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Archiv der Kategorie Wirtschaft
Erste Joghurts mit Stevia-Süße erhältlich
21.3.2012 von zaro.
Danone-Entwickler: “Geschmacksproblem mit Erfolg gelöst”
Wien - Die erste Molkereiprodukt-Serie mit Stevia-Süße hat soeben Danone http://danone.com auf den Markt gebracht. Mit seiner Marke “DanVia” launcht der Lebensmittelkonzern in Österreich mit Vertriebspartner Alpenmilch Salzburg http://milch.com Molken und Joghurts in sieben Geschmackssorten mit dem Süßstoff, den die EU im November zugelassen hat. Robert Kunkel, Entwicklungsingenieur der Danone Forschung Zentraleuropa, erklärt im Interview anlässlich der Produktpräsentation in Wien am heutigen Dienstag die Probleme und Chancen der natürlichen Zucker-Alternative.
Nachgeschmack als Hürde
Stevia wurde in Japan bereits in den 70er-Jahren eingesetzt, in Europa für bestimmte Produkte erstmals 2008 in Frankreich und der Schweiz, ehe im November 2011 die EU-weite Zulassung folgte. Extrakte aus den getrockneten Blättern der Pflanzen sind für die Süßwirkung verantwortlich. Als wichtigste Vorteile kann Stevia vorweisen, dass sie ohne Kalorien auskommt, keinen Karies verursacht und auch für Diabetiker geeignet ist. Ein Nachteil ist der gewöhnungsbedürftige, herb-bittere Nachgeschmack in der Naturform.
“Größte Herausforderung war, den Nachgeschmack und die zu starke Süße von Stevia in den Griff zu bekommen”, verdeutlicht auch der Danone-Entwickler. Stevia süßt 250-Mal stärker als Zucker, weshalb man in der Dosierung äußerst genau vorgehen muss - Stevioglykoside machen weniger als 0,1 Prozent des Joghurts aus. Die EU ist bei den als unbedenklich eingestuften Höchstgrenzen strikt - vier Milligramm Tagesdosis pro Kilogramm Körpergewicht sollte man höchstens verzehren. Kunkel hält diese Menge für großzügig bemessen, mache doch mehr ohnehin kaum Sinn - “aus Geschmacksgründen”.
Ohne Zucker und künstliche Süße
Die Geschmacksfrage wurde mit Erfolg gemeistert, zeigt ein erster Test des Produkts, wenngleich Unterschiede zum gewohnten Zuckergeschmack durchaus auffallen. Statt den üblichen elf bis 14 Prozent Zucker kommen die DanVia-Joghurts mit bloß 3,9 bis 5,0 Prozent aus, was auf den Milch- und Fruchtzucker - als Geschmackssorten sind bisher Erdbeere, Marille, Vanille und Kirsche vertreten - zurückgeht. “Da der aktuelle Zuckerkonsum der Bevölkerung weit über der WHO-Empfehlung liegt, kann Stevia einen wichtigen Beitrag zur Reduktion leisten”, so Petra Burger, Ernährungswissenschafterin bei Danone.
Warten auf das Echo
Mit der Stevia-Produktreihe will Danone in Österreich vorerst “einen zweistelligen Millionenbetrag Umsatz” erreichen, auch ein Export ist denkbar. Einiges spricht dafür, dass die Alpenrepublik Danones Versuchsland für den Anklang des Stevia-Joghurts ist. “Österreich bietet einen überschaubaren Markt mit guten Kapazitäten und Partnern, wodurch das Risiko gering bleibt. Die nächsten Monate entscheiden, ob auch andere Länder das Konzept übernehmen”, betont auch Kunkel.
Vor einem Problem, das alle Stevia-Produkte betrifft, ist auch Danone nicht gefeit: Die aus Paraguay stammende Stevia-Pflanze wächst in Europa nicht und muss importiert werden, zudem ist auch die aufwendige Verarbeitung ein Preistreiber. Die DanVia-Joghurts kommen in Österreich mit einem unverbindlich empfohlenen Packungspreis von 0,89 Euro für 180 Gramm auf den Markt. “Angesichts der hohen Rohstoffkosten wird es schwierig sein, Stevia-Joghurts in Deutschland, wo die Joghurt-Preislatte deutlich niedriger liegt, zu positionieren”, erklärt der Danone-Experte. Abzuwarten bleibt auch, wie sich die Bewerbung eines Joghurts ohne Zucker oder künstliche Ersatzstoffe auf das Image herkömmlicher Joghurts auswirkt. (Ende)
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E-Mail und Surfen machen wahnsinnig
5.3.2012 von zaro.
Falle Internet: Digital-Therapeutin fordert mehr Selbstkontrolle im Web
Wien - Unser Umgang mit digitalen Medien bringt uns um den Verstand und den Arbeitgeber um viel Geld. Mit scharfer Würze erklärt die Autorin Anitra Eggler http://anitra-eggler.com im Buch “E-Mail macht dumm, krank und arm” Verhaltensweisen wie “E-Mail-Wahnsinn” oder “Sinnlos-Surf-Syndrom” den Kampf. Ihre “Blitztherapien” liefert die Kommunikationsexpertin, die sich selbst als “Digital-Therapeutin” bezeichnet, mit einem Augenzwinkern. Im Interview beweist sie, dass die Ratschläge dennoch ebenso ernst gemeint sind wie das behandelte Problem.
Zeitdieb Internet
“30 bis 50 Prozent aller E-Mails sind sinnlos und ein ebensolcher Anteil der Surfzeit am Arbeitsplatz fördert nicht das Ergebnis, sondern stiehlt bloß Zeit. Zudem beträgt die durchschnittliche Verweildauer pro Facebook-Besuch oder auch die Ablenkung durch das Abrufen einer E-Mail im Schnitt 25 Minuten”, skizziert Eggler den Sachverhalt. Wahrgenommen werde dies nicht, denn das Gefühl für verrinnende Zeit sei ebenso wie die Selbstkontrolle im Netz völlig abhanden gekommen.
Entgleiste Nutzung
Als Symptome für bedenkliche E-Mail-Nutzung führt Eggler im Buch etwa an, dass sich private und berufliche Adresse bei vielen zunehmend vermischen. Zu oft kontrolliere die E-Mail wie ein Sklavenhalter den Arbeitsrhythmus und der Drang zum ständigen Nachsehen und Drücken des Empfangen-Knopfes sei oft schon suchtartig. Dazu bekrittelt es die Autorin auch als Unsitte, stets viele als Empfänger in die “CC”-Leiste zu setzen und somit den Verkehr zu erhöhen. Die Folgen: Informationsüberflutung, Konzentrationsverlust und ständige Ablenkung.
Um keinen Deut besser verhalte es sich bei der Suche im Internet. Das einstige “Nur-mal-kurz-im-Internet-Nachsehen” verkomme in der Endphase zum ziellosen, zwanghaften Surfen mit hohem Zeitaufwand, da sich Internetuser viel zu oft von Links zu Seiten verführen lassen, die sie ursprünglich gar nicht finden wollten. Durch das Medien-Multitasking, die Beteiligung an möglichst allen Sozialen Netzwerken und die vielen parallel geöffneten Browser-Tabs sei das Gehirn heillos mit Reizen überflutet. Auswirkungen habe dies auch für das reale Leben - vernichtete Arbeitszeiten etwa oder familiäre Entfremdungen bis hin zu Scheidungen.
Öffnungszeiten für E-Mail nötig
“Schraubt man E-Mail und Surfen um ein Drittel runter, bringt das viel zusätzliche Zeit für produktives Schaffen”, behauptet Eggler. Ähnlich radikal sind ihre konkreten Vorschläge: Den Arbeitstag offline beginnen, fixe E-Mail-Öffnungszeiten definieren und anderen auch mitteilen, E-Mails kurz und im Stil einer Nachrichtenagentur verfassen sowie kritisches Lesen vor dem Absenden. Auch beim Surfen sollte man ein Tageslimit etwa von zwei Stunden festlegen, die Augenbewegungen entschleunigen, die Maus an die kurze Leine nehmen, nur Gewinnbringendes anklicken und Inhalte völlig zu meiden, bei deren Betrachten man nicht ertappt werden möchte.
Die Autorin ist verwegen genug, um neben Selbsttests, Ratschlägen und Erster Hilfe für Betroffene auch Therapiepläne für Unternehmen zu skizzieren und dabei auch einen “Return of Investment” zu versprechen. Alles weitere im grafisch durchgestalteten Buch ist Motivationshilfe - etwa Mantras wie “Das Internet kann man nicht heiraten”, “Ich bin keine Festplatte” oder “Wir betrachten unsere Handys mehr als unsere Kinder” oder Zitate wie “Ich bezweifle, dass jemand mit Internetanschluss an seinem Arbeitsplatz gute Literatur schreiben kann”.
Ausbeuten statt ausgebeutet werden
Solange man die Digitalisierung im positiven Sinn bestmöglich ausbeutet, sei nichts gegen sie einzuwenden, betont Eggler. “Das tun wir aber nicht. Aus Angst, nicht mitreden zu können, beschaffen wir uns stets das neueste iPhone, ohne die Gebrauchsanleitung zu lesen und die Möglichkeiten zu nutzen”, so Eggler. Das maximale Potenzial schlagen diejenigen heraus, die etwa ihren Browser tatsächlich nach eigenen Bedürfnissen konfiguriert oder die Möglichkeiten der erweiterten Google-Suche nutzen und Begriffe oder Medienformate ein- und ausgrenzen. “Ziel ist, nur das zu bekommen, was ich brauche. Die meisten scheitern daran.”
Dass das Internet wichtige Bedürfnisse wie etwa nach Ablenkung und Spaß befriedigt, stellt die Medienexpertin nicht in Abrede, doch gebe es bessere Alternativen. “Es ist weitaus besser, einen Erfolg gemeinsam in der Kaffeeküche mit Prosecco zu feiern als auf Facebook. Wir müssen wieder mehr miteinander reden - in der Fleischwelt, oder zumindest am Telefon.”
Leseprobe (77 Seiten) unter http://bit.ly/nTULTu (Ende)
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Geistige Behinderung: Externe Hilfe verhindert Mobbing
5.3.2012 von zaro.
Witze und Missverständnisse erschweren Integration im Job
Koblenz-Landau - Menschen mit sogenannter “geistiger Behinderung” haben es im Job schwer: Das angestrebte Ziel der vollen Integration in den Arbeitsmarkt ist noch in weiter Ferne, und auch im geschützten Bereich sind Konflikte häufig. Das EU-Projekt “Let me be ME!” http://letmebeme.eu untersucht erstmals das Problem des Mobbings bei dieser Personengruppe - mit dem Ziel, ein Handbuch zum besseren Umgang am Arbeitsplatz zu erstellen und damit langfristig die Inklusion zu fördern.
Ernstgenommene Witze
Menschen mit geistiger Behinderung laufen verstärkt Gefahr, zum Opfer von Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz zu werden. “Teils beginnt dies schon bei unbedachten Aussagen und Handlungen von Kollegen oder Vorgesetzten. Äußerungen wie ‘Arbeite doch mal schneller!’ oder ‘Jetzt warst du zwei Wochen krank und hast nur gefaulenzt’ werden von Betroffenen oft als bedrohlich wahrgenommen”, berichtet Carolin Hass, Deutschland-Koordinatorin des Projekts, im Interview.
Neben Witzen berichten Experten auch von Demütigung, Täuschung, Missbrauch und Abgrenzungen nach intellektueller Ausstattung, in manchen Fällen auch von ernsthaften Erpressungen und Bedrohungen. Betroffenen ist jedoch oft unklar, wie sie das Geschehen einordnen sollen, zudem fällt es vielen schwer, ihre Gefühle und Probleme auszudrücken. “Manche akzeptieren das Mobbing, um sich in eine Gruppe zu integrieren - was die Erforschung des Phänomens deutlich erschwert”, so die Forscherin vom Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau http://www.uni-koblenz-landau.de über erste Ergebnisse des Projekts.
Besser professionell als familiär
In einer Befragung von 18 Experten aus fünf Ländern konnte bisher gezeigt werden, dass die Art der Vermittlung und Unterstützung ein entscheidendes Kriterium darstellt. Mobbing tritt seltener auf, wenn Menschen mit geistiger Behinderung bei der Integration am Arbeitsplatz professionell unterstützt werden. “Das größte Ausmaß an Unterstützung erhalten sie in Werkstätten für Behinderte und teilweise auch durch Arbeitsmarkt-Assistenten oder Jobcoaching, wenngleich Letzteres bloß auf drei Jahre begrenzt ist”, erklärt die Psychologin.
Wenn Freunde oder Verwandte hingegen den Job vermitteln, läuft es nur selten gut - laut Hass kommt dies in vielen Fällen dem Wurf ins kalte Wasser gleich. “Das angestrebte Ziel ist es, Menschen mit Lernschwierigkeiten und ganzheitlichem Förderbedarf so normal als möglich zu behandeln. Wichtig ist dabei jedoch, sie nicht zu überfordern”, betont Hass. Auch auf ausreichendes Verständnis des Umfeldes komme es an, da andernfalls oft Neid entsteht - etwa auf Extra-Urlaubstage mit Schwerstbehindertenausweis oder kürzere Arbeitszeiten. (Ende)
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Euro-Desaster verunsichert Konsumenten
12.2.2012 von zaro.
Vertrauensindex: D.A.CH-Verbraucher schnallen Gürtel enger
Frankfurt/Wien - Die Krise des Euros geht in den Köpfen der europäischen Konsumenten um. Sie zeigen so wenig Vertrauen wie seit Anfang 2009 nicht mehr, geht aus dem Nielsen Global Survey http://nielsen.com/de hervor. 28.000 Internetnutzer aus 50 Ländern wurden dazu befragt. Im Vertrauensindex rutschte Europa im vierten Quartal 2011 um drei Punkte auf nunmehr 71 ab. Weit positiver fällt die weltweite Betrachtung aus: Hier stieg das Konsumentenvertrauen auf 89, was vor allem auf gute Ergebnisse aus den USA und China zurückgeht.
Sparen, wo es geht
Ängste vor Rezession und Sparmaßnahmen erzeugen bei den Verbrauchern eine Skepsis, was die persönliche finanzielle Lage betrifft. Die Folgen spürt man bereits, erklärt Petra Kacnik, Nielsen-Direktorin für Consumer Research DACH, im pressetext-Interview. “Man spart, wo es geht: Besonders bei Gas und Strom, Telefonkosten oder durch den Kauf günstigerer Lebensmittel. Auch die Rückzahlung von Schulden ist Thema. Gleichzeitig will man sich jedoch weiterhin Reisen oder Lokalbesuche gönnen.”
Dabei blieben in Deutschland im vergangenen Quartal die Vertrauenswerte stabil bei 87 Punkten und holten im Jahresvergleich sogar um vier Punkte auf. “Die wirtschaftlichen Indikatoren Deutschlands sind positiv gestimmt, was dem Einzelnen Eindruck von Stabilität, Vertrauen in Jobaussichten und Bereitschaft für Ausgaben gibt”, so Kacnik. Sorgen machen dennoch - wie auch in Österreich und der Schweiz - die steigenden Lebensmittel- und Wohnnebenkosten, die allgemeine Wirtschaftslage und hohe Spritpreise.
Keine Insel der Seligen
In Österreich sank das Vertrauen deutlich, zuletzt um sechs Zähler auf nunmehr 90 Punkte im Index. Beigetragen hat hier vor allem die schlagartig gestiegene Angst vor Verschlechterungen am Arbeitsmarkt. “Mitspielen dürfte hier bereits die politische Diskussion um das Sparpaket. Bei den persönlichen Finanzen und der Bereitschaft für Anschaffungen gibt es dank des starken Sozialsystems allerdings noch kaum Änderungen.”
Bemerkenswert ist jedoch auch der Einbruch in der Schweiz. Die Alpenrepublik sank im Index von einem hohen Ausgangsniveau um sieben auf nunmehr 92 Punkte, im Gesamtjahr 2011 um 20 Punkte. Für Kacnik ist dies eine zeitverzögerte Reaktion auf die Euro-Krise. “Die frühere Euphorie ist verflogen, spätestens mit der Franken-Euro-Kopplung wurde das Bild der Insel der Seligen zerstört. Die Schweiz durchläuft einen Bewusstseinsprozess, bei dem viele die eigenen Berufsaussichten und die persönliche finanzielle Lage überdenken.”
Euphorische Schwellenländer
Im Europavergleich hält sich das Vertrauen in der DACH-Region noch relativ gut. Dass der weltweite Index dennoch stieg, geht auf Länder wie die USA (plus sechs), Kolumbien, Venezuela und die Philippinen (je plus fünf) sowie China (plus vier Punkte) zurück. Der Asien-Pazifik-Raum ist derzeit die Region mit dem stärksten Konsumentenvertrauen (99 Punkte), knapp dahinter folgt Lateinamerika (98 Punkte). “Diese Positivstimmung spiegelt die globalen Verschiebungen der Produktion und Investitionen wider”, kommentiert die Expertin. (Ende)
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Internetsucht verändert Gehirn nachhaltig
14.1.2012 von zaro.
Neurale Verbindungen zwischen verschiedenen Arealen gestört
Wuhan - Websüchtige zeigen ähnliche Veränderungen des Gehirns wie Menschen, die von Drogen oder Alkohol abhängig sind. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt eine Studie der Chinese Academy of Sciences http://english.cas.cn . Das Team um Hao Lei scannte die Gehirne von 17 jungen Abhängigen und fand Veränderungen in ihrer Gehirnstruktur. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die in Plos One http://plosone.org veröffentlichten Forschungsergebnisse zu neuen Behandlungsansätzen für Suchtverhalten führen können.
Weiße Substanz verändert
Internetsucht ist eine klinische Erkrankung, die durch einen außer Kontrolle geratenen Internetkonsum charakterisiert wird. Insgesamt untersuchten die Forscher die Gehirne von 35 Frauen und Männern zwischen 14 und 21 Jahren. Bei 17 wurde ein Internet-Abhängigkeits-Syndrom (IAS) festgestellt.
Grundlage für die Diagnose waren Fragen wie: “Haben Sie wiederholt erfolglos versucht, Ihren Internetkonsum zu kontrollieren, zu reduzieren oder zu beenden?” Spezialisierte Gehirnscans zeigten bei den als internetsüchtig diagnostizierten Teilnehmern Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns, also jenem Bereich, der Nervenfasern enthält.
Störungen bei Nervenfasern
Laut den Wissenschaftlern gab es Hinweise auf eine Störung der Verbindungen der Nervenfasern, die Gehirnbereiche miteinander verbinden, die mit Gefühlen, dem Treffen von Entscheidungen und der Selbstkontrolle in Zusammenhang stehen. Gunter Schumann vom King’s College London http://kcl.ac.uk erklärt, dass ähnliche Forschungsergebnisse auch bei Menschen vorliegen, die nach Computerspielen süchtig sind. Erstmals zeigten zwei Studien Veränderungen in den neuralen Verbindungen zwischen Bereichen des Gehirns und der Gehirnfunktion. (Ende)
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Armut: Europa profitiert von Ungerechtigkeit
11.1.2012 von zaro.
Philosophin plädiert für Verantwortung im Handelssystem
Bochum - Die Bochumer Philosophin Corinna Mieth nimmt im Umgang mit Armut eine neue Position ein. Über ihre Thesen berichtet sie in der Jubiläumsaugabe “20 Jahre Rubin”, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität http://ruhr-uni-bochum.de . Auf der einen Seite wird in der Philosophie argumentiert, dass die Menschen in den reichen Industrienationen in der Pflicht stehen, den Armen der Welt zu helfen. Danach sind die Bürger etwa in Europa oder Nordamerika sind mitschuldig an der Armut der Entwicklungsländer. Schließlich hätten diese Regierungen gewählt, die internationale Entscheidungen treffen.
Schuld des Einzelnen
“Ich weise die Annahme zurück, dass wir zur Armut in der Welt beitragen, wir tragen als Individuen keine Schuld, aber wir profitieren von den ungerechten Verhältnissen”, sagt Mieth im Presse-Interview. Naturkatastrophen und Hungersnöte beherrschen die Medien. Welche Verantwortung und Verpflichtung etwa EU-Bürger gegenüber den Armen in Somalia oder Burundi haben, fragt sich Mieth.
Ausgangspunkt für ihre Überlegungen ist die These der Philosophen Peter Singer und Thomas Pogge: Unsere Pflichten gegenüber den von gravierender Armut betroffenen Menschen seien viel weitreichender, als wir gemeinhin vermuten. Singer stellt die Analogie auf, dass es unsere Pflicht ist, den Armen genauso zu helfen wie einem Kind, das in einem Teich zu ertrinken droht. Genauso wie wir ins Wasser springen würden, um das Leben des Kindes zu retten, müssten wir Teile unserer Güter abgeben, um den lebensbedrohlichen Hunger zu stillen.
Kriterien über Fragenkatalog
Dieser Vergleich habe Schwächen, versucht die Philosophin Mieth anhand zweier detaillierter Gegenthesen zu belegen. Unter anderem stellt sie Kriterien auf, die den Grad einer Hilfspflicht definieren: Wie schwer ist die Notlage des Betroffenen? Bin ich in der Lage, direkt zu helfen - oder ist Hilfe nur indirekt über eine Organisation möglich? Ist die Hilfe zumutbar, und hat sie auch Aussicht auf Erfolg? Mit Hilfe dieses Fragenkatalogs entkräftet Mieth zwar die These von Singer und Pogge, dass es eine starke Hilfspflicht ist, Geld für Arme zu spenden.
Gleichzeitig liefert sie spannende Lösungsansätze und Strategien, wie die reiche Bevölkerung dennoch dazu angeregt werden kann, sich über ihre Pflichten hinaus zu engagieren. Man könne vom Einzelnen nicht fordern, was nicht zumutbar sei. Man könne nicht errechnen, wie hoch die individuelle Schuld des Individuums in der westlichen Welt sei. Untätig sollten die reicheren Weltbürger nicht sein: “Wir haben eine gewisse Verantwortung für unseren individuellen Handelsspielraum”, sagt Mieth. (Ende)
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FMK: 66 Millionen SMS zu Silvester
3.1.2012 von zaro.
Auch bei Jugendlichen ist das SMS trotz Facebook & Co beliebter als je zuvor
Wien - Das Glückwunsch-SMS zu Silvester an Familie, Freunde und Geschäftspartner ist Tradition. Zu Weihnachten und Silvester werden rund dreimal so viele SMS wie an “normalen” Tagen gesendet.
Für dieses Jahr rechnen die österreichischen Mobilfunkbetreiber mit rund 66 Millionen SMS, die zum Jahreswechsel übermittelt werden - zum Jahreswechsel 2010/2011 wurden 62,2 Millionen SMS übermittelt.
Auch für Jugendliche ist das SMS top - fast 40 % wollen auf keinen Fall drauf verzichten
Soziale Netzwerke spielen aufgrund des rasant wachsenden Marktanteils von Smartphones bei der Übermittlung von Glückwünschen eine zunehmende Rolle. Dennoch ist das SMS als persönliche Nachricht auch bei Jugendlichen on top. Eine Umfrage unter den rund 30.000 Fans der Facebook-Seite “Mein Handy, mein Retter” ergab, dass 38,7 % nicht auf die SMS-Funktion ihres Smartphones verzichten wollen - noch vor der MP3-Funktion, Internetzugang und der Kamera-Funktion.
Forum Mobilkommunikation - FMK
Die freiwillige Brancheninitiative FMK ist Ansprechpartner bei allen Fragen zu Mobilkommunikation und der Mobilfunk-Infrastruktur. Das FMK vermittelt zwischen Betreibern und Gemeinden, um gemeinsame Lösungen zu finden und liefert Zahlen, Daten und Fakten für die persönliche Meinungsbildung zum Thema Mobilfunk. A1, Alcatel-Lucent, Ericsson, FEEI, Hutchison 3G Austria, Kapsch Carrier Com, Nokia, Nokia Siemens Networks, Orange, Samsung, Sony Ericsson und T-Mobile unterstützen das FMK. (Ende)
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Fukushima: Sargnagel für Atomstrom
15.12.2011 von zaro.
Kein Argument mehr für zivile Nutzung von Kernenergie
Hamburg - Fukushima war einer der letzten Sargnägel für die zivile Nutzung der Atomenergie. Zu dieser Einschätzung kommt Stefan Schurig, Programmdirektor für Klima und Energie beim Weltzukunftsrat http://worldfuturecouncil.org , im Presse-Interview. “Der bereits bestehende Zweifel an der Sicherheit der Kernenergie hat sich bestätigt und wird deshalb um so mehr fortbestehen. Es ist eine Frage der Zeit, wann die Atomenergie-Kiste endlich geschlossen wird”, so der Experte.
Sicherheitsglaube geplatzt
Neun Monate ist es her, seit der Tsunami die Explosion der Reaktoren 1, 2 und 3 im japanischen AKW Fukushima-Daiichi ausgelöst und somit zum Super-GAU geführt hat. Noch immer ist die Situation außer Kontrolle: Auslaufendes radioaktives Wasser, verseuchter Müll oder überschrittene Lebensmittel-Grenzwerte sind weiterhin ein Problem. Der Osten und Nordosten Japans ist mit radioaktivem Cäsium 137 belastet, während die Region um den Unglücksmeiler wohl für immer unbewohnbar bleibt. Rund 34 Mrd. Euro an Entschädigung wurden im laufenden Jahr von der Betreiberfirma Tepco eingefordert.
Die psychologische Wirkung Fukushimas auf den weltweiten Energiemarkt ist laut Schurig stärker gewesen als die Ölkatastrophe der Deepwater Horizon im Jahr davor. “Selbst bei Atomkraft-Befürwortern hat Fukushima einen enormen Eindruck hinterlassen. Denn führte man das Tschernobyl-Unglück oft auf die vermeintlich unsichere Führung in der Sowjetunion zurück, ist nun auch der Glaube an die ’sichere’ Atomenergie in einem hochindustrialisiertem Staat endgültig geplatzt.”
Atomstrom teurer als Erneuerbare
Dabei sei die Atomkatastrophe für diese Erkenntnis gar nicht nötig gewesen. “Atomenergie ist gefährlich, scheitert langfristig an den immer knapperen Uranreserven und liefert keine Lösung für das Entsorgungsproblem. Doch auch der Kostenaspekt spricht klar gegen Atomstrom. Strom aus erneuerbaren Energien ist bereits deutlich billiger und die Schere wird künftig noch weiter auseinander klaffen.” Wie teuer neue AKWs sind, zeige jenes im finnischen Olkilouto vor, wo der aktuelle Bau eines dritten Reaktorblocks statt geplanten drei Mrd. Euro derzeit bereits 6,6 Mrd. Euro kostet und enorme Verzögerungen auftraten.
Wenn Staaten heute neu in die Atomkraft einsteigen, geschieht dies deshalb weniger aus energiepolitischen Motiven, sondern sondern aus rein geopolitischem Kalkül, betont Schurig. “Manche Länder spekulieren weiterhin darauf, als Atommacht ernster genommen zu werden, da zivile Atomenergienutzung stets auch die Möglichkeit einer Atomwaffen-Herstellung bedeutet. Dass dies noch immer gilt, zeigt der Iran vor, jedoch auch die Atompläne der Vereinigten Arabischen Emirate, die durch ein Überangebot von wesentlich günstigerer Sonnenenergie mit Sicherheit keine Atomkraftwerke zur Energieerzeugung bräuchten.”
Deutschland ist Vorreiter
Dabei wird das Potenzial der Atomkraft laut dem Energieexperten stark überschätzt: Die weltweit 210 AKWs mit ihren 442 Reaktorblöcken decken derzeit nur drei Prozent des Bedarfs an Primärenergie, während der Beitrag der erneuerbaren Energien knapp 20 Prozent beträgt. Deutschland hat sich hier als Vorreiter profiliert - einerseits mit der Rückkehr zum ursprünglichen Plan, 2022 alle Atomkraftwerke abzuschalten, andererseits durch den Boom der erneuerbaren Energien.
“Seit 2000 stieg der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland von drei auf 18 Prozent. Viele internationale Energieexperten schauen deshalb mit großem Respekt und Interesse nach Europa, um die Transformation des Energiesektors auch anderswo anzukurbeln”, berichtet Schurig. (Ende)
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Bioenergie im Achental
15.12.2011 von zaro.
Region in Oberbayern nimmt ihre energetische Zukunft selbst in die Hand
Grassau - Während der Klimagipfel im südafrikanischen Durban im Chaos zu scheitern drohte und sich die Delegierten erst in letzter Minute auf eine Kompromissformel einigten, arbeiten neun Gemeinden im Tal der Tiroler Achen/Oberbayern an ihrer Energieautarkie bis zum Jahr 2020.
In einem Tal zwischen dem oberbayerischen Chiemsee und dem Tiroler Kaisergebirge ist die weltweit diskutierte Energiewende seit Jahren in vollem Gange.
Bereits seit Mitte der neunziger Jahre bemühen sich die Gemeinden im Süden des Landkreises Traunstein um eine nachhaltige ökologische Entwicklung und Vermarktung ihrer Region hinsichtlich Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz. Das interkommunale Engagement der Bewohner des Tals der Tiroler Achen gipfelte im Jahr 1999 in der Gründung der Initiative “Ökomodell Achental e.V.”.
Ziel des Vereins ist die Sicherung der landwirtschaftlichen Betriebe und der Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft bei gleichzeitiger Förderung des Gewerbes und des Tourismus - im Einklang mit der Natur und durch die effektive Nutzung der regionalen und regenerativen Energieressourcen.
Doch inzwischen haben sich die Bewohner des Tals in den Chiemgauer Bergen ein höheres Ziel gesetzt: Als Gewinner des im Jahr 2009 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgelobten Wettbewerbes “Bioenergie-Regionen”, planen sie ihre energetische Unabhängigkeit bis zum Jahr 2020.
Ein Biomassehof als Treiber der Initiative
Zentrales Projekt in der Entwicklung des Achentals zur energieautarken Region ist der Biomassehof Achental in der Gemeinde Grassau. Im Herbst 2007 errichtet und getragen von den Gemeinden und von regionalen Investoren, sind der Hof und die Gesellschaft “Biomassehof Achental GmbH & Co. KG” organisatorischer Knotenpunkt und Motor für die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieressourcen in der Region und damit für den Ausbau der bioenergetischen Wertschöpfungsketten.
Vor Ort werden nicht nur Holzhackschnitzel und Pellets aus Agrarabfällen für die regionale Versorgung und für das Fernwärmenetz in Grassau produziert. In Kooperation mit der Firma Agnion aus Pfaffenhofen a. d. Ilm wird derzeit an der Inbetriebnahme eines Holzvergasers gearbeitet. Dessen innovative Technik erlaubt es, aus Hackschnitzeln regionaler Reststoffe Strom zu erzeugen.
“Unser Engagement folgt dem Motto Bioenergie mit Augenmaß”, sagt Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer der Biomassehof Achental GmbH & Co. KG. “Es ist uns ein ernsthaftes Anliegen, zur Energiewende und damit zum Klimaschutz einen maßgeblichen Beitrag zu leisten, nicht zuletzt als Antwort auf die Ergebnisse von Durban 2011.”
Weitere elf geplante oder bereits realisierte “Gipfelprojekte” bringen die Gemeinden des Achentals Schritt für Schritt weiter in der Realisierung ihres ehrgeizigen Ziels. Drei zusätzliche Initiativen sollen zur europaweiten Verbreitung der innovativen Ideen und zum internationalen Erfahrungsaustausch dienen. Zudem nimmt das Achental als einzige Region Deutschlands am Projekt “Klimaneutraler Alpenraum 2050″ der Alpenanrainerstaaten teil.
Österreichische Nachbarn ziehen mit
Das Engagement der fortschrittlichen Bewohner des Achentals hört an der deutsch-österreichischen Grenze nicht auf: Die Tiroler Gemeinden Kössen und Schwendt aus dem Leukental nehmen mit eigenen Gipfelprojekten wie dem einer dezentralen Biogasanlage zur Gülle-Verwertung an der Entwicklung in Richtung energetischer Autarkie teil.
So wird das Achental im Jahr 2020 hinsichtlich seiner Energiegewinnung, verbunden mit einer beachtlichen ökologischen und ökonomischen Wertschöpfung, in der Zukunft angekommen sein. Die internationale Staatengemeinschaft plant indes für das Jahr 2020 ein neues Klimaschutzabkommen und den Start des “Grünen Klimafonds” für Entwicklungsländer.
Über die Bioenergie-Region Achental
Die “Bioenergie-Region Achental” umfasst die Gemeinden Bergen, Grabenstätt, Grassau, Marquartstein, Übersee, Unterwössen, Schleching, Staudach-Egerndach und Reit im Winkl im Süden des Landkreises Traunstein in Oberbayern. Die Initiative verfolgt die nachhaltige ökonomische Entwicklung der Region unter Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft, der Sicherung landwirtschaftlicher Betriebe und regionaler Produktvermarktung, der Förderung eines naturverträglichen Gewerbes und Tourismus und der ausschließlichen Nutzung regional erzeugter erneuerbarer Energien. Gefördert wird die “Bioenergie-Region Achental” vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. und der Initiative “Bioregions” der EU. Weitere Informationen unter http://www.biomassehof-achental.de
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NHS: Medikament für Patienten unter Verschluss
3.12.2011 von zaro.
Kosten im Mittelpunkt - Lucentis verbessert Sehkraft bei Diabetes
London - Ein Medikament, dass das Sehvermögen von Menschen mit Diabetes erhalten könnte, wird in England und Wales durch das National Health Service http://nhs.uk nicht zugänglich gemacht. Das National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) http://nice.org.uk argumentiert diese Entscheidung damit, dass Ranibizumab, Handelsname Lucentis, zu teuer ist, um bei Patienten mit diabetischem Makulaödem eingesetzt zu werden. Wohltätigkeitsorganisationen werden sich weiterhin dafür einsetzen, dass das Medikament zugänglich gemacht wird, berichtet die BBC. Mindestens 50.000 Menschen in Großbritannien leiden an dieser Krankheit.
Deutlich unterschätzte Kosten
Die Sehfähigkeit kann so eingeschränkt sein, dass Betroffene nicht länger lesen, arbeiten oder ein Fahrzeug steuern können. Bis jetzt wurde die Behandlung mit dem Laser vom NHS standardmäßig eingesetzt. Damit kann allerding nur eine weitere Verringerung der Sehkraft verhindert werden. Eine Injektion mit Lucentis ins Auge kann die Sehfähigkeit jedoch verbessern. NICE empfiehlt den Einsatz des Medikaments bereits bei einer altersbedingten Makuladegeneration.
Diabetes UK, die Juvenile Diabetes Research Foundation, die Macular Disease Society und das Royal National Institute of Blind People fordern eine rasche Einigung der Regierung mit dem Hersteller Novartis. Ziel ist es, die Kosten für das NHS-Medikament zu senken. Derzeit kostet das Medikament pro Injektion 742.17 Pfund. Laut Novartis arbeitet das Unternehmen weite mit NICE und dem Gesundheitsministerium daran, dass betroffene Patienten das Medikament erhalten. Das Unternehmen geht davon aus, dass NICE vor dem Treffen dieser Entscheidung nicht optimal informiert war. Andrew Dillon, Vorstandsvorsitzender von NICE, argumentiert, dass der Hersteller die Kosten unterschätzt hat. (Ende)
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Genmais: Enorme Lücken bei Risikobewertung
22.11.2011 von zaro.
Fehlende Standards, kaum externe Sicherheitsprüfungen
Budapest/München - Die Zulassung vieler genmanipulierter Pflanzen durch die zuständigen Prüfstellen der EU steht auf sehr wackeligen Beinen. Denn die Daten, die von den Biotech-Firmen zur Risikobewertung vorgelegt werden, sind nicht verlässlich reproduzierbar - und aufgrund fehlender Standards auch nicht vergleichbar. Das berichten Forscher des Pflanzenschutz-Instituts der ungarischen Akademie der Wissenschaften http://www.nki.hu/en in der Zeitschrift “Food and Agricultural Immunology”.
Vier Tests, vier Ergebnisse
Gentechnisch veränderte Bt-Pflanzen produzieren ein Gift, das gegen Schadinsekten wirken soll. Um ihr Risiko bewerten und Resistenzen vorbeugen zu können, muss der tatsächliche Gehalt dieses Insektengifts (Bt-Toxin) bekannt sein. “Bisher stützen sich die Prüfstellen in ihrer Entscheidung oft nur auf Daten der Industrie. Nun konnte gezeigt werden, dass diese Daten oft nicht reproduzierbar sind und auf Messverfahren beruhen, die nicht von anderen Labors überprüft wurden”, berichtet Christoph Then, CEO der Testbiotech http://testbiotech.org , die zu den Sponsoren des Forschungsprojekts gehört, im pressetext-Interview.
Die ungarischen Forscher untersuchten die Bt-Konzentration im Pollen des gentechnisch veränderten Mais MON810. Wenngleich die Pflanze in einigen EU-Ländern bereits angebaut wird, ist ihr Giftgehalt kaum von unabhängiger Seite untersucht. Dass die Probleme mit fehlenden Standards hier ganz erheblich sind, zeigen die Ergebnisse, auf die vier unterschiedliche Labors in ihren Messungen kamen. “Standardisierte Messprotokolle sollten dringend festgelegt werden. Solange einzelne Messungen nicht von anderen Labors überprüft sind, sollte man sie nicht länger als belastbare Daten akzeptieren”, fordert Studienleiter Andras Szekacs.
“Auge zu” bei kombiniertem Risiko
Für die Risikobewertung ist diese Frage relevant, da von einem potenziellen Risiko ganze Nahrungsketten betroffen wären. Giftiger Maispollen, der in Gegenden mit Bt-Pflanzenbau keine Seltenheit ist, wird auch von vielen unschädlichen Tieren wie Bienen, Schwebfliegen oder indirekt von Schmetterlingsraupen aufgenommen. Darüber hinaus wirkt Bt in Wurzeln auf Bodenorganismen und deren Ökosystem, während andere Pflanzenteile in Lebens- und Futtermitteln landen. Diese Effekte als auch jene der Umweltbedingungen auf den Bt-Gehalt der Pflanzensorten und -teile sind kaum oder nur unzureichend untersucht.
Zehn Bt-Toxine in gentechnisch veränderten Pflanzen erlaubt die EU derzeit für den Import und die Verwendung in Lebens- und Futtermitteln. Zunehmend kombinieren die Hersteller jedoch Bt-Pflanzen miteinander und lassen sie somit mehrere Giftstoffe gleichzeitig bilden, wie beispielsweise der “SmartStax”-Mais von Monsanto und DowAgroSciences, der gleich sechs Bt-Toxine besitzt. “Bisher wurden nur die Ausgangspflanzen, nicht aber deren Kombinationen getestet. Wechselwirkungen und deren Risiken sind somit beinahe unerforscht”, warnt Then.
Abstract der Originalstudie: http://dx.doi.org/10.1080/09540105.2011.604773 (Ende)
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ZARO Bioenergetic jetzt auf Facebook
16.11.2011 von zaro.
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EU erlaubt Süßungsmittel Stevia
16.11.2011 von zaro.
Streusüßen und Süßgetränke als erste Abnehmer wahrscheinlich
Brüssel/Hohenheim - Mit der Zulassung von Stevia durch die Europäische Union beginnt ein neues Kapitel der Süßstoffe in Europa. Die Substanz aus den Blättern der aus Paraguay stammenden Pflanze “Stevia rebaudiana” ist 250-mal süßer als Zucker, wird von Diabetikern gut vertragen, senkt den Blutdruck und verhindert Zahnbelag. Ein ernsthafter Konkurrent zum Zucker wird sie zumindest in naher Zukunft dennoch nicht, glaubt der Stevia-Forscher Udo Kienle von der Universität Hohenheim http://stevia.uni-hohenheim.de im Presse-Interview.
Langsamer Markteintritt
“In naher Zukunft werden die meisten Nahrungsmittelsparten nicht auf Stevia umstellen - einige Produkte ausgenommen: Stevia-Tabletten und -Streusüßen könnten noch in diesem Jahr in die Supermärkte kommen, einzelne Süßgetränke im ersten Halbjahr 2012, sofern die Hersteller bereits zulassungsfähige Rezepturen besitzen”, so der Hohenheimer Agrarwissenschaftler. Das zeige die Entwicklung in der Schweiz beispielhaft vor, wo Stevia seit 2010 erhältlich ist. Rund 100 genehmigte Stevia-Lebensmittel gibt es hier, von denen allerdings bisher nur wenige in den Läden gelandet sind.
Als ein Hindernis für eine rasche Verbreitung sieht Kienle die niedrige Stevia-Tagesdosis, die von der EU wie auch zuvor von der Schweiz als “unbedenklich” eingestuft wurde. Nur vier Milligramm von hochreinem Steviol pro Kilogramm Körpergewicht und Tag sind erlaubt. “Der Zucker von Limonaden kann in Folge nur zu rund 30 Prozent durch Stevia-Süßstoff ersetzt werden. Es wird unter diesen Umständen schwierig, dem Konsumenten den höheren Preis zu rechtfertigen”, so der Experte.
Coca-Cola als Zugpferd
Was punktet, ist die Natürlichkeit der Stevia-Pflanze, betont Kienle. Auf diesen Effekt setzt etwa die Firma Coca Cola, die bereits 24 Stevia-Patente besitzt und den Zuckergehalt bestimmter Getränke künftig mit einem als “Truvia” registrierten Stevia-Süßstoff senken will. In raffinierter Form ist Stevia als Lebensmittel-Zusatzstoff - der die Nummer E960 erhält - freilich nicht mehr “natürlich”. (Ende)
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Konsum ist Wasserverschwender Nr. 1
16.11.2011 von zaro.
Großteil des Verbrauchs durch Kleidung, Nahrung und Energie
Melbourne/Frankfurt - Wassersparen im Haushalt ist das Gebot der Stunde, da die Wasserreserven weltweit immer knapper werden. Maßnahmen, die die monatliche Wasserrechnung günstiger machen, greifen alleine jedoch zu kurz, betonen Forscher der Universität Melbourne http://unimelb.edu.au in der Zeitschrift “Building Research and Information”. Für Australien haben sie berechnet, dass 94 Prozent des langfristigen Wasser-Fußabdrucks eines Haushalts auf Hauserrichtung, Dienstleistungen und Konsumgüter zurückgehen - allen voran auf Kleidung, Nahrung und Elektrizität.
Unsichtbare Verschwendung
58 Schwimmbecken des Olympia-Ausmaßes von 50 mal 25 Meter (je rund 2.500 Kubikmeter Wasser) verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt im Laufe von 50 Jahren, so die Analyse der Forscher um Robert Crawford. 94 Prozent davon - umgerechnet 54 Becken - gehen auf Bau und Erhalt des Hauses, alle Besitztümer, Nahrung, Kleidung und andere Konsumgüter, Finanzdienstleistungen, Autos und Urlaube zurück. Der direkte Verbrauch durch Trinken, Waschen, Duschen, Bewässerung, Kochen und Putzen kommt hingegen in Summe bloß auf vier Schwimmbecken oder sechs Prozent des Wasserverbrauchs.
“Alle Gegenstände und Dienstleistungen, die ein Haushalt konsumiert, benötigen eine lange Reihe von Ressourcen, die allesamt den Wasserverbrauch erhöhen. Je mehr Kleidung und Nahrung wir kaufen, desto mehr Wasser verbrauchen wir”, resümiert Crawford. So wichtig das direkte Wassersparen etwa durch Kurzduschen und Tropfhahn-Vermeiden auch sind, dürfen sich deshalb die Bemühungen nicht darauf beschränken. Der Forscher rät zu Second-Hand-Kleidung und -Möbeln, zur Minimierung des Essensabfalls sowie zum Errichten kleinerer, länger haltender Häuser, für die man weniger Möbel und Energie braucht.
25 Badewannen täglich
Zu einem vergleichbaren Ergebnis für Deutschland kam bereits im Vorjahr der WWF: Täglich verbraucht jeder Einwohner Deutschlands insgesamt 5.288 Liter oder 25 gefüllte Badewannen Wasser, wird das “virtuelle Wasser” auch mitgerechnet. 73 Prozent davon stammt aus der Landwirtschaft, 23 Prozent aus Industrieprodukten, wobei auch in dieser Auflistung die Kleidung und Ernährung die Liste der Verbraucher anführen. (Ende)
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Neue Additive für leistungsstarke Biokunststoffe
4.11.2011 von zaro.
Düsseldorf - Biokunststoffe rücken vor dem Hintergrund knapper werdender fossiler Ressourcen verstärkt in den Fokus der Industrie. Im Vergleich zu traditionellen Hochleistungskunststoffen weisen diese jedoch Einschränkungen, unter anderem hinsichtlich ihrer Stabilität und Festigkeit auf. Im Rahmen einer gemeinsamen Kooperation mit Tecnaro ist es Henkel gelungen, neue Polyamid-Hochleistungsadditive auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln, wodurch die Leistungsfähigkeit von Biokunststoffen erheblich verbessert wird.
Der Einsatz von Kunststoff-Komponenten, die auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden, gilt als zukunftsweisende Entwicklung in der Kunststoffindustrie. Solche Biokunststoffe bieten eine deutlich bessere Ökobilanz im Gegensatz zu klassischen, rohölbasierten Produkten. Mit der zunehmenden Anwendungsvielfalt der Biokunststoffe steigen auch die Ansprüche an Qualität und Verarbeitbarkeit. Im Rahmen einer gemeinsamen Kooperation mit dem Compoundeur und Biopolymerspezialist Tecnaro hat Henkel neue Polyamid-Additive entwickelt, welche die Leistungsfähigkeit von biobasierten Kunststoffen optimieren.
Die Additive der Marke Macromelt sind prädestiniert für die Herstellung von technischen Kunststoffen und besitzen einen hohen Anteil an natürlichen Rohstoffen. Möglich wird dies durch den Einsatz von Dimerfettsäuren basierend auf natürlichen Ölen (z.B. Raps- und Tallöl). Neben der generellen Erhöhung des Bio-Rohstoff-Anteils wirken sich die neuen Additive positiv auf das Eigenschaftsprofil der Biokunststoffe aus: Schlagzähigkeit sowie die Faser-Matrix-Haftung zeigen sich durch Zugabe des Additivs deutlich verbessert.
In Abhängigkeit von der Kunststoff-Formulierung lässt sich durch Zugabe der Additive die zum Verarbeiten erforderliche Temperatur teilweise deutlich senken. Dadurch werden die eingesetzten Fasern geschont - mit positivem Einfluss auf Stabilität und Optik.
Durch die Weiterentwicklung der Macromelt Polyamidtechnologie trägt Henkel so dazu bei, die Qualität und Einsatzmöglichkeiten von Biokunststoffen zu verbessern und diese auch für weitere anspruchsvolle Anwendungen nutzbar zu machen.
Mit den Werkstofffamilien Arboform, Arboblend, Arbofill und Arboflex gehört Tecnaro zu den weltweiten Top-Adressen der Biopolymerbranche. Durch die erfolgreiche mehrjährige Kooperation zwischen Henkel und Tecnaro erweitern bereits heute maßgeschneiderte Biopolymere und Composites mit Macromelt-Additiven die umfangreiche Biowerkstoffpalette der Tecnaro GmbH (http://www.tecnaro.de ).
Henkel ist weltweit mit führenden Marken und Technologien in den drei Geschäftsfeldern Wasch-/Reinigungsmittel, Kosmetik/Körperpflege und Adhesive Technologies (Klebstoff-Technologien) tätig. Das 1876 gegründete Unternehmen hält mit rund 48.000 Mitarbeitern und bekannten Marken wie Persil, Schwarzkopf oder Loctite global führende Marktpositionen im Konsumenten- und im Industriegeschäft. Im Geschäftsjahr 2010 erzielte Henkel einen Umsatz von 15.092 Mio. Euro und ein bereinigtes betriebliches Ergebnis von 1.862 Mio. Euro. Die Vorzugsaktien von Henkel sind im DAX notiert und das Unternehmen zählt zu den 500 umsatzstärksten der Welt (Fortune Global 500). (Ende)
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