgeführt wurde. Die teilnehmenden Länder waren Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien, Indonesien, Indien, Japan, Mexiko, Polen, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Türkei und die USA. Für die Studie wurde eine internationale Stichprobe von Erwachsenen in den USA und Kanada zwischen 16 und 64 Jahren, in allen anderen Ländern zwischen 18 und 64 Jahren, gezogen. Die ungewichtete Basis der Befragten betrug 18.687 Personen. Etwa 1000 Personen wurden pro Land befragt, mit Ausnahme von Argentinien, Belgien, Indonesien, Mexiko, Polen, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Russland und der Türkei, in der die Stichproben etwa bei 500 lagen.
Über Ipsos:
Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Dienstleistungsunternehmen, das weltweit Services rund um die Markt- und Meinungsforschung leistet. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir uns in sechs Forschungsbereichen spezialisiert. So bestimmen unsere engagierten Forscher Marktpotenziale, zeigen Markttrends, testen Produkte, Werbung und Dienstleistungen, erforschen die Wirkung von Medien und geben der öffentlichen Meinung eine Stimme. Seit Oktober 2011 gehört Synovate zu Ipsos. Damit sind wir in 84 Ländern auf allen Kontinenten vertreten und in Deutschland und weltweit nach Umsätzen das drittgrößte Marktforschungsinstitut. “Nobody´s unpredictable” ist weltweit das Leitmotiv von Ipsos.
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Fehlen von Trinkwasser und Toiletten tödlich
20.2.2012 von zaro.
Kinder- und Müttersterblichkeit von Sanitär und Wasser abhängig
Hamilton - Sauberes Wasser und die Verfügbarkeit von Sanitäranlagen deuten nicht nur auf Zivilisationsstandards, sondern sind nötige Voraussetzungen für den Erhalt der Gesundheit. Wie krank das Fehlen dieser beiden Faktoren machen kann, haben Wissenschaftler der United Nations University http://unu.edu nun erstmals in konkrete Zahlen gefasst. Ein direkter Zusammenhang zur Kinder- und Müttersterblichkeit lässt sich herstellen, berichten sie in der Zeitschrift “Environmental Health”.
Rettender Zugang
Die kanadische Forschergruppe wertete Daten zum Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen von 193 Ländern aus und verglich sie mit der Anzahl der Todesfälle der Kinder bis fünf Jahren und jener der Mütter bis ein Jahr nach einer Geburt. Mögliche Störfaktoren wie das Einkommen oder die durchschnittliche Kinderzahl wurden dabei herausgerechnet.
Die Auswertung verdeutlichte: In den Ländern mit dem schlechtesten Zugang zu sauberem Wasser betrug die Kindersterblichkeit das 4,7-Fache jener Länder mit ausgezeichneter Wasserverfügbarkeit, bei der Müttersterblichkeit immer noch das 2,9-Fache. Waren die Sanitäranlagen das Kriterium, unterschieden sich gut und schlecht versorgte Länder bei Kindern um den Faktor 6,6, bei Müttern um den Faktor 3,2.
Durchfall und Behinderungen
“Hauptgrund für die fatale Wirkung von fehlendem Trinkwasser und Toiletten sind Durchfallerkrankungen”, erklärt Studienleiterin Susan Watt im pressetext-Interview. 1,4 Mio. Kinder sterben jährlich an vorbeugbarer Diarrhoe, 88 Prozent davon in Folge mangelnder Sanitär- und Wasserversorgung oder schlechter Hygiene. Vier Prozent aller Todesfälle und 5,7 Prozent der Lebensjahre mit Behinderungen gehen auf die Kappe genau dieser Ursachen. Würde man sie bessern, könnte man laut WHO zehn Prozent aller Krankheiten verhindern.
Die Stärkung der Kinder- und Müttergesundheit sind die Millenniumsziele Nummer vier und fünf, die die UNO bis 2015 umsetzen will. Zugang zu Wasser und Sanitäranlagen sind dazu zwei Schlüsselstrategien. “Beim Wasser sind wir bisher nicht schlecht unterwegs, bei den Toiletten hat sich die Situation seit 2000 jedoch besonders in den Landregionen weiter verschlechtert”, berichtet UN-Wasserexperte Zafar Adeel gegenüber pressetext. 2015 werden noch immer 2,7 Mrd. Menschen ihre Notdurft im Freien verrichten und 672 Mio. Menschen kein sauberes Trinkwasser haben.
Vorbild Handy
Erst kürzlich bewiesen Schweizer Forscher, dass eine bessere Sanitärversorgung in Entwicklungsländern das Wurmerkrankungs-Risiko mindestens halbiert. Sanitäranlagen müssen von der blitzschnellen Verbreitung von Handys lernen, fordert Adeel, da etwa schon mehr Inder ein Telefon besitzen als ein Toilette. Nach innovativen Lösungen des Problems sucht derzeit eine Forschungsinitiative der Gates-Foundation. (Ende)
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Euro-Desaster verunsichert Konsumenten
12.2.2012 von zaro.
Vertrauensindex: D.A.CH-Verbraucher schnallen Gürtel enger
Frankfurt/Wien - Die Krise des Euros geht in den Köpfen der europäischen Konsumenten um. Sie zeigen so wenig Vertrauen wie seit Anfang 2009 nicht mehr, geht aus dem Nielsen Global Survey http://nielsen.com/de hervor. 28.000 Internetnutzer aus 50 Ländern wurden dazu befragt. Im Vertrauensindex rutschte Europa im vierten Quartal 2011 um drei Punkte auf nunmehr 71 ab. Weit positiver fällt die weltweite Betrachtung aus: Hier stieg das Konsumentenvertrauen auf 89, was vor allem auf gute Ergebnisse aus den USA und China zurückgeht.
Sparen, wo es geht
Ängste vor Rezession und Sparmaßnahmen erzeugen bei den Verbrauchern eine Skepsis, was die persönliche finanzielle Lage betrifft. Die Folgen spürt man bereits, erklärt Petra Kacnik, Nielsen-Direktorin für Consumer Research DACH, im pressetext-Interview. “Man spart, wo es geht: Besonders bei Gas und Strom, Telefonkosten oder durch den Kauf günstigerer Lebensmittel. Auch die Rückzahlung von Schulden ist Thema. Gleichzeitig will man sich jedoch weiterhin Reisen oder Lokalbesuche gönnen.”
Dabei blieben in Deutschland im vergangenen Quartal die Vertrauenswerte stabil bei 87 Punkten und holten im Jahresvergleich sogar um vier Punkte auf. “Die wirtschaftlichen Indikatoren Deutschlands sind positiv gestimmt, was dem Einzelnen Eindruck von Stabilität, Vertrauen in Jobaussichten und Bereitschaft für Ausgaben gibt”, so Kacnik. Sorgen machen dennoch - wie auch in Österreich und der Schweiz - die steigenden Lebensmittel- und Wohnnebenkosten, die allgemeine Wirtschaftslage und hohe Spritpreise.
Keine Insel der Seligen
In Österreich sank das Vertrauen deutlich, zuletzt um sechs Zähler auf nunmehr 90 Punkte im Index. Beigetragen hat hier vor allem die schlagartig gestiegene Angst vor Verschlechterungen am Arbeitsmarkt. “Mitspielen dürfte hier bereits die politische Diskussion um das Sparpaket. Bei den persönlichen Finanzen und der Bereitschaft für Anschaffungen gibt es dank des starken Sozialsystems allerdings noch kaum Änderungen.”
Bemerkenswert ist jedoch auch der Einbruch in der Schweiz. Die Alpenrepublik sank im Index von einem hohen Ausgangsniveau um sieben auf nunmehr 92 Punkte, im Gesamtjahr 2011 um 20 Punkte. Für Kacnik ist dies eine zeitverzögerte Reaktion auf die Euro-Krise. “Die frühere Euphorie ist verflogen, spätestens mit der Franken-Euro-Kopplung wurde das Bild der Insel der Seligen zerstört. Die Schweiz durchläuft einen Bewusstseinsprozess, bei dem viele die eigenen Berufsaussichten und die persönliche finanzielle Lage überdenken.”
Euphorische Schwellenländer
Im Europavergleich hält sich das Vertrauen in der DACH-Region noch relativ gut. Dass der weltweite Index dennoch stieg, geht auf Länder wie die USA (plus sechs), Kolumbien, Venezuela und die Philippinen (je plus fünf) sowie China (plus vier Punkte) zurück. Der Asien-Pazifik-Raum ist derzeit die Region mit dem stärksten Konsumentenvertrauen (99 Punkte), knapp dahinter folgt Lateinamerika (98 Punkte). “Diese Positivstimmung spiegelt die globalen Verschiebungen der Produktion und Investitionen wider”, kommentiert die Expertin. (Ende)
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Schule ist beste Medizin für Flüchtlinge
7.2.2012 von zaro.
Positiver Effekt schon bei wenigen Wochenstunden Unterricht
Kopenhagen - Schon wenige Stunden Schulunterricht pro Woche bringen Flüchtlingskindern langfristige Vorteile für ihre Gesundheit, die bis ins Erwachsenenalter und in die nächste Generation reichen. Das haben Forscher der Universität Kopenhagen ermittelt. “Flüchtlingskinder leben in einer Welt voller Chaos und Unsicherheit. Bildung gibt Struktur und Hoffnung. Sie ermöglicht ihnen zudem, Erwachsene zu werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen”, berichtet die Studienleiterin Tania Draebel von der Copenhagen School of Global Health http://globalhealth.ku.dk im Interview.
Mehr Selbstverantwortung
Draebel untersuchte 220 schwangere Frauen, die ihre Kindheit in sudanesischen Flüchtlingslagern verbracht hatten. Zu den größten Gesundheitsgefahren dieser Gruppe gehört Malaria, da sich werdende Mütter häufig mit bestimmten Formen der Krankheit infizieren und an die ungeborenen Babys weitergeben.
Auf der Suche nach Schutzfaktoren stieß Draebel unverhofft auf den Schulbesuch. “Gebildete und ungebildete Mütter verhalten sich völlig anders gegenüber Malaria. Wer als Kind in der Schule war, verwendet fünfmal eher Moskitonetze, nimmt 2,5-mal eher Malaria-Medikamente und geht bei Verdachtssymptomen dreimal eher zum Arzt.” Sozio-ökonomische Störfaktoren sind dabei schon berücksichtigt.
Positiv-Spirale
Dabei war die Schule der Frauen kaum mit jener in Europa vergleichbar, betont die Forscherin: “Die Klassenräumen waren bloß in Zelten oder Hütten improvisiert und der Unterricht fand nur sehr unregelmäßig und oft nur wenige Monate pro Jahr statt. So lückenhaft diese Bildung auch war, sie zeigte dennoch bereits große Vorteile. Mit sehr wenigen Ressourcen erreicht man erstaunlich viel.”
Draebel sieht das Ergebnis als “Positiv-Spirale” der Entwicklung, die in der Flüchtlingshilfe und der Unterstützung von internen Vertriebenen stärker berücksichtigt werden sollte. “Kinder reflektieren die Zuwendung des Lehrers, so schwierig auch die Umstände sind, und machen daraus etwas Positives. Sie treten dabei aus der Opferrolle und entdecken ihre Möglichkeiten, die Welt selbst mitzugestalten. Das stärkt sie mental im Leben”, so die Interpretation der Forscherin. (Ende)
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Multitasking fördert soziale Störungen
6.2.2012 von zaro.
Videochats können Face-to-Face-Kommunikation nicht ersetzen
Stanford - Das dauernde Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen digitalen Gerätschaften und Kommunikationsformen erhöht bei Teenagern die Wahrscheinlichkeit, in späterer Folge soziale Störungen zu entwickeln. Dies gilt zumindest für junge Mädchen im Teenageralter, wie aus einer aktuellen Studie der Universität Stanford http://www.stanford.edu hervorgeht. Demnach erhöht sich mit dem Ausmaß der “Multitasking-Verliebtheit” der Nutzerinnen auch gleichzeitig das Risikopotenzial in Hinblick auf soziale Störungen. Eine weitere wichtige Erkenntnis: Videochat-Programme wie Apples FaceTime können eine echte Interaktion mit Menschen nicht ersetzen.
“Kinder müssen Emotionen und Mitgefühl lernen, indem sie sehr aufmerksam auf andere Personen achten”, stellt Clifford Nass, Professor für Kommunikation an der Stanford University, gegenüber CNN klar. In diesem Zusammenhang sei es nicht ausreichend, sich auf digitale Kanäle wie Videochats zu verlassen. “Wer die direkte Face-to-Face-Kommunikation meidet, läuft Gefahr, kritische Dinge, die man lernen muss, nicht mitzubekommen”, betont Nass. Ein besonders wichtiger Aspekt hierbei sei etwa der Augenkontakt, der aber keinesfalls nur virtuell, sondern auch real erfolgen muss, so Nass.
Risikofaktor Multitasking
Bei seiner Untersuchung hat der Wissenschaftler und Kommunikationsexperte insgesamt 3.461 US-amerikanische Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Dabei zeigte sich, dass das Risiko für soziale Störungen bei den jungen weiblichen Nutzern durch besonders häufiges Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Kommunikationskanälen deutlich erhöht wird. Dies gilt sowohl für Multitasking mit mehreren Endgeräten wie TV, Computer oder Handy als auch für den Wechsel zwischen unterschiedlichen Webdiensten wie Facebook, Twitter oder YouTube.
“Schockierende” Ergebnisse
Die zu Tage geförderten Resultate bezeichnet Nass, der im Laufe seiner bisherigen Karriere bereits für viele namhafte IT-Unternehmen - unter anderem Google und Microsoft - als Berater tätig gewesen ist, als “schockierend” und “beunruhigend”. Obwohl die Studie nur mit Mädchen durchgeführt worden ist, sollen die gefundenen Ergebnisse auch für Jungen Gültigkeit haben. “Die emotionale Entwicklung von jungen Burschen ist schwieriger zu analysieren, weil sie in einem weitaus größeren Ausmaß und über einen längeren Zeitraum variiert”, merkt Nass an.
Für den Professor aus Stanford ist dies nicht die erste Analyse zum Thema Multitasking. Schon vor einigen Jahren sorgte er mit einer Studie für Aufregung, die das übermäßige Hin- und Herwechseln auch bei erwachsenen Usern mit der Entstehung von kognitiven Störungen in Verbindung brachte. (Ende)
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Sozialkontakte halten Gehirn in Schwung
1.2.2012 von zaro.
Lernprozesse im Alter brauchen Austausch und Anregung
Bochum - Wer sich viel bewegt und unter die Leute geht, betreibt damit Fitness-Training für das Gehirn. Selbst im Alter bleibt die Lernfähigkeit unter diesen Voraussetzungen sowie bei anregender Umgebung auf hohem Niveau bestehen, berichten Gehirnforscher der Universität Bochum http://rub.de . Die Ergebnisse kommen aus der Mäuseforschung, vergleichbare Studien legen jedoch Zusammenhänge zum menschlichen Gehirn nahe.
Gruppe erhöht Lernleistung
Die Forscher um den Neurophysiologen Arne Buschler setzten Mäuse teils in Standardkäfige, teils in Boxen, die mit Röhren, Laufrädern, Bällen und anderem Spielzeug ausgestaltet waren - teils alleine, teils mit Artgenossen. Dazu beobachteten sie regelmäßig die Aktivität der Nervenzellen im Hippocampus, der für das Langzeit-Gedächtnis verantwortlichen Gehirnregion. Geprüft wurde, wie sehr sich diese Zellen an die Weitergabe kleiner elektrischer Signale anpassen konnten.
Bereits in den zwei Testwochen zeigte sich: Soziale Kontakte und Bewegung lassen die Nervenzellen besser kommunizieren. Diese “Langzeitpotenzierung” war dann besonders stark, wenn sich mehrere Tiere in einer anregenden Umgebung aufhielten. Laut Buschler decken sich die Ergebnisse mit Studien Bochumer Neuroinformatikern bei älteren Tanzkurs-Besuchern: Auch hier treffen die günstigen Faktoren Sozialkontakte und körperliche Bewegung zusammen.
Emotionen steuern mit
Göttinger Forscher sehen auch andere wichtige Faktoren für die Agilität des Gehirns: Der emotionale Bezug zu Lerninhalten - im günstigsten Fall Begeisterung - spielt eine wesentliche Rolle. Erst dadurch ist es etwa Taxifahrern möglich, sich zigtausend neue Straßennamen einer Stadt einzuprägen. Angst und Stress schädigen hingegen den Hippocampus und machen vergesslicher).
Originalartikel unter http://www.rub.de/rubin
(Ende)
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Leckere Bilder erzeugen Hunger
20.1.2012 von zaro.
Auch äußere Reize steuern Essverhalten
München - Forscher haben erstmals nachgewiesen, dass schon der Anblick von Köstlichkeiten Appetit macht. Eine Studie an gesunden jungen Männern belegt, dass sich die Menge am neurosekretorischen Eiweißhormon Ghrelin im Blut durch die optische Stimulation mit Bildern von Nahrungsmitteln erhöht. “Normalerweise misst der Körper permanent, wie hoch der Blutzuckerspiegel ist - so entsteht Hungergefühl”, sagt Barbara Meyer vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie http://mpipsykl.mpg.de gegenüber zaronews.
Werbung beeinflusst Gewicht
Als Hauptregulator steuert das Hormon Ghrelin das Essverhalten und die Verdauung. Der Erhebung nach nehmen sowohl physiologische Mechanismen als auch Umweltfaktoren Einfluss auf die Nahrungsaufnahme. Allgegenwärtige Bilder von appetitanregenden Lebensmitteln in Werbung und Medien könnten zur Gewichtszunahme in der westlichen Bevölkerung beitragen, vermuten die Forscher.
Die Arbeitsgruppe um Axel Steiger ging den molekularen Prozessen zur Steuerung der Nahrungsaufnahme auf den Grund. Untersucht wurde die körperliche Reaktion auf das Bildbetrachten. Auf einem Teil der Bilder waren gut schmeckende Speisen dargestellt, auf einem anderen Teil der Bilder nicht essbare Dinge. Gemessen wurden die Konzentrationen verschiedener Hormone im Blut, die an der Regulation der Nahrungsaufnahme beteiligt sind, wie Ghrelin, Leptin und Insulin. Ein Anstieg der Ghrelin-Konzentration auf optische Reize wurde gemessen.
Mehr Ghrelin bei Köstlichkeiten
“Unsere Studienergebnisse zeigen erstmalig, dass die Ausschüttung von Ghrelin ins Blut zur Regulation der Nahrungsaufnahme auch durch äußere Faktoren gesteuert wird. Unser Gehirn verarbeitet also diese optischen Reize, und ohne willentliche Kontrolle werden die körperlichen Prozesse gestartet, die unser Appetitempfinden steuern”, sagt Petra Schüssler, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut.
Dieser Mechanismus könnte Menschen dazu verleiten, bereits zwei Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen zu verzehren. Sie empfiehlt daher Menschen mit Gewichtsproblemen, den Anblick von Bildern appetitlicher Lebensmittel möglichst zu vermeiden.
(Ende)
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Costa Concordia: Arge Fehler bei Evakuierung
18.1.2012 von zaro.
Kapitän muss außer riskantem Kurs auch zu späte Rettung verantworten
Rostock/Wien - Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia” ist eine Verkettung gleich mehrerer unglücklicher Umstände und menschlichen Versagens. Doch nicht nur das Auflaufen auf einen Felsen vor der Küste der mittelitalienischen Insel Giglio wird Gegenstand intensiver Untersuchungen sein, sondern auch grobe Missstände der Evakuierung, die Mitschuld am Tod von fünf Passagieren haben dürfte. Zu diesem Schluss kommen Experten für Schiffssicherheit gegenüber pressetext.
Der 114 .000 Bruttoregistriertonnen (BRT) große Luxusliner hielt am Freitagabend aus bisher noch ungeklärten Gründen einen zu engen Kurs mit der Küste und schrammte dabei einen Felsen. Der Rumpf riss auf einer Länge von fast 70 Metern, worauf das Schiff kenterte und derzeit nur noch mit der Backbordseite sowie mit Aufbauten aus dem Wasser ragt. Fast alle der 3.000 Touristen und 1.000 Besatzungsmitglieder wurden gerettet, fünf starben jedoch - teils nach dem Ausbruch von Panik und Selbstrettungsversuchen. 15 Personen werden derzeit noch vermisst.
Katastrophale Rettung
Der Kapitän Francesco Schettino wird sich außer für den haarsträubenden Kurs seines Schiffes auch für die schlechte Evakuierung verantworten müssen, betont Dirk Sedlacek, Leiter des Instituts für Sicherheitstechnik und Schiffssicherheit http://schiffssicherheit.de , im Presse-Interview. “Grundsätzlich gilt bei Schiffsunglücken die Regel, dass die Reisenden und die Besatzung innerhalb von 60 Minuten von Bord gehen müssen. Bei derartigen Schiffsgrößen ist dies schwierig, weshalb man oft versucht, den nächsten Hafen aus eigener Kraft zu erreichen. Der Kapitän hätte gleich wissen müssen, dass dies nicht möglich war, da mehr als zwei wasserdichte Abteilungen überflutet waren.”
Aufgrund der enormen Schiffsgröße bezeichnet es Sedlacek als “nachvollziehbar”, dass an Bord Unruhe und Panik ausbrach. “Schließlich fehlte es auch an Booten und Flößen zur Rettung. Normal können diese 125 Prozent der an Bord befindlichen Menschen aufnehmen, doch sobald ein Schiff mehr als 20 Grad Schlagseite bekommt, kann die Hälfte der Rettungsmittel nicht mehr zu Wasser gelassen werden.”
Druck auf Personal wächst
Grundproblem der heutigen Schiffsbesatzungen ist es, dass sie den Notfall meist nur aus Simulationen kennen. Die Vorbereitung für den Ernstfall ist gut, betont der Schiffsicherheits-Experte. “Mindestens alle fünf Jahre machen die Schiffsoffiziere und Besatzungsmitglieder, die für die Evakuierung verantwortlich sind, zusätzlich zu laufenden Schulungen ein dreitägiges Notfalltraining nach internationalen Vorschriften. Künftig dürfte jedoch noch mehr Druck auf die Qualifizierung und Ausbildung des Personals liegen”, vermutet Sedlacek.
Kreuzfahrten sind sicher
Vertreter der Branche, glauben nicht an einen Buchungseinbruch im boomenden Kreuzfahrt-Geschäft. “Die Kreuzfahrt hat über 90 Mio. Touristen jährlich, und Unfälle gibt es kaum. Sie gehört damit zu den sichersten Reiseformen überhaupt, was es nun stärker zu vermitteln gilt”, urteilt Manfred Jägersberger-Greul, Geschäftsführer von Caravelle Seereisen http://www.caravelle.at , auf Anfrage. Eine “rasche, lückenlose Aufklärung” sei nicht nur im Interesse des Schiffsbetreibers Costa und der Versicherungen, sondern auch der gesamten Branche.
Eine Einschätzung, die auch Hansjörg Kunze, Vice President Marketing & Communication der Aida Cruises http://aida.de , teilt. Aida ist als Tochter der Carnival Corp. die deutsche Schwester der italienischen Costa-Reihe. “Vorerst muss man mit ganzer Kraft vor Ort handeln und die Folgen des Unglücks vor allem für die Reisenden und die Schiffsbesatzung minimieren. An Bord gelten höchste Sicherheitsstandards. Welche Konsequenzen die Branche in die Wege leitet, entscheidet sich erst nach genauer Klärung des Hergangs”, so der Experte gegenüber der Presse.
Kein Unterwassermuseum
Über das weitere Schicksal der Costa Concordia gibt es bisher nur Spekulationen. Versucht wird derzeit, die 2.400 Tonnen Dieselöl im Schiffstank abzupumpen, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Die Chancen auf die Hebung des Schiffes stehen schlecht. “Es ist mit seinen 291 Metern zu groß, und auch ein Abdichten ist wegen der Größe des Lecks kaum möglich”, so Sedlacek. Gelingt das Stabilisieren nicht, dürfte der Luxusliner auf tiefere Gewässer abrutschen und sinken. “Vielleicht wird man das Wrack zersägen und die Einzelteile bergen, besonders wenn sonst der Schiffsverkehr gestört ist.” (Ende)
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Internetsucht verändert Gehirn nachhaltig
14.1.2012 von zaro.
Neurale Verbindungen zwischen verschiedenen Arealen gestört
Wuhan - Websüchtige zeigen ähnliche Veränderungen des Gehirns wie Menschen, die von Drogen oder Alkohol abhängig sind. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine Studie der Chinese Academy of Sciences http://english.cas.cn . Das Team um Hao Lei scannte die Gehirne von 17 jungen Abhängigen und fand Veränderungen in ihrer Gehirnstruktur. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die in Plos One http://plosone.org veröffentlichten Forschungsergebnisse zu neuen Behandlungsansätzen für Suchtverhalten führen können.
Weiße Substanz verändert
Internetsucht ist eine klinische Erkrankung, die durch einen außer Kontrolle geratenen Internetkonsum charakterisiert wird. Insgesamt untersuchten die Forscher die Gehirne von 35 Frauen und Männern zwischen 14 und 21 Jahren. Bei 17 wurde ein Internet-Abhängigkeits-Syndrom (IAS) festgestellt.
Grundlage für die Diagnose waren Fragen wie: “Haben Sie wiederholt erfolglos versucht, Ihren Internetkonsum zu kontrollieren, zu reduzieren oder zu beenden?” Spezialisierte Gehirnscans zeigten bei den als internetsüchtig diagnostizierten Teilnehmern Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns, also jenem Bereich, der Nervenfasern enthält.
Störungen bei Nervenfasern
Laut den Wissenschaftlern gab es Hinweise auf eine Störung der Verbindungen der Nervenfasern, die Gehirnbereiche miteinander verbinden, die mit Gefühlen, dem Treffen von Entscheidungen und der Selbstkontrolle in Zusammenhang stehen. Gunter Schumann vom King’s College London http://kcl.ac.uk erklärt, dass ähnliche Forschungsergebnisse auch bei Menschen vorliegen, die nach Computerspielen süchtig sind. Erstmals zeigten zwei Studien Veränderungen in den neuralen Verbindungen zwischen Bereichen des Gehirns und der Gehirnfunktion. (Ende)
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Armut: Europa profitiert von Ungerechtigkeit
11.1.2012 von zaro.
Philosophin plädiert für Verantwortung im Handelssystem
Bochum - Die Bochumer Philosophin Corinna Mieth nimmt im Umgang mit Armut eine neue Position ein. Über ihre Thesen berichtet sie in der Jubiläumsaugabe “20 Jahre Rubin”, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität http://ruhr-uni-bochum.de . Auf der einen Seite wird in der Philosophie argumentiert, dass die Menschen in den reichen Industrienationen in der Pflicht stehen, den Armen der Welt zu helfen. Danach sind die Bürger etwa in Europa oder Nordamerika sind mitschuldig an der Armut der Entwicklungsländer. Schließlich hätten diese Regierungen gewählt, die internationale Entscheidungen treffen.
Schuld des Einzelnen
“Ich weise die Annahme zurück, dass wir zur Armut in der Welt beitragen, wir tragen als Individuen keine Schuld, aber wir profitieren von den ungerechten Verhältnissen”, sagt Mieth im Presse-Interview. Naturkatastrophen und Hungersnöte beherrschen die Medien. Welche Verantwortung und Verpflichtung etwa EU-Bürger gegenüber den Armen in Somalia oder Burundi haben, fragt sich Mieth.
Ausgangspunkt für ihre Überlegungen ist die These der Philosophen Peter Singer und Thomas Pogge: Unsere Pflichten gegenüber den von gravierender Armut betroffenen Menschen seien viel weitreichender, als wir gemeinhin vermuten. Singer stellt die Analogie auf, dass es unsere Pflicht ist, den Armen genauso zu helfen wie einem Kind, das in einem Teich zu ertrinken droht. Genauso wie wir ins Wasser springen würden, um das Leben des Kindes zu retten, müssten wir Teile unserer Güter abgeben, um den lebensbedrohlichen Hunger zu stillen.
Kriterien über Fragenkatalog
Dieser Vergleich habe Schwächen, versucht die Philosophin Mieth anhand zweier detaillierter Gegenthesen zu belegen. Unter anderem stellt sie Kriterien auf, die den Grad einer Hilfspflicht definieren: Wie schwer ist die Notlage des Betroffenen? Bin ich in der Lage, direkt zu helfen - oder ist Hilfe nur indirekt über eine Organisation möglich? Ist die Hilfe zumutbar, und hat sie auch Aussicht auf Erfolg? Mit Hilfe dieses Fragenkatalogs entkräftet Mieth zwar die These von Singer und Pogge, dass es eine starke Hilfspflicht ist, Geld für Arme zu spenden.
Gleichzeitig liefert sie spannende Lösungsansätze und Strategien, wie die reiche Bevölkerung dennoch dazu angeregt werden kann, sich über ihre Pflichten hinaus zu engagieren. Man könne vom Einzelnen nicht fordern, was nicht zumutbar sei. Man könne nicht errechnen, wie hoch die individuelle Schuld des Individuums in der westlichen Welt sei. Untätig sollten die reicheren Weltbürger nicht sein: “Wir haben eine gewisse Verantwortung für unseren individuellen Handelsspielraum”, sagt Mieth. (Ende)
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Brustvergrößerung mit Stammzellen sichere Alternative zu Silikon
11.1.2012 von zaro.
Wien - Stammzellangereichertes Eigenfett ermöglicht nachhaltige Brustvergrößerung mit körpereigenem Gewebe
Es ging durch alle Medien: Eine französische Firma verkaufte jahrelang mangelhafte Silikonimplantate, die häufig platzen und möglicherweise Krebs verursachen. Weltweit sind mehr als 100.000 Frauen betroffen. Sie stehen nun vor der Wahl, ihre Implantate vorsorglich entfernen zu lassen oder eine “Zeitbombe” in ihrem Körper zu tragen. Die Brustvergrößerung mit Stammzellen bietet eine innovative sichere Alternative zu Silikonimplantaten.
“Körpereigenes Fettgewebe ist verträglicher als Silikon und eignet sich hervorragend zur narbenfreien, völlig natürlich aussehenden Vergrößerung der Brust sowie zum Brustaufbau nach Entfernung von Silikonimplantaten oder Tumoren”, sagt DDr. Karl-Georg Heinrich, Experte für ästhetische und regenerative Stammzelltherapien aus Wien. Seine Ordination Clinic DDr. Heinrich® erfüllt seit 2007 Patientinnen aus aller Welt ihren Wunsch nach einem volleren Dekolletee ohne Silikon und Narben.
Wie alle anderen zugelassenen Silikonimplantate waren auch die fehlerhaften französischen Implantate CE-zertifiziert. Die Mängel dieser Brustimplantate blieben dem freien Auge verborgen. Doch selbst die besten Silikonimplantate stellen nur eine vorübergehende Lösung zur Brustvergrößerung dar. So empfehlen kosmetische Chirurgen, die Silikonimplantate verwenden, allen Patientinnen einen Tausch der Implantate jeweils nach zehn Jahren.
Bei der Brustvergrößerung mit Stammzellen hingegen ist in der Regel nur ein Eingriff in örtlicher Betäubung notwendig, um eine nachhaltige Vergrößerung der Brust zu erzielen. Das für die Brustvergrößerung verwendete Eigenfett wird schonend durch eine Fettabsaugung mit patentierten Mikrokanülen gewonnen. Nach der Anreicherung mit körpereigenen Stammzellen wird das stammzellangereicherte Eigenfett mit feinen Injektionsnadeln in die Brust injiziert.
Neben der Brustvergrößerung und dem Stammzell-Facelift wird in der Ordination Clinic DDr. Heinrich® stammzellangereichertes Eigenfett zur Körperformung an Po, Hüften, Oberschenkel und Waden sowie zur Dellenkorrektur und Hautverjüngung angewendet.
Nähere Informationen: http://ddrheinrich.com/brustvergroesserung-stammzellen
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Armut beeinflusst Größe von Kindern
7.1.2012 von zaro.
Sozialer Status der Eltern wirkt sich auf die Gesundheit aus
Tübingen - Der soziale Status der Eltern wirkt sich auf die Gesundheit und schließlich auch auf die Körpergröße von Kindern aus, wie die Forscher Jörg Baten von der Universität Tübingen http://www.uni-tuebingen.de und Andreas Böhm vom Landesgesundheitsamt Brandenburg http://www.lasv.brandenburg.de in einem Forschungsprojekt zeigen. Dass die Körpergröße ein Indikator für die Qualität der medizinischen Versorgung und Ernährung sein kann, ist bekannt. Betrachtet man die großen Hungersnöte und Versorgungsengpässe ausgelöst durch Kriege und Naturkatastrophen in den vergangenen Jahrhunderten, so ist zu beobachten, dass die davon betroffenen Menschen deutlich kleiner sind als Menschen aus Regionen, in denen eine normale Versorgung besteht.
Breite genetische Streuung
“In den Entwicklungsländern sind die Unterschiede von Körpergröße und sozialer Stellung gravierender - dass dieses Phänomen eine wohlhabende Gesellschaft betrifft, ist jedoch neu”, sagt Baten im Presse-Gespräch. Die Forscher zeigen, dass es keiner großen Kriege bedarf, dass Menschen unterversorgt sind und damit auch weniger wachsen als andere. Dabei ist zu beachten, dass diese Körpergröße als Indikator nur für Durchschnitte einer großen Anzahl von Körpergrößen gilt. Die geringe Körpergröße eines einzelnen Menschen sagt nichts über das Wohlergehen aus, weil es eine breite genetische Streuung gibt. “Auf der individuellen Ebene sagen die Ergebnisse nicht viel aus. Eltern mit kleinen Kindern sollen nicht beunruhigt sein”, betont Baten.
Untersucht wurde das Wachstum von Kindern aus dem Bundesland Brandenburg. Die Wissenschaftler ermittelten, inwiefern etwa Arbeitslosigkeit das Wachstum von Kindern in dem Zeitraum 1994 bis 2006 beeinflusst. Die Daten im Zuge der Einschulung von Erstklässlern erhoben. Dabei konnte die Körpergröße, das Alter und das Geschlecht von über 250.000 Kindern dokumentiert werden. Es wurden auch sozioökonomische Daten erfasst, wie der berufliche Status der Eltern, deren Ausbildungsniveau sowie die Anzahl der Kinder und Erwachsenen, die im Haushalt leben. Baten und Böhm konnten zeigen, dass die Arbeitslosigkeit der Eltern einen signifikant negativen Einfluss auf die Körpergröße ihrer Kinder hat.
Rolle der Abwanderungsrate
Dabei scheint ein geringeres Einkommen eine weniger bedeutende Rolle zu spielen als der psychologische Stress und die Frustration der Eltern durch ihre Arbeitslosigkeit. Diese Faktoren könnten zu einer Vernachlässigung der Kinder bezüglich ihrer Versorgung führen. Auch die Abwanderungsrate aus dem Bundesland wurde als Maß für die wirtschaftlichen Bedingungen eines bestimmten Gebiets gerechnet und steht in einem negativen Zusammenhang mit der Körpergröße der Kinder.
Die gebildetere Bevölkerungsschicht verlässt die Region wegen der schlechten wirtschaftlichen Bedingungen. Zurück bleiben die weniger Gebildeten. Da gerade Familien mit gebildeten Eltern in der Regel mehr Wert auf eine gesunde Ernährung und medizinische Versorgung der Kinder legen, entwickeln sich diese besser und werden größer.
Von besonderer Bedeutung scheint insbesondere das Ausbildungsniveau der Mutter zu sein. Die Autoren stellten auch fest, dass Kinder von Alleinerziehenden bezüglich ihrer Körpergröße keinen Nachteil gegenüber Kindern aus Familien mit zwei Elternteilen aufweisen. Allerdings zeigt sich ein positiver Einfluss auf die Größe der Kinder, sobald drei oder mehr Erwachsene im gleichen Haushalt leben - wenn also Großeltern vor Ort sind, die die Versorgung der Kinder mit unterstützen. Insgesamt wurde die Körpergröße von Kindern aus Brandenburg in dem Zeitraum 1994 bis 2006 negativ durch die hohe Arbeitslosigkeit der Eltern beeinflusst. (Ende)
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Affen wissen, wer wie viel weiß
5.1.2012 von zaro.
Schimpansen erkennen den Informationsstand von Artgenossen
München - Frei lebende Schimpansen warnen unwissende Gruppenmitglieder vor Gefahren. Weniger informationsfreudig sind die Affen, wenn die Artgenossen schon alarmiert sind. Forscher am Max-Planck-Institut (MPI) für evolutionäre Anthropologie in Leipzig http://www.evolbio.mpg.de und der University of St. Andrews in Großbritannien http://www.st-andrews.ac.uk haben Schimpansen in Uganda beobachtet und dabei herausgefunden, dass diese erkennen, wer über welches Wissen verfügt. “In Gruppen lebende Tierarten verfügen über solche Informationsmechanismen, weil die Gruppe eine Leistung für das Leben des Einzelnen bringt - da hat die Natur etwas Hervorragendes herausgebracht”, sagt Christina Beck, Wissenschaftlerin vom MPI, gegenüber der Presse.
Informationen mit anderen teilen
Viele Tiere stoßen in Gegenwart von Raubtieren oder anderen Gefahren Alarmrufe aus. Dies geschieht häufiger bei Anwesenheit von verwandten oder befreundeten Tieren. Bisher gab es jedoch keine Belege dafür, dass Schimpansen dabei auch den Wissensstand anderer Gruppenmitglieder berücksichtigen. Die Forscher konnten beobachten: Die Schimpansen gaben Alarmrufe zur Warnung vor einer Giftschlange häufiger in Gegenwart von unwissenden als in Gegenwart von bereits informierten Gruppenmitgliedern. Neue Informationen mit anderen zu teilen, ist ein wichtiger Schritt auf dem evolutiven Weg zur Sprache, den der gemeinsame Vorfahre von Mensch und Schimpanse vermutlich bereits vor sechs Mio. Jahren beschritten hat.
Die Fähigkeit zu verstehen, was ein Anderer weiß oder glaubt, besitzt vermutlich nur der Mensch. Verschiedene Studien über das Wissen um das Bewusstsein anderer, fanden bislang jedoch nur mit Zootieren statt. Die Wissenschaftler kamen zu kontroversen Ergebnissen. Meist war dabei unklar, ob Schimpansen die Aufgabe nicht lösen konnten oder diese nicht verstanden - ein Problem, das bei frei lebenden Schimpansen in ihrem natürlichen Umfeld nicht besteht. Catherine Crockford, Roman Wittig und Kollegen beobachten deshalb frei lebende Schimpansen im Budongo Wald in Uganda. Sie konfrontierten die Tiere mit Attrappen gefährlicher Giftschlangen, zwei Gabunvipern und einer Nashornviper. “Diese gut getarnten Schlangen liegen oft wochenlang am selben Fleck. Es lohnt sich also, wenn der Schimpanse, der sie entdeckt, seine Gruppenmitglieder vor der Gefahr warnt”, sagt Crockford, die an der University of St. Andrews forscht.
33 verschiedene Schimpansen untersucht
Die Forscher beobachteten das Verhalten von 33 verschiedenen Schimpansen, die jeweils eines von drei Schlangenmodellen gesehen hatten. Alarmrufe wurden häufiger ausgestoßen, wenn der Rufer sich in der Gesellschaft von Affen befand, die frühere Warnrufe nicht gehört haben konnten. “Schimpansen scheinen den Wissensstand anderer zu berücksichtigen und stoßen freiwillig einen Warnruf aus, um die anderen über eine Gefahr zu informieren, von der sie nichts wissen”, sagt Wittig, der am MPI für evolutionäre Anthropologie und der University of St. Andrews arbeitet. “Schimpansen verstehen offenbar, dass sie etwas wissen, was ihr Gegenüber nicht weiß. Sie verstehen ebenfalls, dass sie den anderen informieren können, indem sie eine ganz bestimmte Lautäußerung von sich geben”, so Wittig weiter. (Ende)
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