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Archiv der Kategorie Sonstiges

Selbstgespräche nützlich für Konzentration

Bessere Ergebnisse beim Wiederfinden und Auswendiglernen

Berlin - Menschen, die mit sich selbst sprechen, wirken zwar seltsam, können sich Sachverhalte jedoch besser merken. Psychologen der Universitäten Wisconsin-Madison http://wisc.edu und Pennsylvania http://www.upenn.edu haben belegt, dass das Reden mit sich selbst gut für das Wiederfinden von Dingen ist. Die Psychologen Gary Lupyan und Daniel Swingley führten dazu eine Reihe von Experimenten durch und beobachteten Menschen, die zu sich selbst murmeln, wenn sie versuchen etwas zu finden.

Auch innerer Dialog hilfreich

Ob man den Dialog laut oder nur innerlich führt, ist unerheblich. “Auch der innere Dialog kann uns unterstützen”, sagt Anja Vehrenkamp, Lehrtrainerin am Institut für angewandte Positive Psychologie in Berlin http://ifapp.de , gegenüber uns. “Wenn es um das Wiederfinden oder auch um das Auswendiglernen geht, macht es sehr viel Sinn, etwas auszusprechen”, so die Fachfrau. Bei Erwachsenen wirkt der Selbstdialog irrational, bei Kindern kann man sehr häufig beobachen, dass sie ihre eigenen Schritte für sich kommentieren.

Das Wiederholen und laute Aussprechen der Begriffe und Schritte hilft bei der Konzentration und beim Lernen, bestätigt Vehrenkamp. Daran können sich auch Erwachsene ein Beispiel nehmen. Die beiden Psychologen haben den Teilnehmern in ihrem ersten Experiment 20 Bilder von verschiedenen Objekten gezeigt. Daraufhin mussten die Probanden nach der Methode von Memory bestimmte Bilder wiederfinden. Menschen, die den Begriff vor sich hin murmelten, fanden das Bild schneller. (Ende)

Autoabgase weit tödlicher als Verkehrsunfälle

Mediziner: Elektromobilität in Städten “extrem sinnvoll”

Cambridge/Basel - Mindestens doppelt so viele Menschen sterben jährlich aufgrund von Luftverschmutzung aus dem Verkehr wie durch Verkehrsunfälle. Das berichten US-Forscher vom Massachusetts Institute of Technology http://web.mit.edu in der Zeitschrift “Environmental Science and Technology”. Laut ihren Schätzungen sterben pro Jahr mindestens 5.000 Engländer rund zehn Jahre vor ihrer natürlichen Lebenserwartung in Folge von Abgasen aus Autos, 2.000 durch Flugzeugabgase. Die Zahl von 1.850 jährlichen Straßentoten im Inselreich liegt deutlich darunter.

Risiko steigt mit Partikeldichte

Bisherige Hochrechnungen aus der Schweiz, Österreich und Frankreich zeigen dieselben Ergebnisse, bestätigt der Sozial- und Präventivmediziner Nino Künzli vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut http://swisstph.ch gegenüber pressetext. Verkehrsabgase betreffen nicht nur die Lunge, sondern führen auch zu systemischen Wirkungen und Entzündungsreaktionen in Gefäßen bis hin zur veränderten Blutzusammensetzung. Neueste Ergebnisse bringen ultrafeine Partikel sogar mit der Hirnentwicklung und Diabetes in Zusammenhang.

Ein weiteren Hinweis liefern Forscher der Harvard School of Medicine http://hms.harvard.edu in der Zeitschrift “Plos One”: Wer langfristig Verkehrsabgasen ausgesetzt ist, hat in späteren Lebensjahren ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krankheiten: Für jede zehn Mikrogramm Verschmutzungspartikel pro Kubikmeter Luft steigt das Risiko einer späteren Spitalsaufnahme wegen Diabetes um sechs Prozent, aufgrund von Lungenentzündung um vier Prozent, aufgrund von Herzleiden um drei Prozent, so die Studienautoren um Joel Schwartz.

Fortschritt durch Katalysator

Doch es gilt auch das Umgekehrte, wie Künzli gegenüber pressetext betont: In Ländern, die Katalysatoren und Feinstaubfilter verpflichtend eingeführt haben, stellten sich in der Folge auch gesundheitliche Fortschritte ein. So verlangsamt eine verbesserte Luftqualität etwa die Alterung der Lungenfunktion, wie auch in der irischen Hauptstadt Dublin ein Verbot für Kohleheizungen schlagartig die Mortalität sinken ließ. Da die meisten Folgeerkrankungen jedoch nicht akut sind, zeigen sich Verbesserungen der Luftqualität in der Regel erst längerfristig in der Gesundheit.

Trotz einzelnen Verbesserungen bleibt der Verkehr eine der wichtigsten Quellen für Luftverschmutzungen, besonders da die Ausstöße dort freigesetzt werden, wo die Menschen leben. Allein schon aus gesundheitlicher Perspektive sind deshalb Autos ohne Verbrennungsmotor in dicht besiedelten Stadtgebieten “extrem sinnvoll”, betont Künzli. (Ende)

Buch-Neuerscheinung: In jedem von uns steckt ein Mörder

Wir können alle auf der “dunklen Seite” landen

Wien - “Ich könnte ihn umbringen!” Wem ist dieser Satz noch nie im Ärger rausgerutscht? Er ist schnell gesagt - doch was muss passieren, damit wir ihn in die Tat umsetzen?

Faszination Gewalt

Das, wozu Menschen fähig sind, fasziniert uns. Gewaltverbrechen sind spannend, anziehend und abstoßend zugleich. Wir sind froh, dass es uns nicht selbst erwischt hat, und obwohl wir Mitleid mit den Opfern empfinden, wollen wir alles wissen: Wer, was, wann, wo? Welche Waffe wurde verwendet? Wie oft wurde geschossen, wie oft wurde zugestochen, wie lange wurde zugedrückt? Jedes gewalttätige Detail saugen wir in uns auf und hören den Nachbarn zu, die diese furchtbare Tat dem netten jungen Mann nie zugetraut hätten. So etwas kann uns nie passieren, sind wir überzeugt. Wir werden niemals Täter sein, wir werden niemanden umbringen! “Doch, Sie könnten es und ich ebenso”, behauptet Heike Lettner in ihrem neuen Buch “Wenn Menschen töten - Steckt in jedem von uns ein Mörder?”. Wir alle haben genetische, biologische und soziale Anlagen zur Gewalttätigkeit.

Die Gewalt ist männlich

Heike Lettner, Klinische und Gesundheitspsychologin, arbeitet in einer Justizanstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher und beschäftigt sich mit Gefährlichkeitsdiagnostik und psychologischer Diagnostik. Aus ihrer langjährigen Erfahrung weiß sie, dass es nicht reicht, ein guter Mensch sein zu wollen: “Wir haben gelernt, unsere Aggression im Zaum zu halten. Doch wenn wir uns in Todesangst befinden oder ein uns nahestehender Mensch bedroht ist, können wir alle bis zum Äußersten gehen.” 90 Prozent der Gewalttaten und Morde werden von Männern verübt, deren höherer Testosteronspiegel mit ein Grund für das verstärkte Aggressionspotenzial ist. Aber auch die Vorbildfunktion im Elternhaus, das “Lernen am Modell”, spielt hier eine Rolle.

Der Weg zur Gewalt

Die Lebensgeschichte der meisten Gewalttäter ist von Aggression, Misshandlungen und Vernachlässigung geprägt. Viele Lebensläufe entwickeln sich in Richtung Gewalt, weil zu einem bestimmten Zeitpunkt die “Abzweigung” nicht genommen wurde. Grundsätzlich gibt es in jedem Leben Momente, in denen verschiedene Wege eingeschlagen werden könnten und unterschiedliche Aspekte, die aus einem Kind trotz widriger Umstände einen widerstandsfähigen Erwachsenen werden lassen; beim einen greift ein aufmerksamer Lehrer ein, beim anderen verhindert eine mitfühlende Verwandte Schlimmes. Viel Leid kann verhindert werden, wenn Kinder alternative Strategien zur Problemlösung entwickeln können, um belastende Situation zu überstehen.

Die Autorin steht für Interviews zur Verfügung.

Wenn Menschen töten - Steckt in jedem von uns ein Mörder?
Heike Lettner
ISBN 978-3-902729-55-2
Hardcover, 304 Seiten
Eur 22,00 [A]/21,40 [D]/28,06 CHF UVP
Neuerscheinung Frühjahr 2012, Goldegg Verlag

Presserückfragen, Rezensionsexemplare, Interviewanfragen
Goldegg Verlag GmbH
Mommsengasse 4, 1040 Wien
Mag. Maria Schlager
Tel. +43 1 505 43 76-46 Fax -20
Mobil +43 699 1440 4445
maria.schlager@goldegg-verlag.at
http://www.goldegg-verlag.at

(Ende)

“Vergiss, was du in der Schule gelernt hast!”

“Bildungslücke”-Buch von Thilo Baum nimmt Bildungssystem ins Visier

Berlin - “Vergiss alles, was du in der Schule und in der Uni gelernt hast!” Mit diesem provokanten Satz beginnt das neue Ratgeber-Buch “Die Bildungslücke”, das im Börsenmedien-Verlag http://boersenmedien.de erschienen ist. “Geradezu rituell beschweren sich Arbeitgeber über die mangelnden Qualifikationen junger Menschen”, meint Co-Herausgeber Thilo Baum http://thilo-baum.de im Interview. Bei der Kritik gehe es meist um Defizite in der Alltagskompetenz - aber auch um manches konkrete Handwerk, das heute am Arbeitsplatz zählt.

“Ausbildungsstätten vermitteln Fachwissen. Das bestreitet niemand”, so Baum. “Das Know-How, das allerdings nötig ist, dieses Fachwissen auch tatsächlich und erfolgreich in der Arbeitswelt anzuwenden, das fehlt.” Untersuchungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) http://www.dihk.de belegen diese Ergebnisse. Nur neun Prozent von insgesamt 14.000 Unternehmen sehen keine Mängel bei der Ausbildungsreife der Schulabgänger. “Wir kennen keinen Arbeitgeber, der über heutige Schulabgänger in Begeisterungsstürme ausbricht.”

Mangel an Soft-Skills

Der Mangel der Schulabgänger liegt bei den Soft Skills. Diesen liegen Kriterien wie Disziplin, Belastbarkeit, Interesse, Leistungsbereitschaft und Umgangsformen zugrunde. Der DIHK listet als wünschenswerte soziale Kompetenzen Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein, Team-, Kritik- und Konfliktfähigkeit, interkulturelle Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit auf.

Aber auch bei den Hard Skills unterrichtet die Schule laut Baum am Leben vorbei - und stattdessen unterhalte sich die Bildungsszene vor allem über formale Nebenaspekte. Baum: “Aber solange wir in der Schule nicht lernen, wie man mit Geld umgeht, Prioritäten setzt, Stil entwickelt und sich klar ausdrückt, so lange ist es ja eigentlich auch egal, ob man all diese Dinge im Frontalunterricht versäumt oder im Stuhlkreis.”

Diktatur der Theoretiker

Ein Problem sieht der Autor zahlreicher Bücher vor allem in der “Diktatur der Theoretiker”. “Das Bildungssystem und auch die das klassische Bildungsbürgertum vertretenden Theoretiker sollten die Realität anerkennen und sich eingestehen, dass die wesentlichen Dinge die Schule nicht lehrt, und was sie lehrt, ist großteils irrelevant”, kritisert Baum.

“Damit bereitet die Schule nicht aufs Leben vor, sondern nur auf die nächste Schule, etwa eine Uni, wo die Orientierung am Akademischen weitergeht.” Das Bildungssystem sollte auch nicht länger ignorieren, dass aus Schulabgängern Arbeitnehmer, Selbstständige, Führungskräfte, Manager und Unternehmer werden - nur eine Minderheit verbringe den Rest des Lebens an irgendeinem Uni-Institut oder als Literat.

Schule führt am Ziel vorbei

“Statt sich für die Anforderungen der beruflichen Wirklichkeit zu öffnen und die Lücken des Bildungswesens zu schließen, tut die Bildungsszene so, als würden alle Schulabgänger wissenschaftliche Mitarbeiter an irgendwelchen Unis”, so Baum. “Doch welcher Arbeitgeber beklagt, dass Schulabgängern Detailwissen über die Sonatenhauptsatzform oder über den Zitronensäurezyklus fehlt?” Und wer in einem dieser Themen nicht firm sei, bekomme in der Schule eine schlechte Note - selbst dann, wenn dieses Thema später im konkreten Leben des jeweiligen Menschen keine Rolle spielt.

“Niemand, den wir fragen, ist heute beruflich in einem Bereich tätig, den er oder sie früher als Schüler nicht mochte und widerwillig pauken musste.” Was also lag näher, als “Die Bildungslücke” als Buch zu machen? “Wenn man erfolgreich werden will, egal in welchem Bereich, ist es nicht ratsam, Gelehrte um Rat zu fragen, sondern eher Erfahrene.” Also haben er und sein Co-Herausgeber Martin Laschkolnig 20 Profis interviewt. Gemeinsam füllen sie “Die Bildungslücke” mit Themen wie Selbstwert, Respekt, Konfliktlösung, Verhandeln und auch Führung sowie Geld.

Weitere Informationen: http://facebook.com/diebildungsluecke

(Ende)

US-”Generation Ego” lässt Gemeinwohl links liegen

Forschersicht in Hinblick auf deutsche Jugendliche gespalten

San Diego/Berlin - Als “Generation Me” bezeichnet der US-amerikanische Psychologe Jean Twenge von der San Diego State University http://sdsu.edu die heutigen 15- bis 25-Jährigen. In Deutschland bezeichnen Sozialforscher diese als “Generation Ego”. Twenge belegt in seiner Studie, dass sich diese neue Generation junger Amerikaner wenig für Fürsorge oder die Rettung der Umwelt interessiert. “Die Jungen in den 80er- und 90er-Jahren haben sich politisch engagiert und waren eher gemeinschaftsorientiert”, so Twenge. Die aktuellen Daten zeigen jedoch, dass die jüngste Generation viel mehr Wert auf Geld, Image und Ruhm legt.

Keine Philosophie des Lebens

Im Vergleich zu Menschen, die in den 70er-Jahren geboren sind, interessiert sich die heutige Jugend eher dafür, reich zu sein. Im direkten Vergleich stieg dieser Wert von 45 auf 70 Prozent. Die heute 32- bis 42-Jährigen interessierten sich zu 50 Prozent sehr für die aktuelle politische Lage, die “Generation Ego” hingegen zu 35 Prozent. Auch die”Entwicklung einer sinnvollen Philosophie des Lebens” ist von 73 auf 45 Prozent gesunken. Dabei hatten die Forscher bereits die in den 70er-Jahren Geborenen als egoistisch eingestuft.

“Das Egoismus-Label war unberechtigter Weise auf diese Generation angebracht, denn im Vergleich zur heutigen Generation waren sie geradezu selbstlos”, sagt Twenge. In Deutschland würden zwar viele Sozialforscher dem Urteil von Twenge zustimmen. Andere aber nicht: “Wir haben diese Generation als ‘pragmatische Generation’ bezeichnet”, sagt Ulrich Schneekloth, Autor der Shell-Jugendstudie http://shell.de/jugendstudie , der größten Jugenderhebung Deutschlands, gegenüber der Presse.

Ideologie bleibt auf der Strecke

“Man kann diese Generation nicht mit den 68er-Slogans charakterisieren”, erklärt Schneekloth. Demnach sei man nur aufgeklärt oder modern, wenn man politisch links sei. Die junge Generation sei nicht so unsozial, wie viele Sozialwissenschaftler sie bezeichneten. “Sie wollen etwas aus sich machen, sind aber gleichzeitig sozial orientiert. Sie empfinden es als ungerecht, wenn Leute ausgegrenzt werden”, sagt Schneekloth. Die “pragmatische Generation” interessiere sich sehr wohl für die Belange anderer.

“Das Motto ist: Ich muss schauen, wo ich bleibe und dass es um mich herum sozial und gerecht zugeht”, erklärt Schneekloth. Die neue Generation sei zwar unideologisch, folge zwar auch dem Mainstream, was aber nicht heißen würde, dass die jungen Menschen keine soziale Ader hätten. “Generation Ego oder Generation Me ist zu einseitig”, sagt der Shell-Studien-Autor. Die heutige Jugend grenze sich auch nicht so stark von den Eltern ab. “Die müssen sich nicht mehr befreien wie die Generationen vorher”, sagt Schneekloth. Die 15- bis 25-Jährigen würden eher pragmatisch denken, Ideologie hingegen sei total out. (Ende)

Illegaler Organhandel beutet Ärmste aus

Bangladesch: Mittellose verkaufen Nieren für wenig Geld

Michigan/Frankfurt - Illegale Organverkäufe sind weltweit stark am zunehmen. Speziell in Entwicklungsländern kommt es immer häufiger vor, dass ärmere Menschen ein Organ - Niere, Leber oder sogar Teile der Hornhaut - aus Geldnöten an Empfänger in Industrieländer verkaufen. Wie dies in der Praxis abläuft, hat der Anthropologe Monir Moniruzzaman von der Michigan State University http://www.msu.edu untersucht - und soeben in einem Bericht veröffentlicht.

Bestechung zugunsten der Reichen

Moniruzzaman ermittelte ein Jahr lang verdeckt im illegalen Organhandel-Markt von Bangladesch. Er interviewte dabei unter anderem 33 Menschen, die ihre Niere auf dem Schwarzmarkt für Dumpingpreise verkauft haben. Häufig bekamen diese Menschen, die ihre Organe aus dringender Geldnot verscherbeln, nicht die Summe, auf die sie sich mit dem Käufer geeinigt hatten.

Ärzte, Krankenhäuser, Beamte oder Pharmaunternehmen verschliessen ihre Augen und werden in der Regel von Organ-Maklern bestochen. Über derartige Mittelmänner gelangen die Körperteile von Bangladesch in die USA, in den Nahen Osten oder nach Europa, auch Deutschland und Österreich sind unter den Empfängerländern. “Das ist eine schwere Form der Ausbeutung verarmter Menschen, deren Körperorgane auf dem Markt zu Waren geworden sind - nur um das Leben der wenigen Reichen zu verlängern”, ärgert sich Moniruzzaman.

Delikt in Europa

In Deutschland wurde nie ein Fall von Organhandel bekannt, heißt es bei der Deutschen Stiftung für Organtransplantation http://dso.de . “Der Organhandel ist nach dem Transplantationsgesetz in Deutschland unter Strafe gestellt”, sagt Christine Gehringer, Sprecherin der Stiftung, auf pressetext-Anfrage.

Suche per Zeitungsannonce

Die Organ-Makler ködern ihre Opfer durch Anzeigen in der Zeitung, dokumentierte Moniruzzaman durch 1.200 derartige Anzeigen. Den Verarmten wird teils für eine gespendete Niere ein Visum für die USA in Aussicht gestellt. Doch auch den Geldversprechen gelingt es oft, Verzweifelte zu locken: Nieren werden in Bangladesch um 1.400 Dollar gehandelt. 78 Prozent der Bevölkerung verfügen über weniger als zwei Dollar pro Tag. (Ende)

E-Mail und Surfen machen wahnsinnig

Falle Internet: Digital-Therapeutin fordert mehr Selbstkontrolle im Web

Wien - Unser Umgang mit digitalen Medien bringt uns um den Verstand und den Arbeitgeber um viel Geld. Mit scharfer Würze erklärt die Autorin Anitra Eggler http://anitra-eggler.com im Buch “E-Mail macht dumm, krank und arm” Verhaltensweisen wie “E-Mail-Wahnsinn” oder “Sinnlos-Surf-Syndrom” den Kampf. Ihre “Blitztherapien” liefert die Kommunikationsexpertin, die sich selbst als “Digital-Therapeutin” bezeichnet, mit einem Augenzwinkern. Im Interview beweist sie, dass die Ratschläge dennoch ebenso ernst gemeint sind wie das behandelte Problem.

Zeitdieb Internet

“30 bis 50 Prozent aller E-Mails sind sinnlos und ein ebensolcher Anteil der Surfzeit am Arbeitsplatz fördert nicht das Ergebnis, sondern stiehlt bloß Zeit. Zudem beträgt die durchschnittliche Verweildauer pro Facebook-Besuch oder auch die Ablenkung durch das Abrufen einer E-Mail im Schnitt 25 Minuten”, skizziert Eggler den Sachverhalt. Wahrgenommen werde dies nicht, denn das Gefühl für verrinnende Zeit sei ebenso wie die Selbstkontrolle im Netz völlig abhanden gekommen.

Entgleiste Nutzung

Als Symptome für bedenkliche E-Mail-Nutzung führt Eggler im Buch etwa an, dass sich private und berufliche Adresse bei vielen zunehmend vermischen. Zu oft kontrolliere die E-Mail wie ein Sklavenhalter den Arbeitsrhythmus und der Drang zum ständigen Nachsehen und Drücken des Empfangen-Knopfes sei oft schon suchtartig. Dazu bekrittelt es die Autorin auch als Unsitte, stets viele als Empfänger in die “CC”-Leiste zu setzen und somit den Verkehr zu erhöhen. Die Folgen: Informationsüberflutung, Konzentrationsverlust und ständige Ablenkung.

Um keinen Deut besser verhalte es sich bei der Suche im Internet. Das einstige “Nur-mal-kurz-im-Internet-Nachsehen” verkomme in der Endphase zum ziellosen, zwanghaften Surfen mit hohem Zeitaufwand, da sich Internetuser viel zu oft von Links zu Seiten verführen lassen, die sie ursprünglich gar nicht finden wollten. Durch das Medien-Multitasking, die Beteiligung an möglichst allen Sozialen Netzwerken und die vielen parallel geöffneten Browser-Tabs sei das Gehirn heillos mit Reizen überflutet. Auswirkungen habe dies auch für das reale Leben - vernichtete Arbeitszeiten etwa oder familiäre Entfremdungen bis hin zu Scheidungen.

Öffnungszeiten für E-Mail nötig

“Schraubt man E-Mail und Surfen um ein Drittel runter, bringt das viel zusätzliche Zeit für produktives Schaffen”, behauptet Eggler. Ähnlich radikal sind ihre konkreten Vorschläge: Den Arbeitstag offline beginnen, fixe E-Mail-Öffnungszeiten definieren und anderen auch mitteilen, E-Mails kurz und im Stil einer Nachrichtenagentur verfassen sowie kritisches Lesen vor dem Absenden. Auch beim Surfen sollte man ein Tageslimit etwa von zwei Stunden festlegen, die Augenbewegungen entschleunigen, die Maus an die kurze Leine nehmen, nur Gewinnbringendes anklicken und Inhalte völlig zu meiden, bei deren Betrachten man nicht ertappt werden möchte.

Die Autorin ist verwegen genug, um neben Selbsttests, Ratschlägen und Erster Hilfe für Betroffene auch Therapiepläne für Unternehmen zu skizzieren und dabei auch einen “Return of Investment” zu versprechen. Alles weitere im grafisch durchgestalteten Buch ist Motivationshilfe - etwa Mantras wie “Das Internet kann man nicht heiraten”, “Ich bin keine Festplatte” oder “Wir betrachten unsere Handys mehr als unsere Kinder” oder Zitate wie “Ich bezweifle, dass jemand mit Internetanschluss an seinem Arbeitsplatz gute Literatur schreiben kann”.

Ausbeuten statt ausgebeutet werden

Solange man die Digitalisierung im positiven Sinn bestmöglich ausbeutet, sei nichts gegen sie einzuwenden, betont Eggler. “Das tun wir aber nicht. Aus Angst, nicht mitreden zu können, beschaffen wir uns stets das neueste iPhone, ohne die Gebrauchsanleitung zu lesen und die Möglichkeiten zu nutzen”, so Eggler. Das maximale Potenzial schlagen diejenigen heraus, die etwa ihren Browser tatsächlich nach eigenen Bedürfnissen konfiguriert oder die Möglichkeiten der erweiterten Google-Suche nutzen und Begriffe oder Medienformate ein- und ausgrenzen. “Ziel ist, nur das zu bekommen, was ich brauche. Die meisten scheitern daran.”

Dass das Internet wichtige Bedürfnisse wie etwa nach Ablenkung und Spaß befriedigt, stellt die Medienexpertin nicht in Abrede, doch gebe es bessere Alternativen. “Es ist weitaus besser, einen Erfolg gemeinsam in der Kaffeeküche mit Prosecco zu feiern als auf Facebook. Wir müssen wieder mehr miteinander reden - in der Fleischwelt, oder zumindest am Telefon.”

Leseprobe (77 Seiten) unter http://bit.ly/nTULTu (Ende)

Geistige Behinderung: Externe Hilfe verhindert Mobbing

Witze und Missverständnisse erschweren Integration im Job

Koblenz-Landau - Menschen mit sogenannter “geistiger Behinderung” haben es im Job schwer: Das angestrebte Ziel der vollen Integration in den Arbeitsmarkt ist noch in weiter Ferne, und auch im geschützten Bereich sind Konflikte häufig. Das EU-Projekt “Let me be ME!” http://letmebeme.eu untersucht erstmals das Problem des Mobbings bei dieser Personengruppe - mit dem Ziel, ein Handbuch zum besseren Umgang am Arbeitsplatz zu erstellen und damit langfristig die Inklusion zu fördern.

Ernstgenommene Witze

Menschen mit geistiger Behinderung laufen verstärkt Gefahr, zum Opfer von Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz zu werden. “Teils beginnt dies schon bei unbedachten Aussagen und Handlungen von Kollegen oder Vorgesetzten. Äußerungen wie ‘Arbeite doch mal schneller!’ oder ‘Jetzt warst du zwei Wochen krank und hast nur gefaulenzt’ werden von Betroffenen oft als bedrohlich wahrgenommen”, berichtet Carolin Hass, Deutschland-Koordinatorin des Projekts, im Interview.

Neben Witzen berichten Experten auch von Demütigung, Täuschung, Missbrauch und Abgrenzungen nach intellektueller Ausstattung, in manchen Fällen auch von ernsthaften Erpressungen und Bedrohungen. Betroffenen ist jedoch oft unklar, wie sie das Geschehen einordnen sollen, zudem fällt es vielen schwer, ihre Gefühle und Probleme auszudrücken. “Manche akzeptieren das Mobbing, um sich in eine Gruppe zu integrieren - was die Erforschung des Phänomens deutlich erschwert”, so die Forscherin vom Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau http://www.uni-koblenz-landau.de über erste Ergebnisse des Projekts.

Besser professionell als familiär

In einer Befragung von 18 Experten aus fünf Ländern konnte bisher gezeigt werden, dass die Art der Vermittlung und Unterstützung ein entscheidendes Kriterium darstellt. Mobbing tritt seltener auf, wenn Menschen mit geistiger Behinderung bei der Integration am Arbeitsplatz professionell unterstützt werden. “Das größte Ausmaß an Unterstützung erhalten sie in Werkstätten für Behinderte und teilweise auch durch Arbeitsmarkt-Assistenten oder Jobcoaching, wenngleich Letzteres bloß auf drei Jahre begrenzt ist”, erklärt die Psychologin.

Wenn Freunde oder Verwandte hingegen den Job vermitteln, läuft es nur selten gut - laut Hass kommt dies in vielen Fällen dem Wurf ins kalte Wasser gleich. “Das angestrebte Ziel ist es, Menschen mit Lernschwierigkeiten und ganzheitlichem Förderbedarf so normal als möglich zu behandeln. Wichtig ist dabei jedoch, sie nicht zu überfordern”, betont Hass. Auch auf ausreichendes Verständnis des Umfeldes komme es an, da andernfalls oft Neid entsteht - etwa auf Extra-Urlaubstage mit Schwerstbehindertenausweis oder kürzere Arbeitszeiten. (Ende)

Schiffssonare lassen Blauwale verstummen

Bootslärm stört auch in mittleren Frequenzen das Walverhalten

San Diego/Kiel - Der Lärm, den der Mensch im Meer verursacht, stört Blauwale in ihrem Verhalten - auch wenn er nicht in Frequenzen der Walgesänge dringt. Das berichten Biologen der University of California in San Diego http://ucsd.edu im Open-Access-Journal “PLoS ONE”. Je nach der Art des Geräusches stoßen die Wale selbst weniger oder mehr Töne aus, so das Ergebnis ihrer Studie. Ihre Gesänge brauchen die Meeresriesen für entscheidende Verhaltensweisen, die von der Nahrungssuche bis zur Paarung reichen.

Mehr Störfrequenzen als vermutet

Die Forscher um Mariana Melcon zeichneten im Pazifik zwei Sommer lang typische Futtersuch-Rufe der Blauwale auf. Erhoben wurden zudem Umgebungsgeräusche wie Wind und Regen, jedoch auch menschenverursachter Schall wie Schiffslärm sowie Sonarsignale in mittlerem Frequenzbereich zwischen ein und acht Kilohertz. Blauwale verständigen sich selbst mit deutlich tieferen Tönen von unter 100 Hertz, wobei der enorme Schalldruck von bis zu 180 Dezibel eine Kommunikation mit Artgenossen über hunderte Kilometer erlaubt.

Die kalifornischen Forscher konnten erstmals zeigen, dass Blauwale auch auf Frequenzen reagieren, die sie selbst nicht nutzen. Je mehr sich die Säuger einem Sonar näherten, desto seltener stießen sie selbst Laute aus, wobei dieser Effekt in einem großen Umkreis eintrat. Bei normalem Schiffslärm zeigte sich das Umgekehrte, denn die Wale waren in dessen Nähe am kommunikativsten. Die Tageszeit spielte dabei keine Rolle. Welche langfristigen Auswirkungen dieser Effekt bringt, bleibt weiterhin ungeklärt.

Ortung auf Kosten der Tierwelt

Schon früher zeigten die Forscher, dass Blauwale lautere Rufe ausstoßen, sobald Schiffe an ihnen passieren. “Der Effekt dürfte ähnlich sein wie bei Singvögeln, die in der Stadt lauter singen müssen, um sich zu verständigen”, berichtet der Fischereibiologe Rainer Froese vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften GEOMAR http://www.ifm-geomar.de , im pressetext-Interview. Schiffe seien durch ihren Lärm nach heutigem Wissensstand kein großes Problem für Wale - abgesehen davon, dass sie bei Kreuzungen mit Walwanderrouten ab und zu mit an der Oberfläche schlafenden Walen zusammenstoßen.

Als weitaus gefährlicher bezeichnet Froese die Schiffssonare. “Militärische Ortungssignale sind teils so stark, dass sie das Hörzentrum und damit auch die Orientierung von Walen beschädigen können. Auffällig ist, dass Massenstrandungen von Walen gehäuft in jenen Regionen vorkommen, in denen es zuvor militärische Übungen etwa zum Aufspüren von U-Booten gab.” Doch auch die Suche nach Erdöl- und Gasfeldern auf dem Meeresboden durch die Industrie dürfte ähnlich verheerende Wirkung haben, verwendet sie doch starke Explosionen unter Wasser.

Link zur Studie: http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0032681 (Ende)

Jeder fünfte Weltbürger: “Ja, ich bin sehr glücklich”

Ipsos-Studie zeigt positive Ergebnisse

Hamburg - Eine neue Umfrage, die das global operierende Marktforschungsinstitut Ipsos für das kanadische “What Makes You Happy” Magazin durchgeführt hat, zeigt, dass über drei Viertel aller Bürger in 24 Ländern (77%) mit ihrem derzeitigen Leben glücklich sind - mehr als jeder fünfte (22%) gibt sogar and, dass er “sehr glücklich” ist.


In Deutschland ist dieser Wert niedriger: Nur 16% sind sehr glücklich mit ihrem Leben, aber fast jeder dritte (64%) ist mit seinem Leben ziemlich glücklich, so dass Deutschland im Gesamtdurchschnitt mit 80% sogar etwas über dem weltweiten Glücksdurchschnitt liegt.

Seit die Untersuchung im April 2007 das erste Mal durchgeführt wurde, ist der Anteil derjenigen deutschen Befragten, die sich als sehr glücklich mit dem eigenen Leben bezeichnen, leicht gestiegen. Bei der ersten Messung gaben 13% der deutschen Befragten an, sehr glücklich mit ihrem Leben zu sein. Dieser Wert stieg auf ein absolutes Hoch mit 21% im Marz 2010, um dann wiede auf nur noch 13% im März 2011 zu sinken. Seitdem scheinen die deutschen Bürger optmistischer in die Zukunft zu blicken, in den letzen vier Befragungsmonaten August, September, Oktober und November konnten bei der monatlich stattfindenden Untersuchung jeweils mindestens 16% sehr glückliche Deutsche verzeichnet werden.

Auf globaler Ebene hat sich der Anteil der sehr glücklichen Menschen ebenfalls gesteigert - von 20% um 2 Prozentpunkte auf 22%. Offensichtlich können Finanzkrisen, Umweltkatastrophen und andere Konflikte das tatsächliche Glücksempfinden des Einzelnen nicht nachhaltig beeinflussen.
Die Untersuchung, die unter 18.687 Erwachsenen im Zeitraum vom 1. bis zum 15. November 2011 durchgeführt wurde, zeigt darüber hinaus, dass verheiratete Teilnehmer signifikant glücklicher sind als unverheiratete (26% zu 18%) - auch dies trifft für Deutschland zu. Jeder fünfte verheiratete Deutsche gibt an “sehr glücklich” mit seinem Leben zu sein (22%), bei den unverheirateten sind es nur 13%.

Wo leben die glücklichsten Menschen?

Regional betrachtet, leben in Lateinamerika die meisten Leute, die angeben sehr glücklich zu sein - knapp ein Drittel (32%) der Befragten beantwortet diese Frage positiv. Nordamerikafolgt mit 27%, gefolgt von Asia-Pacific, dem Mittleren Osten und Afrika (jeweils 24%). Europa ist die Region, die den weltweiten Durchschnitt nach unten zieht: nur 15% der Europäer sind sehr glücklich mit dem Leben, am unglücklichsten sind die ungarischen Befragten, von denen nur 6% aktuell sehr glücklich sind.

Eine kontinuierliche Untersuchung des Glücks

Ipsos begann 2007 in 24 Ländern damit zu untersuchen, wie glücklich die Menschen in diesen Ländern sind. Bis 2007 wurde die Studie zweimal jährlich durchgeführt, seit März 2010 erfolgt die Messung monatlich. Bei Betrachtung der Zeitspanne zwischen April 2007 und November 2011 können wir also fragen: Sind wir heute glücklicher als damals? Es scheint so - insgesamt betrachtet, scheint die Welt heute ein glücklicherer Ort zu sein, da der Anteil der “sehr glücklichen” Menschen im weltweiten Durchschnitt betrachtet um zwei Prozentpunkte von 20% auf 22% gestiegen ist. Am glücklichsten waren die Menschen, laut den Zahlen, im Zeitraum zwischen März und April 2010 - hier gaben mehr als ein Vierteil aller Befragten (26%) an, sehr glücklich zu sein. Zweifelsohne gibt es viele Ereignissen, die das allgemeine Lebensglück beeinflussen - das zeigen die monatlichen Zahlen.

Die Länderliste zeigt den den prozentualen Zuwachs (+) bzw. den Verlust (-) an “sehr glücklichen”-Leuten im Vergleich April 2007 zu November 2011.

Steckbrief der Studie

Diese Ergebnisse stammen aus einer Ipsos-Umfrage für das “What Makes You Happy”-Magazin, die zwischen dem 1. und 15. November 2011 in 24 Ländern durchgeführt wurde. Die teilnehmenden Länder waren Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien, Indonesien, Indien, Japan, Mexiko, Polen, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, Türkei und die USA. Für die Studie wurde eine internationale Stichprobe von Erwachsenen in den USA und Kanada zwischen 16 und 64 Jahren, in allen anderen Ländern zwischen 18 und 64 Jahren, gezogen. Die ungewichtete Basis der Befragten betrug 18.687 Personen. Etwa 1000 Personen wurden pro Land befragt, mit Ausnahme von Argentinien, Belgien, Indonesien, Mexiko, Polen, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Schweden, Russland und der Türkei, in der die Stichproben etwa bei 500 lagen.

Über Ipsos:
Ipsos ist ein unabhängiges und innovatives Dienstleistungsunternehmen, das weltweit Services rund um die Markt- und Meinungsforschung leistet. Um unseren Kunden bestmöglichen Service zu bieten, haben wir uns in sechs Forschungsbereichen spezialisiert. So bestimmen unsere engagierten Forscher Marktpotenziale, zeigen Markttrends, testen Produkte, Werbung und Dienstleistungen, erforschen die Wirkung von Medien und geben der öffentlichen Meinung eine Stimme. Seit Oktober 2011 gehört Synovate zu Ipsos. Damit sind wir in 84 Ländern auf allen Kontinenten vertreten und in Deutschland und weltweit nach Umsätzen das drittgrößte Marktforschungsinstitut. “Nobody´s unpredictable” ist weltweit das Leitmotiv von Ipsos.

Verdauungs-Video: Fertignahrung braucht länger

YouTube-Hit dokumentiert Darmdurchgang von Nudeln

New York - Ein Projekt des Künstlers Stefani Bardin und des Havard-Gastroenterologen Braden Kuo sorgt derzeit auf YouTube http://www.youtube.com/watch?v=zi_DaJKsCLo&feature=player_embedded für Furore. Es gelang ihnen mittels verschluckbarer Minikamera erstmals, den gesamten Verdauungsprozess vom Eintritt der Nahrung im Mund bis zur Ausscheidung zu filmen. Außer der Befriedigung des Ekelbedürfnisses liefern die Initiatoren auch eine gewagte These: Fertignahrung ist schwerer verdaubar als selbstgekochte Nahrung.

Liveübertragung aus dem Darm

Zum Einsatz kam eine Kamerapille, die gerade einmal 26 mal elf Millimeter groß und mit einer Acht-Stunden-Batterie bestückt war. Ein Sensor erhob laufend Druck, Temperatur und Säurewert, ein weiterer filmte mit und schickte die Bilder per Funk nach Außen. Der zwar kaum wissenschaftliche, jedoch aufklärerische Anspruch des Projekts lautete, den Zersetzungsvorgang von Fertignahrung im Darm abzubilden.

Zu diesem Zweck aß die erste Person gemeinsam mit der Kamera koreanische Instant-Nudeln, Gummibärchen und blaue Gatorade-Limo, wobei die Farbe allein zu Demonstrationszwecken gedient haben dürfte. Die zweite Person verzehrte selbstgemachte und -gekochte Nudeln, Gummibärchen aus Granatapfelsaft und sowie Gatorade mit Hibiskusgeschmack. Und tatsächlich: Die Fertiggericht-Nudeln hielten deutlich länger als die selbstgemachten und waren selbst nach zwei Stunden Darmaufenthalt noch immer in ihrer Form zu erkennen.

Bessere Essenswahl

“Anliegen des Projekts war es, das unsichtbare und oft verschleierte Wissen über unsere Ernährung auf unerwartete Weise zu präsentieren. Damit soll die Öffentlichkeit ausreichend Wissen erhalten, um informierte Entscheidungen beim Essen zu treffen”, so Bardin. Ernährungsforscher konnten die Vermutung der unterschiedlichen Zersetzungsdauer im Darm auf Anfrage allerdings nicht bestätigen.

Weitaus weniger dramatisch als die Projektinitiatoren sieht ein Berliner Lebensmitteltechnologe das Ergebnis. “Die längere Lebensdauer der Instant-Nudeln dürfte auf die resistente Stärke zurückgehen, die beim Vorkochen und Trocknen der Nudeln entsteht. Sie werden dadurch von Enzymen weniger leicht angreifbar, wirken dadurch jedoch wie Ballaststoffe und reduzieren den Kaloriengehalt, was für den Körper positiv sein kann”, so der Experte gegenüber uns. Weitere Faktoren seien die Form und Härte der Nudeln.

Schule ist beste Medizin für Flüchtlinge

Positiver Effekt schon bei wenigen Wochenstunden Unterricht

Kopenhagen - Schon wenige Stunden Schulunterricht pro Woche bringen Flüchtlingskindern langfristige Vorteile für ihre Gesundheit, die bis ins Erwachsenenalter und in die nächste Generation reichen. Das haben Forscher der Universität Kopenhagen ermittelt. “Flüchtlingskinder leben in einer Welt voller Chaos und Unsicherheit. Bildung gibt Struktur und Hoffnung. Sie ermöglicht ihnen zudem, Erwachsene zu werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen”, berichtet die Studienleiterin Tania Draebel von der Copenhagen School of Global Health http://globalhealth.ku.dk im Interview.

Mehr Selbstverantwortung

Draebel untersuchte 220 schwangere Frauen, die ihre Kindheit in sudanesischen Flüchtlingslagern verbracht hatten. Zu den größten Gesundheitsgefahren dieser Gruppe gehört Malaria, da sich werdende Mütter häufig mit bestimmten Formen der Krankheit infizieren und an die ungeborenen Babys weitergeben.

Auf der Suche nach Schutzfaktoren stieß Draebel unverhofft auf den Schulbesuch. “Gebildete und ungebildete Mütter verhalten sich völlig anders gegenüber Malaria. Wer als Kind in der Schule war, verwendet fünfmal eher Moskitonetze, nimmt 2,5-mal eher Malaria-Medikamente und geht bei Verdachtssymptomen dreimal eher zum Arzt.” Sozio-ökonomische Störfaktoren sind dabei schon berücksichtigt.

Positiv-Spirale

Dabei war die Schule der Frauen kaum mit jener in Europa vergleichbar, betont die Forscherin: “Die Klassenräumen waren bloß in Zelten oder Hütten improvisiert und der Unterricht fand nur sehr unregelmäßig und oft nur wenige Monate pro Jahr statt. So lückenhaft diese Bildung auch war, sie zeigte dennoch bereits große Vorteile. Mit sehr wenigen Ressourcen erreicht man erstaunlich viel.”

Draebel sieht das Ergebnis als “Positiv-Spirale” der Entwicklung, die in der Flüchtlingshilfe und der Unterstützung von internen Vertriebenen stärker berücksichtigt werden sollte. “Kinder reflektieren die Zuwendung des Lehrers, so schwierig auch die Umstände sind, und machen daraus etwas Positives. Sie treten dabei aus der Opferrolle und entdecken ihre Möglichkeiten, die Welt selbst mitzugestalten. Das stärkt sie mental im Leben”, so die Interpretation der Forscherin. (Ende)

Hungerkrise klopft in Westafrika an

Hilfsorganisationen fordern mehr Unterstützung für Prävention

Ouagadougou/Berlin - In Westafrika droht eine Hungerkrise ähnlichen Ausmaßes wie derzeit noch immer weiter östlich am Horn von Afrika. Dürre, Armut und hohe Getreidepreise lassen eine Wiederholung der Nahrungsmittelknappheiten aus den Jahren 2005, 2008 und 2010 in der Region befürchten. Fast sieben Mio. Menschen brauchen dringend Nahrungsmittelhilfe, 1,3 Mio. Kindern droht Unter- oder Mangelernährung. Hilfsorganisationen warnen, dass die betroffenen Länder - vor allem Niger, Mali, Mauretanien, Tschad und Burkina Faso - nicht nur Nothilfe, sondern auch Vorsorge dringend brauchen, um die Krisenanfälligkeit langfristig abzuwenden.

Kein Regen

Mehrere ungünstige Faktoren stehen hinter der Situation. Die wärmeren Meere um Westafrika führen zu häufigeren Trockenperioden und in Folge zu Ernteausfällen. Der Nahrungsbedarf steigt durch die boomende Bevölkerung und die Flüchtlinge aus den umliegenden Krisenregionen Libyen, Elfenbeinküste und Südsudan. Intensive Landnutzung und Rodungen lassen den Boden austrocknen und verstärken die Wüstenbildung. Dazu kommt die Verteuerung des Getreidepreises, der derzeit schon 50 Prozent über dem Vorjahreswert liegt.

“In Burkina Faso ist der Regen 2011 teils ausgefallen, teils hat er zu früh aufgehört. Das hat in manchen Regionen des Landes zu kompletten Ausfällen der Ernte geführt. Für die Mehrheit der Bauern, die allein Getreide anbaut, ist das eine Katastrophe”, berichtet Kristina Rauland-Yambré, in Ougadougou stationierte Regionalkoordinatorin für die Sahel-Zone bei Help http://help-ev.de , in pressetext-Interview. Vor Ort tätige Hilfsorganisationen haben im Dezember 2011 Notprogramme gestartet und verteilen dabei etwa Lebensmittel.

Geldgeber für Prävention nötig

Nachhaltige Hilfe und Vorsorge zur rechten Zeit wären jedoch wesentlich besser, betont die Expertin. “Möglich wären etwa Kampagnen, die die Bevölkerung informieren und gegen Krisen stärken, etwa durch Diversifizierung im Anbau, durch Viehzucht, Gartenbau, Getreidespeicher oder besseres Wassermanagement. Seit längerem versuchen wir, Präventionsprojekte umzusetzen, doch kommt Unterstützung immer erst dann, wenn die Krise schon da ist. Einiges der heutigen Situation wäre erspart geblieben, hätte man mit Vorkehrungen schon bei den ersten Anzeichen 2011 getroffen.”

Verständlich sei es, dass das Gros der Einzelspender nur auf dringende Spendenaufrufe mit drastischen Bildern im Fernsehen reagiere, so die Entwicklungshelferin. “Drastisch sind die Bilder vor Ort jedoch immer, da die Situation eine chronische ist. Projektideen für strukturelle Verbesserungen und Prävention gibt es genug, zur Umsetzung braucht es jedoch vor allem die EU und bilaterale Abkommen mit Ländern. Meist fehlt es jedoch an politischem Druck dazu”, so Rauland-Yambré. Die regionalen Vorbedingung für langfristigen Aufbau seien gut - zumindest politisch ist die Sahelzone stabil.

Schlimmeres verhindern

Auch das Bündnis der Hilfsprogramme “Aktion Deutschland Hilft” http://www.aktion-deutschland-hilft.de weist darauf hin, dass in Westafrika eine Hungersnot schlimmeren Ausmaßes noch verhindert werden kann. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass sich nationale und internationale Geldgeber besser koordinieren und mehr Augenmerk auf die Vorsorge legen. (Ende)

Schlafdefizit weckt Hunger auf Süßes

Schichtarbeiter-Problem: Durchwachte Nächte sind Appetitanreger

Uppsala - Nach einer durchwachten Nacht meldet der Körper vor allem eines: Hunger. Er sucht dabei besonders energiereiche Nahrung und fühlt sich durch sie stärker belohnt als sonst. Das berichten Forscher aus Schweden, Deutschland und der Schweiz im “Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism”. “Die schlechten Schlafgewohnheiten der Bevölkerung dürften wesentlich zum Übergewichts-Problem beitragen”, sagt Studienleiter Christian Benedict von der Universität Uppsala http://uu.se/en/ im Presse-Interview.

Mehr Hüftspeck

Schon seit 2004 ist bekannt, dass fehlender Schlaf den Hunger erhöht. Im Vorjahr hat Benedict gezeigt, dass Schlafentzug auch den Stoffwechsel beeinflusst und zu einer vermehrten Umwandlung der Nahrung in Hüftspeck führt. Menschen, die zwei Wochen lang teilweisen Schlafentzug erleben, essen zwar mengenmäßig nicht mehr, haben jedoch andere Präferenzen und suchen stärker als sonst besonders kalorienreiche Nahrung.

Während Schlaf den Energieverbrauch von Gehirn und Körper senkt, sorgt das Fehlen der Ruhepause für Müdigkeit, Unkonzentriertheit und Stress. “Gleichzeitig meldet das Gehirn ein Energiedefizit, ergreift Gegenmaßnahmen und sieht Nahrung als appetitanregender als sonst”, erklärt Benedict den Mechanismus dahinter.

Belohnung für Kalorien

Warum Schlaflose dabei besonders nach Süß und Pikant verlangen, konnte der Neurowissenschaftler nun durch eine weitere Untersuchung zeigen. Zwölf Versuchspersonen legten sich am Morgen nach einer Nacht mit normalem Schlaf sowie nach einer durchwachten Nacht in einen fMRI-Scanner, während sie Fotos von verschiedenen Speisen sahen. “Die Hirnaktivität stieg ohne Schlaf im anterioren cingulären Kortex, der ein wichtiger Bestandteil des Belohnungssystems ist”, berichtet Benedict.

Diese in Gang gesetzte Gehirnregion steuert unter anderem die Belohnung durch Essen als auch die Erwartung, wie erfreulich eine Nahrung ist, die man zu essen überlegt - was etwa bei der Wahl im Supermarkt oder auch am Büfett das Verhalten mitbestimmen kann. Als relevant sieht der Forscher das Ergebnis jedoch besonders für Schichtarbeiter. “Es erklärt, warum Schichtarbeiter so häufig an Übergewicht leiden - zusätzlich zu den problematischen Folgen, die der ständige Wechsel der inneren Uhr hat.”

Abstract der Studie unter http://jcem.endojournals.org/content/early/2012/01/12/jc.2011-2759.abstract (Ende)
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Costa Concordia: Arge Fehler bei Evakuierung

Kapitän muss außer riskantem Kurs auch zu späte Rettung verantworten

Rostock/Wien - Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes “Costa Concordia” ist eine Verkettung gleich mehrerer unglücklicher Umstände und menschlichen Versagens. Doch nicht nur das Auflaufen auf einen Felsen vor der Küste der mittelitalienischen Insel Giglio wird Gegenstand intensiver Untersuchungen sein, sondern auch grobe Missstände der Evakuierung, die Mitschuld am Tod von fünf Passagieren haben dürfte. Zu diesem Schluss kommen Experten für Schiffssicherheit gegenüber pressetext.

Der 114 .000 Bruttoregistriertonnen (BRT) große Luxusliner hielt am Freitagabend aus bisher noch ungeklärten Gründen einen zu engen Kurs mit der Küste und schrammte dabei einen Felsen. Der Rumpf riss auf einer Länge von fast 70 Metern, worauf das Schiff kenterte und derzeit nur noch mit der Backbordseite sowie mit Aufbauten aus dem Wasser ragt. Fast alle der 3.000 Touristen und 1.000 Besatzungsmitglieder wurden gerettet, fünf starben jedoch - teils nach dem Ausbruch von Panik und Selbstrettungsversuchen. 15 Personen werden derzeit noch vermisst.

Katastrophale Rettung

Der Kapitän Francesco Schettino wird sich außer für den haarsträubenden Kurs seines Schiffes auch für die schlechte Evakuierung verantworten müssen, betont Dirk Sedlacek, Leiter des Instituts für Sicherheitstechnik und Schiffssicherheit http://schiffssicherheit.de , im Presse-Interview. “Grundsätzlich gilt bei Schiffsunglücken die Regel, dass die Reisenden und die Besatzung innerhalb von 60 Minuten von Bord gehen müssen. Bei derartigen Schiffsgrößen ist dies schwierig, weshalb man oft versucht, den nächsten Hafen aus eigener Kraft zu erreichen. Der Kapitän hätte gleich wissen müssen, dass dies nicht möglich war, da mehr als zwei wasserdichte Abteilungen überflutet waren.”

Aufgrund der enormen Schiffsgröße bezeichnet es Sedlacek als “nachvollziehbar”, dass an Bord Unruhe und Panik ausbrach. “Schließlich fehlte es auch an Booten und Flößen zur Rettung. Normal können diese 125 Prozent der an Bord befindlichen Menschen aufnehmen, doch sobald ein Schiff mehr als 20 Grad Schlagseite bekommt, kann die Hälfte der Rettungsmittel nicht mehr zu Wasser gelassen werden.”

Druck auf Personal wächst

Grundproblem der heutigen Schiffsbesatzungen ist es, dass sie den Notfall meist nur aus Simulationen kennen. Die Vorbereitung für den Ernstfall ist gut, betont der Schiffsicherheits-Experte. “Mindestens alle fünf Jahre machen die Schiffsoffiziere und Besatzungsmitglieder, die für die Evakuierung verantwortlich sind, zusätzlich zu laufenden Schulungen ein dreitägiges Notfalltraining nach internationalen Vorschriften. Künftig dürfte jedoch noch mehr Druck auf die Qualifizierung und Ausbildung des Personals liegen”, vermutet Sedlacek.

Kreuzfahrten sind sicher

Vertreter der Branche, glauben nicht an einen Buchungseinbruch im boomenden Kreuzfahrt-Geschäft. “Die Kreuzfahrt hat über 90 Mio. Touristen jährlich, und Unfälle gibt es kaum. Sie gehört damit zu den sichersten Reiseformen überhaupt, was es nun stärker zu vermitteln gilt”, urteilt Manfred Jägersberger-Greul, Geschäftsführer von Caravelle Seereisen http://www.caravelle.at , auf Anfrage. Eine “rasche, lückenlose Aufklärung” sei nicht nur im Interesse des Schiffsbetreibers Costa und der Versicherungen, sondern auch der gesamten Branche.

Eine Einschätzung, die auch Hansjörg Kunze, Vice President Marketing & Communication der Aida Cruises http://aida.de , teilt. Aida ist als Tochter der Carnival Corp. die deutsche Schwester der italienischen Costa-Reihe. “Vorerst muss man mit ganzer Kraft vor Ort handeln und die Folgen des Unglücks vor allem für die Reisenden und die Schiffsbesatzung minimieren. An Bord gelten höchste Sicherheitsstandards. Welche Konsequenzen die Branche in die Wege leitet, entscheidet sich erst nach genauer Klärung des Hergangs”, so der Experte gegenüber der Presse.

Kein Unterwassermuseum

Über das weitere Schicksal der Costa Concordia gibt es bisher nur Spekulationen. Versucht wird derzeit, die 2.400 Tonnen Dieselöl im Schiffstank abzupumpen, um eine Umweltkatastrophe zu verhindern. Die Chancen auf die Hebung des Schiffes stehen schlecht. “Es ist mit seinen 291 Metern zu groß, und auch ein Abdichten ist wegen der Größe des Lecks kaum möglich”, so Sedlacek. Gelingt das Stabilisieren nicht, dürfte der Luxusliner auf tiefere Gewässer abrutschen und sinken. “Vielleicht wird man das Wrack zersägen und die Einzelteile bergen, besonders wenn sonst der Schiffsverkehr gestört ist.” (Ende)